Zur Wahl: Knut Dahl-Ruddies

Knut Dahl-Ruddies an seinem Arbeitsplatz: der Gefängniskirche Euskirchen. Foto: privat

In kurzen Interviews stellen sich die Bewerberinnen und Bewerber für die frei werdenden Positionen im Kreissynodalvorstand vor.

Knut Dahl-Ruddies, Jahrgang 1967, verheiratet, drei Kinder, seit 2015 Gefängnisseelsorger in Euskirchen, 2006 bis 2015 Pfarrer in Meckenheim, geteilte Stelle mit Pfarrerin Ingeborg Dahl, davor weitere Stationen als Vollzeitvater, Ausbildung zum Change Agent und in der Kirchengemeinde Euskirchen, seit 2020 Landessynodaler, kandidiert als Superintendent.

Ist das Amt des Superintendenten eine Fortführung Ihrer bisherigen Arbeit oder etwas Neues?

Auf den ersten Blick scheint es etwas vollkommen anderes zu sein als die Arbeit im Gefängnis. Gefangene stehen sich oft selbst im Weg. Die Folgen davon haben meist größere Auswirkungen, als wenn ein Presbyterium Handlungsunfähigkeit anmelden muss. Gefangene stehen also nicht allein da. Meine Arbeit als Landessynodaler würde intensiviert werden.

Wie erklären Sie das Amt Leuten, die gar nicht wissen, was das ist?

Je nach Profession der Leute sage ich entweder:
a) Ein Superintendent muss ständig mit der Fettpresse herumlaufen, um Lager und Gelenke zu schmieren.
b) Der Superintendent achtet darauf, dass Updates rechtzeitig eingespielt werden und die Stromversorgung ständig gewährleistet ist.
c) Als Superintendent sorgt man für Nutella, Chips und Eis und dafür, dass keiner den anderen haut.
d) #grumpycat

Wo wollen Sie hin mit der Kirche von morgen?

Wir müssen Kirche konsequent vom Kontakt zu den Menschen her denken und nicht von unserem Struktur-Organigramm.  Es bedarf möglichst unkonventioneller Ideen, um Kontaktpflege – oder wie man heute sagt – „Bindungsmanagement“ zu gestalten.

Was wären Sie für ein Chef?

Wenn man immer darauf wartet, dass der Chef (m/w/d) sagt, was zu tun ist, bleiben notwendige Veränderungen aus. In unserer Kirche haben wir zum Glück eine sehr flache Hierarchie. Deswegen eher Coach als Chef!  So wie ich meinen Kindern das Radfahren ohne Stützräder beigebracht habe: „Du fährst jetzt einfach los, treten nicht vergessen; ich bin hinter dir und halte das Rad.“ Nach fünf Metern konnten alle alleine fahren.

Ihre Mitbewerberin Claudia Müller-Bück wäre die erste Frau bei uns. Bedeutet das etwas?

Ich bin zwar keine Frau … Meine berufliche Biografie gleicht durch überwiegend reduzierte Stellen und Vollzeit-Vaterschaft eher der meiner Kolleginnen als der meiner Kollegen. Daher würde ich mir eine überdurchschnittliche Gendersensibilität bescheinigen.

Wie holen Sie die nächste Generation ins Boot?

Von Segelbooten erzählen, die hart an den Wind gehen. Nicht von Einbäumen, U-Booten oder Galeeren.

In der Evangelischen Kirche läuft einiges falsch, zum Beispiel …

Die berühmte „Was-machen-wir-aber-wenn-Frage“, nachdem unter großen Mühen gerade ein tauglicher Beschluss gefasst worden ist, mit dem alle in der Runde leben können. Statt Szenarien für B und C zu entwerfen, muss sorgfältiger darauf geachtet werden, ob eine Frage Lösungen ermöglichen oder eher verhindern will.

Was mich immer wieder überzeugt, in dieser Kirche weiterzumachen, ist:

„Christ ist erstanden“ kann man nur am Ostermorgen in einer Kirche und nicht in der Veltins-Arena singen.

Das erste, was ich mache, wenn ich Superintendent bin, ist:

Zum Friseur gehen, neue Anzüge und Schuhe kaufen, damit niemand böse Briefe schreiben muss.

Bisher arbeiteten die Superintendenten auf der Grundlage eines Modells, wonach Dreiviertel der Arbeitszeit für die Leitung des Kirchenkreises, ein Viertel für Aufgaben in der Heimatgemeinde verwendet werden. Befürworter:innen nennen das „Bodenhaftung“. Wie stehen Sie dazu?

Ich bin seit 26 Jahren in unterschiedlichen Pfarrstellen und Funktionen im Kirchenkreis unterwegs. Da besteht überhaupt keine Gefahr, an kirchlicher Bodenhaftung zu verlieren. Für gesellschaftliche Bodenhaftung zu sorgen, indem man ÖPNV benutzt, ins Café, die Kneipe oder Fußballstadion geht, halte ich für ebenso wichtig. Einen 25-Prozent-Anteil hierfür finde ich allerdings zu hoch angesetzt.

Der Kirchenkreis verantwortet drei Arbeitsfelder: Synodales Jugendreferat mit der Jugendbildungsstätte, Frauenreferat und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wo sehen Sie die in Zukunft?

Sicher werden wir auch in Zukunft noch gut und auskömmlich Kirche sein können.
Was wir aber nicht tun dürfen, ist uns dabei am Status Quo zu orientieren. Es wird nicht mehr funktionieren, aus Angst vor Veränderung in einer Schockstarre zu verharren.

Es braucht frische Blicke, neue Einsichten und Aussichten, um unserer grundsätzlichen Beharrungstendenz entgegen zu treten. Das gilt nicht nur für einzelne Arbeitsfelder des Kirchenkreises, sondern auch für den Kirchenkreis selbst.

