Vielfalt und Gemeinschaft stärken

Im Gottesdienst eingeführt: Claudia Müller-Bück. Foto: Uta Garbisch

Das Staffelholz ist übergeben: In einem festlichen Gottesdienst übernahm Claudia Müller-Bück das Amt der Superintendentin von ihrem Vorgänger Mathias Mölleken. Der rheinische Präses Thorsten Latzel führte die Theologin Christi Himmelfahrt in ihr Amt ein, nachdem er Mölleken entpflichtet hatte.

In ihrer Predigt über das Petrusbekenntnis erinnerte Claudia Müller-Bück daran, dass alle Christinnen und Christen befähigt sind, „die Worte ewigen Lebens in die Welt weiterzugeben auf unsere je eigene Weise“. Dies geschehe in Schule, Krankenhaus, Notfallseelsorge, in Gemeinden, Gesprächen oder digitalen Kontexten. Die Kirche sei mitten in Veränderungen, viele wendeten sich ab. „Wir müssen neue Wege finden, Menschen zu erreichen.“ Als Superintendentin ist es ihr wichtig, die Vielfalt und die Gemeinschaft zu stärken. Dazu gehöre auch auszuhalten, dass andere die Botschaft anders unter die Leute bringen als sie. „Denn wir brauche einander: Für das Leben – gegen den Tod.“

Claudia Müller-Bück mit „ihrem“ Staffelstab, Präses Thorsten Latzel (links, im geliehenen Talar), Mathias Mölleken und Gregor Weichsel. Foto: Uta Garbisch

Präses Thorsten Latzel hatte zwar seinen Talar vergessen, dafür aber ein Staffelholz mitgebracht. Der Wechsel im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel geschehe quasi „in vollem Lauf“, da Müller-Bück bereits Skriba sei. Latzel erinnerte daran, dass er unter anderem im Kontext der Flutkatastrophe mehrfach in Swisttal war. Die Seelsorgerin könne nun ihre besondere Arbeit in neuer Form fortsetzen.

Als erste Amtshandlung übernahm Claudia Müller-Bück die Einführung von Pfarrer Gregor Weichsel aus Euskirchen. Er ist nun als Skriba zweiter Stellvertreter der Superintendentin. Entpflichtet wurde der Euskirchener Pfarrer Edgar Hoffmann als zweiter stellvertretender Skriba.

Gregor Weichsel ist der neue Skriba. Foto: Uta Garbisch

Claudia Müller-Bück (47) ist die erste Frau an der Spitze des Kirchenkreises und steht für einen Generationenwechsel im Kreissynodalvorstand. Die Theologin seit 2015 Skriba und gehört dem Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes Bonn und Region an. Seit 13 Jahren arbeitet sie als Pfarrerin in Swisttal.

Nach dem Gottesdienst, der trotz seiner kurzfristigen Verlegung sehr gut besucht war, fand auf dem Gelände vor der Maria-Magdalena-Kirche ein Empfang statt. In einem kurzen Grußwort dankte Mathias Mölleken sich für die Solidarität und das Miteinander im Kirchenkreis. Seiner Nachfolgerin wünschte er „die Unterstützung und Wertschätzung, die ich erlebt habe“.

Weitere Grußworte kamen von Leo Wolter, stellvertretener Landrat in Euskirchen, und in schriftlicher Form von der Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. An Sieg und Rhein – Superintendentin Almut van Niekerk und der Bonner Assessor Uwe Grieser sprachen im Namen der Nachbarkirchenkreise. Glückwünsche und Dank überbrachten außerdem Pfarrer Ulrich Zumbusch (Zülpich) im Namen der der dortigen „Oberland“-Gemeinden, Andrea Effelsberg vom Swisttaler Presbyterium, der Bonner Diakonie-Chef Ulrich Hamacher, Elisabeth Bockhorst vom Förderverein der Maria-Magdalena-Kirche und Gerlinde Habenicht im Namen des Kreissynodalvorstandes.