Seelsorge angeteasert

Seelsorge ist da: von der Wiege bis zur Bahre. Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) begleitet Menschen in allen Lebenslagen. Video-Teaser anlässlich der Landessynode 2022:

Auf der Internetseite www.seelsorgeistda.de gibt es vielseitige Informationen zum Thema Seelsorge: In acht Videoclips und -filmen werden Seelsorge-Angebote der Evangelischen Kirche im Rheinland vorgestellt. Darüber hinaus gibt es Bildmotive zum Download, die als Plakate, Postkarten oder als Sharepics in Social Media genutzt werden können. Alle Informationen zu den Seelsorge-Angeboten der Kirche – von der Altenheimseelsorge bis zur Urlaubsseelsorge – sind ebenfalls auf dieser Seite aufgeführt.

www.seelsorgeistda.de

Mehr zur Landessynode: landessynode.ekir.de

Presbyterinnenkonvent 2020

Erstatteten Bericht: Mathias Mölleken, Siegfried Eckert und Frank Bartholomeyczik. Foto: Uta Garbisch

Diakonie, Finanzen, persönliche Eindrücke: Traditionell berichten die Abgeordneten dem Konvent der Presbyterinnen und Presbyter über die diesjährige Landessynode in Bad Neuenahr. Superintendent Mathias Mölleken, Frank Bartholomeyczik und Pfarrer Siegfried Eckert waren dazu in die Meckenheimer Christuskirche gekommen. Mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden waren am Montagabend der Einladung gefolgt.

Die Forderung nach einer Kindergrundsicherung, der Einsatz für Seenotrettung und ein deutliches Eintreten gegen Antisemitismus bewertete Superintendent Mathias Mölleken als positive Ergebnisse der Synode. Das Thema Diakonie sei sehr eindrucksvoll in den in Neuenahr eingestreuten Wortmeldungen präsent gewesen. Und mehr junge Delegierte hätten auch neue Impulse gesetzt.

Weniger erfreulich sei das Thema Einführung der neuen Finanzsoftware gewesen, die erhebliche Mehrkosten verursacht. Zwar bat Präses Manfred Rekowski um Entschuldigung, doch vermisste Mölleken hier Transparenz. Eine Eigenschaft, die sich die Kirchenleitung anders ihre Vorgänger auf die Fahnen geschrieben hatte.

Krisenbewältigung?

„Das waren für mich zwei Déjà-vu-Erlebnisse“, kritisierte auch Siegfried Eckert mit Blick auf die Einführung von NKF und den BBZ-Finanzskandal. Als „kaum diskursiv und kritisch“ beschrieb er die diesjährige Synode. So könne man Krisen nicht bewältigen. Im Bereich Ökumene seien allerdings konzeptionell revolutionäre Beschlüsse gefasst worden. Sein Anliegen bezüglich überwies die Synode zur weiteren Bearbeitung unter breiter Beteiligung der Ständigen Synodalausschüsse unter Federführung des ständigen Ausschusses für öffentliche Verantwortung. Der Vorschlag 2021, eine Klimasynode durchzuführen und einen entsprechenden Fonds einzurichten, fand keine Mehrheit. Der Antrag der hiesigen Kreissynode, eine langfristig gesicherte Alternative zur Fachstelle für das Büchereiwesen zu erarbeiten, wurde vertagt.

Mehr Zeit für Konsolidierung

Traf sich in der Meckenheimer Christuskirche: der Konvent der Presbyterinnen und Presbyter. Foto: Uta Garbisch

Frank Bartholomeyczik, der auch Vorsitzender des kreiskirchlichen Finanzausschusses ist, erläuterte die Finanzen. Denn die Landessynode hat eine neue Umlageregelung für das Kirchensteueraufkommen beschlossen. Ab dem Jahr 2021 wird eine neue Umlage in Höhe von 21 Prozent des Aufkommens eingeführt. Die neue Umlage fasst drei bisherige zusammen: die prozentuale Umlage für die Aufgaben auf landeskirchlicher Ebene (bisher 10,1 Prozent), die bedarfsbedeckte Umlage für Gesamtkirchliche gesetzliche Aufgaben (innerrheinische Aufgaben sowie EKD-weit finanzierte Aufgaben) und die ebenfalls bedarfsgedeckte Pfarrbesoldungsumlage.