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Zur Wahl: Claudia Müller-Bück

Claudia Müller-Bück. Foto: Jurate Jablonskyte

In kurzen Interviews stellen sich die Bewerberinnen und Bewerber für die frei werdenden Positionen im Kreissynodalvorstand vor.

Claudia Müller-Bück, Jahrgang 1975, verheiratet, ein Kind, seit 2009 Pfarrerin in Swisttal mit 75-Prozent-Pfarrstelle, 2017 bis 2021 Religionsunterricht an einem Berufskolleg, seit 2021 mit 25 Prozent Teil des Mobilen Fluthilfeteams für Swisttal, Rheinbach und Meckenheim, seit 2015 Skriba, kandidiert als Superintendentin.

Ist das Amt der Superintendentineine Fortführung Ihrer bisherigen Arbeit oder etwas Neues?

Seit sieben Jahren bin ich als Skriba mit der Arbeit im Kreissynodalvorstand (KSV) vertraut. Zum Beispiel vertrete ich den KSV im Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes Bonn und Region und im Vorstand des Evangelischen Verwaltungsverbandes in Bonn. Ich begleite Gemeinden in besonderen Situationen und habe in Vertretung des Superintendenten auch schon ordiniert oder in einen Dienst eingeführt.

Insofern wäre das Amt der Superintendentin teilweise eine Fortführung meiner bisherigen Tätigkeit; es brächte aber auch sehr viel Neues mit sich, mehr Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten. Darauf freue ich mich.

Wie erklären Sie das Amt Leuten, die gar nicht wissen, was das ist?

Im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel gibt es 13 Kirchengemeinden, dazu Schul-, Krankenhaus- und Gefängnispfarrstellen, zwei Diakonische Werke, eine Jugendbildungsstätte und verschiedene andere Aufgabenbereiche. Jede Gemeinde ist selbstständig und entscheidet im Rahmen der Kirchenordnung über ihre Angelegenheiten, zugleich sind sie miteinander verbunden, ergänzen und unterstützen sich gegenseitig.

Entscheidungen, die alle angehen, trifft die Kreissynode, dazu werden aus allen Bereichen des Kirchenkreises Menschen entsandt. Sie tagt ein bis zweimal im Jahr.

Dazwischen wird der Kirchenkreis vom Kreissynodalvorstand geleitet. Die Superintendentin ist eine Pfarrerin, sie leitet den KSV und die Kreissynode, sie ist Seelsorgerin und Beraterin für Einzelne und Gemeinden und auch Dienstvorgesetzte für die Pfarrer:innen.

Wo wollen Sie hin mit der Kirche von morgen?

Zuversichtlich in die Zukunft – mit unserer gemeinsamen Aufgabe im Blick: Dass möglichst viele Menschen von der Liebe Gottes in Jesus erfahren.

Das geschieht in der Verkündigung, die auch neue Wege findet und im Handeln, da, wo Hilfe und Zuwendung gebraucht wird. Dazu wünsche ich mir noch mehr Vernetzung und Mut, auch Außergewöhnliches auszuprobieren. Wir werden als Evangelische Kirche kleiner, dennoch bleiben wir eine wichtige Stimme und Partnerin in gesellschaftlichen Themen und Herausforderungen.

Was wären Sie für eine Chefin?

Ich arbeite sehr gern in einem Team, in dem jede Person sich mit ihren Gaben und ihrer besonderen Rolle einbringen kann. Dabei ist mir gegenseitige Wertschätzung und Offenheit wichtig. Ziele und Aufgaben werden gemeinsam besprochen und es wird klar miteinander vereinbart, wer für was zuständig ist. Mit haupt- und nebenamtlich Mitarbeitenden meiner Gemeinde haben wir Anfang des Jahres einen „Oasentag“ in Merzbach verbracht, an dem wir Zeit hatten miteinander zu reden, auf das letzte Jahr zu blicken, uns über unsere Werte auszutauschen und Ideen für die Zukunft der Kirchengemeinde zu entwickeln. Das hat uns allen gutgetan.

Sie wären die erste Frau bei uns. Bedeutet das etwas?

Seit 1975 sind die Pfarrerinnen der Evangelischen Kirche im Rheinland ihren männlichen Kollegen rechtlich in allem gleichgestellt. In diesem Jahr wurde ich geboren.

Obwohl es mittlerweile etwas mehr Frauen als Männer im Pfarrberuf gibt, ist der Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungsämtern deutlich niedriger, je höher die Ebene ist.

Ich trage gern dazu bei, das zu ändern.

Wie holen Sie die nächste Generation ins Boot?

Indem ich sie mit ihren Themen ernst nehme, ihnen echte Verantwortung zugestehe und mich von ihren Ideen inspirieren lasse. Die Beteiligung junger Menschen in Leitungsgremien unserer Kirche, wie sie jetzt umgesetzt wird, ist gut. Jugendliche und junge Erwachsene sollen erfahren, dass sie Kirche gestalten können und auch Ältere sich auf Neues einlassen.

In meinem Gemeindepfarramt habe ich einen Schwerpunkt in der Konfirmand:innen- und Jugendarbeit. Teamerinnen und Teamer übernehmen Verantwortung, auch in der Verkündigung. Ich freue mich immer über die Abendandachten auf Konfi-Freizeiten, die vom Team gestaltet werden – und über die theologische Sprachfähigkeit dieser jungen Menschen.

