Landessynode 2020: Abgeordneten-Sicht

Die Vertreter aus Bad Godesberg und der Voreifel: Frank Bartholomeyczik, Siegfried Eckert, Mathias Mölleken, Irmela Richter, Schulreferentin Dr. Beate Sträter (als Gast) und Norman Rentrop (v.l.n.r.). Foto: Uta Garbisch

Die Landessynode bestimmt den Kurs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Fünf Vertreterinnen und Vertreter sind aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel dabei.

Der Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel ist in Bad Neuenahr vertreten durch Superintendent Mathias Mölleken (Kirchengemeinde Meckenheim), Pfarrer Siegfried Eckert (Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg), Irmela Richter (Kirchengemeinde Rheinbach), Frank Bartholomeyczik (Kirchengemeinde Meckenheim) sowie den berufenen Synodalen Norman Rentrop (Bad Godesberg) bzw. seine Vertreterin Dr. Ebba Hagenberg-Miliu (Bad Godesberg).

Superintendent Mathias Mölleken (Kirchengemeinde Meckenheim):

Wie in jedem Jahr hat sich die Landessynode mit einer Vielzahl von Themen beschäftigt, die deutlich den Anspruch von „Relevanz und Resonanz“ als Kirche in der Gesellschaft erhebt und auch kenntlich macht.

Thematischer Schwerpunkt war das Verhältnis von Kirche und Diakonie – Grußworte, Andachten und Wortmeldungen bezogen sich sehr konkret auf diakonische Handlungsfelder und gaben Beispiele einer sich zuwendenden und damit diakonischen Kirche beziehungsweise Gemeinden. So verwundert es nicht, dass die Synode noch einmal bekundet hat, das Verhältnis zwischen Diakonie und Kirche zu intensivieren. Die Rheinische Kirche sieht eine besondere Stärke im diakonischen Handeln im jeweiligen Sozialraum.

Dazu passend wurde zum Beispiel die Forderung einer Kindergrundsicherung beschlossen, weil es nahezu unerträglich ist, dass in einem reichen Land wie Deutschland die Kinderarmut zunimmt. Wir konnten hier erkennen, dass wir auch mit unserer Kreissynode im vergangenen Jahr ein wichtiges Thema aufgenommen haben. Jetzt muss es aber um mehr als nur um Bekundungen gehen.

Eindrucksvoll war das Grußwort des Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, der als Gast zum einen die bewusste Vertiefung des Synodalbeschlusses vor 40 Jahren zur „Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ begrüßte, zum anderen angesichts des zunehmenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft eine deutlichere Positionierung gegenüber dem Staat Israel im Sinne einer solidarischen und sich zuwendenden Grundhaltung einforderte. Mit dem erneuerten Beschluss „Umkehr und Erneuerung“ bewege sich die Rheinische Kirche, freiwillig aus der Komfortzone, so Lehrer. Eine große Nachdenklichkeit war bei allen Synodalen wahrnehmbar – auch bei mir, wenn es denn heißt, wie setzen wir dieses Bewusstsein in Schule, Kirchlichem Unterricht, in unserer Gesellschaft deutlicher um?

Die Abgeordneten im Plenum. Foto: Uta Garbisch

Ein weiteres wichtiges Thema war die Diskussion um den Umgang zu den kritischen und sehr berechtigten Fragen zur Umstellung auf die neue Finanzsoftware Wilken P5. Die exorbitanten Kostenerhöhungen, die sich Verlauf des Prozesses ergeben haben, drohten das Vertrauen in die Kirchenleitung und ihr Prozessmanagement zu erschüttern. Wieder einmal – könnte man sagen, da sich die Mängel und Intransparenz bei der Einführung von NKF zu wiederholen scheinen. Schon im Bericht des Präses nahm dieser zu den Fehlern und der verspäteten Information der Synode ausführlich Stellung und bat eindringlich die Synode um Entschuldigung. Hier offenbare sich, so bestätigte der auch dafür bestellte Prüfer, eine Tragik, die darin bestehe, dass auch dieser Kirchenleitung ein Fehler und Vorgehen unterläuft, den sie gegenüber der Vorgänger-Kirchenleitung erklärterweise in jedem Falle verhindern wollte. Die Synode fand nach ausführlichen Beratungen zu einer Erklärung, die die weitere Aufklärung vorsieht, vor allem Konsequenzen und Vorgaben für zukünftige Prozesse macht. Nachvollziehbar war bei allem Verständnis aber doch auch eine deutliche Rüge gegenüber der Kirchenleitung, die die Synode viel zu spät über die Vorgänge informiert hat. Im Unterschied zu manch anderem Handeln in unserer Gesellschaft erwies sich hier aber auch unsere Verantwortung als Kirche, die sowohl kritisch prüft als aber auch zu seelsorglichem und vergebendem Handeln fähig bleibt.

Wie immer sind die Randgespräche oder auch das Ausklingen der Synodaltagung abends in der „Bayrischen Botschaft“ wichtige Gelegenheiten, um kirchliche Themen aber auch persönliches auszutauschen.

Bis zur nächsten Wahl – dann wird es insofern spannend, weil unter anderem eine beziehungsweise ein neuer Präses gewählt werden muss.

Dr. Ebba Hagenberg-Miliu (Bad Godesberg):

Was meine persönlichen Höhepunkte bei der diesjährigen Landessynode waren? Ganz klar der Einsatz für die Kindergrundsicherung und gegen die Armut von Kindern und Jugendlichen, ihre materielle Not, mangelnde Bildungschancen, gegen ihre gesundheitlichen Benachteiligungen und das, was man im sperrigen Behördendeutsch „die fehlende Teilhabe“ nennt. Also dass kein Kind aus welchen Gründen auch immer nicht gleichberechtigtes Mitglied unserer Gesellschaft sein kann. Darin ist die EKiR stark: Sie legt den Finger direkt in schwärende Wunden und benennt Möglichkeiten, sie zu heilen. Hoffentlich hilft`s.

Das tat die Landessynode dieses Jahr auch wieder in Bezug auf die traumatischen Zustände für Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen. Der den Beschluss für eine zivile Seenotrettung und den Beitritt zum entsprechenden Aktionsbündnis begleitende Analysetext liest sich so nervenaufreibend, dass er auch jedem Hassbürger empfohlen sei. Viel Freude machte mir auch, dass die mutige neue Ökumenekonzeption bei nur einer Gegenstimme verabschiedet wurde.

Zum Umgang mit dem „Softwaremurks“, wie mein Sitznachbar Siegfried Eckert das Thema nennt: Wie ergriffen Synodale sich schließlich gegenseitig dankten, mit den doch höchst blamablen Fehlplanungen so christlich umgegangen zu sein, befremdete mich dann doch. Sind wir uns eigentlich noch bewusst, wie eine solche Attitude „nach außen“ auf die Menschen wirkt, die hoffentlich noch weiter ihre Kirchensteuern zahlen?

