Ausgerechnet ein Nashorn?

Im Mittelpunkt: Der Stall mit Maria, Joseph und dem Kind in der Krippe. Foto: Heiland-Kirchengemeinde.

Tanzbär, Nashorn oder die Seherin Sybille – über 100 Figuren stehen beim Jesuskind rund um die Krippe. Seit über 30 Jahren wird das zum Teil ungewöhnliche Ensemble in der Heilandkirche in Bonn-Mehlem gezeigt. Bis 18. Januar können Besucher es anschauen.

Der Künstler Albert Nadolle (1913 –2003) aus Münster hat in genauer Kenntnis des jahrhundertealten Krippenbrauchtums eine volkstümliche Krippe für die Menschen von heute geschaffen. Sie ist seitdem eine Attraktion und für viele Menschen ein Juwel unter den geschnitzten Krippen, weil das Material, aus dem die Krippe geschnitzt ist, ihr einen unverwechselbaren Charakter gibt. Das schwer zu bearbeitende Eichenholz, teilweise sogar schwarze Mooreiche, gibt der Krippe ihren unverwechselbaren Charakter. 1980 wurden der Heiland-Kirchengemeinde die ersten 20 Figuren vorgestellt. 1995 ist die letzte von über 100 Figuren entstanden. Alle Figuren wurden gespendet, die letzte vom Schnitzer Albert Nadolle selbst. Initiator war der damalige Gemeindepfarrer Helmuth Hofmann, der in vielen Gesprächen den Künstler oft überzeugen musste, warum nun ausgerechnet ein Nashorn oder ein Tanzbär in die Krippenlandschaft mit aufgenommen werden sollte.

Eher eine Ausnahme als Krippenfigur ist auch die heidnische Seherin Sybille. Nach antiker Überlieferung soll sie eine Weissagung von der Geburt eines Knaben von einer aus der Götterwelt entstammenden Jungfrau gemacht haben. Sie blickt mit verdeckten Augen auf das gewickelte Kind und steht für Menschen außerhalb der Christenheit, die dennoch etwas von einer Erlösung spüren. Viele Menschen kommen zum Teil von weit her, um das Krippengeschehen zu erleben. Von einem Geschehen muss man hier tatsächlich sprechen, denn es wird eine Geschichte in einem großen Bogen erzählt. Es fängt an bei den alttestamentlichen Figuren wie Adam und Eva im Paradies, dem König David, den Propheten oder der Königin von Saba und geht über die Vorboten der Geburt von Jesus Christus, Johannes dem Täufer, Maria und ihre Cousine Elisabeth bis zu den Engel, die den Hirten die Geburt des Heilandes verkündigen. Im Mittelpunkt stehen natürlich der Stall mit Maria und Joseph und dem Kind in der Krippe.

Besichtigungszeiten in der Heilandkiche, Bonn-Mehlem, Domhofstraße 43:

Vom 1. Weihnachtstag bis zum 21. Januar 2018 jeweils freitags, samstags und sonntags sowie Sylvester und Neujahr von 15 – 18 Uhr.

Führungen, zu denen Sie ohne Anmeldung kommen können, werden jeweils samstags um 15 Uhr angeboten.

Am 9. Januar 2018 um 15.30 Uhr wird die Bücherei Vorlesegeschichten an der Krippe anbieten.
Danach, um 18 Uhr, findet das Gemeindesingen für Jung und Alt an der Krippe statt.

Hier gibt es mehr Informationen zur Krippe.

EB/gar, Foto: Heiland-Kirchengemeinde

KiTa ist Familienzentrum

Die evangelische Kindertagesstätte „Am Ehrenmal“ in Meckenheim ist jetzt Familienzentrum. Dies wurde am vergangenen Diakoniesonntag mit einem Familiengottesdienst unter dem Motto „“Wir sind füreinander da – Im Miteinander der Generationen“ gefeiert.

Familien und Kinder sind schon lange ein Schwerpunkt in der Arbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim. Als Familienzentrum möchte die Kindertagesstätte in allen Fragen rund um Erziehung, Betreuung und Bildung hilfreich zur Seite stehen. Zurzeit werden dort 75 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut.

Kontakt:

Ev. Kindertagesstätte “Am Ehrenmal”
Schlegelweg 23c
53340 Meckenheim

Leiterin Christiane Seidel-Klinkhammer
Tel.: (0 22 25) 30 15
Öffnungszeiten: Mo – Fr von 7 – 14 Uhr

 

 

 
 

 

13.11.2007

 

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Von Nachhaltigkeitsfiltern und dem Anlage-Universum

Schießt Ihr Geld auf Menschen? Diese provozierende Frage hing in Form eines Plakates im Gemeindezentrum Rheinbach, denn um nachhaltige Vermögensanlagen ging es schwerpunktmäßig auf der diesjährigen Herbstsynode des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel.

Und dies schließt ein Investment in Rüstung, ebenso wie in Alkohol oder Pornographie aus. Unter ethischen Gesichtspunkten stehen vielmehr fördernde Anlagen im Vordergrund, wie etwa bei Oikocredit, das Mikrokredite vergibt. Wie Antje Schneeweiß von Südwind, dem Siegburger Institut für Ökonomie und Ökumene, den Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden erläuterte, hat sich eine große Zahl von Investment-Produkten wie Fonds nachhaltige Kriterien zu eigen gemacht. Auch „aktiver Aktienbesitz“ sei ein Weg, Unternehmen an ihre Verantwortung zu erinnern und Probleme aufzuzeigen, wie etwa das von Kinderarbeit. Den Kirchenvertretern riet sie, mit „doppeltem Gewicht“ einzuwirken, moralisch wie finanziell.