In der Evangelischen Kirche läuft einiges falsch, zum Beispiel …

Ach, ich finde, in der Evangelischen Kirche läuft auch vieles richtig. Ich bin gern evangelisch und Rheinländerin. Es gab Fehler in der Personalplanung, begabte junge Theolog:innen wurden Anfang der 2000er entlassen, heute fehlen sie. Wir sind in manchen Veränderungsprozessen zu zögerlich und die presbyterial-synodale Ordnung, die ich grundsätzlich sehr schätze, verlangsamt auch manche Entscheidungen.

Was mich immer wieder überzeugt, in dieser Kirche weiterzumachen, ist:

Mein Glaube, der die Gemeinschaft braucht und sie in der Evangelischen Kirche findet.
Die Freiheit und Individualität, in der Gemeinden ihr Gemeindeleben gestalten können.
Die vielen Menschen, die gemeinsam Gemeinde und Kirche sind, sich vielfältig ehrenamtlich engagieren und andere unterstützen.
Die Freude, diese sich immer verändernde Kirche Jesu Christi, mitzugestalten.
Und die Überzeugung, dass das meine Berufung ist.

Das erste, was ich mache, wenn ich Superintendentin / Superintendent bin, ist:

Um Kraft und Beistand für dieses Amt beten.
Und: mich auf den Weg machen kreuz und quer durch den Kirchenkreis, Menschen treffen und ins Gespräch kommen.

Bisher arbeiteten die Superintendenten auf der Grundlage eines Modells, wonach Dreiviertel der Arbeitszeit für die Leitung des Kirchenkreises, ein Viertel für Aufgaben in der Heimatgemeinde verwendet werden. Befürworter:innen nennen das „Bodenhaftung“. Wie stehen Sie dazu?

Wenn ich gewählt werde, bliebe ich nach dem Beschluss der Synode weiterhin Pfarrerin in meiner Kirchengemeinde. Auch, wenn es dann eine volle Entlastungspfarrstelle gäbe. Ich hätte also immer noch ein Stück Heimat in Swisttal – und würde diesen Begriff auf den Kirchenkreis ausweiten.

Sicher würde mir manche liebgewonnene Tätigkeit fehlen, dennoch halte ich für die anstehenden Aufgaben die neue Regelung für sinnvoll, sie bedeutet, dass ich mich mit voller Arbeitszeit ganz auf die Leitungsaufgaben im Kirchenkreis konzentrieren könnte.

Der Kirchenkreis verantwortet drei Arbeitsfelder: Synodales Jugendreferat mit der Jugendbildungsstätte, Frauenreferat und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wo sehen Sie die in Zukunft?

Wir sollten diese drei Arbeitsfelder mit den jetzt begonnen Strukturveränderungen und der sinkenden Pfarrstellenzahl zusammendenken und in Teilen verstärken.

Das synodale Jugendreferat und die JuBi Merzbach sind der zentrale Anlaufpunkt für Konfi- und Jugendarbeit. Hier sehe ich großes Potential, zum Beispiel Angebote für die Konfiarbeit auszubauen, die Gemeinden und Pfarrer:innen unterstützen können. Vor Augen habe ich dabei die vom Jugendreferat organisierte Fahrt zum Konficamp in Wittenberg 2017 oder den gemeinsamen Konfitag 2019 in Merzbach.

Die Corona-Epidemie hatte große Auswirkungen für Familien und besonders für Frauen im Blick auf ihre Berufstätigkeit und ihre seelische Gesundheit. Ich weiß, dass Unterstützung und Beratung durch das Frauenreferat stark angefragt sind. In der Erarbeitung und Umsetzung des Konzeptes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt spielt das Frauenreferat eine wichtige Rolle. Darüber hinaus nimmt das Referat auch einen Bildungsauftrag war, das war zum Beispiel 2017 zum Thema „Frauen der Reformation“ sehr deutlich. Vielleicht werden wir das Frauenreferat noch stärker als bisher in andere Arbeitsfelder des Kirchenkreises mit einbeziehen. Das werden wir gemeinsame überlegen und planen.

Professionelle Öffentlichkeitsarbeit nimmt an Bedeutung zu, auch im digitalen Bereich. Sie macht uns als Kirche sichtbar, über Gemeindegrenzen und Kirchenmitgliedschaften hinaus, sie übernimmt in Teilen die Kommunikation des Evangeliums und hat einen wichtigen Anteil daran, wie wir als evangelische Kirche mit Themen des Glaubens, der Seelsorge und der Ethik in der Öffentlichkeit weiterhin präsent sind.

Zur Wahl: Kathrin Müller

Kathrin Müller. Foto: privat.

In kurzen Interviews stellen sich die Bewerberinnen und Bewerber für die frei werdenden Positionen im Kreissynodalvorstand vor.

Kathrin Müller, Jahrgang 1980, verheiratet, ein Kind, seit 2014 Pfarrerin in Wachtberg mit 75 Prozent Dienstumfang, zuvor dort im Probedienst, kandidiert als zweite Stellvertreterin der Skriba.

Ist ein Amt im Kreissynodalvorstand (KSV) eine Fortführung Ihrer bisherigen Arbeit oder etwas Neues?

Ich kandidiere zum ersten Mal für ein Amt im KSV. Der Posten der zweiten Stellvertretung der Skriba ist dabei meines Erachtens ein guter Einstieg.

Wie erklären Sie den KSV Leuten, die gar nicht wissen, was das ist?

Der KSV ist die Leitung des Kirchenkreises. Er sorgt dafür, dass alle Gemeinden des Kirchenkreises im Blick bleiben. Auch wenn die drei theologischen Mitglieder des KSV in der Öffentlichkeit meist stärker wahrgenommen werden, sind die nicht-theologischen Mitglieder gut evangelisch in der Mehrheit.

Wo wollen Sie hin mit der Kirche von morgen?