Frank Bartholomeyczik (Kirchengemeinde Meckenheim):

Die Landessynode stand unter dem Motto Diakonie. Nur blieb es bei einem Vortrag des Präsidenten der Diakonie, bei ohne Arbeitsauftrag tagenden Arbeitsgruppen und einem einen diese Ergebnisse zusammentragenden Vortag. Ein Abend der Begegnung wurde zu Begegnungen zwischen Diakonie und Synode nicht genutzt, es gab leider keine Anregungen. Leider eine verpasste Chance!

Die Synode stand unter dem Eindruck von Kostensteigerungen und mangelnder Information zur Einführung der neuen Finanzsoftware. Es wurde deutlich, dass Leitungshandeln und Projektmanagement in unserer Organisation Kirche nicht ausreichend Raum haben. Es stellt sich da die Frage, ob die Bitte um Entschuldigung ausreicht, aber auch, wie wir es als Kirche mit einer Fehlerkultur halten. Gerade weil diese Kirchenleitung mit einem hohen Anspruch an Transparenz angetreten ist, waren die persönlichen Erklärungen des Präses und des Finanzdezernenten bedrückend, erschütternd und hinterließen Stille im Plenum.

Nachdem die Synode erst langsam in Gang kam, war es doch eine sehr intensive Synode mit kontroversen Diskussionen besonders in den Ausschüssen und in den Pausen. Obwohl für mich doch ein irgendwie enttäuschendes Gefühl zurückbleibt, weil viele Fragestellungen nicht ausreichend oder nur oberflächlich besprochen wurden, bin ich mit den Entscheidungen im Finanzbereich sehr zufrieden. Auch ist es für mich sehr erfrischend, wie offen und kontrovers in Ausschüssen diskutiert werden kann und dann das Ergebnis gemeinschaftlich getragen wird.
Das wird den Gemeinde Luft geben, die ausstehenden und notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen in Ruhe und mit Augenmaß anzugehen.

Pfarrer Siegfried Eckert (Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg):

Komisches Schweigen

Kleiner Erfolg für den Initiativantrag unseres Synodalen Siegfried Eckert (Mitte) zur Klimagerechtigkeit: Bis zur nächsten Synode soll dem Thema in den Ständigen Ausschüssen der Rheinischen Landeskirche eine entscheidende Rolle zukommen. Foto: Uta Garbisch

Als Präses Rekowski eher beiläufig auf der Synode bekanntgab, nächstes Jahr nicht mehr als Präses zu kandidieren, herrschte ein „komisches Schweigen“. So beschrieb eine Mitsynodale dieses Momentum. Eher eigenartig war die ganze Synode. Unbefriedigend wurde das Synodenthema „Diakonie“ behandelt. Eigenartig war es, wie die Synode mit dem Softwaremurks verfuhr. Berührend war es, wie am Ende öffentlicher und nichtöffentlicher Debatten mit der Thematik umgegangen wurde. Eigenartig bleibt, wie wenig Raum für Theologisches ist. Bei ihrer Betriebsamkeit bemerkte die Synode es nicht, welch revolutionäre Ökumene-Konzeption beschlossen wurde.

Erstaunlich ist, wie viel Geld da ist für den Kirchentag, für höhere Ruhegehälter auf der mittleren Ebene und den Erhalt der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal. Erstmalig erlebte ich seit 2002, dass bei gefüllter Versorgungskasse 29 Euro pro Gemeindeglied an die Basis zurückfließen. Komisch war es, wie mit meinem Initiativantrag für mehr Klimagerechtigkeit verfahren wurde. Manche Ungeschicklichkeit erinnerte an frühere Synoden. Es bleibt zu hoffen, dass mit den Wahlen im nächsten Jahr frischer Wind in die rheinische Kirche kommt.

Irmela Richter (Kirchengemeinde Rheinbach):

Synode bedeutet dem Wortsinn nach gemeinsamer Weg. Als Ringen um einen gemeinsamen Weg habe ich die Synode in diesem Jahr erlebt. Mit Spannung habe ich auf die Diskussion um die Kostenentwicklung für die neue Finanzsoftware gewartet. Es gab einen Vorschlag der Kirchenleitung zur Aufarbeitung. Die Synode hat sich jedoch für einen anderen, einen eigenen Weg entschieden, der zuvor in den Tagungsausschüssen beraten wurde. Es geht um eine sorgfältige Analyse und darum, wie in Zukunft bestimmte Fehler vermieden werden können. Das alles geschah in einer sehr wertschätzenden, offenen Atmosphäre, in der der zuständige Finanzdezernent Bernd Baucks eine bewegende persönliche Erklärung abgab. Die Synodalen schienen alle miteinander den Atem anzuhalten, es war mucksmäuschenstill im Saal. Auch der Präses hat sich öffentlich entschuldigt. Einen solchen Umgang mit Fehlentscheidungen kann ich mir im politisch-öffentlichen Raum nicht vorstellen.

Ein weiteres Thema war die Umsetzung der im vergangenen Jahr beschlossenen Jugendpartizipation. Die Vertreterin der Evangelischen Studierendengemeinden berichtete mir von ihren Erfahrungen in der gemeindlichen Jugendarbeit. Nach Jahren als Kindergottesdiensthelferin verspürte sie den Wunsch nach weiteren, spannenden Angeboten, an denen sie vielleicht einfach nur teilnehmen konnte. So etwas gab es in ihrer Umgebung nicht. Sie verlor den Kontakt zur Gemeinde und damit zur Kirche. Im Studium entdeckte sie eher zufällig die Studierendengemeinde, wurde zu einer Tagung eingeladen und traf dort andere junge Menschen, die ähnlich dachten wie sie. So fing Kirche an, ihr wieder Spaß zu machen. Ich denke, wir müssen aus solchen Erfahrungen lernen, wenn wir für junge Menschen interessant bleiben wollen.

Figuren aus Eiche

Über 100 Holzfiguren geben der Weihnachtsgeschichte buchstäblich ihre eigene Gestalt: In der Heilandkirche steht auf 40 Quadratmetern wieder die große Weihnachtskrippe.

Der Münsteraner Schnitzer Albert Nadolle und der frühere Gemeindepfarrer Helmuth Hofmann nahmen sich zwischen 1980 und 1995 viel Zeit, bis alle Figuren fertig gestellt waren. Sie sind anatomisch genau nachgebildet und aus schwer zu schnitzenden Eichenholz, teilweise sogar aus Mooreiche, gefertigt. „Das eigentliche Geheimnis ist die naive Gestaltung und die schlichte Innigkeit der Figuren, die dem Betrachter den Trost der biblischen Botschaft vermitteln“, drückt Susanne Hartenstein, Öffentlichkeitsreferentin der Heilandkirchengemeinde, die Faszination der Krippe aus.

Rund um das Geburtsgeschehen des Jesuskindes sind Personen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt, die in anderen Krippe normalerweise nicht vorkommen: König David, Johannes der Täufer und seine Mutter Elisabeth, die Seherin Sibylle und die Königin von Saba. Zur Glaubenssymbolik der einzelnen Figuren informiert ein ausführliches Krippenheft.

Die Krippe ist ab Heiligabend vor und nach den Gottesdiensten sowie freitags, samstags und sonntags bis zum 16. Januar zwischen 15 und 18 Uhr zu besichtigen. Samstags findet jeweils um 15 Uhr eine Führung statt.
Wie immer ist die Weihnachtskrippe nicht nur ein Ort, den man sehend bestaunen kann. An den Krippensonntagen erklingt jeweils um 18 Uhr die „Musik an der Krippe“.