Der Vorstandsvorsitzende der KD-Bank, Dr. Ekkehard Thiesler, machte deutlich, dass ethische Kriterien das Dreieck von Rentabilität, Sicherheit und Liquidität sinnvoll ergänzen. Hier will das Bankinstitut mit vielen kirchlichen Kunden seine Verantwortung wahrnehmen  und hat zugleich pragmatische Lösungen gesucht. „Das Universum darf nicht zu klein werden“, unterstrich Thiesler. Herausgekommen sind so genannte Ratings auf Länder-, Banken- oder Unternehmensebene. Durch diesen Filter kommen dann zum Beispiel nur Länder, deren Atomenergieanteil bei der Energiegewinnung nicht größer als zehn Prozent ist und die gleichzeitig den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen haben. Solche Filterkriterien haben für Thiesler Konsequenzen: „Aus manchen Banken-Kooperationen gehen wir raus“, machte er deutlich. Der Nachhaltigkeitsfilter wurde  gemeinsam mit den Analysten von Oekom-Research erarbeitet. Ab 2008 will die KD-Bank ihr Wissen dann den Kunden zur Verfügung stellen.

Seit Januar 2007 können kirchliche Gelder im Bereich der Rheinischen Landeskirche stärker als zuvor im Bereich Aktien angelegt werden. „Hier eine Messlatte anzulegen, die auch machbar ist“, ist für Superintendent Dr. Eberhard Kenntner dabei wichtig. „Unser Ziel im Kreissynodalvorstand ist es, ein Sensorium zu schaffen für das, was möglich ist, und wo wir aufpassen müssen.“ So will er einem ethischen Investment der kreiskirchlichen Gelder näher kommen. Auf die besondere Rolle von Kirche wies Magdalena Winchenbach-Georgi hin: „Nur wenn wir selbst Vorbild sind, können wir auch in die öffentliche Diskussion eingreifen.“ 

 

Mehr tun für Religionsunterricht

In seinem jährlichen Bericht vor den Synodalen kündigte Kenntner die weitere Fortsetzung der Arbeit mit schulmüden und schwer erziehbaren Jugendlichen im Bonner Godesheim an. Geplant sei die Errichtung einer Pfarrstelle. Aufmerksam machte er auch auf die Vielzahl der Probleme von Hartz-IV-Familien. So müssten betroffene Konfirmanden damit rechnen, dass Geldgeschenke ab 50 Euro auf die Grundsicherung angerechnet würden. Mit der Einführung des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) erwartet Kenntner angesichts der demographischen Entwicklung einen Verdrängungswettbewerb unter den Kindertagesstätten, die um immer weniger Kinder konkurrieren. „Dass dabei die Marktregulierer – die Kommunen – selber zu den Anbietern gehören, wird die Sache für unsere Einrichtungen nicht leichter machen“, bemerkte Kenntner.

„Ich befürchte das Verschwinden des Verschwinden des Religionsunterrichtes aus den Schulen“, warnte Pfarrer Frank Raschke aus Bad Münstereifel in der anschließenden Aussprache. Denn der Unterrichtsausfall im Fach Evangelische Religion ist in vielen Schulen an der Tagesordnung, wie auch Schulreferentin Elisabeth Thissen bestätigte. Sie riet betroffenen Eltern, sich zusammen zu schließen und „Druck zu machen“. Denn nach geltender Rechtslage haben alle Kinder, auch ungetaufte, das Anrecht auf evangelischen Unterricht, wenn  sie oder ihre Eltern dies wünschen. In diesem Zusammenhang kündigte Pfarrer Christian Werner als Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Kreissynodalvorstände der Kirchenkreise Bad Godesberg-Voreifel, Bonn und An Sieg und Rhein neue Planungen an. Das gemeinsame Schulreferat soll entgegen früheren Überlegungen nach dem Ruhestand von Thissen nicht weiter zu reduzieren. „Hier soll mehr getan werden“, so Werner.

 

Haushalt, Finanzwesen und Wahlen

Einstimmig beschlossen die knapp 70 stimmberechtigten Mitglieder des Kirchenparlaments die verbindliche Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens (NKF) für das Jahr 2011. Dafür beginnen schon im kommenden Jahr die Vorbereitungen. Das NKF soll das Kostenbewusstsein stärken, indem es neben dem Geldverbrauch auch den Ressourcenverbrauch darstellt.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden verabschiedeten den Haushaltsplan für das Jahr 2008 mit einem Gesamtvolumen von 2,58 Millionen Euro. Damit liegen die geplanten Ausgaben etwa 100.000 Euro über dem Ansatz des Vorjahres. Zur Vorsitzenden des Fachausschusses für Kirchenmusik wählten die Synodalen die Euskirchener Kantorin Friederike Heiwolt. Christoph Müller aus Wachtberg wurde ihr Stellvertreter. Neuer Vorsitzender im Fachausschuss Kinder- und Jugendarbeit ist Michael Peisker, Rheinbach, Stellvertreterin Daniela Dirks, Zülpich. Die Synodalbeauftragung für das christlich-jüdische Gespräch hat Pfarrer Günter Schmitz-Valadier, Wachtberg, übernommen. Grußworte sprachen der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz, Oberkirchenrat Jürgen Dembek und Kreisdechant Anno Burghof von der katholischen Kirche.

Hinweis an die Redaktionen: Aufnahmen von der Kreissynode können Sie hochauflösend von unserer Website herunterladen, wenn Sie die Lupe unter den eingestellten Fotos anklicken.

 
Bericht von Superintendent Dr. Eberhard Kenntner zum 3. November 2007
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Uta Garbisch / 03.11.2007

 

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Ein starker Knoten und Ankerpunkt

Mit dem Rheinlandtaler hat Professor Dr. Dr. Harald Uhl eine besondere Auszeichnug erhalten. Der Landschaftsverband Rheinland zeichnet so Persönlichkeiten aus, die sich um die landschaftliche Kulturpflege ehrenamtlich besonders verdient gemacht haben.