Die Einführung einer rein prozentualen Umlage soll dazu beitragen, den finanziellen Gestaltungsspielraum der Kirchengemeinden zu sichern. Zudem wird die Versorgungsicherungsumlage von 25 auf 18 Prozent abgesenkt. Unterm Strich bleibt so mehr Geld in den Gemeinden. „Das gibt uns mehr Zeit für unseren Konsolidierungsprozess“, betonte Bartholomeyczik. Details wird er für jede einzelne Gemeinde im März im Finanzausschuss vorstellen. Dies ist auch für Mölleken eine erfreuliche Entwicklung, „die aber auch nicht missverstanden werden darf“. Denn der finanzielle Zuwachs werde in spätestens zehn Jahren durch den Kaufkraftverlust und Personalkostensteigerungen eingeholt, so Bartholomeyczik.

Presbyteriumswahl 2020

Ganz aktuell berichtete Mathias Mölleken, dass nach dem überraschenden Rückzug eines Kandidaten nunmehr noch in sieben der 13 Kirchengemeinden am 1. März gewählt wird. Prozentual sind das 54 Prozent, was zwar immer noch über dem landeskirchlichen Durchschnitt von 40 liegt. Dennoch ist sich der Superintendent für die Zukunft sicher: „Das ist bald so nicht mehr durchführbar.“

Informationen, Videos, Fotos von der Landessynode 2020: www.ekir.de/landessynode

„Haushaltsbuch 2020“ erläutert Haushalt der Landeskirche: http://ekir.de/url/tyx

Zurück zu den Wurzeln

Eröffnungsgottesdienst der Landessynode in der Bad Godesberger Johanneskirche. Am Samstag trifft sich hier die Kreissynode. Foto: Uta Garbisch

Genau 45 Jahre nach der letzten rheinischen Landessynode in Bonn-Bad Godesberg ist das Parlament der Evangelischen Kirche im Rheinland am Samstag an diesen Tagungsort zurückgekehrt – wenn auch nur für einen Tag. Dreizehn Jahre lang, von 1962 bis 1974, war das oberste Organ in Bad Godesberg zu Gast, bevor es ab 1975 in Bad Neuenahr tagte.

Gottesdienst im Pennenfeld-Dom

Nun fand der Eröffnungsgottesdienst erneut in der Johanneskirche in Bad Godesberg statt. Die Abgeordneten trafen sich anschließend im Amos-Comenius-Gymnasium. Hans-Georg Kercher, Gemeindeglied und dann als Presbyter der gastgebenden Johannes-Kirchengemeinde erinnert sich an die frühen Jahre. „Die Johanneskirche ist während der Planung und vor der Grundsteinlegung 1961 (eingeweiht 1962) auf Wunsch der Kirchenleitung der ein „Stockwerk“ beziehungsweise eine Fensterreihe höher gebaut worden, als ursprünglich geplant. Daher bekam Sie später den Spitznamen ‚Pennenfeld-Dom‘.“ Pennenfeld heißt der Ortsteil um die Johanneskirche in der Zanderstraße.

Gepredigt wird heute „von unten“

Der Grund: Die Kirche sollte für die Eröffnungsgottesdienste der Landessynode groß und auch deshalb so hoch sein, damit die Kanzel ziemlich hoch oben an die ansonsten kahle, linke vordere Wand  gesetzt werden konnte. „Diese erhöhte Kanzel wird aber schon lange nicht mehr benutzt, sondern wir haben schon vor etwa 25 Jahren eine untere Predigtstätte bauen lassen, von der gepredigt wird.“ Die obere Kanzel an der Wand wird nur noch selten genutzt, etwa wenn beim weihnachtlichen Krippenspiel die Engel auftreten. Gepredigt wird nur noch von unten.