Die Kirche von morgen wird ganz anders aussehen (müssen), als wir das kennen und liebgewonnen haben. Wir müssen es schaffen, dass die Kirche trotz geringer werdender Ressourcen nahe bei den Menschen bleibt. Wenn Menschen gute Erfahrungen in ihrer Gemeinde und den Mitarbeitenden vor Ort machen, sind sie auch eher bereit, sich zu engagieren bzw. in der Institution Kirche zu bleiben.

Wie holen Sie die nächste Generation ins Boot?

Kirchenmitgliedschaft ist immer weniger selbstverständlich. Wenn Kinder und Jugendliche gute Erfahrungen mit Kirche machen, sei es in Kindergarten, Schule, Jugendtreff … fühlen sie sich der Gemeinde verbunden. Persönliche Beziehungsarbeit vor Ort ist dabei entscheidend.

In der Evangelischen Kirche läuft einiges falsch, zum Beispiel …

Aus Angst vor Bedeutungsverlust verfällt die Evangelische Kirche gerne in Aktionismus. Da werden Papiere verfasst und viel Geld in Leuchtturmprojekte gesteckt, die doch nur wenige Menschen erreichen. Der Anteil der Verwaltung ist viel zu hoch. Das ist ein echter Zeit- und Ressourcenfresser.

Was mich immer wieder überzeugt, in dieser Kirche weiterzumachen, ist:

Dass es bei allem Ärger und Frust über Strukturen, zurückgehende Ressourcen und steigende Kirchenaustrittszahlen immer wieder schöne menschliche Erfahrungen gibt. Ein Taufkind, das mir quer über die Straße ein „Hallo, Frau Müller!“ zuruft. Ein herzliches Dankeschön nach einem intensiv begleiteten Sterbefall. Eine spontane Umarmung nach Monaten der Coronapause des Seniorenkreises.

Das erste, was ich mache, wenn ich im KSV bin, ist:

Die tollen anderen Mitglieder des KSV näher kennenlernen, Zuhören und mir einen Überblick verschaffen, wo mein Engagement gebraucht wird.

Bisher arbeiteten die Superintendenten auf der Grundlage eines Modells, wonach Dreiviertel der Arbeitszeit für die Leitung des Kirchenkreises, ein Viertel für Aufgaben in der Heimatgemeinde verwendet werden. Befürworter:innen nennen das „Bodenhaftung“. Wie stehen Sie dazu?

Ich war lange Zeit eine große Befürworterin dieses Modells. Aber in den letzten Jahren habe ich, auch im Gespräch mit Kolleg*innen anderer Kirchenkreises gesehen, dass dieses Modell heute so nicht mehr zu halten ist. Was sind 25 Prozent, wo doch die 100 Prozent nicht geklärt sind – ein Problem, das es so auch im Gemeindepfarramt gibt. Nicht so „richtig“ in einer Gemeinde zu sein, kann für beide Seiten frustrierend sein. Und ich habe sehr großes Vertrauen, dass ein*e 100-Prozent-Superintent*in auf dem Boden bleibt. Da sind wir als Kolleg*innen und Gemeinden mit in der Verantwortung.

Der Kirchenkreis verantwortet drei Arbeitsfelder: Synodales Jugendreferat mit der Jugendbildungsstätte, Frauenreferat und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wo sehen Sie die in Zukunft?

Die Jugendbildungsstätte in Merzbach ist ein großer Schatz, den wir uns auf jeden Fall so lange wie möglich erhalten sollten. Wie oft erzählen mir Taufeltern mit strahlenden Augen von den Konfifreizeiten dort. Und diese traumhafte Kapelle ist ein Lieblingsort von mir. Beim Frauen- und Pressereferat bin ich skeptisch, ob wir die zukünftig in dieser Form halten können. Da kann ich mir gut Kooperationen mit dem Kirchenkreis Bonn vorstellen – womöglich als erste Schritte auf dem Weg zu einer Fusion der Kirchenkreise.

Zur Wahl: Gregor Weichsel

Gregor Weichsel. Foto: privat.

In kurzen Interviews stellen sich die Bewerberinnen und Bewerber für die frei werdenden Positionen im Kreissynodalvorstand vor.

Gregor Weichsel, Jahrgang 1976, verheiratet, drei Kinder, seit 2011 Pfarrer in Euskirchen, kandidiert als zweiter Stellvertreter der Skriba.

Ist ein Amt im Kreissynodalvorstand (KSV) eine Fortführung Ihrer bisherigen Arbeit oder etwas Neues?

Struktur- und Zukunftsfragen gehören auch zur Arbeit in der Gemeinde, aber im Kern bin ich dort Seelsorger und Prediger. Im KSV erwarte ich deutlich mehr Aufgaben aus jenen Feldern, also: schon etwas Neues.

Wie erklären Sie den KSV Leuten, die gar nicht wissen, was das ist?

Meinen Kindern (10, 13 und 15 Jahre alt) habe ich gesagt: „Das ist sowas wie das Presbyterium für die Gemeinschaft von 13 Kirchengemeinden. Und die sind verantwortlich für gemeinsame Aufgaben der Kirche wie die Jugendbildungsstätte, Öffentlichkeitsarbeit, Frauenreferat, Pfarrstellen in Berufsschulen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Notfallseelsorge und so weiter.“ Für Menschen, die auch nicht wissen, was ein Presbyterium ist, käme an diese Stelle „das Gremium, das die Verantwortung hat, für …“

Wo wollen Sie hin mit der Kirche von morgen?

Zu den Menschen.

Wie holen Sie die nächste Generation ins Boot?

Ich versuche, digitale Formen der Kommunikation ernst zu nehmen und zu erlernen, dort mitzulesen und zuzuhören, ohne mich anzubiedern. Ich bin überzeugt: die nächste Generation bleibt an Bord oder kommt an Bord, wenn sie nicht 30 Jahre warten muss, ehe sie über den Kurs mitentscheiden darf.