Harald Uhls besonderes Anliegen sei es, „Bewusstsein zu wecken und das Unverwechselbare eines Ortes hervorzuheben“, wie Corinna Beck in ihrer Laudatio hervorhob. So bietet der Wachtberger regelmäßig Führungen auf dem jüdischen Friedhof in Bonn-Mehlem an. Sein besonderer Plan ist es, eine Geschichte des jüdischen Lebens im Drachenfelder Ländchen zu schreiben. Harald Uhl sei daher „ein starker Knoten und Ankerpunkt“ im lebendigen Verbund des kulturellen Netzwerks, so die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland bei der Übergabe der Medusenkopf-Plakette im Ließemer Köllenhof.

Anlässlich der 1200-Jahr-Feier seines Heimatortes Wachtberg-Niederbachem 1998 begann Uhls Beschäftigung mit der Heimatgeschichte. Herausgekommen ist eine Geschichte der Protestanten, der Ökumene und der jüdischen Geschickte dort. Und das Thema ließ ihn nicht los. Die Liste seiner Publikationen ist lang. Mit der Ausstellung „Niederbachem als archäologischem Fundort“ beschritt er zudem neues Terrain, wollte Geschichte auch „sichtbar“ machen.

Dabei ist der als „Rheinländer“ Geehrte von Geburt her Österreicher. Er wurde 1934 in Wien geboren. Der promovierte Jurist und Staatswissenschaftler kam 1969 nach Bonn, wo er im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und dann im Bundesministerium für Forschung und Technologie tätig war. In dieser Zeit war er auch als Studienleiter für den Deutschen Evangelischen Kirchentag tätig, später Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Akademikerschaft in Deutschland. Von 1998 bis 2004 zählte Uhl zum festen Autorenstamm der Zeitung „PROtestant“.

 

Heimatgeschichte ist Teil der Weltgeschichte

In seiner Dankesansprache blieb Harald Uhl der Heimatgeschichte treu. Vor schmunzelnden Zuhörern räumte er mit dem historischen Fehlurteil auf, dass die Drachenfelder Herren Mitte des 16. Jahrhunderts ausgestorben seien. Vielmehr ist ein Zweig der Familie schon seit Mitte des 15. Jahrhunderts im heutigen Lettland nachweisbar und kam nach 1945 zurück nach Bonn und Wachtberg.

Dass Heimatgeschichte die Weltgeschichte erst wirklich anschaulich macht, schilderte Uhl am Schicksal von Gudula Schmitz, der letzten jüdischen Mitbürgerin aus dem heutigen Wachtberg. Sie zog 1934 nach Rheinbach, wo sich um ihre Nichten kümmerte, deren Eltern verstorben waren. Hier erlebte sie die Schrecken der Pogromnacht 1938, erfuhr Entrechtung und Diskriminierung, bevor sie 1940 entkräftet durch Alter und Entbehrungen starb. Von ihren drei Nichten überlebte nur eine. Sie hatte einen katholischen Autohändler in Bad Godesberg geheiratet und dessen Konfession angenommen. Denn NS-Gesetzen zum Trotz hielt der Ehemann an der Verbindung fest und sicherte mit Hilfe von Verwandten und freunden in wechselnden verstecken das Überleben seiner Frau. Ihre beiden Schwestern Selma und Josefine Rolef wurden im Januar 1942 über Bonn nach Köln-Deutz gebracht und nach der Zwangsdeportation in der Nähe von Minsk ermordet.

Uhl machte klar: „Heimatgeschichte ist Teil der Weltgeschichte, Basis und Grundlage für weltgeschichtliche Zusammenhänge und Geschehnisse.“

 

 
 

 

Uta Garbisch / 18.10.2007

 

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Neues regional-bgv erschienen

Kinderbetreuung und Bildung sind momentan in aller Munde. Neue Wege hat hier die Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg beschritten. Sie hat als erste evangelische Kirchengemeinde in Bonn die Trägerschaft für eine Offene Ganztagsschule übernommen.

Regional berichtet darüber. Im „Standpunkt“ blickt Pfarrerin Gabriela Voß auf den Kirchentag in Köln zurück. Weitere Themen sind Mitarbeitendengespräche und der Tag der interreligiösen Begegnung am Sonntag, 26. August, in Bonn.

Viel Spaß beim Lesen wünscht die Redaktion.

 

 

 
regional-bgv august 2007
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gar / 17.08.2007

 

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War Jeremia ein Protestant?

Wenn von „Herrjott“, „Minsche“ und „Prophette“ die Rede ist, wird schnell klar: Es handelt sich um rheinische Mundart. Ein Dialekt, geläufig aus Karneval und Kabarett. Aber in einer Bibelarbeit? Antje und Eberhard Kenntner machten den Praxistest.

Das Paar aus Rheinbach – sie Lehrerin und Prädikantin, er Pfarrer und Superintendent – boten im Zentrum Liebe in der Kartäuserkirche ihre Bibelauslegung zu Jeremia 23, 16-32 . Auf rheinisch, denn er stammt aus Bonn, sie aus Brühl.

Da wird am Freitagmorgen dann gerne und laut gelacht, wenn Antje Kenntner zur Haltung mancher Menschen zur Zeit Jeremias feststellt: „Dat es kölsche Zenbuddhismus pur, ne?“ Und sie zitiert dann gleich das kölsche Allzweck-Motto: „Et ess, wie et ess, et kütt, wie et kütt, et hätt noch emme joot jejange!“ Auf Hochdeutsch: Es ist wie es ist, es kommt, wie es kommt und es ist noch immer gut gegangen.