Da die Landessynode nach dem Gottesdienst in der Aula des Amos-Comenius-Gymnasiums stattfand (und in der Stadthalle) sei auch die Aula mit Echtholz-Verkleidung aus

Präses Manfred Rekowski auf dem Weg ins Amos: Eine gute Adresse. Foto: Uta Garbisch

gestattet und aufwändiger gebaut worden, als ursprünglich geplant.

Wiederholungstat denkbar

Präses Manfred schließt eine Wiederholung nicht aus: „Ich kann uneingeschränkt sagen, Bad Godesberg ist eine gute Adresse. Wir haben den Gottesdienst in der Johannes-Kirchengemeinde in einer sehr schönen Atmosphäre gefeiert. Wir sind sehr gastfreundlich aufgenommen worden.“ Das gelte auch für das Amos-Comenius-Gymnasium: „Die machen ja an und für sich schon eine sehr gute Arbeit. Aber dass sie auch so stark in Organisation, Logistik und Service sind, das hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Daher fühlen wir uns als Synode hier sehr wohl. Ob wir Wiederholungstäter werden, wird sich dann entscheiden.“

Eine gute Adresse

Man müsse am Ende gucken, ob das geschehen für alle rund war. In der Aula zu sitzen und nicht vor einem Tisch, sei für manche Synodale ein bisschen ungewohnt gewesen, so Rekowski. „Aber ich persönlich glaube, dass das gut hier geht. Das ist schon eine gute Adresse, einschließlich des kulinarischen Angebots. Das ist schon ein Werbeblock für den Kirchenkreis.“

Merzbach hatte gekocht. Lecker! Foto: Uta Garbisch

Das Team der Jugendbildungsstätte Merzbach hatte die Synodalen bekocht, unterstützt von vielen jugendlichen Helferinnen und Helfern im Service.

Die Synode am Samstag im Bonner Amos-Comenius-Gymnasiums wurde nach der Januar-Synode als zweites reguläres Treffen anberaumt, um frühzeitige Haushaltsbeschlüsse zu ermöglichen und das nächste Januar-Treffen um einen Tag verkürzen zu können. Das soll ehrenamtlichen Mitgliedern die Mitarbeit erleichtern.

Alle Beschlüsse der Landessynode finden Sie hier.

Weitere Eindrücke vom Synodentag:

Schülerin Marie Eckert beim Fürbittengebet. Foto: Uta Garbisch

Superintendent Mathias Mölleken, ebenfalls beim Fürbittengebet. Foto: Uta Garbisch

In der ersten Reihe: Die Synodalen aus Bad Godesberg-Voreifel. Foto: Uta Garbisch

Synodaler Norman Rentrop meldet sich zu Wort. Foto: Uta Garbisch

 

 

 

 

 

 

 

 

Präses Manfred Rekowski im Plenum. Foto: Uta Garbisch

Essenspause. Foto: Uta Garbisch

Damit man weißt, wo es lang geht, provisorische Wegweiser. Foto: Uta Garbisch

Trotz Catering: Das erweiterte Merzbach-Team auf der Empore während der Synode. Foto: Uta Garbisch

 

 

 

 

 

 

 

 

Jugendleiterin Nicole Schmidt im Merzbach-Outfit. Foto: Uta Garbisch

Auch der Spül muss gemacht werden: Inge Lissel-Gunnemann und Küchenchefin Melanie Kümpel. Foto: Uta Garbisch

Zahlen bestimmten die Synode. Foto: Uta Garbisch

Aufmerksame Zuhörer: Hans-Georg Kercher (rechts) und Wolfgang Bauer von der Johannes-Kirchengemeinde. Foto: Uta Garbisch

 

 

 

 

 

 

 

 

Vertraten den Kirchenkreis auf der Synode: Assessor Norbert Waschk (Erlöser-Kirchengemeinde), Superintendent Mathias Mölleken, Frank Bartholomeyczik (beide Kirchengemeinde Meckenheim) und Irmela Richter (Kirchengemeinde Rheinbach). Foto: Uta Garbisch

