Frohe Weihnachten!

Frohe Weihnachten: Norbert Waschk in einem Video. Foto: Screenshot

Die Weihnachtgeschichte erzählt viel von Freude – und Furcht. Das kennen wir alle auch nur zu gut.
Und doch gibt es einen offenen Himmel, selbst im Stall, in der Futterkrippe …
Die Weihnachtsansprache 2021 des stellvertretenden Superintendenten Pfarrer Norbert Waschk:

Keiner soll alleine bleiben

Auch der Baum ist ein Geschenk: Bastian Feuser hilft mit, die Geschenke zu sortieren. Foto: Frank Schultze

Eine Kirche voller Geschenke: Damit es auch für die Menschen in den Flutgebieten Weihnachten wird, haben sich Kirche und Diakonie in Swisttal-Heimerzheim eine Menge einfallen lassen. Denn gerade jetzt soll niemand alleine feiern müssen.

365, 366, 367 – Natalie Kallas zählt die bunt verpackten Pakete, die sich direkt vorm Weihnachtsbaum mit den großen, roten Christbaumkugeln der Maria-Magdalena-Kirche in Heimerzheim stapeln. Viele sind mit Weihnachtsgrüßen, Sternchen oder kleinen Weihnachtsbären behängt. Auf dem Boden grinst Mr. Bean von einer hellgelben DVD-Hülle, daneben schaut ein Stoffhund aus seiner Verpackung.

„Eine schöne Handtasche – nicht für ältere Damen“: ein Wunsch von vielen wird erfüllt- Foto: Frank Schultze

Ein buntes Durcheinander, in das Gemeindemitglied Natalie Kallas gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen und Elke Feuser-Kohler, mobile Fluthelferin des Diakonischen Werks Bonn und Region, Ordnung bringt. Feuser-Kohlers Sohn Bastian spielt derweil auf dem Keyboard. Dann setzt er sich wieder in Bewegung und hilft mit, die Pädcken zu sortieren.

Natalie Kallas sortiert mit Felix Schmitz (links) und Bastian Feuser die Geschenke, damit alle an die richtigen Adressaten kommen.

400 Weihnachtswünsche erfüllt

400 Geschenke für Flutbetroffene sind zusammengekommen bei einer Gemeinschaftsaktion der Diakonie und der örtlichen AWO für die Gemeinden des Swisttals. Alle haben einen bestimmten Adressaten, dem damit ein persönlicher Weihnachtswunsch erfüllt wird.

Da ist ordentlich etwas zusammen gekommen. Foto: Frank Schultze

„Oft ist ein kleiner Gruß beigelegt“, erzählt Pfarrerin Claudia Müller-Bück, deren Stelle um 25 Prozent für die Fluthilfe aufgestockt und aus Spendenmitteln für die Diakonie Katastrophenhilfe bezahlt wird. „Völlig fremde Menschen haben so eine Verbindung. Und dass jemand an einen denkt, ist vielleicht viel wichtiger als das Geschenk selbst.“

Die Päckchen werden an Heiligabend nach der Christvesper in der Maria-Magdalena-Kirche verteilt. Wer nicht da ist, erhält sein Geschenk später. Die Besucherinnen und Besucher des Weihnachtsgottesdienstes sind zudem zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier mit Braten, Rotkohl und Knödeln eingeladen. Die Feier hat der Seniorenbeirat Swisttal mitorganisiert.

Text: Jörg Stroisch/Redaktion: Sabine Damaschke, Fotos: Frank Schultze

„Brot für die Welt“ unterstützen

Gift Dirani (65) und seine Frau Evelyn (61) leben mit fünf ihrer elf Kinder und drei Enkelkindern auf ihrem Hof in Nyanyadzi, Chimanimani an der Ostgrenze Simbabwes. Die Region hat eine schwere Dürre erlebt und ist vom Klimawandel stark betroffen. Dadurch sind die Kleinbauern von großen Verlusten bei der Ernte und dem Viehbestand bedroht. Projektpartner: Towards Sustainable Use of Resources Organisation (TSURO) Foto: Karin Schermbrucker/Brot für die Welt

Die Kollekten an Heiligabend fließen an die Hilfsaktion „Brot für die Welt“. Konkret kommen sie dem neuen Schwerpunkt Klimawandel zugute.

„Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“ lautet der Titel der 63. Spendenaktion, die am 1. Advent begonnen hat. Die Klimakrise soll durch weltweite Zusammenarbeit bekämpft werden.