 

 

 
 

 

gar / 22.12.2004

 

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„Hoffnung nicht verschweigen“

Klaus Eberhard ist der neue Pfarrer der evangelischen Erlöser-Kirchengemeinde in Bad Godesberg. Seit zehn Tagen ist er im Dienst.

„Sehr viele neue Eindrücke, neue Gesichter“, fasst Eberhard seine ersten Erfahrungen zusammen. Sein Dienstumfang umfasst 75 Prozent: 50 Prozent in den Altenheimen der Erlöser- und Johannes-Kirchengemeinde, 25 Prozent im neu zugeschnittenen ersten Pfarrbezirk der Erlöser-Kirchengemeinde. Konkret betreut er etwa 400 Seniorinnen und Senioren in sieben Altenheimen.

„Das Interesse am einzelnen Menschen, was ja auch dem Evangelium entspricht, reizt mich am Pfarrberuf besonders“, so der Theologe. Zuhören können und Belastendes anzuhören gehören für ihn ebenso zu seiner Arbeit wie der Wunsch, „die Hoffnung, die wir haben, nicht zu verschweigen“. Eberhards Pfarrbezirk umfasst 600 Gemeindeglieder. Er befürwortet missionarischen Gemeindeaufbau. „Aber nicht pfarrerzentriert“, betont Eberhard. Geprägt ist er vom Pietismus „den Glauben im Alltag zu leben“. In der Erlöser-Gemeinde wird er den Kindergottesdienst übernehmen und Schulgottesdienste an der Rüngsdorfer Andreas-Schule feiern.

Eberhard ist 31 Jahre alt und ledig. Er stammt aus Wuppertal. Studiert hat er zudem in Bonn und Tübingen. Zuletzt war er in Baumholder, Kirchenkreis St. Wendel, als Pfarrer zur Anstellung tätig. In seiner Freizeit spielt er Klavier, jongliert und joggt an der Rheinpromenade. „Leider auf Asphalt.“ Fußballerisch bleibt er seiner Heimatstadt verbunden. Sein Herz schlägt für den Wuppertaler Sportverein, der Ambitionen hegt, in die zweite Bundesliga aufzurücken. Klaus Eberhard folgt nun auf die Stelle von Dr. Stephan Bitter, der vor fast zwei Jahren in Ruhestand ging.

Am dritten Advent, Sonntag, dem 14. Dezember,
führt Superintendent Dr. Eberhard Kenntner
Pfarrer Klaus Eberhard
offiziell in sein Amt ein.

Im Anschluss lädt die Gemeinde zu einem Empfang ein. Gottesdienstbeginn ist um 10 Uhr in der Erlöserkirche, Rüngsdorfer Straße.

Weitere Informationen bei Klaus Eberhard 0228 – 3 50 39 37.

 

 

 
 

 

11.12.2003

 

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Menschen für Menschen gewinnen

Die Julius-Axenfeld-Stiftung ist Nachfolgerin des Evangelischen Vereins für Diakonie e.V. So soll die Struktur und Organisationsform diakonischer Arbeit den Erfordernissen der heutigen Zeit angepasst werden. Klaus Kohl leitet den Stiftungsvorstand.

Der Name ist Programm: Julius Axenfeld – der engagierte Godesberger Pfarrer gründete um die Jahrhundertwende zahlreiche soziale Einrichtungen in der Stadt und ihrer Umgebung, unter anderem das Godesheim. Dieses soziale Engagement und sein Erfolg verpflichten. So lag es nahe, die Stiftung nach dem Gründervater zu benennen – um die von ihm vor 100 Jahren begonnene Tradition in die Zukunft zu führen.

Aus der Tradition in die Zukunft.
Unter diesem Motto hat der Evangelische Verein für Diakonie e.V. bereits im Jahre 1996 eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet und dieser die Verantwortung für den Betrieb seiner Einrichtungen übertragen. Die externen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen diakonischer Arbeit unterliegen seit einigen Jahren einem rapiden Wandel. Um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen, müssen Struktur und Organisationsform der Arbeit an die Erfordernisse der heutigen Zeit angepasst werden. Es war ein geeigneter rechtlicher Rahmen zu finden, um einerseits der Bestand der Einrichtungen langfristig zu sichern und andererseits fit für künftige Herausforderungen zu werden.
Die nunmehr erfolgte Übertragung der Aufgaben des Vereins auf die Julius-Axenfeld-Stiftung ist damit nur die konsequente Weiterverfolgung des bereits eingeschlagenen Weges.

Kontinuität bewahren – Flexibilität verstärken.
Klaus Kohl, ehemaliger Pfarrer der Gemeinde und heute neuer Vorsitzender des Stiftungsvorstands, bringt es auf den Punkt: „Wir haben mit der Stiftung eine neue Rechtsform gefunden, die ein Höchstmaß an Beständigkeit garantiert, ohne die Beweglichkeit und Flexibilität, die die Arbeit des Vereins stets ausgezeichnet hat, einzuschränken. Vor allem soll die Stiftung aber offen bleiben und Menschen für Menschen gewinnen.“ Auch die Kontinuität ist gewahrt: Die überwältigende Mehrheit der Vereinsmitglieder hat sich entschlossen, ihr bisheriges Engagement für den Verein zukünftig im Stiftungsrat fortzuführen.

Breites Angebotsspektrum – mit einem gemeinsamen Ziel.
Die Stiftung wird die Arbeit des Vereins nahtlos fortsetzen. Zentrale Aufgabe bleibt, die unterschiedlichen, rechtlich selbständigen Einrichtungen mit ihren insgesamt nahezu 400 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unter einem Dach zu vereinen. Und ihnen eine gemeinsame Richtung, eine gemeinsame Identität zu geben.
Kindergärten, Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen, Projekte des zweiten Arbeitsmarktes, Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen bilden den Kanon der Hilfen. Ein weites Spektrum.
Doch die auf den ersten Blick scheinbar sehr unterschiedlichen Tätigkeitsgebiete eint gemeinsam ein Ziel: im Dienst der Menschen dort Hilfe anzubieten und zu leisten, wo es Not tut.

Die Zukunft: Eine lebendige und offene Stiftung.
Das Engagement von Julius Axenfeld und sein offensives Auftreten für die Belange Benachteiligter sind heute noch – trotz des Auf und Ab der vergangenen hundert Jahre – Maßstab und Kompass unserer Arbeit. Sein Geist, seine Energie – und seine Erfolge – werden auch in Zukunft Ansporn für die Arbeit der Stiftung sein. Die Julius-Axenfeld-Stiftung ist eine lebendige, dynamische und eine offene Stiftung. Eine Stiftung, die die Bedürfnisse, Sorgen und Nöte der Menschen – einem Seismographen gleich – wahrnimmt. Und die durch ihre Einrichtungen konkrete Hilfe bietet.