PresbyterInnenkonvent 2019

Treffen in der Christkirche Meckenheim: PresbyterInnenkonvent zur Landessynode 2019. Foto: Uta Garbisch

Jugendsynode, Finanzen, persönliche Eindrücke: Traditionell berichten die Landessynodalen dem Konvent der Presbyterinnen und Presbyter über die Tagung in Bad Neuenahr. Superintendent Mathias Mölleken, Frank Bartholomeyczik und Irmela Richter waren dazu in die Meckenheimer Christuskirche gekommen. Fast 30 Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden waren am Montagabend der Einladung gefolgt. „Das Thema Vertrauen zog sich wie ein roter Faden durch die Synode“, berichtete Mathias Mölleken. Sei es in Andachten, dem Kirchentagsmotto oder auch im Umgang miteinander. „Vertrauen ist das Gegengift des Misstrauens.“

Erste Jugendsynode
Als einer von 60 Landessynodalen hatte Frank Bartholomeyczik an der vorgeschalteten ersten Jugendsynode teilgenommen. „Ich dachte, ich bin falsch“, bekannte der Meckenheimer Presbyter. „Von Jugend habe ich dort nichts gesehen“. Denn von den ebenfalls 50 Jugend-Delegierten seien aus seiner Sicht fünf tatsächlich Jugendliche. Vielmehr hätten sogenannte Berufsjugendliche überwogen. Gleichwohl bildeten die fünf verhandelten Themen Partizipation, Geflüchtete/EU-Außengrenzen, Kinder- und Familienarmut, Gemeindeformen sowie Jugendarbeit wichtige inhaltliche Schwerpunkte. Konkret macht sich Jugendsynode für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, für neue Gemeindeformen und die stärkere Teilhabe von jungen Leuten auch an der Leitung von Kirche stark. Diese Beschlüsse hat die Landessynode aufgenommen und dazu ebenfalls beschlossen. Für eine stärkere Einbeziehung von jungen Menschen sprach sich auch Superintendent Mölleken aus: „Wir werden das Thema weiter vertiefen. Das sind wir den Jugendlichen schuldig.“ Den Ball nahmen die Presbyterinnen und Presbyter gerne auf. Eine Kreissynode zum Thema und mit Jugendlichen abzuhalten, so der Vorschlag für eine Begegnung auf Augenhöhe.

Kompromiss bei Kirchensteuerverteilung
Als „Kompromiss, für den wir dankbar sind“, bewertete Mathias Mölleken den Beschluss zum übersynodalen Finanzausgleich. Mit einer Mehrheit von deutlich mehr als zwei Dritteln beschlossen die Synodalen eine Änderung der Kirchensteuerverteilung in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der allen Kirchengemeinden aus den Kirchensteuereinnahmen zustehende durchschnittliche Betrag pro Kirchenmitglied wird von 2020 bis 2023 stufenweise um jährlich 0,5 Prozent angehoben. So steigt das den Kirchengemeinden garantierte Pro-Kopf-Aufkommen von derzeit 95 auf 97 Prozent. Gebende Kirchenkreise wie Bad Godesberg-Voreifel, deren eigenes Pro-Kopf-Aufkommen über dem landeskirchlichen Durchschnitt liegt, bringen den zur Aufstockung notwendigen Betrag auf. Nachdem zunächst eine Erhöhung auf 100 Prozent vorgeschlagen war, stellt diese Lösung einen Kompromiss dar. Bis 2023 sei nachzudenken, wie mit allen Umlagen weiter umgegangen wird. Das beträfe auch die je nach Bundesland unterschiedlichen Staatsleistungen pro Pfarrstelle, unterstrich Frank Bartholomeyczik.