„Manches kann man rheinisch einfach deutlicher sagen“, weiß Anje Kenntner. Wenn man wie Luther dem Volk „aufs Maul“ schaue, sei das auch für die Predigt gut, berichtet Eberhard Kenntner. Das verstehe dann auch jeder.

 

Dabei wurde beiden das Rheinische nur bedingt in die Wiege gelegt. Beider Eltern, jeweils Immis, Zugezogene  aus Schwaben und dem Osten, hielten von Dialekt nicht viel. Aber schon als Schüler und Student jobbte Eberhard Kenntner in einer Brühler Brauerei. Hat Bier abgefüllt und gefahren. „Da wurde man nur akzeptiert, wenn man auch die Sprache sprach“, erinnert er sich. Seine Frau Antje hat sich das Rheinische als Kind beim Spielen auf der Straße „abgeguckt“.
 
Die Idee für eine „rheinische“ Bibeldialogarbeit  entstand nach dem letzten Kirchentag in Hannover. „Da haben wir eine Auslegung auf Platt gehört“, erzählt Antje Kenntner. „Erst mal haben wir uns natürlich die neuesten Kommentare gekauft“, berichtet Eberhard Kenntner über die Vorbereitungen zum Jeremia-Text. Nach dem Studium der Sekundarliteratur zogen sich beide zurück. „Jeder hat über seinen Teil nachgedacht“, so Antje Kenntner. Aufgeschrieben haben beide ihre Dialogtexte dann auf Hochdeutsch. „Das ging nicht anders“, erinnert sich Eberhard Kenntner. Theologie und sein Denken sei einfach mit Hochdeutsch verbunden.

 

Die Übersetzungsarbeit leistete Antje Kenntner, unterstützt vom pensionierten Hausmeister ihrer Schule, ebenfalls einem Rheinländer. „Esu säät der Här Zeboath“, beginnt dann folgerichtig die Textlesung. In der historischen Einführung kennzeichnen Antje und Eberhard Kenntner das Gehörte als „jewaltije un impenierende Texx, der ene rischtisch verschreck mache kann“. Doch der Schreck wendet sich in der Auslegung zum Guten. Jeremia habe von jedem damals in Israel verlangt, sich auf das zu besinnen, was Jahwe von ihm erwarte: „Un dat wor et och, wat Jeremia verlank hätt: jedde een domols en Israel moot sisch wedder op dat besenne, wat Jahwe wullt, dat hä dunn sullt.“

Und so gesehen ist für Antje Kenntner ganz klar: „Esu jesinn wor der Jeremia ene Protestant!“

Für Eberhard und Antje Kenntner haben Gottesdienste auf Mundart schon Tradition. Angeregt vom Rheinbacher Karnevalsverein gibt es alle zwei Jahre sonntags einen Karnevalsgottesdienst. Antje Kenntner hat zuletzt auch im Bonner Münster „rheinisch“ gepredigt. Wer die Sprache übrigens schon einmal mit der Kirchentagslosung üben möchte, hat es nicht so schwer. Sie lautet „lebendisch un kräftisch un schärper“.

 

 
Die Bibelarbeit zum Nachlesen
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Uta Garbisch / 08.06.2007

 

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Jugendarbeit und Klinikseelsorge gestärkt

Mit großer Mehrheit haben die Synodalen des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel die Errichtung zwei neuer Stellen beschlossen.

Auf der Frühjahrstagung im neuen Gemeindezentrum der Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg ging es schwerpunktmäßig um den Zuschnitt des kreiskirchlichen Jugendreferats und die Errichtung einer Klinikseelsorgestelle im Neurologischen Rehabilitationszentrum Godeshöhe.

Das kreiskirchliche Jugendreferat wird künftig von einem Referenten oder einer Referentin mit vollem Stundenumfang geleitet werden. Das beschloss die Kreissynode mit breiter Mehrheit. Alternative Modelle mit reduzierter Stundenzahl oder der Hinzunahme von Stunden der Frauenbeauftragten waren damit vom Tisch. „Ich bin froh über diese Entscheidung“, unterstrich Superintendent Dr. Eberhard Kenntner. „Denn die Erfahrung zeigt, dass auch die Hauptamtlichen in den Kirchengemeinden der Fürsorge und Begleitung bedürfen.“ Benno Stühn vom Fachausschuss für Kinder- und Jugendarbeit und Jugenddiakon in Euskirchen bewertete die Entscheidung als tragfähige Basis für die künftige Arbeit: „Das wird ein starkes Jugendreferat, das Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen den Rücken stärkt.“ Nun wird der Kreissynodalvorstand die Stelle in Absprache mit dem Fachausschuss ausschreiben und besetzen.

Zunächst hatten die rund 70 kreiskirchlichen Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden und fast 30 Gäste in Arbeitsgruppen beraten, mit welchen Arbeitsschwerpunkten und mit welchem Stundenumfang das synodale Jugendreferat arbeiten soll. Bereits hier zeichnete sich ein breites Votum für das beschlossene Modell ab. Gleichzeitig wurde eine stärkere Kooperation mit den Nachbarkirchenkreisen angeregt, ebenso wie eine geistliche Leitung der Jugendbildungsstätte in Rheinbach-Merzbach.

 

Seelsorge im Reha-Zentrum gesichert

Einstimmig beschloss die Synode die Fortführung der Seelsorge im Neurologischen Rehabilitationszentrum Godeshöhe in Bad Godesberg. Angesichts der besonderen Situation der Patienten und der erfolgreichen Arbeit dort wird der Kirchenkreis eine halbe Seelsorgestelle im Angestelltenverhältnis einrichten. Es gilt als sicher, dass der bisherige Pastor im Sonderdienst Dietrich Jeltsch die Seelsorge dort weiter leisten wird, nachdem das landeskirchliche Sonderdienstprogramm ausgelaufen ist. „Ich bin stolz, dass wir im Kirchenkreis ein Pilotprojekt umsetzen und nicht mehr diskutieren müssen, wo Seelsorge wirklich nötig ist“, bekannte Superintendent Kenntner. Gleichzeitig dankte er dem Reha-Zentrum, dass es diese seelsorgerliche Arbeit auch ermöglicht.

