Was brauchen Trauernde?

Andachten schreiben und prozieren ist harte Arbeit: Pfarrer Knut Dahl-Ruddies im Tonstudio. Foto: privat

Eigentlich ist „nur“ der Hund tot. Was schlimm genug ist. Doch der Besuch des Seelsorgers wirft noch ganz andere Fragen auf: Denn, was Menschen in Trauer brauchen, ist höchst unterschiedlich. Und zwei Dinge sind ganz schädlich. Was das ist, berichtet Knut Dahl-Ruddies in seiner heutigen Morgenandacht auf WDR 2.

Der Pfarrer gehört seit 2017 zum Team von „Kirche zum Hören“. Das sind Theologinnen und Theologen, aber auch andere, die regelmäßig Andachten für den WDR-Rundfunk schreiben und produzieren. Zu hören ist Dahl-Ruddies jeweils um 5.55 Uhr.

Dahl-Ruddies (Jahrgang 1967) ist Gefängnisseelsorger in der JVA Euskirchen und Landessynodaler der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Social-Media-Experte betreibt einen eigenen Blog. „Pastorenstückchen“ heißt die Seite. Bisweilen findet er dort deutliche Worte. Auch zu Entwicklungen in der Kirche. So wurde die Evangelische Rundfunkarbeit auf den Pfarrer aufmerksam.

Die aktuelle Andacht von Donnerstag, 25. März 2021

Alle Beiträge von Pfarrer Knut Dahl-Ruddies, auch vom 26. und 27. März 2021.

Trauer um K. Rüdiger Durth

Die evangelische Kirche in Bonn trauert um K. Rüdiger Durth. Der bekannte Journalist, Publizist und Pastor im Ehrenamt ist zum Jahreswechsel im Alter von 79 Jahren in Bonn gestorben.

K. Rüdiger Durth war ein Brückenbauer zwischen Kirche, Gesellschaft und Politik wie es im journalistischen Bereich nur ganz wenige in Deutschland gab und gibt. Ein Journalist aus Leidenschaft. Erst im Lokalen, schon als Theologiestudent, dann als politischer Korrespondent, Hauptstadt-Journalist und Mitglied der Bundespressekonferenz in Bonn und Berlin vor allem für die Kölnische/Bonner Rundschau und für zahlreiche kirchliche und säkulare Medien. Bis zuletzt hat er auch für die Bonner Kirchenzeitung PROtestant gearbeitet.

Er hat eine ganze Generation von jungen Kolleginnen und Kollegen in ihrer Arbeit maßgeblich unterstützt und mitgeprägt. Viele sind ihm Freundin und Freund geworden.

Karl Rüdiger Durth war zudem gut 50 Jahre Pastor im Ehrenamt in der evangelischen Kirche, verwurzelt in der reformierten Tradition seiner Heimat, dem Siegerland. Seine geistliche Heimat war ihm der Reformierte Bund und seine Thomas-Kirchengemeinde in Bonn-Bad Godesberg, wo er immer wieder mit Leidenschaft gerne predigte.

Auch wenn er auf große Ehrungen nicht viel gab, freute ihn persönlich doch 2004 die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, mit dem er viel verband. Neben der Ökumene war ihm die Verbindung von Christen und Juden eine Herzensangelegenheit. Mit Verve engagierte er sich bis zuletzt für das Jubiläum dieses Jahr „321: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

K. Rüdiger Durth wusste unendlich viele berührende Geschichten von Menschen aus Kirche, Politik und Gesellschaft zu erzählen und hat viele von ihnen selbst mitgeschrieben. Die evangelische Kirche wird ihn sehr vermissen. Wir werden ihn sehr vermissen – und wissen ihn dankbar doch in guten Händen bei dem, der ihm A und O seines Lebens war; wie der Apostel Paulus schreibt:

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Römer 8, 38+39)

Der Trauergottesdienst für K. Rüdiger Durth soll Mitte Januar in der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg gehalten werden.

 

Joachim Gerhardt / 04.01.2021

Wenn Kinder trauern

Foto: Diakonie Euskirchen

Nach den Herbstferien: Trauergruppen für Kinder und Jugendliche in Euskirchen. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, löst dies viel in den Angehörigen aus. Kinder und Jugendliche trauern dabei anders als Erwachsene. Um diese besonderen Bedürfnisse in einer schweren Zeit wahrzunehmen und bewältigen zu können, gibt es ein Team von verständnisvollen Fachkräften im Diakonischen Werk Euskirchen.

In einer Trauergruppe werden Angebote gemacht, die es den Kindern und Jugendlichen erleichtern, über ihren Schmerz zu sprechen und zu lernen, diesen zu bewältigen. Dies geschieht zum Beispiel über Reden, Basteln, Abschiedsrituale, Spielen, Bewegen, Schreiben, Erinnern, Gemeinschaft und vieles mehr.