Irmela Richter, Mitglied im Theologischen Ausschuss der Landeskirche, wunderte sich: Im Vorfeld der Synode waren in den Unterlagen keine Verhandlungsthemen vorgesehen. Stattdessen sprachen die Mitglieder in Kleingruppen darüber, wie die Kirche von morgen aussehen könnte. Auch die Arbeitsweise der Landessynode wurde diskutiert. Aus Bad Godesberg-Voreifel-Sicht sind zwei von Bedeutung. Der kreiskirchliche Antrag zur die Pfarrstelle im Arbeitsbereich Gottesdienst des Zentrums für Gemeinde- und Kirchenentwicklung von 50 auf 100 Prozent aufzustocken, wurde an die Kirchenleitung verwiesen.

Auf dem Weg zur Partnerschaft
Mit einer „Ceremony of Remembrance“, einer Zeremonie des Gedenkens, hat die rheinische Kirche ihre neuen Partnerkirchen in Südafrika auf der Landessynode 2019 willkommen geheißen. Die Rhenish Church in South Africa (RCSA) und dieUniting Reformed Church in Southern Africa (URCSA) gehören seit September zur Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und sind damit offizielle Partnerkirchen. Eine Entwicklung, die vor Ort bereits Auswirkungen hat: Die Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg strebt eine Gemeindepartnerschaft mit der der Rhenish Church in South Africa (RCSA) an.

Mehr:

synode.info

Lesehilfe ekir-Haushaltsbuch 2019

Heiland-Kirchengemeinde – Besuch aus Südafrika

Landessynode 2019: Abgeordneten-Sicht

Die Vertreter aus Bad Godesberg und der Voreifel: Frank Bartholomeyczik, Norman Rentrop, Irmela Richter, Mathias Mölleken und Siegfried Eckert (v.l.n.r.). Foto: Uta Garbisch

Die Landessynode bestimmt den Kurs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Fünf Vertreterinnen und Vertreter sind aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel dabei.

Der Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel ist in Bad Neuenahr vertreten durch Superintendent Mathias Mölleken (Kirchengemeinde Meckenheim), Pfarrer Siegfried Eckert (Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg), Irmela Richter (Kirchengemeinde Rheinbach), Frank Bartholomeyczik (Kirchengemeinde Meckenheim) sowie den berufenen Synodalen Norman Rentrop (Bad Godesberg) bzw. seine Vertreterin Dr. Ebba Hagenberg-Miliu (Bad Godesberg).

 

Superintendent Mathias Mölleken (Meckenheim):

Etliche Beschlüsse und Themen der diesjährigen Landessynode wurden von der vorangestellten Jugendsynode bestimmt, so z.B. die stärkere Partizipation von jungen Menschen bei der Gestaltung unserer Kirche. Eine neue Erfahrung, dass 50 Jugenddelegierte ihre Haltung und Erwartungen so unmittelbar und auch mit Wirkung auf Beschlüsse zur Jugendarbeit, wie aber auch zur Flüchtlingsarbeit, zur Jugend- und Familienarmut einbrachten. Ein konstruktiver Prozess, der auch wesentlich das allgemeine Motto Vertrauen stärkte und zu bewusstem Kirche-sein ermutigt.

Entsprechend hat der Präses seinen Jahresbericht theologisch konnotiert, indem er daran erinnerte, was Christen und uns als Kirche bewegt, nämlich die Hoffnung auf Gottes kommendes Reich. Geradezu als „Markenzeichen“, indem Kirche immer auch öffentliche Verantwortung wahrnimmt und zu tagesaktuellen Themen Stellung bezieht.

Ein für unseren Kirchenkreis ist die Entscheidung zu einer veränderten Kirchensteuerverteilung von Bedeutung. Hier werden wir als sogenannter abgebender Kirchenkreis in unserer Solidarbereitschaft zusätzlich gefordert. Dieses Thema hatte enorme Sprengkraft, weil eine nur mathematische Verteilung des Pro-Kopf-Garantiebetrages die Probleme in den finanzschwachen Regionen unserer Landeskirche nicht löst und zugleich zusätzliche, irreversible Einschränkungen in unserem Bereich bedeutet. Aber die sachliche und rücksichtsvolle Auseinandersetzung in Arbeitsgruppen, im Tagungsausschuss, dem ich auch angehörte, führte zu einem für die nächsten Jahre konsensualen Kompromiss. Durchaus ein geistliches Ergebnis. Darüber ist an anderer Stelle ausführlich zu informieren – siehe aber auch synode.info.