Die Kollekten werden ja in den Gottesdiensten zusammengelegt. Darüber hinaus ist es natürlich einfach jederzeit möglich, an „Brot für die Welt“ zu spenden. Dies ist online bequem möglich. Willkommen sind auch Banküberweisungen. Und natürlich auch die Übergabe von Geldbeträgen in Brot-für-die-Welt-Tütchen.

Wer spendet, gibt der Arbeit von Brot für die Welt Schub: Die Organisation setzt sich zusammen mit lokalen Partnern für Kleinbauernfamilien ein, damit diese sich den Klimaveränderungen anpassen können.

Die Folgen der Klimakrise sind in der Region Chimanimani an der Ostgrenze Simbabwes zu sehen: Durch große Dürre verlieren Kleinbauern ihre Ernte, ist ihr Viehbestand bedroht.

Die Krise ist den Menschen in diesem Jahr auch hier im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel mit einem Schlag nahe gerückt, als mit der Flutkatastrophe am 14./15. Juli weite Teile des Rheinlands verwüstet wurden und Menschen gestorben sind.

brot-fuer-die-welt.de/spenden/

Weihnachtsgottesdienste finden

Warm und kostenlos

Kochin Melanie Kümpel (im Hintergrund) und Ralf Kinast beim Ausgeben des Essens. Foto: Jan Grell

Drei Mal pro Woche 80 bis 100 Mahlzeiten zubereiten? Für Köchin Melanie Kümpel ist das kein Problem. Das Besondere: Von Montag bis Mittwoch versorgt sie mit ihren Kochkünsten von der Flut betroffene Menschen in Swisttal-Odendorf. Denn viele haben keine Küche mehr. Manche leben derzeit in Wohnwagen, in Ferienwohnungen oder in dem noch bewohnbaren Teil ihrer Häuser. Auch einige Helferinnen und Helfer nutzen das für alle kostenlose Angebot einer warmen Mahlzeit.

Der Speiseplan ist abwechslungsreich. Auch Vegetarier:innen kommen dabei nicht zu kurz. Die Speisen bereitet Melanie Kümpel an ihrem Arbeitsplatz in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Merzbach zu. In passenden Gastrobehältnissen, sogenannten Thermoporten, fährt sie diese dann selbst nach Odendorf. Einige Gerichte werden auch direkt an Ort und Stelle gekocht oder gebraten, wie Schnitzel oder asiatische Nudelpfanne.

Wird direkt vor Ort gekocht: die asiatische Nudelpfanne. Foto: Jan Grell

Ehrenamtliche wie Katharina Grell und Ralf Kinast organisieren die Essensausgabe von montags bis samstags. Viele andereEhrenamtliche unterstützen sie dabei. Von Donnerstag bis Samstag liefert das Burgrestaurant Nideggen unter Tobias Schlimbach das Essen.

Schon bald nach der Flut hat sich Melanie Kümpel hier, in ihrem Wohnort, selbst ehrenamtlich engagiert. Seit Mitte Oktober und bis auf weiteres finanziert der Evangelische Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel das Essensangebot aus Spendenmitteln.

Wer eine warme Mahlzeit möchte, kommt einfach in der Zeit von 12 bis 14.30 Uhr zum Infopoint. Im Zelt oder im Zehnthaus, das zwischenzeitlich zur Verfügung gestellt wurde, wird mit 2G-Regel gegessen. Wer nur etwas abholen möchte, benötigt 3G und einen Topf oder ein anderes geeignetes Gefäß.

Weihnachten kommt

Foto: Uta Garbisch

In den Kirchen, draußen oder digital: Wer Weihnachten in einem Gottesdienst feiern möchte, hat viele Möglichkeiten.

Soweit es die Corona-Pandemie erlaubt, feiern Christinnen und Christen Heiligabend und an den beiden Weihnachtstagen die Geburt Christi, Gottes Sohns. Zahlreiche Vorkehrungen werden die Gottesdienstbesucher:innen vor Ansteckungen schützen. Für die verschiedenen Sicherheitsbedürfnisse gibt es unterschiedliche Angebote. In den präsenten Gottesdiensten gilt mehrheitlich „gesund oder genesen“ (2G-Regel), in der Regel muss man sich zusätzlich anmelden.

Aktuelle Informationen, wann, wo und wie die Kirchen zu Weihnachten einladen, bietet die bundesweite Datenbank weihnachtsgottesdienste.de. Natürlich verbreiten die Gemeinden in Bad Godesberg und der Voreifel ihre Gottesdienstpläne auch auf ihren Websites. Denn vielleicht wird sich in den kommenden Tagen noch die eine oder andere Planung ändern müssen, um den Schutz aller weiter zu erhöhen.