 

Wahlen und ein „Kuhhandel“

Zu einem „Kuhhandel“ lud Kirchentagsbeauftragter Siegfried Eckert die Synodalen ein. Der Bad Godesberger Pfarrer hatte zahlreiche volle Mineralwasserflaschen mit zur Synode gebracht. Die Abgeordneten sollen diese im Tausch mit Wasser aus den Bächen und Flüssen ihrer Kirchengemeinden füllen und zum Kirchentags-PreEvent am 17. Mai in die Bonner Rheinaue mitbringen. Dort werden große blaue Fässer befüllt und später unter dem Motto „Das Rheinland strömt zusammen“ nach Köln zum Kirchentag gebracht. Zudem warb Eckert um freie Betten: „Wir brauchen noch Privatquartiere, auch in Bonn.“

Mit Wahlen schloss die Synode ab. Anke Kreutz, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland, wurde neue Vorsitzende des Fachausschusses für Frauenfragen. Zudem wählten die Synodalen Thomas Decker (Johannes-Kirchengemeinde Bad Godesberg) und Hanna Gärtner (Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg) in den Fachausschuss für Kinder- und Jugendarbeit. Neue stellvertretende Mitglieder sind Martina Noeres (Johannes-Kirchengemeinde), Anja Hanse (Heiland-Kirchengemeinde) und Annemie Leucht (Bad Münstereifel). Neues stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss ist Rüdiger Forsbeck (Bad Münstereifel).

 
 

 

Uta Garbisch / 05.05.2007

 

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Der Kreissynodalvorstand Bad Godesberg-Voreifel besuchte Bürgermeister Eckhard Maack im Rathaus

„So eine Unterstützung wie hier bekommt keine evangelische Kirchengemeinde im Kirchenkreis.“

Mit diesen Worten dankte Superintendent Dr. Eberhard Kenntner dem Swisttaler Bürgermeister Eckhard Maack für den mit fünf Prozent vergleichsweise niedrigen Trägeranteil der Kirchengemeinde bei der Finanzierung ihrer beiden Kindertagesstätten.Das Treffen kam im Rahmen der Visitation der Kirchengemeinde durch den Kreissynodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel am letzten Freitag im Swisttaler Rathaus zustande. Seit Anfang März visitiert der Kreissynodalvorstand die Kirchengemeinde Swisttal.

Weitere Gesprächsthemen waren die Integration von Flüchtlingen und Aussiedlern, die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort und die Arbeit der Diakonie. Konkret sprach Kenntner die fünf Baptisten-Gemeinden im Swisttaler Gemeindegebiet an, deren Glaubensausübung die evangelische Kirche kritisch sieht. Bürgermeister Maack, selbst evangelisch, registriert bei der Swisttaler Bevölkerung „sehr viel Verständnis für die Andersartigkeit des Glaubens“. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass es auch den neu ankommenden Aussiedlern gelingt, in naher Zukunft ein fester Bestandteil der Bürgerschaft zu werden. „Wir müssen miteinander in Kontakt bleiben, dann sind alle Fragen lösbar“, unterstrich Maack.

Kirchenvertreter und Bürgermeister waren sich einig, dass die Angebote für ältere Jugendliche ausgebaut werden müssten. „Wir haben den guten Willen und wir haben die Räume“, betonte Eberhard Kenntner. „Wir brauchen jemanden, der für die Personalkosten einsteht.“ Dies unterstrich auch Pfarrer Ernst Edelmann: „Ehrenamtliche sind mit dieser Arbeit allein überfordert. Eine professionelle Kraft muss dahinter stehen.“ Bürgermeister Eckhard Maack sprach sich für eine enge Zusammenarbeit aus: „Wir müssen da zu einem Joint Venture kommen.“ Vom Schlüssel im Rhein-Sieg-Kreis her stünde der Gemeinde noch eine halbe Stelle zu. Allerdings habe der Gemeinderat derzeit noch mit einem Haushaltsdefizit zu kämpfen.

Beim Stichwort Diakonie bemängelte Dr. Hans Koban vom Diakonischen Werk Bonn/Bad Godesberg-Voreifel die fehlende Unterstützung durch den Kreis: „Der linksrheinische Bereich kommt zu kurz.“ So müssten das Diakonische Werk und die Kirchengemeinde Swisttal die Beratungsarbeit des Sozialarbeiters Jürgen Hein allein finanzieren. Bürgermeister Maack regte an, darüber einmal mit dem Landrat zu sprechen.

Über die Not der rund 400 Hartz-IV-Empfänger in der Gemeinde berichtete Pfarrer Wolfgang Dorp. „Viele Menschen sprechen mich an und fragen, wann es endlich los geht mit der Swisttaler Tafel.“ Dass es Ende März soweit ist, verdanken die Verantwortlichen auch der guten Unterstützung durch das Swisttaler Sozialamt.

Stichwort Visitation: Offizieller Besuch des Kreissynodalvorstandes und sachkundiger Beauftragter in einer Kirchengemeinde. Sie ist nicht als Kontrolle oder Inspektion zu verstehen, sondern dient dazu, die Mitglieder des Kreissynodalvorstandes über das Leben der Gemeinde zu unterrichten. Zugleich bietet sie der Gemeinde eine besondere Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Für die Vorstands-Mitglieder und die Verantwortlichen in Swisttal kamen so etwa 30 Termine rund um Gottesdienste, Angebote in der Gemeinde, Kindertagesstätten und Ökumene zusammen.