Wer war Julius Axenfeld?
Pfarrer in Godesberg von 1870 bis 1885. Er baute die heutige Erlöserkirche, legte den Grundstein für ein privates Gymnasium – heute das Pädagogium -, schuf das Haus Philadelphia als evangelische Begabtenschule, errichtete ein Erholungshaus für Männer, gründete den Lutherverein für Diasporapflege – und er initiierte das Diaspora-Waisenhaus Godesheim. Damit ist er der Gründervater des heutigen Ev. Jugendhilfezentrums Godesheim.

Evangelische Axenfeld Gesellschaft
Als Neugründung aus dem Evangelischen Verein für Diakonie e.V. im Jahr 2003 entstanden, fungiert die Evangelische Axenfeld Gesellschaft gGmbH als Bindeglied zwischen den verschiedenen Einrichtungen und den rechtlich selbständigen Gesellschaften im Verbund der Julius Axenfeld Stiftung.
Die Aufgaben
Die Gesellschaft übernimmt eine Reihe von zentralen Dienstleistungs- und Verwaltungsfunktionen für den gesamten Verband – unter anderem
* die Verwaltung der Liegenschaften,
* das Personal- und Rechnungswesen,
* die interne Revision,
* das generelle Controlling.
Die Evangelische Axenfeld Gesellschaft gGmbH steht in der Tradition des Ev. Vereins für Diakonie e.V. und des Gründers, Pfarrer Julius Axenfeld. Sein diakonisches Selbstverständnis, sein Durchsetzungswille und seine Einsatzbereitschaft sollen – angepasst an die heutigen Verhältnisse – fortgesetzt werden. Für den Erhalt und den Ausbau eines modernen, flexiblen Angebotes an sozialen Dienstleistungen sind Risikobereitschaft und hohes Engagement – ganz im Sinne von Julius Axenfeld – unverzichtbare Voraussetzungen.

KONTAKT
Ev. Axenfeld Gesellschaft gGmbH
Waldstraße 23
53177 Bonn
Telefon 02 28/38 27-311
E-Mail  akonitz@ggmbh.de

Gemeinnützige Gesellschaft für Beschäftigungsförderung – GBF

Mit einer Vielzahl von Angeboten in den Bereichen des Garten- und Landschaftsbaus ist die Gemeinnützige Gesellschaft für Beschäftigungsförderung mbH (GBF) seit vielen Jahren im Auftrag der Bundesstadt Bonn in einem klassischen Aufgabenbereich von Beschäftigungsmaßnahmen für Sozialhilfebezieher tätig.

Die Aufgaben
Kerngedanke der GBF ist es, Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose und schwerstvermittelbare arbeitslose Sozialhilfebezieher zu schaffen. Diese Menschen erleben durch die Beschäftigung einen neuen, oft erstmaligen Zugang zum Arbeitsleben. Damit – und durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit regionalen Wirtschaftsbetrieben dieser Branche – fungiert die GBF für viele Betroffene als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt.
Einige Beispiele aus dem Leistungsangebot der GBF:
* Garten- und Landschaftspflege
Pflege und Instandhaltung von Grünanlagen aller Art.
* Garten- und Landschaftsbau
Neuanlage von Spielplätzen, Sportstätten, Garten- und Grünanlagen sowie Biotopen einschließlich aller erforderlichen Pflaster-, Steinsetz- und Zaunarbeiten.
* Baumschule
Die Baumschule auf dem Betriebsgelände in Rheinbach ist ökologischen Prinzipien verpflichtet. Sie ist daher auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise DEMETER, NRW.
Neben der Funktion als Beschäftigungsgesellschaft der Bundesstadt Bonn bietet die GBF ihr komplettes Dienstleistungsangebot auch Privatpersonen und Wirtschaftsunternehmen an.
 
KONTAKT
Gemeinnützige Gesellschaft für
Beschäftigungsförderung mbH – GBF
Münstereifelerstraße 84
53359 Rheinbach
Telefon 0 22 26/92 41-0
E-Mail btrau@ggmbh.de

Diakonische Wirtschaftsbetriebe Bad Godesberg – DWB
Als Träger verschiedener Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte haben die Diakonischen Wirtschaftsbetriebe Bad Godesberg gGmbH (DWB) das Ziel, Sozialhilfeempfängern einen (Wieder-)Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ermöglichen. Nicht als Maßnahme von der „Stange“ – sondern mit der passenden Lösung für jeden Einzelnen. Persönlich. Flexibel. Und mit System.
Das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird gewährleistet durch: flexible Formen der Beschäftigung, ein breit gefächertes Beratungsangebot sowie betriebliche Qualifizierungs- und Ausbildungsmöglichkeiten.
Einige konkrete Projektbeispiele der DWB:

Der Schnäppchenmarkt
Der Markt für Gebrauchtmöbel in Beuel bietet – neben einem umfangreichen Angebot an Secondhand-Waren – Arbeits- und Qualifizierungsmöglichkeiten in den Bereichen Einzelhandel, Verkauf, Schreinerei und Transportdienst.
Die BOM
Als Maßnahme zur beruflichen Orientierung für Menschen, die Sozialhilfe erhalten oder vor der Sozialhilfe stehen, bietet die BOM – je nach individuellen Bedürfnissen – alle Arten von Hilfen rund um die Suche nach einem Arbeitsplatz: Bewerbungstraining, Vermittlung in berufliche Praktika, Unterstützung bei der Suche nach Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Hilfe bei der Entschuldung und vieles mehr.
CHECK IN und TAKE OFF
Beide Projekte sind eng miteinander verknüpft. Sie richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene ohne Arbeit. Konkret kann innerhalb von 24 Stunden ein Arbeitsvertrag angeboten werden – noch unkomplizierter ist ein Einstieg nicht möglich. Neben beruflicher Beratung und ersten Arbeitserfahrungen werden junge Menschen bei der Entwicklung ihrer individuellen Strategie für die Zukunft unterstützt.
Der Familienservice
Alleinerziehende Mütter – oft in ganz besonderer Weise von Armut und Benachteiligung am Arbeitsmarkt betroffen – erhalten umfassende und flexible Möglichkeiten zur Betreuung ihrer Kinder. Gleichzeitig werden sie beraten und unterstützt, um den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt erfolgreich zu bewältigen.

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Diakonische Wirtschaftsbetriebe
Bad Godesberg gGmbH – DWB
Waldstraße 23
53177 Bonn
Telefon 02 28/38 27-0

Gemeinnützige Bonner Gesellschaft zur Förderung der gesellschaftlichen Integration und Rehabilitation behinderter Menschen – INTRA
Gerade behinderte Menschen sind in besonderer Weise vom Problem der Arbeitslosigkeit betroffen. Der schwierige Schritt von der Schule in den Arbeitsmarkt droht in vielen Fällen zu misslingen. Die Gemeinnützige Bonner Gesellschaft zur Förderung der gesellschaftlichen Integration und Rehabilitation behinderter Menschen mbH (INTRA) hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge behinderte Menschen beim Übergang von der schulischen Ausbildung in das Berufsleben zu unterstützen.
Die Aufgaben
INTRA begleitet junge, behinderte Menschen von der Schule bis zum Arbeitsplatz. Und noch darüber hinaus. Persönliche Berufsbegleiter unterstützen und beraten die Betroffenen individuell: Von der Schule über die Jobberatung bis zur individuellen Ausbildung. Oder suchen weitere, zusätzliche Bildungsmaßnahmen.
Hilfe beim Verselbständigungsprozess
Zwölf junge behinderte Menschen haben seit November 2003 die Möglichkeit des „Verselbständigungswohnens“ in dem von INTRA betriebenen und vollständig behindertengerecht gestalteten Heinz-Dörks-Haus in der Bonner Innenstadt.
Zukunftsweisende Arbeitsmöglichkeiten
INTRA arbeitet flexibel und individuell: Neben konventionellen Arbeitsplatzangeboten werden neue, zukunftsweisende Arbeitsmöglichkeiten gesucht – oder auch gestaltet.  Maßstab sind dabei immer die Fähigkeiten, Bedürfnisse – und die Wünsche – aller Behinderten, die auf individuelle Förderung angewiesen sind.