Für Themen, die über den Bedarf hinausgehen, werden auch Einzelgespräche angeboten. Hier gibt es die Möglichkeit, Themen zu besprechen, die Kinder und Jugendliche bewegen, die aber in einer Gruppe (noch) keinen Platz finden können.

Das Angebot ist kostenfrei und überkonfessionell. Es steht jedoch eine christliche Wertevorstellung hinter unserer Arbeit und die Zusammenarbeit erfordert eine Verbindlichkeit auf beiden Seiten.

Nach den Herbstferien werden zwei Kurse starten. Ein Kurs für Kinder und ein Kurs für Jugendliche. Mittwochs treffen sich die festen Gruppen mit maximal sechs Teilnehmenden im zweiwöchigen Wechsel in unseren Gruppenräumen in der Kaplan-Kellermann-Straße 14 in Euskirchen. Die Details geben wir Ihnen bei Bedarf gerne bekannt.

Die Angebote werden von Ruth Claudia Ude und Dorothee Meidling organisiert und geleitet. Dienstag und Freitag erreichen Sie Frau Ude unter der Mobilnummer 0151/169 840 18. Außerhalb dieser Zeiten können Sie dort gerne eine Nachricht hinterlassen, dann rufen wir Sie zurück.

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Gerne informiert das DiakonischeWerk Euskirchen in seiner Geschäftsstelle oder telefonisch über seine Angebote:

Diakonisches Werk Euskirchen
Kaplan-Kellermann-Straße 12, 53879 Euskirchen
Tel. 0 22 51 – 92 90 0, www.diakonie-eu.de

Nadine Günther-Merzenich (Geschäftsführung)

Wo Eltern trauern

Ab Januar 2020 bietet die ökumenische Hospizgruppe Rheinbach-Meckenheim-Swisttal eine Gesprächsgruppe für Eltern an, die um ein verstorbenes Kind trauern. Ziel ist es, einander kennenzulernen und sich auszutauschen. Die Leitung haben zwei ausgebildete Trauerbegleiterinnen. Eingeladen sind alle Eltern, unabhängig davon, wie lange der Verlust zurückliegt oder wie alt ihre Tochter, ihr Sohn geworden sind.

Der Tod des eigenen Kindes ist vermutlich das Schlimmste, was Eltern widerfahren kann. Neben der tiefen Trauer erleben betroffene Eltern, dass Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und sogar nahe Angehörige oftmals kaum in der Lage sind, ihren Schmerz mit auszuhalten. Die Eltern fühlen sich zunehmend isoliert und allein mit ihrem Verlust. Dabei wäre es wichtig, den Namen des verstorbenen Kindes immer wieder zu nennen und von ihm erzählen zu dürfen, so die Organisatorinnen.

Geleitet wird die Gesprächsgruppe von zwei ausgebildeten Trauerbegleiterinnen, hauptverantwortlich ist Irmela Richter. Sie ist ebenfalls Trauerbegleiterin, ordinierte Prädikantin und Notfallseelsorgerin.

Die regelmäßigen Treffen finden ein Jahr lang immer am letzten Freitag des Monats statt. Erster Termin ist Freitag, 31. Januar 2020, von 18 bis 20.30 Uhr, in den Räumen des Hospizvereins im St. Josef Seniorenwohnen, Klosterstraße 50, Meckenheim. Zwischendurch gibt es einen gemeinsamen Imbiss.

Um vorherige Kontaktaufnahme bei Irmela Richter (Telefon 0172-2091079) oder über Email bei der Hospizgruppe kontakt@hospiz-voreifel.de wird gebeten.

EB/gar

Trauerspaziergang

Die  Ökumenische Hospizgruppe e.V.  Rheinbach – Meckenheim – Swisttal lädt am 14. September Trauernde zu einem Spaziergang und anschließender Einkehr im Waldgasthaus an der Steinbachtalsperre ein. „Gemeinsam ein Stück des Weges gehen“ lautet das Motto. Die Organisatoren laden trauernde Menschen ein, miteinander in Bewegung zu sein. Mitarbeitende des Hospizvereins begleiten sie.

Gestartet wird für Mitfahrer am Samstag, 14. September 2019, um 14.10 Uhr in Rheinbach (Ev. Altenzentrum, Haus am Römerkanal 11) und um 14.05 in Meckenheim (Seniorenhaus St. Josef Klosterstraße 50).  Selbstfahrer kommen direkt um 15 Uhr zum gemeinsamen Treffpunkt am Waldgasthaus in Euskirchen, Talsperrenstraße 105.das Angebot ist kostefrei, eine kleine Spende ist willkommen.

Anmeldung unter (0 22 26) 90 04 33 oder per Mail kontakt@hospiz-voreifel.de.