 

 

 
 

 

Uta Garbisch / 20.03.2007

 

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Auf der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten

Kraftreserven mobilisieren muss ein Teil der Kirchengemeinden im Rheinland in den kommenden Wochen für die Presbyteriumswahl am 24. Februar 2008. Nicht an allen Orten wurden während der regulären Nominierungsphase ausreichend Kandidaten gefunden.

Mit dem 9. November läuft die Frist für Wahlvorschläge für das Presbyterium aus. Gibt es nicht genügend Kandidatinnen und Kandidaten, muss die Suche nun noch einmal intensiviert werden. „Bis zum 15. November müssen die Presbyterien dem zuständigen Kreissynodalvorstand berichten, was sie unternommen haben, um genügend Kandidaten zu finden“, so Landeskirchenrätin Susanna von Zugbach. Die Juristin ist im Landeskirchenamt für Presbyteriumswahlen zuständig.

„Ich möchte meine Arbeit zuende machen“ – so erläutert die Margret Tzschiesche aus Swisttal, warum sie erneut als Presbyterin kandidiert. Sven Gnädig aus Euskirchen, er kandidiert erstmals, erklärt: „Ich möchte etwas zurück geben von dem, was ich als Kind und Jugendlicher von der Kirche bekommen habe.“

Zum Ende der Nominierungsphase für die Presbyteriumswahl 2008 ein EKiR.de-Dossier von Sven Waske

 

 

 
 

 

wsk/neu /

 

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Für den Frieden der Weltreligionen auch in Bonn

Als Zeichen für das friedliche Zusammenleben der Religionen planen Christen, Juden und Muslime am 26. August auf dem Bonner Marktplatz einen großen Thementag und wollen eine gemeinsame Friedenserklärung unterschreiben. Schirmherrin ist Bonns OB Dieckmann.

In den Jahren 2005 bis 2007 wird  bundesweit das Dialog-Projekt „ Weißt Du, wer ich bin?“ durchgeführt. Unter der Leitfrage „Weißt Du, wer ich bin?“ sollen in Gesprächen, Veranstaltungen und mit Aktionen die Kenntnisse über die die eigene Religion vertieft und über die jeweils anderen Religionen vermehrt werden.

Träger des Projekts sind die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB). Ziel des Projektes „Weißt Du, wer ich bin?“ ist die Förderung des friedlichen Zusammenlebens in Deutschland. Der Weg zu diesem Ziel besteht in der Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen religiösen Traditionen.

Am Sonntag, 26. August 2007 wird es auch in Bonn auf dem Marktplatz von 13.00 – 18.00 Uhr einen Tag der interreligiösen Begegnung geben. Beteiligt sind daran die ACK Bonn, die Evangelischen Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel und der Katholikenrat, die Synagogengemeinde Bonn sowie der Rat der Muslime in Bonn. Am Samstag, 25. August, laden die Schulreferate der beiden großen Kirchen bereits zu einem Workshop- und Studientag (alle Infos dazu: siehe unten)

Die Bonner Pastorin Gundula Schmidt vom Vorbereitungsteam erklärt: „Wir wollen so dazu beitragen, dass sich Menschen aus den verschiedenen Religionsgemeinschaften in unserer Stadt besser kennen lernen. Wir laden Sie schon heute herzlich zu dieser Veranstaltung ein! Darüber hinaus möchten wir Sie bitten, in Ihren Gemeinden, in Gottesdiensten und Kreisen für diesen Tag zu werben und die Thematik der Gemeinde nahe zu bringen.  Plakate und Flyer werden wir Ihnen ab Anfang August zur Verfügung stellen.“

Ab sofort sind alle Informationen zu diesem interreligiösen Projekt auf der neu eingerichteten Bonner Internetseite www.weisstduwerichbin-bonn.de verfügbar.

Die Bonner Veranstaltung am 26. August steht unter der Schirmherrschaft der Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann. Der Thementag auf dem Marktplatz präsentiert sich mit einer Bühne mit Podiumsgesprächen, kulturellen Beiträgen, ein Gebetszelt sowie einem eigenen Kinderzelt mit Angeboten für Kinder. An einzelnen Ständen werden Gemeinden, Moscheenvereine und Dialoginitiativen ihre Arbeit vorstellen und natürlich wird es auch Kulinarisches zu entdecken geben.

Außerdem liegt die „Kölner Friedensverpflichtung“, die am 29.Oktober 2006 vom Kölner Oberbürgermeister und den dortigen Vertretern der Religionen unterzeichnet wurde, zur Unterschrift aus. Vertreter der Religionen und alle, die dieses Anliegen teilen, können durch ihre Unterschrift ihre Zustimmung zum Ausdruck bringen.

Das Team der Bonner ACK hofft: „Das Projekt „Weißt Du, wer ich bin?“ soll so auch hier in Bonn dazu anregen, Neugier füreinander zu entwickeln, Vorbehalte zu überwinden und Gemeinschaft zu stärken“, so Pastorin Gundula Schmidt

„Bonn ist eine internationale Stadt, in der Menschen aus den unterschiedlichen Kulturen und Religionen zusammenleben“, weiß auch Pastorin Beate Sträter. „Zunehmend erleben wir, dass es nicht reicht, nebeneinander zu leben: Gerade die Religionsgemeinschaften haben eine große Verantwortung, ein friedliches Miteinander zu fördern und sich gemeinsam dengesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen, auch hier vor Ort“, so die Islam-Beauftragte. „Dafür ist es ein erster Schritt, sich gegenseitig wahrzunehmen und sich kennenzulernen. Deshalb beteiligen wir uns vom Evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel an dem bundesweiten Projekt „ Weißt du wer ich bin?“, so Pastorin Beate Sträter.