KONTAKT
Gemeinnützige Bonner Gesellschaft
zur Förderung der gesellschaftlichen Integration
und Rehabilitation behinderter Menschen – INTRA
Heinz-Dörks-Haus
Joachimstraße 10-12
53113 Bonn
Telefon 02 28/38 27-800
INTRA@ggmbh.de

Gemeinnützige Evangelische Gesellschaft für Kind, Jugend und Familie – KJF 
Im Spannungsfeld zwischen offensiven Bekenntnissen zur Familienpolitik einerseits und den akuten Finanznöten der Kommunen und Länder auf der anderen Seite stehen junge Familien mit ihren Kindern meist im Abseits. Oft kann selbst der gesetzlich verbriefte Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz nur mit Mühe eingelöst werden.
Vor diesem Hintergrund wurde die Gemeinnützige Evangelische Gesellschaft für Kind, Jugend und Familie gGmbH (KJF) als Träger von Tageseinrichtungen für Kinder gegründet. Die KJF steht damit für die Sicherung und den Ausbau einer zeitgemäßen und bedarfsgerechten Versorgung junger Familien mit Betreuungsangeboten für ihre Kinder.
Die Angebote
Zum 1. Januar 2004 übernimmt die KJF zwei Tageseinrichtungen für Kinder mit insgesamt 105 Plätzen – beide Einrichtungen waren in ihrem Bestand akut bedroht. Damit leistet die KJF einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Kinderbetreuung in den beiden Bonner Stadtteilen.
* Das Waldnest
Im früheren Kindergarten des Ev. Krankenhauses in Bad Godesberg werden insgesamt 55 Kinder in drei Gruppen betreut. Dieses Angebot an Plätzen für die ganztägige Betreuung der Kinder ist in Bonn wohl einzigartig und deckt in vorbildlicher Weise das gesamte Altersspektrum vom vierten Lebensmonat bis zum 14. Lebensjahr ab.
* Das Söderblomhaus
Die Fortführung des Kindergartens im ehemaligen Gemeindezentrum der Christus-Kirchengemeinde sichert die Gesamtversorgung mit Kindergartenplätzen im Stadtteil Friesdorf. In zwei Gruppen werden dort zur Zeit 40 Kinder betreut. Nach intensiven Umbaumaßnahmen wird die Kapazität auf 50 Plätze erhöht werden.

KONTAKT
Gemeinnützige Evangelische Gesellschaft
für Kind, Jugend und Familie – KJF 
Waldstraße 23
53177 Bonn
Telefon 02 28/38 27-0

Seniorenzentrum Heinrich Kolfhaus
Das Leben als „Dasein für andere“ – diese Forderung des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer war der Leitgedanke bei der Errichtung des Seniorenzentrums Heinrich Kolfhaus. Das von der gemeinnützigen Godesberger Gesellschaft für Diakonische Einrichtungen mbH getragene Seniorenzentrum bietet 120 Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit, einen erfüllten Lebensabend in einem modernen, funktionsgerechten Zuhause zu erleben. Eine offene Gestaltung – helle, lichtdurchflutete Räume, freundliche Farben bestimmen die Architektur und entsprechen dem Konzept der Offenheit und Freundlichkeit.
Menschliches Miteinander als Prinzip
Akzeptanz und menschliches Miteinander sind die selbstverständlichen Voraussetzungen für ein zufriedenes Leben im Alter. Die positive Mischung aus Geborgenheit auf der einen und Spielräumen für ein eigenes, selbstbestimmtes Handeln auf der anderen Seite garantiert eine individuelle Gestaltung des Alltags.
Die Betreuung orientiert sich an den persönlichen Bedürfnissen die Bewohner: Sie selbst wählen aus, wieviel Hilfe sie benötigen. Eine qualifizierte, dem gesicherten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis entsprechende Pflege schafft Sicherheit – und Vertrauen. Und die Möglichkeit, die vielfältigen Angebote des Hauses zu nutzen. Das Seniorenzentrum Heinrich Kolfhaus bietet ein breites Spektrum an Veranstaltungen. Mit seinem abwechslungsreichen Programm versteht sich das Haus als Teil des sozialen und kulturellen Lebens der Stadt.

KONTAKT
Seniorenzentrum Heinrich Kolfhaus
Venner Straße 18
53177 Bonn
Telefon 02 28/38 91-280

Evangelisches Jugendhilfezentrum Godesheim
Seit mehr als 100 Jahren verbinden sich im Evangelischen Jugendhilfezentrum Godesheim evangelische Diakonie und Pädagogik zu einer produktiven Symbiose. Die Einrichtung – damals von Julius Axenfeld gegründet, heute von der Gemeinnützigen Godesberger Gesellschaft für Diakonische Einrichtungen mbH getragen – bietet inzwischen mehr als 200 Kindern und Jugendlichen ein neues Zuhause. Darüber hinaus werden ständig mehr als 100 Familien und Jugendliche ambulant in ihren eigenen Wohnungen betreut.
Begegnung und Dialog
Erziehung kann nur gelingen, wenn Begegnung gelingt, wenn ein echter Dialog zwischen den Jugendlichen und den Mitarbeitern stattfindet. Diese grundlegende Überzeugung prägt die Arbeit mit den Jugendlichen – dabei stehen Akzeptanz, Achtung und Wertschätzung an erster Stelle.
In der Vergangenheit haben sich Träger vor allem der stationären Jugendhilfe oftmals über ihr jeweils spezifisches Angebot definiert und nicht über die Bedürfnisse der Betroffenen. Damit wurden aber immer Anpassungsleistungen von den Kindern und Jugendlichen erwartet. Für viele Betroffene führte diese Struktur in eine nicht enden wollende Odyssee: von Einrichtung zu Einrichtung, von einem Beziehungsabbruch zum nächsten. Diese Verlusterlebnisse machten die Arbeit nahezu aussichtslos.
Die Aufgaben
Das Ev. Jugendhilfezentrum Godesheim setzt seit Jahren auf das Konzept „Viele Hilfen aus einer Hand“. Das integrierte Verbundsystem flexibler Hilfen orientiert sich an dem individuellen Bedarf der Jugendlichen – mit dem Ziel der Entwicklung von konkreten Problemlösungen. Lösungen, die sich anpassen – und die sich verändern, wenn Probleme sich verändern:
* Hilfen in akuten Krisen zum Schutz von Kinder und Jugendlichen,
* Hilfen zur Unterstützung von Familien,
* Hilfen zur Ersetzung der Familie,
* Hilfen zur Verselbständigung von Jugendlichen,
* besondere flexible Hilfen.