Insofern hat sich das Werben um Vertrauen konkret bei Lösungsfindungen schwerwiegender Themen bewährt. Schließlich äußerte sich diese Haltung auch in einer Landessynode, die ihre Tagesordnung schneller als ursprünglich vorgesehen abgearbeitet hatte.

Wie immer sind die Begegnungen und Gespräche am Rande der Synode wichtig. Der Austausch über den eigenen Tellerrand teilt gute Erfahrungen, manche Sorge und vergewissert die Wahrnehmung, dass unsere Kirchengemeinden und Kirchenkreise ein starkes presbyterial-synodales Bewusstsein haben.

Frank Bartholomeyczik (Meckenheim):

Diesmal war erstmalig eine Jugendsynode der Landessynode vorgeschaltet. 50 Vertreter der „Jugend“ und 50 Landessynodale trafen sich ab Freitagmittag um unter anderem über die Themen der Kinder-und Jugendarbeit, Partizipation, Kinderarmut, unbegleitete Flüchtlinge und Neue Gemeindeformen zu diskutieren. Leider bestanden die Vertreter der „Jugend“ hauptsächlich aus „Berufsjugendlichen“, das heißt Jugendpfarrer/Innen, Jugendleiter/Innen. Gemäß Aussage der Kirchenleitung war es nicht, gelungen mehr „richtige“ Jugendliche zu gewinnen. Die wenigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen beteiligten sich teilweise doch sehr intensiv gerade in den kleinen Arbeitsgruppen. Aus einem Vortrag von Prof. Wolfgang Ilg (Evangelische Hochschule Ludwigsburg) wurde deutlich, dass sich nur noch wenige Jugendliche (nur evangelische) (40%) der evangelischen Kirche verbunden fühlen. Bei der Relevanzfrage wird das Ergebnis noch schlechter. Hoffnung gibt, dass Befragte, die sich bereits in der Konfirmandenzeit engagiert bzw. positive Erfahrungen machten, später deutlich positiver äußerten.

Die Landessynode machte sich dann im Verlauf ihrer Beratungen alle Vorschläge aus der Jugendsynode zu Eigen. Das betrifft insbesondere die Partizipation in den Gremien.

Neben vielen administrativer Änderungen bei Kirchengesetzen waren die Hauptthemen die Verbesserungen bei der Besoldung von Pfarrer/innen und eine veränderte Kirchensteuerverteilung. Kirchenkreise mit einem über dem Durchschnitt liegenden Finanzaufkommen werden sich nun noch solidarischer zeigen. Gerade diese Diskussion wurde sehr sachlich, mit Augenmerk und Verständnis für die Anderen geführt.

Das war jetzt meine dritte Landessynode und ich merke, dass es sehr viel Zeit erfordert, in die teilweise sehr lange bestehenden Kreise und diese Art der Gremienarbeit einzutauchen. Insgesamt komme ich erfüllt mit dem Motto des diesjährigen Kirchentages „Was für ein Vertrauen“ zurück.

Pfarrer Siegfried Eckert (Bad Godesberg): Wie viel Theologie verträgt die Kirche?

Als Mitglied des Theologischen Ausschusses war ich im Vorfeld der Synode irritiert, dass uns im Dezember mitgeteilt wurde, dem Ausschuss werde keine Drucksache federführend oder mitberatend zugewiesen. Laut Geschäftsordnung wäre die Ausschussarbeit damit einzustellen. Unter anderem die Ergebnisse einer Jugendsynode, die Frage neuer Gemeindeformen, der Streitfall „Kirchensteuerverteilung“, sowie die Besoldung von PfarrerInnen sollten ohne unsere Kompetenz dem Plenum beschlussreif zur Abstimmung vorgelegt werden. Mit ein paar Synodenkniffen wurde das Schlimmste abgewendet.