PROGRAMM des Tags der interreligiösen Begegnung am 26. August 2007 auf dem Bonner Marktplatz

13.00 – 13.30 Uhr Musikalisches Programm: Friedenslieder; Kinderchorprojekt von Friedrich Bauer

13.30 –  13.45 Uhr Grußwort der Oberbürgermeisterin

13.45 – 15.00 Uhr 1. Podiumsgespräch: Selbstverständnis der Religionen
 Teilnehmer: Mitglied aus dem Vorstand der ACK, Rabbiner aus Köln oder Düsseldorf, Sprecher des Rates der Muslime – Moderation: Altsuperintendent Burkhard Müller

15.00 – 15.30 Uhr Musikalisches  Programm

15.30 – 16.15 Uhr 2. Podiumsgespräch: Vorstellen von interreligiösen Initiativen in Bonn – Moderation: Burkhard Müller

16.15 – 17.00 Uhr Musikalisches Programm: Gospelchor „Wave of Joy“

17.00  – 17.30 Uhr Interview mit Herrn Hobohm, Zeitzeuge der Anfänge des interreligiösen Dialogs

17.30 – 18.00 Uhr Musikalisches Programm zum Abschluss

Ganztägig: „Stände der Religionen“: Kirchengemeinden, Moscheegemeinden, jüdische Gemeinde – Darstellung interreligiöser Initiativen und Bildungsangebote – Essensstände – Gebetszelt – Kinderzelt – Unterzeichnung der Kölner Friedensverpflichtung

Weitere Infos: Evangelische Flüchtlings- und Migrationsarbeit Bonn, Pastorin Gundula Schmidt, Tel.: 0228 / 69 74 91, g.schmidt@bonn-evangelisch.de

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Bonner Aktionstag am 25. August mit Workshop für Lehrkräfte, Eltern und Interessierte

Im Rahmen des Projektes „Weißt Du, wer ich bin?“ bieten Evangelisches und Katholisches Schulreferat am Samstag, 25. August 2007, von 11.00 bis 16.30 Uhr einen Workshop für Lehrkräfte aller Schulformen, Eltern und andere Interessierte an.

Das Motto: lautet „Dem Fremden begegnen!?“ Dazu hält der Mainzer Religionspädagoge Prof. Clauß-Peter Sajak den Impulsvortrag. Am Nachmittag sind sieben Kleingruppen zu Themen wie „Jüdischer Alltag in einer christlich geprägten Gesellschaft“ oder „Islamkunde“ im Angebot. Außerdem informiert die Katholische Grundschule Mehlem über ihr spezielles Integrationskonzept für das gemeinsame Leben und Arbeiten in der Schule.

Ort: Katholisches Zentrum, Fritz-Tillmann-Straße 11 – 13, 53113 Bonn.

Anmeldung bis 16. August beim Evangelischen Schulreferat Bonn, Telefon 02 28 / 68 80 – 180 oder E-Mail schulreferat@bonn-evangelisch.de. Auch hier das komplette Programm unter www.weisstduwerichbin-bonn.de.   

 

 

 
 

 

Joachim Gerhardt /

 

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Lebendig und kräftig

Der Evangelische Kirchentag in Köln war ein guter Anlass auch die Städtepartnerschaft zwischen Bonn und Oxford zu vertiefen. Die Bonner ACK bewirtete Gäste aus dem Herzen Englands, gemeinsam verbrachte man eindrucksvolle Tage. Harald Uhl berichtet:

Lebendig und kräftig – so kann, in Anlehnung an das Kirchentagsmotto, die ökumenische Partnerschaft Bonn-Oxford der ACK-Bonn, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirche in Bonn, im Rahmen der traditionsreichen Städtepartnerschaft nach den diesjährigen Erfahrungen gekennzeichnet werden. Mit 22 Gästen aus Oxford – darunter zahlreiche erstmals in Bonn – wurde das anhaltende Interesse der englischen Partner deutlich, die vom 6.-11. Juni – diesmal einen Tag länger als üblich – bei privaten Gastgebern in Bonn, Bornheim, Königswinter und Wachtberg (auch unter ihnen zahlreiche erstmals dabei) betreut wurden. Mit dem Thema „Soziale Gerechtigkeit – Gerechtigkeit durch Bildung“ war ein anspruchsvolles Motto der Begegnungstagung vorgegeben, dem durch die Referate und Diskussionen in vollem Maße entsprochen wurde.

Als Tagungsorte dienten das Dietrich-Bonhoeffer-Haus der Evangelischen Studierendengemeinde, das (neue) Haus des Katholischen Bildungswerkes,  die katholischen Familienbildungsstätte und die Krypta der Kreuzkirche und damit auch  vom Rahmen her zentrale Bildungsstätten in Bonn. Bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die Referate und gestalteten die Diskussionen zur einleitenden Bibelarbeit von Pfarrer Dr. Edzard Rohland aus Bonn, zum Bildungsprogramm des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf/Bossey durch Rev. Dr. Donald Norwood aus Oxford, über christliche Bildungsziele durch die stellv. Leiterin des Amos-Comenius-Gymnsasiums in Bonn-Bad Godesberg, Dr. Cordula Grunow und über Erwachsenenbildung in England durch Dr. Bob Purdie aus Oxford sowie Erfahrungen mit Seniorenprogrammen an deutschen Universitäten durch Prof. Dr. Eckard Freyer, Bonn. Dazwischen lag ein eindrucksvoller Tag beim Evangelischen Kirchentag in Köln mit Beteiligung vorwiegend an zweisprachigen Veranstaltungen und Begegnungen u.a. mit den Friedensnobelpreisträgern Erzbischof Desmond Tutu und Mohammad Yunuz, für alle englischen Gäste eine erstmalige Erfahrung. Der Sonntagnachmittag wurde für eine Busexkursion zu kulturellen Sehenswürdigkeiten im Siebengebirge in Heisterbacherrott, Oberpleis und Bruchhausen und einer Kunstmeditation mit dem Bildhauer und Maler Hanns-Frerk Verhey mit Werkbeispielen im Evangelischen Gemeindezentrum Niederbachem genützt.