KONTAKT
Evangelischen Jugendhilfezentrum
Godesheim
Waldstraße 23
53177 Bonn
Telefon  02 28/38 27-0
E-Mail info@ggmbh.de

 

 

 

 
Axenfeld-Stiftung: Das Faltblatt
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04.12.2003

 

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AIDS in AFRIKA – und was tun wir?

„Aids is real“. So steht es auf riesigen Plakaten an den Straßenrändern im südlichen Afrika. Am Samstag, 22. November 2003, ist Aids Thema in Meckenheim.

In Afrika mag HIV/AIDS inzwischen tatsächlich zur bitteren Wirklichkeit sehr vieler Menschen geworden sein, uns erscheint diese Krankheit nach wie vor eher unwirklich.  Die sogenannten Randgruppen unserer Gesellschaft mögen damit zu tun haben – aber wir doch nicht!

Doch HIV/AIDS zeigt bereits jetzt weltweit verheerende und wirtschaftliche und soziale Folgen. Das ohnehin von Armut, Krankheit und Bildungsnotstand gezeichnete Afrika trägt dabei die Hauptlast der globalen Epidemie. In einigen Ländern ist jede/r dritte Einwohner/in HIV-positiv.

Wie gehen Gesellschaft und Politik mit dieser Situation um?
Angst, Tabus und Vorurteile lähmen auch das Engagement der Kirchen. Wie sehen antworten die lokalen Kirchen und die Theologie auf die Epidemie?
Welche medizinischen Möglichkeiten gibt es für Menschen mit AIDS in Afrika?
In Uganda ist die Zahl der Infizierten in den letzten Jahren deutlich  gesunken. Wie sehen solche wirksamen Programme im Kampf gegen HIV/AIDS aus?

Seit 1998 arbeitet die Vereinte Ev. Mission (VEM) schwerpunktmäßig in der AIDS-Bekämpfung in ihren Mitgliedskirchen.

Zu Gast ist Yvonne Kavuo, D.R. Kongo. Sie ist als Beraterin für die AIDS-Arbeit der VEM-Mitgliedskirchen in Kamerun, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo tätig. Es laden ein: Arbeitskreis Mbandaka, Arbeitskreis Mission und Ökumene, Gemeindedienst für Mission und Ökumene – Region Köln/Bonn.

PROGRAMM
der Tagung am Samstag,
22. November 2003,
15 bis 18 Uhr

Evangelisches Gemeindezentrum
DIE ARCHE
Akazienstraße 3, Meckenheim-Merl

15.00 – 15.45 Uhr Begrüßung und Einführung  
 „Unser Land hat Aids“ (Videofilm aus Namibia)
 
15.45 – 16.45 Uhr Referat Yvonne Kavuo
 Einführung in die Situation im frankophonen Afrika,
 Focus Kongo

16.45 –17.30 Uhr  Aidshilfe Bonn

17.30 – 18.00 Uhr  „Was können wir tun?“ 
 Vorstellung von Projekten und Hilfsmaßnahmen

KONTAKT:

Hiltrud Pfnorr-Leihner
Tel.: 02225 / 7805
Email: pfnorr@t-online.de

Sabine Heimann
Tel.: 02241 / 67601
Email: heimann@oikoumene.de

ANMELDUNG:

Arbeitskreis Mbandaka
Hiltrud Pfnorr-Leihner
Assenmachergasse 16
52243 Wachtberg

 

 

 

 

 
 

 

13.11.2003

 

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Wählerverzeichnisse liegen aus

Noch bis zum 17. November liegen die Wählerverzeichnisse für die Presbyteriumswahl 2004 in den Gemeindebüros des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel aus.

Die Wahl findet in der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland am 15. Februar 2004 statt. Dann bestimmen die Mitglieder von über 800 Gemeinden ihre Leitungsgremien oder Presbyterien neu. Zum Urnengang sind diejenigen zugelassen, die am Wahltag konfirmiert oder mindestens 16 Jahre alt sind. Um ihr Wahlrecht sicher zu stellen, können die Wahlberechtigten prüfen, ob sie im Verzeichnis eingetragen sind.
 
Über 140 Presbyterinnen und Presbyter engagieren sich ehrenamtlich in den 13 Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel für ihre Kirche. Zusammen mit Vertretern aus der hauptamtlichen Mitarbeiterschaft sowie den Pfarre-rinnen und Pfarrern entscheiden sie im Rahmen der Kirchenordnung über alle Fragen und Probleme der Gemeinden: Gestaltung von Gottesdiensten, Neubau eines Gemeindezentrums, Einstellung der Kindergartenleiterin oder Aufstellung eines Finanzplanes. Gewählt werden kann jedes Mitglied einer Gemeinde, das am Wahltag 18 Jahre alt ist und im Wahlverzeichnis steht. Die Amtszeit beträgt erstmalig vier statt
bisher acht Jahre.

Dazu Dr. Eberhard Kenntner, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel: „Unsere Kirche lebt von den Frauen und Männern an der Basis, die mit viel Sachkenntnis und Engagement ihre Gemeinde leiten. Deshalb meine Bitte an alle Wahlberechtigten: Nutzen Sie Ihr Wahlrecht! Entweder als KandidatIn für das Presbyteramt oder im nächsten Jahr an der Urne. Ich wünsche mir, dass sich dank des gesenkten Wahlalters auch viele jüngere Gemeindemitglieder beteiligen.“

 

 

 
 

 

12.11.2003

 

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Kirchliche Stiftung gefördert – Kooperation in der Region stärken

Mit einem Betrag von 33.000 Euro unterstützt der Kirchenkreis die neue Stiftung für gemeindenahe Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Dies beschloss die Synode des Kirchenkreises.