Hunderte Gottesdienste an Heiligabend und zu Weihnachten sind jetzt in einer Online-Gottesdienst-Suche abrufbar. www.ekir.de/weihnachten zeigt Angebote im gesamten Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland – von Aachen bis Bad Kreuznach, von Flammersfeld, Idar-Oberstein, Trier und Völklingen bis nach Zülpich.
Die bundesweite Suche ist hier: weihnachtgottesdienste.de.

Kirche im Netz an Heiligabend

Erlöser-Kirchengemeinde www.erloeser-kirchengemeinde.de
Videogottesdienste
14 Uhr und 15.30 Uhr Familiengottesdienst mit Krippenspiel
17 Uhr und 18.30 Uhr Christvesper

Johannes-Kirchengemeinde www.johannes-kirchengemeinde.de
Gottesdienste im Livestream
15 Uhr Familiengottesdienst mit Krippenspiel
17 Uhr Christvesper

Thomas-Kirchengemeinde www.thomas-kirchengemeinde.de
Livestream auf Youtube
17 Uhr Christuskirche
17 und 23 Uhr Pauluskirche

Kirchengemeinde Euskirchen ev-kirche-euskirchen.de
Livestream auf Youtube

15 Uhr Familiengottesdienst
18.15 Uhr Christvesper

Kirchengemeinde Meckenheim www.meckenheim-evangelisch.de
Livestream auf Youtube

15 Uhr Gottesdienst mit Krippenspiel aus der Friedenskirche

Kirchengemeinde Swisttal ev-kirche-swisttal.de
Livestream auf Youtube
16.30 Uhr Christvesper mit Vizepräses Christoph Pistorius

Kirchengemeinde Wachtberg www.wachtberg-evangelisch.de
Zoom-Gottesdienste
15.30 Uhr Zoom-Gottesdienst mit Krippenspiel aus Niederbachem
16 Uhr Familiengottesdienst mit Krippenspiel aus der Gnadenkirche
18 Uhr Zoom-Gottesdienst aus Niederbachem
18 Uhr Christvesper aus der Gnadenkirche

Christus-Kirchengemeinde Zülpich www.ev-christuskirche-zuelpich.de
Livestream auf Youtube
17.30 Uhr Christvesper

 

Ohne Plastik?

Plastik ist gefährlich für Mensch und Tier. Eine Broschüre gibt Tipps zum Vermeiden. Illustration: Konstanze Ebel.

Der Aludeckel muss im Müll vom Joghurtbecher getrennt werden. Und was ist die Pyramide des nachhaltigen Konsums? Dies und noch viel mehr erklärt eine neue Broschüre „Plastik – Geht’s auch ohne?“. Auf zwölf Seiten informiert Bettina Fuhrich gemeinsam mit „PFF-Paulus For Future“ rund um das Thema Plastik informiert.  Sie enthält viele Hinweise, wie alle ihren Plastikkonsum reduzieren können. Neben gezielten Informationen zur Problematik des heutigen extremen Plastikaufkommens finden sich in der Broschüre zahlreiche praktische Tipps zum Plastiksparen für Zuhause, im Bad, bei der Kleidung oder dem Einkauf. Konstanze Ebel hat die Illustrationen beigesteuert.

Die Broschüre gibt es hier zum Download.

Zudem liegt sie in der Paulusbücherei sowie in der Christusbücherei der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg zu den regulären Öffnungszeiten zum Mitnehmen aus. Sie ist kostenlos, kleine Spenden sind willkommen.

EB/gar

Poetry auf Youtube

Foto: Screenshot

Wer den Poetrygottesdienst mit Wortkünstler Julius Esser versäumt hat, kann sich hier einen Mitschnitt ansehen.

Café am Sonntag für Alleinerziehende

Foto: Kirchenkreis/privat

19. Dezember: Alleinerziehende Frauen haben am vierten Advent  die Möglichkeit, andere Alleinerziehende kennenzulernen und sich über Themen rund um Kinder, Alltag, Familie und Beruf auszutauschen oder vielleicht einfach nur zu klönen. Sabine Cornelissen, Frauenbeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, lädt dazu Interessierte ein.

Der nächste Cafétermin ist Sonntag, 19. Dezember 2021, 15 bis 17.30 Uhr, in der Familienbildungsstätte Haus der Familie, Friesenstraße 6, Bonn-Bad Godesberg. Für Kinderbetreuung ist gesorgt. Es gilt die 3G-Regel.