Mit herzlichem Dank verabschiedeten sich die Gäste am 11. Juni und sprachen eine Gegeneinladung für 22.-26. Mai 2008 nach Oxford aus. Die Bonner Interessenten werden diesen Gegenbesuch auf einem Treffen im November 2007 organisatorisch und thematisch vorbereiten.

Autor: Prof. Dr. Dr. Harald Uhl 

 

 

 
 

 

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Die Welt zu Gast

Pfingsten ist das Fest des biblischen Sprachenwunder. Unterschiedliche Menschen waren zusammengekommen und mit einem Mal, erfüllt vom Heiligen Geist, …

… verstand ein jeder in seiner Sprache die christliche Botschaft. Das war vor fast 2000 Jahren in oder bei Jerusalem. In Bonn wiederholt sich dieses Wunder fast jeden Sonntag. Denn in vielen evangelischen Kirchen der Stadt und Region sind fremdsprachige Gemeinden zu Gast und feiern regelmäßig in ihrer Sprache Gottesdienst – fast immer offen auch für interessierte Gäste.

En francais

Wer französisch sucht ist herzlich willkommen jeden Sonntag um 11.00 Uhr in der Rigalschen Kapelle („Chapelle Rigal“) in Bad Godesberg. Hier feiert die „Communauté protestante de langue francaise“ Gottesdienst – und das seit mehr als 30 Jahren. Die kulturell munter gemischte Gemeinde von Afrikanern, Franzosen, Schweizern, Kanadier und Belgiern hat mit dem Schweizer Rudolf Gebhard sogar einen eigenen Pfarrer. Multikulturell geht es auch an der Poppelsdorfer Lutherkirche zu. Hier kommen evangelische Christen französischer Sprache jeden Samstag um 16 Uhr zu Chor und Gebetsstunde zusammen, vornehmlich aus Kamerun und Kongo, interessierte Deutsche sind auch dabei. En francaise verbindet ebenso die kleine Schar der „Eglise Internationale de la Puissance en Jesus Christ“. Etwa sechs Personen treffen sich sonntags um 14.00 Uhr in der Johanniskirche in Duisdorf zum Gebet. Rund 20 Afrikaner aus dem Kongo versammeln sich als „Eglise Alliance de paix en Jesu Christ dans le Monde“ sonntagnachmittags im Paul-Gerhardt-Haus der Kirchengemeinde St. Augustin-Niederpleis.

In english

Englisch, besser noch Amerikanisch geht es zu in der „Stimpson Memorial Chapel“ in Bonn-Plittersdorf. Das Schmuckstück von Kirche, das Präsident Bill Clinton 1999 der Stadt Bonn schenkte, war lange die Diplomatenkirche der Amerikaner in Bonn. Heute residiert hier die American Protestant Church, ein rege Gemeinde mit Mitgliedern aus 35 Ländern, in der man auch schon mal Russisch, Rumänisch, Holländisch oder Spanisch hört. Pastor Steve Gaultney lädt zum Gottesdienst sonntags 9.15 und 11.15 Uhr.
Ebenfalls auf Englisch laden die „Christ Apostolic Church“ anglophone Afrikaner sonntags zwischen 13 und 17 Uhr zum Gottesdienst in die evangelische Kirche in Menden sowie die „Truth Sanctuary Church“ jeden Mittwoch zur Bibelstrunde ins Gemeindehaus der Bonner Lutherkirche.

Afrikanisch

Drei Stunden Gottesdienst ist für Afrikaner nichts Ungewöhnliches. Eher noch für das freundliche Hausmeisterehepaar Schmidt im „Haus der Evangelischen Kirche“ in Bonn. Jeden Sonntag öffnen sie den Äthiopiern den Saal im Haus, wo wochentags Superintendent Wüster den Amtsgeschäften nachgeht. Manchmal bis zu 60 Schwarzafrikaner feiern ganz traditionell in knallbunten Gewändern mittags sechs Stunden lang: trommeln, tanzen, essen und singen in ihrer Heimatsprache „Amharisch“.

Koreanisch

Spirituelle Heimat unter fremden Dächern haben auch die koreanischen Protestanten gefunden. Sonntags gleich drei Mal: In der Lukaskirche am Rande der Bonner Altstadt von 12.30 Uhr bis 14.00 Uhr mit Simultanübersetzung auf Deutsch, in der Trinitatiskirchengemeinde in Endenich um 14.00 Uhr – hier wird live über eine Radiofrequenz übersetzt –,  sowie in der bekannten Amerikanischen Kirche in Plittersdorf (13.15 – 14.45 Uhr). Letztere nennt sich „Handok Christengemeinde Bonn“. Sie ist seit 30 Jahren am Rhein und hat sogar einen eigenen Chor, der seit elf Jahren gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenchor aus Buschhoven zu klassischen Konzerten auftritt.

So gibt es immer wieder Verbindungen zwischen sonntäglichem Gastgeber und Gast. Oft geht sie durch den Magen. Denn viele fremdsprachigen Christen bieten einen Stand auf dem Gemeindefest: Dann gibt es je nach Herkunft Bananenbrei, Reissuppe oder „Chicken wings“.

 

 

 
 

 

Johanna Bemmann/Joachim Gerhardt /

 

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