Der Eindruck bleibt dennoch, dass scheinbar rein organisatorische und finanzielle Fragen einer Kirche von Morgen keiner angemessenen theologischen Reflexion mehr bedürfen. Wo dies hinführt, wurde deutlich bei Drucksache 23 und ihrer mangelhaften theologisch-ekklesiologischen Begründung für eine neue Kirchensteuerverteilung. Wenn solche Art einseitiger, theologischer Rede zum Schmieröl für kirchenleitendes Handeln wird, hat sie ihren Ursprungssinn verloren, Salz der Erde zu sein. Wie gut, dass es auch auf dieser Synode wenige Sternstunden gab, die für Korrekturen sorgten. Beispielhaft war der Kompromiss bezüglich eines neuen Verfahrens, um zu wohlüberlegteren Ergebnissen bei der Kirchensteuerverteilung zu kommen. Immerhin ist der Ständige Theologische Ausschuss nun mitberatend an Bord auf dem Schiff, das sich Gemeinde nennt.

Dr. Ebba Hagenberg-Miliu (Bad Godesberg):

Wir waren kaum aus Bad Neuenahr zurück, da hatten sich der Superintendent und mit ihm wir anderen Landessynodalen schon den Vorwurf in der Mailbox eingefangen, „politische Statements und Beschlüsse“ gefasst zu haben. Die stünden dem Kirchenparlament und damit uns nicht zu. Die Schreiber stießen sich an Ausführungen der Synode zum Thema Seenotrettung von Geflüchteten.

Im Plenum: Ebba Hagenberg-Miliu (rechts) und Siegfried Eckert. Foto: Uta Garbisch

Offenbar scheint nicht genügend kommuniziert zu sein, dass synodales Arbeiten durch und durch demokratisch stattfindet. Zu keinem Thema gibt es ein Tabu. Letztlich jede einzelne Formulierung wird in mehreren Arbeitsgruppen kontrovers diskutiert. Dann im Plenum hat nochmals jeder Synodale das Recht, seine Ablehnung, seine Kritik vorzutragen und Gegenanträge zu formulieren – ein langwieriges und, ich gebe es zu, sehr anstrengendes Verfahren.

Genau dieser demokratische Prozess wurde nun auch beim Thema Flüchtlinge durchlaufen. Schließlich sahen sich die Synodalen nach christlichem Verständnis verpflichtet, sich für sichere Fluchtwege einzusetzen und damit auch für die menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen. Das demokratische Prinzip wurde auch hier ohne gedankliche Sperre bis zum letzten durchdekliniert. Nicht mehr und nicht weniger.

Irmela Richter (Rheinbach):

Ich hatte im Vorfeld mit hitzigen Debatten gerechnet. Das Thema Kirchensteuer-Pro-Kopf-Verteilung wurde in kleinen, gut durchmischten Arbeitsgruppen diskutiert. Die gravierenden Unterschiede wurden mir hier sehr deutlich. Aber auch, dass mehr Geld den Handlungsspielraum der ärmeren Regionen nicht überall erhöht, während die abgebenden Regionen ihr Engagement unter Umständen massiv kürzen müssen. Im dazugehörigen Tagungsausschuss wurde ein Kompromiss gefunden, der Veränderungen in Gang setzt, aber auch den Auftrag enthält, nach anderen, kreativen Wegen zu suchen, die zu einer echten Verbesserung in den strukturschwachen Regionen führen.

Im Theologischen Ausschuss haben wir in Kleingruppen darüber nachgedacht, was unsere Kirche in Zukunft verstärkt in den Blick nehmen sollte. Die Arbeit in den kleineren Gruppen habe ich als sehr belebend empfunden im Gegensatz zu den teilweise ermüdenden Plenarsitzungen. Diese Form der Arbeit fördert gegenseitige Wahrnehmung und Verständnis füreinander.

Alle Infos und Beschlüsse zur Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland finden Sie hier: www.ekir.de