62 stimmberechtigte Synodale aus den 13 Kirchenge­meinden und zahlreiche Gäste waren nach Swisttal zu der Herbsttagung gekommen. Die Stif­tung „Gemeindenahe Behindertenarbeit der Evangelischen Kirchengemeinden Meckenheim, Rheinbach, Swisttal“ will Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung unterstützen und fördern. Angehörige sollen beraten und seelsorgerisch betreut werden.
Weiteres Thema war die Reform der Kirchenordnung. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) hatte Vorschläge zur Veränderung der Struktur und Zusammensetzung kirchlicher Gremien vorgelegt. Bedenken äußerte die Synode gegenüber dem Vorschlag, dass Superintendenten ihr Amt demnächst nicht mehr nebenamtlich, sondern hauptamtlich ausüben. Zudem forderten die Synodalen, dass alle Pfarrer und Pfarrerinnen wei­terhin regelmäßig an der Arbeit der Gemeindeleitungen zu beteiligen sind. Die Landeskirche hatte vorgeschlagen, nur noch Gemeindepfarrer ständig in die Presbyterien aufzunehmen. Die Möglichkeit einer Zwangsvereinigung von Kirchenkreisen – wie sie im Entwurf der Landeskirche vorgesehen ist – lehnten die Synodalen ab.
Das Thema Fusion sprach auch Superintendent Dr. Eberhard Kenntner in seinem Bericht an. Ihm erscheinen „die geographischen, aber auch die verwaltungsmäßigen Strukturen der Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel zur Zeit schwer kompatibel“. Sinn mache jedoch eine „weitere unvoreingenommene Überprüfung aller Möglichkeiten zu Kooperationen in bestimmten Bereichen“. Dies werde beispielsweise seit langem in der Pressearbeit oder im Diakonischen Werk praktiziert.
Den Haushalt für das Jahr 2004 stellten die Abgesandten aus den Kirchengemeinden in Höhe von 2,38 Mio. Euro fest. Etwa 84.000 Euro davon werden durch Entnahme aus der Ausgleichs­rücklage gedeckt. Kenntner: „Wir müssen im nächsten Jahr mit weniger Geld auskommen als in diesem Jahr.“ Die Jahresrechnung  für 2002 schloss mit einem Überschuss von 46.000 Euro. Davon fließen 10.000 Euro in ein kreiskirchliches Musikfestival, das im kommenden Sommer stattfinden wird.   
Über das Grundschulen-Projekt „Offene Ganztagsschule“ informierte Schulreferentin Elisabeth Thissen die Synodalen. Deutlich benannte sie die Schwierigkeiten. Es gäbe keine verbindlichen Standards und keine verbindliche Höhe der Refinanzierung. Gleichzeitig ermutigte sie die Kirchengemeinden mit Blick auf die Schulen aber zu „kirchlicher Jugendarbeit an anderem Ort“. Nirgendwo sonst habe die Kirche die Möglichkeit, so viele Kinder zu erreichen.

Akademie mit Europa-Perspektive

Erste Konturen nimmt das „Haus der Begegnung“ auf dem Bad Godesberger Heiderhof an, das ab Januar 2004 von dem Pädagodisch-Theologischen Institut (PTI) und der Evangelischen Akademie Mülheim gebildet wird. Auf der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel stellten Vertreter beider Institutionen erste Planungen vor. „Bei den Überle­gungen spielt die Bonner Region mit ihren besonderen Anreizen eine wichtige Rolle“, betonte Wolfgang Heyde, Vorsitzender des Kuratoriums der Evangelischen Akademie. Vor allem die Präsenz von Einrichtungen der Vereinten Nationen (UN), der Bonner Universität und vieler wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen sei eine neue Herausforderung für die Akademie. Dies führt dazu, dass der Arbeitsbereich „Europa“ neu an der Akademie entsteht, wie Studienleiter Dr. Frank Vogelsang berichtete. „Für internationale und nationale Themen ist der Standort Heiderhof sehr gut.“
Wie wichtig die Lage auf dem Heiderhof in Bad Godesberg ist, betonte auch die Leitende Dozentin des PTI, Dr. Ulrike Baumann. Das Institut verantwortet die pädagogische Aus- und Fort­bildung für die gesamte rheinische Kirche. „Von der Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie erhoffen wir uns eine Intensivierung der bildungspolitischen Diskussion.“ So seien bei­spielsweise der islamische Religionsunterricht oder die Rolle von Religion in der Schule auch mit Blick auf Europa zu diskutieren.
Die Landessynode der rheinischen Kirche hatte auf ihrer Tagung im Januar 2003 den Umzug der Evangelischen Akademie aus Mülheim an der Ruhr nach Bonn beschlossen. Organisatorisch werden die beiden Einrichtungen getrennt bleiben. „Das Gebäude im Mandelbaumweg 2 wird in Zukunft der Sitz zweier selbstständiger Einrichtungen sein“, so Heyde. Gemeinsam bilden die Evangelische Akademie und das PTI dann das „Haus der Begegnung“.

Protest gegen NRW-Landeshaushalt

Gegen die geplanten Kürzungen der Landesregierung im sozialen Bereich hat sich der Evangelische Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel auf seiner Tagung in Swisttal ausge-sprochen. Die 62 Abgesandten aus den Kirchengemeinden der Region forderten die Landes­regierung mit deutlicher Mehrheit auf, „den Landeshaushalt nicht auf Kosten der Benachteiligten und Hilfsbedürftigen zu sanieren.“
In seinem Bericht beklagte Superintendent Dr. Eberhard Kenntner, dass der geplante nordrhein-westfälische Doppelhaushalt 2004/05 nicht nur Kindergärten in Existenznot bringe. „In einem Zeitraum, der keinen Spielraum für eigenes Planen oder Reagieren lässt, werden Zuschüsse um bis zu 40 Prozent zurückgefahren.“ Ein Arbeitsplatz in der Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Jugend-, Ehe- und Lebensfragen sei dadurch akut gefährdet. Die Vorgehensweise der Landesregierung weckt in Kennter die Befürchtung, dass das Land sich aus der Rolle eines zuverlässigen Partners kirchlich verantworteter Sozialarbeit verabschiedet. „Die Folgen für das Verhältnis Kirche-Staat sind noch nicht abzusehen. Eine tiefe Vertrauenskrise ist entstanden“, so der Superintendent

 

 

 
 

 

08.11.2003

 

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Hilfe für demente Menschen

Am Freitag den 31. Oktober 2003 ist es soweit. Die Diakonie-Station eröffnet in den Räumen der Ev. Kirchengemeinde, Kölner Straße 41, Euskirchen ein Betreuungs-Café für Alzheimer Kranke Menschen.

Jeden Freitag in der Zeit von 9 bis 12 Uhr können Angehörige Ihre Dementen Familienmitglieder zu dem Café bringen. Zusammen mit geschultem Personal gibt es in den drei Stunden ein kleines Frühstück, Spiele, Bewegung und Begegnung.

Ziel ist es für Demente Menschen eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen und den Angehörigen einige Stunden für sich zu schenken.

Das Café ist für alle betroffenen Menschen offen. Für eine bessere Vorbereitung ist eine Anmeldung unter Tel.: 0 22 51 –  44 48 bei der Diakonie-Station Euskirchen sinnvoll, aber nicht zwingend.

Wir freuen uns auf Sie.

Monika Kronenberg und Walter Steinberger

 

 

 
 

 

DW Euskirchen / 29.10.2003

 

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Pfarrkonvent in der Tomburg-Kaserne

Militärseelsorge und die Bundeswehr mit ihren neuen Aufgaben standen im Mittelpunkt des Besuches in der Rheinbacher Tomburg-Kaserne.