In der Evangelischen Kirche läuft einiges falsch, zum Beispiel …

… ein Bauantrag, der von der Landeskirche dreimal zurückgeschickt wird mit einer ganzen DIN A4-Seite Checkliste. Alle Punkte sind aber erfüllt. Im Beschluss des Presbyteriums ist festgelegt, aus welchem Budget und mit welchem Kostenrahmen gebaut werden soll usw… Aber es fehlt der Satz innerhalb des Beschlusstextes „Die Durchführung der Baumaßnahme wird beschlossen.“ – Dass ein Baukirchmeister mit Erfahrung im öffentlichen Dienst, eine Gemeindesekretärin, ein Pfarrer und damals Frau Barnikol hierüber verzweifeln und erst nach zwei Wochen Daueranrufen im Landeskirchenamt die verantwortliche Person ans Telefon bekommen – da läuft etwas falsch, denn eine Mail mit dem, was fehlt, hätte schnell zum Ziel geführt.

Was mich immer wieder überzeugt, in dieser Kirche weiterzumachen, ist:

… wenn ich in der Gemeinschaft im Gebet spüre, dass nicht wir, sondern Gott selbst die Kirche trägt und führt: mit den Konfis bei der Feier des Abendmahls in der Kapelle in Merzbach genauso wie in Taizé, beim Abschlussgottesdienst eines Kirchentages genauso wie bei der Musik zum Eingang des Gottesdienstes zur Eröffnung unserer letzten Herbstsynode durch die Jugendband 7Heaven mit Schlagzeug, Orgel und viel Gefühl.

Das erste, was ich mache, wenn ich im KSV bin, ist:

… die nicht unbekannten Gesichter freundlich anschauen und das Meine dazu tun, dass auch das neue Gremium schnell in eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit findet, in der es auch sachlich kontrovers zugehen kann und vielleicht manchmal auch muss, um die beste Lösung zu finden.

Bisher arbeiteten die Superintendenten auf der Grundlage eines Modells, wonach Dreiviertel der Arbeitszeit für die Leitung des Kirchenkreises, ein Viertel für Aufgaben in der Heimatgemeinde verwendet werden. Befürworter:innen nennen das „Bodenhaftung“. Wie stehen Sie dazu?

Ich selbst habe 2014/15 ähnlich argumentiert und damals für das bislang gültige Modell gestimmt. Die Mehrheit der Kirchenkreise entscheidet sich nun für Modelle, in denen kein Stellenanteil in der Gemeinde verbleibt. Auch der scheidende Superintendent hat sich klar geäußert und begründet, warum er es für sinnvoll erachtet, sich ganz dem Amt der Superintendentin, des Superintendenten zu widmen. Das waren die ausschlaggebenden Gründe für mich, meine Meinung zu ändern.
Ich kenne beide Personen, die nun zur Wahl stehen, gut genug, um mir sicher zu sein, dass sie bodenständig bleiben und die Realität des Gemeindelebens nicht nur nicht vergessen, sondern dass sie Wege finden werden, Gemeindeleben, aber auch die Situationen in den Funktionspfarrstellen mitzuerleben, wahrzunehmen und angemessen zu teilen.

Der Kirchenkreis verantwortet drei Arbeitsfelder: Synodales Jugendreferat mit der Jugendbildungsstätte, Frauenreferat und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wo sehen Sie die in Zukunft?

Ich habe in der Synode deutlich Stimmen gehört, die eine Aufgabenkritik und damit implizit die Reduktion dieser Stellen fordern. Bei einer Aufgabenkritik stehen alle Bereiche auf dem Prüfstand. Aus meiner jetzigen Sicht leistet jeder dieser Bereiche hervorragende Arbeit: die Jugendbildungsstätte wurde vor nicht langer Zeit ertüchtigt und ohne Jugendreferat ist Merzbach und die Jugendarbeit im Kreis schwer vorstellbar. Ebenso beim Frauenreferat: Wenn ich daran denke, wie hoch die Nachfrage alleine in Euskirchen für die Kurse für Wiedereinsteigerinnen in den Beruf war, wenn ich an das Reformatorinnenprojekt denke, dann wird deutlich, dass das Arbeitsfeld gesellschaftlich von Bedeutung ist und kreativ und profiliert mit einem evangelischen Profil gefüllt wird. Und nicht erst unter den Herausforderungen der Pandemie hat sich gezeigt, dass neben den klassischen Formen digitale Öffentlichkeitsarbeit große Chancen bietet und den Gemeinden Unterstützung gut tut – schon dieser Fragebogen mit kreativen und pointierten Fragen beweist die Qualität der Arbeit, die hier geleistet wird.

Würde ich als Teil des KSV vor die Aufgabe gestellt, diese ohnehin knapp bemessenen Stellen zu kürzen, dann wären für mich zwei Grundsätze gesetzt: Erstens müsste geklärt werden, wie die wichtigen Aufgaben dann in Zukunft erfüllt werden, etwa in Kooperationen mit dem Bonner Kirchenkreis. Zweitens sehe ich uns den Stelleninhaber:innen gegenüber in der Verantwortung, für sie gangbare Wege zu finden.

Drei Fragen an …

War bislang stellvertrtende Synodaläteste: Gerlinde Habenicht. Foto: privat

…  Gerlinde Habenicht und Hendrik Reinfeld. Die beiden sind die neuen Synodalältesten im Kreissynodalvorstand und werden am Samstag, 12. Dezember 2020, eingeführt. bgv.ekir.de fragt Sie nach ihren Motiven, im Leitungsgremium mitzuwirken.