Flyer und Anmeldeformular

„Das muss einem echt nicht passieren“

Evangelische Beratungsstelle Bonn: Gruppe für trauernde Jugendliche und junge Erwachsene von 16 – 28 Jahren. Foto: Ev. Beratungsstelle Bonn

Neue Gruppe für trauernde Jugendliche und junge Erwachsene in der Evangelischen Beratungsstelle Bonn: Jugendliche und junge Erwachsene, die um einen Familienangehörigen oder Freund trauern, können sich in einer neuen Gruppe austauschen. Das Angebot der Evangelischen Beratungsstelle Bonn richtet sich an 16- bis 28-Jährige und startet am 31. Oktober 2019.

Betroffene fühlen sich oftmals alleine mit dieser Erfahrung und möchten andere kennenlernen, die ähnliches erlebt haben. Manchmal ist es schwer für sie, mit diesem Verlust umzugehen. Daher der Titel: „Das muss einem echt nicht passieren“.

Geschützter Austausch

Die Gruppe wird von der Sozialpädagogin und Gesprächstherapeutin Ulrike Backhaus und dem Sozialarbeiter und Familientherapeuten Claus Schiederich geleitet. Sie bieten an acht Abendterminen die Möglichkeit des Austauschs in einem geschützten Rahmen. Konkret geht es dabei um den Umgang mit schwierigen Gefühlen oder Stress, mit den Erwartungen anderer, Abschied, Erinnerungsorten und möglichen Ziele für die Zukunft.

Die Trauergruppe findet donnerstags abends von 18.30 bis 21 Uhr (mit Pause) in der Evangelischen Beratungsstelle Bonn, Adenauerallee 27, statt. Sie besteht maximal aus acht Teilnehmenden.

Erster Termin ist am Donnerstag, 31. Oktober 2019. Weitere Treffen finden alle 14 Tage mit Ausnahme der Weihnachtsferien/Karneval statt: 14. und 28. November, 12. Dezember, 9. und 23. Januar, 6. und 27. Februar 2020.

Anmeldung ist ab sofort über das Sekretariat der Evangelischen Beratungsstelle Bonn unter (02 28) 68 80 150 oder per Email unter: beratungsstelle@bonn-evangelisch.de möglich.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Evangelische Beratungsstelle ist eine Einrichtung für Bonn und Umgebung. Sie wird von den drei evangelischen Kirchenkreisen An Sieg und Rhein, Bonn und Bad Godesberg-Voreifel getragen und finanziert. Die Beratung durch die Evangelische Beratungsstelle ist für Ratsuchende kostenfrei. Eine teilweise Refinanzierung erfolgt über Zuschüsse der zuständigen Jugendämter und des Landes Nordrhein-Westfalen. Zudem sind Spenden von Klientinnen und Klienten zu einem wichtigen Baustein in der Finanzierung des Angebots geworden.

Weitere Informationen zur Evangelischen Beratungsstelle: www.beratungsstelle-bonn.de

 

Pfarrer Wolfgang Sassenscheidt gestorben

Die evangelische Kirche in Bad Godesberg und der Voreifel trauert um Wolfgang Sassenscheidt. Mit 86 Jahren verstarb der langjährige Pfarrer in Bad Münstereifel am 9. April bei Krefeld.

Wolfgang Sassenscheidt wirkte 33 Jahre im Evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel. Er war hier von 1961 bis 1994, zunächst als Pfarrer der Gemeinde Flamersheim für deren Pfarrbezirk Bad Münstereifel, welches ab 1977 eine selbstständige Gemeinde bildete. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung im Dezember 1994.

Viele Menschen in Bad Münstereifel erlebten Pfarrer Sassenscheidt als engagierten Seelsorger. Seine große Musikalität stellte er in den Dienst der Gemeinde. Den von ihm aufgebauten Kirchenchor hat er stets persönlich geleitet.

Im Kirchenkreis engagierte er sich im Kreissynodalvorstand als Skriba, war Mitglied der Landessynode und prüfte angehende Pfarrerinnen und Pfarrer im Zweiten Theologischen Examen. Zudem hat er das Diakonische Werk Euskirchen mit aufgebaut.

Politisch setzte er sich in der Zeit der Friedensbewegung ein. Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts erklärte er die Kirche in Bad Münstereifel zur atomwaffenfreien Zone, um die Ablehnung dieser Waffen kundzutun. Frieden blieb sein Thema auch in der Zeit des Ruhestandes. Bis 2018 leitete er das monatliche Ökumenische Friedensgebet.

Der Termin der Trauerfeier steht noch nicht fest. Anschließend wird Pfarrer Sassenscheidt an der Seite seiner Ehefrau im Friedwald Iversheim beigesetzt.

EB/gar