„Die Landesverteidigung ist weiter zu gewährleisten“, betonte Brigadegeneral Kurt Herrmann vor Pfarrerinnen und Pfarrern aus Bad Godesberg und der Voreifel. Doch rücke dieser Verteidigungsauftrag zunehmend in den Hintergrund. Diese Veränderungen stellten die Bundeswehr vor neue Probleme, so der Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung. „Es ist ungleich schwieriger geworden herauszufinden, wer wirklich bedrohlich ist.“

 

Der evangelische Militär-Seelsorger in Rheinbach, Pfarrer Jürgen Waskönig, hatte seine Kolleginnen und Kollegen in die Kaserne eingeladen. In der Andacht zu Beginn des Besuches berichtete er von einem Wochenende mit Soldaten und ihren Familien am Erntedankfest. „Die Begegnungen waren sehr intensiv.“ Mit dem Brigadegeneral war er sich über die wichtige Rolle der Seelsorge für Soldaten einig. „Durch die Auslandseinsätze hat sich ihre Bedeutung noch verändert“, so Kurt Herrmann. Als in Kabul im Juni vier Soldaten zu Tode kamen, sei dies besonders deutlich geworden. „Menschen suchen in extremen Situationen Halt und Stütze. Und da sind die Militär-Seelsorger dann Ansprechpartner.“

 

 
 

 

Rheinbach / 10.10.2003

 

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Thomas-Kirchengemeinde durch Fusion gegründet

Es regnete in Strömen, doch die Pauluskirche war gut gefüllt, als die Evangelische Thomas-Kirchengemeinde einen Festgottesdienst zu ihrer Gründung feierte.

Am 1. Oktober schlossen sich Christus- und Paulus-Kirchengemeinde zur neuen Thomas-Kirchengemeinde in Bad Godesberg zusammen. „Wir wollen die neue Vielfalt nutzen um Menschen zu begleiten“, betonte Pfarrer Ernst Jochum am Abend. Symbolisch fügten Presbyter die bisherigen Siegel der beiden Gemeinden zu einem neuen zusammen.

In seiner Predigt bezeichnete Superintendent Dr. Eberhard Kenntner den Namenspatron Thomas als den modernen Menschen schlechthin: „Thomas ist Realist. Er sieht die Welt, wie sie ist.“ In diesem Zusammenhang wertete Kenntner das Vergehen beider Gemeinden nicht als Krise. Vielmehr sei die Bereitschaft, die äußere Gestalt von Kirche und Gemeinde immer wieder zu verändern, „Konsequenz aus der Erkenntnis, dass alles darauf ankommt, dem Weitersagen der frohen Botschaft einen angemessenen Raum zu schaffen“.

 

Die Bedingungen für die Verkündigung des Evangeliums für die Menschen sollten je nach ihrer Zeit und ihren Erfordernissen neu ausgerichtet werden. „Eine Gemeinde, die sich über lange Zeit in ihren Strukturen nicht verändert, steht in der Gefahr, zum Museum zu werden und zu sterben.“ Demgegenüber seien Zwillingsgemeinden wie Paulus und Christus, die sich zu einer Thomasgemeinde zusammen tun, „gerade in ihrer Bereitschaft, ihre sichtbare Gestalt zu verändern, Zeichen der Lebendigkeit und Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Jesu Christi in Bad Godesberg“.

Vertreter der benachbarten Erlöser-, Heiland und Johannes-Kirchengemeinde beglückwünschten die Thomasgemeinde zur Fusion. Mit Blick auf das Regenwetter wünschte Pfarrer Christian Werner der neuen Gemeinde auch in Zukunft mögen „Ströme lebendigen Wassers fließen“. Im Namen des Kreissynodalvorstandes dankte Werner der bisherigen Paulus-Presbyteriumsvorsitzenden Jutta Muck, Pfarrer Ernst Jochum und Gemeindeamtsleiter Werner Diesterhöft: „Ohne Sie wäre das nicht gegangen.“

 

 
 

 

02.10.2003

 

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Rat und Hilfe in der JVA Euskirchen

„Menschen in schwierigen Situationen Rat und Stärke geben“, darin sieht Arnulf Linden eine seiner Stärken. Der 53-jährige Pfarrer ist ab Oktober neuer Gefangenenseelsorger in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Euskirchen.

In der 1996 eingerichteten Anstalt  befinden sich etwa 500 Menschen im offenen Vollzug – Tendenz steigend. Die Täter kommen aus der Region. Sie sind heimatnah untergebracht und sollen lernen, künftig ein Leben zu führen ohne straffällig zu werden. „Mithelfen, dass dieses Modell weiter entwickelt wird“, ist dabei Lindens Anliegen. Den Gefangenen will er die Möglichkeit bieten, ihre Lebensprobleme aus anderer Sicht zu überdenken. Dabei geht es nicht nur um Schuldfragen. Probleme bei der Resozialisierung spielen ebenfalls eine Rolle: Was geschieht mit der Wohnung? Oder er vermittelt zwischen Gefangenen und ihren Angehörigen. Kontakte knüpft Linden in seiner Sprechstunde oder beim Billard in der JVA-Cafeteria.

Der Fan moderner Literatur – er liest gerade „Tod eines Kritikers“ von Martin Walser – plant bereits eigene Projekte in der JVA. Theaterspielen und ein Literaturgesprächskreis gehören dazu. „In eine andere Rolle zu schlüpfen, kann eine gute Hilfe für Straffällige sein“, so Arnulf Linden. Zunächst wird er sechs Wochen lang von einem Kollegen in Köln-Ossendorf in seinen neuen Arbeitsbereich eingewiesen. Danach wird es eines seiner Hauptziele sein, die Euskirchener Arbeit bekannt zu machen.

Von 1977 bis 1990 arbeitete Arnulf Linden als Gemeindepfarrer in Bad Honnef. Ab 1991 war er als Militärpfarrer in Köln-Wahn tätig. Einzelgespräche und Lebenskundlicher Unterricht waren seine Schwerpunkte. Für jeweils mehrere Monate begleitete er Soldaten ins Ausland, darunter auch nach Sarajewo und Kabul. Der gebürtige Wuppertaler ist mit einer Kinderärztin verheiratet und hat einen Sohn.

Die Einführung von Pfarrer Arnulf Linden findet statt am Sonntag, 5. Oktober 2003, in der Kirche der JVA Euskirchen, Kölner Straße 250, 53879 Euskirchen statt. Der Gottesdienst, in dem auch der bisherige Seelorger, Dekan Rudolf Hebeler, verabschiedet wird, beginnt um 15 Uhr.

 

 

 
 

 

Bad Godesberg-Voreifel / 01.10.2003

 

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Engagiert geprägt und gestaltet

Heute vor 25 Jahren hat Gisbert Hatscher seinen Dienst als Jugendpfarrer des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel begonnen.

Aus Anlass des Jubiläums dankte Superintendent Dr. Eberhard Kenntner Hatscher für seine „engagierte Prägung und Gestaltung der kreiskirchlichen Jugendarbeit“. Dazu zählt die Beratung und Begleitung der Jugendarbeit in den Gemeinden, der Aufbau und Ausbau der Kontakte und Partnerschaften mit Mbandaka im Kongo, Israel und Polen. Auch die kreiskirchliche Jugendbildungsstätte Merzbach wäre ohne Hatscher „nie entstanden und geworden, was sie nun ist“, so Kenntner.

Der heute 57-jährige Gisbert Hatscher kam 1978 in den Kirchenkreis. In diesem Vierteljahrhundert habe Hatscher alle gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen im Bereich Kinder- und Jugendarbeit „sachkundig und engagiert“ wahrgenommen und konzeptionell umgesetzt, betonte Kenntner.

 

 

 
 

 

01.10.2003

 

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