Vom Besuchsdienst bis zum großen Reformationsjubiläum 2017: Sie haben in den letzten 25 Jahren schon fast alles bei Kirche gemacht. Woher kommt die Energie dafür?

Gerlinde Habenicht: Mein Glaube und mein Vertrauen auf Jesus tragen mich und spenden Kraft und Energie. Zudem habe ich das große Glück, mit einer wunderbaren Familie gesegnet zu sein und eine Beschäftigung gefunden zu haben, die mir viel Spaß macht und die mir kreativen Freiraum bietet. Dieser Rückhalt ist unerschöpflich.

Beruflich sind Sie als Gesprächstherapeutin unterwegs. Wie sieht es eigentlich mit der Gesprächskultur bei uns aus?

Diese Gesprächskultur in kirchlichen Gremien ist auch ein wesentlicher Treiber meines Engagements. Bei Menschen, die den Rückhalt der Kirche und des Glaubens pflegen, finde ich eine Augenhöhe, die ein entspanntes Miteinander und einen achtbaren Umgang praktizieren. Auch in kontroversen Auseinandersetzungen, die durchaus vorkommen, erlebe ich ein aktives Zuhören und eine würdige Akzeptanz der Argumente.

Was reizt Sie, weiter in der Leitung des Kirchenkreises mitzuwirken?

Viele Jahre habe ich den Kirchenkreis aus der Perspektive einer Presbyterin beobachten können. Inzwischen traue ich mir zu, Strukturen des Kirchenkreises zu kennen und ihn unterstützend mitgestalten zu können.
Es treffen hier unterschiedliche Menschen aufeinander, die ein gemeinsames Fundament haben und für es eintreten. Den Glauben zu schützen und den Geist bei allen kirchlichen Entscheidungen zu bewahren, ist eine lebenslange Aufgabe, die ich gerne annehme.

Gerlinde Habenicht (65) arbeitet als Sport- und Gesprächstherapeutin. Seit über 25 Jahren hat sie sich in Wachtberg für ihre Gemeinde und darüber hinaus engagiert, als Presbyterin, Kreissynodale und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Reformationsjubiläum.

Neu in den KSV gewählt: Hendrik Reinfeld. Foto: Kirchengemeinde

“ … hoffe, dass es reizvoll wird“

Herr Reinfeld, wenn man Sie googelt, stößt man schnell auf Ihren Vorschlag, den Zülpicher Karnevalsumzug klimaneutral zu machen. Welche Rolle spielt das Thema für Sie?

Hendrik Reinfeld: Das war eine Idee von meiner Frau und mir, wo wir eigentlich drei Dinge zusammengebracht haben: Belebung des Zülpicher Karnevalumzugs, Klimaschutz und demokratische Beteiligung – als Einwohnerantrag an den Stadtrat. Wir hatten dabei überhaupt nicht auf Öffentlichkeit abgezielt, in Presse, Rundfunk oder irgendwo.

Und bei Kirche, gibt es da auch Handlungsbedarf?

Ohne Handlungsbedarf wären unsere Presbyterien und Synoden eigentlich arbeitslos. Wenn man in die Gemeinden fragt, hört man bestimmt von sehr vielen Ideen und Wünschen. Dazu kommen noch Fragen zwischen den Gemeinden, ein Beispiel hierfür ist die künftige Verteilung der Pfarrstellen bei gleichzeitiger Reduzierung der Stellenzahl.

Was reizt Sie, in der Leitung des Kirchenkreises mitzuwirken?

Das hoffe ich, dass es reizvoll wird. Gemäß meinen bisherigen Erfahrungen wird in den Gremien, Vertretungen, Synoden etc. anspruchsvolle Arbeit geleistet, und ich glaube, für die Kreissynode dazu beitragen zu können.

Hendrik Reinfeld (51) ist Mathematiker. Der Zülpicher arbeitet bei einem Kölner Telekommunikationsanbieter. Sein Herz gehört der Musik: Saxophon und Chor zählen zu seinen Leidenschaften.

 

Advents-Andacht im Livestream

In einer Advents-Andacht am 12. Dezember werden sieben Mitglieder im Vorstand des Kirchenkreises Bad Godesberg – Voreifel eingeführt beziehungsweise wiederverpflichtet: Pfarrer Mathias Mölleken wurde als Superintendent, Pfarrerin Claudia Müller-Bück als Skriba wiedergewählt. Gerlinde Habenicht, bislang stellvertretendes Mitglied, und Hendrik Reinfeld werden als Synodalälteste, Magdalena Winchenbach-Georgi, Karl-Heinz Carle und Dr. Manfred Brede als stellvertretende Synodalälteste eingeführt.

Alle waren auf der Kreissynode am 7. November als Mitglieder des Kreissynodalvorstandes (wieder)gewählt worden. Gleichzeitig werden die bisherigen Synodalältesten Juliane Kalinna und Dr. Klaus Graf sowie Stellvertreterin Ortrun Althof entpflichtet.

Livestream aus Meckenheim

Der Gottesdienst zur Einführung und Wiederverpflichtung beginnt am Samstag, 12. Dezember 2020, um 17 Uhr, in der Friedenskirche Meckenheim. Weil daran nur wenige teilnehmen können, wird die Andacht live gestreamt unter https://youtu.be/ve1iURsV510.

Der Kreissynodalvorstand (KSV) ist außerhalb der Synodentagungen das wichtigste Entscheidungsgremium im Kirchenkreis. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt acht Jahre, alle vier Jahre wählt die Kreissynode die Hälfte der Mitglieder neu. Der KSV hat die Aufsichtsfunktion gegenüber den Gemeinden und tagt monatlich. Die Leitung hat der Superintendent. Ihm zur Seite stehen Assessor und Skriba (Protokoll). Ferner gehören dem Gremium vier Synodalälteste an, Frauen und Männer aus den Presbyterien des Kirchenkreises. Sie haben jeweils eine:n gewählte:n Stellvertreter:in.

Magdalena Winchenbach-Georgi wird neues Vorstandsmitglied

Erfahren und engagiert: Magdalena Winchenbach-Georgi (Foto: privat)

Gottesdienst am 25. August: Mit Magdalena Winchenbach-Georgi rückt eine erfahrene Kirchenfrau in das Leitungsgremium des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel auf. Am 25. August wird sie offiziell in ihr Amt als stellvertretende Synodalälteste eingeführt. Für die Lehrerin aus Bad Godesberg kein neues Terrain, denn ab 2005 war sie bereits acht Jahre lang Mitglied im Kreissynodalverstand. Außerdem engagierte sie sich als Landessynodale.

Winchenbach-Georgi folgt auf Wolfgang Budinger (Kirchengemeinde Wachtberg), der sein Amt aus beruflichen Gründen niedergelegt hatte. Die Kreissynode im Mai hatte sie gewählt. Ihre Amtszeit währt bis Herbst 2020. Dann folgen turnusmäßige Neuwahlen.

Magdalena Winchenbach-Georgi (65) ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Sie unterrichtet Deutsch, Französisch und Politik an der Carl-Schurz-Realschule in Bad Godesberg. Außerdem hat sie evangelische Theologie studiert, unterrichtet das Fach Religion jedoch mangels evangelischer Schüler und Schülerinnen nicht mehr. In der Thomas-Kirchengemeinde singt sie im Chor und engagiert sich als Lektorin. Im Bereich Bad Godesberg koordiniert sie den Weltgebetstag der Frauen. Seit Mai ist sie außerdem neue Vorsitzende des Fachausschusses für Frauen.

Der Gottesdienst zur Einführung mit Superintendent Mathias Mölleken beginnt am Sonntag, 25. August 2019, um 10 Uhr, Gemeindezentrum Christuskirche in Meckenheim, Dechant-Kreiten-Straße 35.

Der Kreissynodalvorstand (KSV) ist außerhalb der Synodentagungen das wichtigste Entscheidungsgremium im Kirchenkreis. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt acht Jahre, alle vier Jahre wählt die Kreissynode die Hälfte der Mitglieder neu. Der KSV hat die Aufsichtsfunktion gegenüber den Gemeinden und tagt monatlich. Die Leitung hat der Superintendent. Ihm zur Seite stehen Assessor und Skriba (Protokoll). Ferner gehören dem Gremium vier Synodalälteste an, Frauen und Männer aus den Presbyterien des Kirchenkreises. Sie haben jeweils eine/n gewählten Stellvertreter/in.

Neue Vorstandsmitglieder werden eingeführt

Foto: Uta Garbisch

Zwei neue Mitglieder werden im Gottesdienst am 17. Dezember im Vorstand des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg – Voreifel eingeführt. Gerlinde Habenicht und Jens Schulz waren auf der letzten Kreissynode am 11. November als stellvertretende Mitglieder des Kreissynodalvorstandes (KSV) gewählt worden. Ihre Amtszeit läuft bis zum Jahr 2024.

Gerlinde Habenicht möchte im KSV Verantwortung übernehmen und Kirche als sichtbar gewordenes Christentum unterstützen. Als größte Herausforderung der Kirche heute betrachtet die Wachtberger Presbyterin und Diakonie-Kirchmeisterin die Themen Glaubwürdigkeit und Nachfolge. Christinnen und Christen sollten sagen, was sie glauben, dabei authentisch sein und trotzdem die Gottesleere in der Welt aushalten. Habenicht (62) ist selbstständige Sport- und Gesprächstherapeutin. Sie treibt selbst mit Vergnügen Sport, kennt nahezu alle Opernhäuser und beschäftigt sich gerne mit dem Gehirn, dem Denken und dem Lernen.

Jens Schulz sieht die besondere Rolle des Kirchenkreises in der Förderung der Gemeinschaft der Gemeinden und Sicherstellung von Qualität und Erfahrungsaustausch in den verschiedenen Arbeitsbereichen. Er möchte gerne daran mitwirken, in wechselseitiger und partnerschaftlicher Ergänzung der Gemeinden dem Auftrag der Kirche nachzukommen und eine Beteiligungskultur entwickeln, die es vielen Menschen ermöglicht, Gemeinde mitzugestalten. Der gelernte Jurist ist Geschäftsleiter des nordrhein-westfälischen Justizministeriums. Privat interessiert sich Schulz (51) für Geschichte, Politik, Musik und Motorsport, insbesondere der amerikanischen Indycar-Serie.

Der Gottesdienst zur Einführung beginnt am Sonntag, 17. Dezember 2017, um 10 Uhr, in der Evangelischen Kirche Euskirchen, Kölner Straße 41.

Der Kreissynodalvorstand (KSV) ist außerhalb der Synodentagungen das wichtigste Entscheidungsgremium im Kirchenkreis. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt acht Jahre, alle vier Jahre wählt die Kreissynode die Hälfte der Mitglieder neu. Der KSV hat die Aufsichtsfunktion gegenüber den Gemeinden und tagt monatlich. Die Leitung hat der Superintendent. Ihm zur Seite stehen Assessor und Skriba (Protokoll). Ferner gehören dem Gremium vier Synodalälteste an, Frauen und Männer aus den Presbyterien des Kirchenkreises. Sie haben jeweils eine/n gewählten Stellvertreter/in.

„Fürchtet Euch nicht!“

An ihren Pflichten erinnert: Norbert Waschk, Edgar Hoffmann, Andrea Hewig und Ulrich Zubusch (v.l.n.r.) sowie Superintendent Mathias Mölleken und Skriba Claudia Möller-Bück in der Meckenheimer Friedenskirche. Foto: Uta Garbisch

Vorstandsmitglieder wurden wiederverpflichtet:

Die große Vielfalt der sich stets erneuernden Kirche, das spiegeln für Superintendent Mathias Mölleken auch die 13 Gemeinden des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. Sie unterstützen sich gegenseitig, sind füreinander da und brauchen einander. Gleiches gilt für die Mitglieder im Kreissynodalvorstand, die Mölleken am Freitagabend im Gottesdienst in Meckenheim wiederverpflichtete. Insgesamt fünf waren auf der Kreissynode am 5. November 2016 einstimmig gewählt worden.

Der Bad Godesberger Pfarrer Norbert Waschk übernimmt nun für weitere acht Jahre die Stellvertretung des Superintendenten. Die Pfarrer Ulrich Zumbusch aus Zülpich und Edgar Hoffmann aus Euskirchen bleiben für die gleiche Zeit erster und zweiter Stellvertreter der Skriba, Pfarrerin Claudia Müller-Bück aus Swisttal. Wie bisher gehört Andrea Hewig (Weilerswist) dem Kreissynodalvorstand als Synodalälteste an. Frank Bartholomeyczik (Meckenheim), bislang stellvertretender Ältester, war verhindert. Seine Einführung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Gleichzeitig entpflichtete Mölleken Markus Lochte (Bad Godesberg) als stellvertretenden Synodalältesten.

Markus Lorche schied aus dem Kreissynodalvorstand aus. Superintendent Mathias Mölleken dankte für sein vielfältiges Engagement, unter anderem als Vorsitzender des Finanzausschusses, Landessynodaler und im Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes Bonn und Region.

In seiner Predigt in der Friedenskirche bekannte Superintendent Mölleken, dass er nach dem furchtbaren Anschlag in Berlin zunächst eine Art Sperre gegenüber dem Weihnachtsfest empfunden habe. Was sollte er seiner Gemeinde sagen, wenn Terror, Gewalt und Angst die Welt erschüttern und die Gesellschaft spalten. Da druckte die Berliner Morgenpost auf der Titelseite zusammen mit einem Bild vom Brandenburger Tor den Satz „Fürchtet Euch nicht!“ aus dem Lukasevangelium. Die alte Botschaft an die verängstigten Hirten der Weihnachtsgeschichte habe „Potential zum Dennoch“. Gerade jetzt sei der Zusammenhang der Menschen wichtig. „Und Gott wird wirksam auch in einer dunklen Welt“, so Mölleken.

Der Kreissynodalvorstandes (KSV) ist außerhalb der Synodentagungen das wichtigste Entscheidungsgremium im Kirchenkreis. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt acht Jahre, alle vier Jahre wählt die Kreissynode die Hälfte der Mitglieder neu. Der KSV hat die Aufsichtsfunktion gegenüber den Gemeinden und tagt monatlich. Die Leitung hat der Superintendent. Ihm zur Seite stehen Assessor und Skriba (Protokoll). Ferner gehören dem Gremium vier Synodalälteste an, Frauen und Männer aus den Presbyterien des Kirchenkreises. Sie haben jeweils eine/n gewählten Stellvertreter/in.

Vorstandsmitglieder werden eingeführt und wiederverpflichtet

Leiten mit großem Rückhalt den Kirchenkreis weiter: Edgar Hoffmann, Norbert Waschk, Andrea Hewig, Ulrich Zumbusch und Frank Bartholomeyczik (v.l.n.r.). Foto: Uta Garbisch

Gottesdienst in Meckenheim

Im Gottesdienst am Freitag, 6. Januar, werden fünf Mitglieder im Vorstand des Kirchenkreises Bad Godesberg – Voreifel eingeführt beziehungsweise wiederverpflichtet. Alle waren auf der Kreissynode am 5. November 2016 einstimmig als Mitglieder des Kreissynodalvorstandes (wieder)gewählt worden.

Der Bad Godesberger Pfarrer Norbert Waschk übernimmt für weitere acht Jahre die Stellvertretung des Superintendenten. Die Pfarrer Ulrich Zumbusch aus Zülpich und Edgar Hoffmann aus Euskirchen bleiben für die gleiche Zeit erster und zweiter Stellvertreter der Skriba. Wie bisher gehört Andrea Hewig (Weilerswist) dem Kreissynodalvorstand als Synodalälteste an. Frank Bartholomeyczik (Meckenheim), bislang stellvertretendes Mitglied, wurde ebenfalls um Ältesten gewählt. Gleichzeitig wird Markus Lochte (Bad Godesberg) als stellvertretender Synodalältester entpflichtet.

Der Gottesdienst zur Einführung und Wiederverpflichtung beginnt am Freitag, 6. Januar 2017, um 18 Uhr, in der Friedenskirche Meckenheim, Kurt-Schumacher-Straße 22.

Der Kreissynodalvorstandes (KSV) ist außerhalb der Synodentagungen das wichtigste Entscheidungsgremium im Kirchenkreis. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt acht Jahre, alle vier Jahre wählt die Kreissynode die Hälfte der Mitglieder neu. Der KSV hat die Aufsichtsfunktion gegenüber den Gemeinden und tagt monatlich. Die Leitung hat der Superintendent. Ihm zur Seite stehen Assessor und Skriba (Protokoll). Ferner gehören dem Gremium vier Synodalälteste an, Frauen und Männer aus den Presbyterien des Kirchenkreises. Sie haben jeweils eine/n gewählten Stellvertreter/in.