Weitere Treffen finden am 23. Januar, 20. Februar und 20. März statt, jeweils von 15 bis 17.30 Uhr.

Aufgrund aktueller Hygiene-Bestimmungen ist eine Anmeldung erforderlich unter 0228 / 30787- 0 oder per Mail sabine.cornelissen@ekir.de.

Ein Akkuschrauber für Erna

Wünsche erfüllen. Das ist vielleicht das schönste an Weihnachten. Foto: Diakonie

Sie ist über 70 und wünscht sich einen Akkubohrschauber. Fritz möchte einfach einen Weihnachtsbaum. Und viele Kinder freuen sich über Lego oder Playmobil. 300 Weihnachtswünsche aus Swisttal und der Region haben Mitarbeitende der evangelischen Kirchengemeinde, das Fluthilfe-Team und die AWO in Swisttal eingesammelt. Vom Bügelbrett bis zum Parfüm. Jetzt suchen sie Wunscherfüller:innen, die diese übernehmen. Die Wünsche überschreiten nicht den Gegenwert von 50 Euro und werden jetzt in der ganzen Region verteilt. Egal ob Privatperson, Kirchengemeinde oder Unternehmen, alle können die Wünsche Flutbetroffener erfüllen.

Bis Weihnachten möchten viele Menschen im Flutgebiet sichtbar voran kommen. Sie koordinieren Handwerker und regeln Formalitäten, kümmern sich um Arbeit und Familie. Da bleibt kaum Zeit für Alltägliches. Daher haben die Initiator:innen Menschen von Jung bis Alt gefragt, womit andere ihnen am Weihnachtsabend eine Freude machen können. Viele Wünsche sind zusammen gekommen. Darunter sind auch Einkaufsgutscheine. Das mag etwas banal wirken, aber wer mag schon entscheiden, wie die „schöne Handtasche, aber nicht für ältere Damen“ aussehen soll. Oder die neue Winterjacke, die auch passen muss.

Wer interessiert ist, einen Wunschbaum mit den Wünschen aus Swisttal im eigenen Unternehmen aufzustellen, Wünsche im persönlichen Umfeld zur Erfüllung zu verteilen oder selbst einen Wunsch zu erfüllen, meldet sich unter fluthilfe@dw-bonn.de.

DW Bonn und Region/gar

 

Poetry-Gottesdienst

PoetryKünstler meets am 11. Dezember Adventsglanzlicht: Der Advent ist die Zeit der inneren Einkehr und der Besinnung. Aber im Ernst: Oft ist er genau das Gegenteil – hektisch, trubelig und vollgepackt.

Die Johannes-Kirchengemeinde Bad Godesberg  lädt zu einem besonderen Gottesdienst mit dem überregional bekannten Wortkünstler Julius Esser ein. Der Dichter, Autor und Slampoet aus Brühl will Besucher:innen mit seinen Texten in adventliche Stimmung versetzten. Mal humorvoll, mal nachdenklich.
Musikalisch wird der Poetry-Gottesdienst gerahmt von der Pianisten Annette Ferber und der Violinistin Johanna Hermann. Pfarrer Tobias Mölleken und ein Team gestalten den Gottesdienst.  Beginn ist am Samstag, 11. Dezember 2021, um 18 Uhr, in der Immanuelkirche, Tulpenbaumweg 2.
EB/gar

„Raum in der Herberge“

Anlaufstelle für Betroffene der Flut: die Maria-Magdalena-Kirche in Heimerzheim. Foto: Meike Böschemeyer

Eine festliche Weihnachtsfeier in der Kirche für alle, die Heiligabend nicht zuhause feiern können oder möchten. Das ist das Angebot der Evangelischen Kirchengemeinde Swisttal in ihrer Maria- Magdalena-Kirche. Nicht nur in Swisttal sind Flutbetroffene in ihre teils noch entkernten Häuser zurückgekehrt. Aber noch fehlt vielen die Heizung. „Wir finden: Es geht nicht, dass sie eine schöne Christvesper in der warmen Kirche erleben und dann in ihre kalten Häuser zurückkehren“, sagt Pfarrerin Claudia Müller-Bück. Deshalb sollen die Besucherinnen und Besucher nach dem Gottesdienst bleiben können. Oder auch erst zur Feier kommen. Das Motto ist „Raum in der Herberge“.

Das Menü steht bereits fest. Es gibt klassischen Rinder- oder Rehbraten mit Rotkohl und Klößen. Für die Zubereitung sorgt das benachbarte, ebenfalls flutbeschädigte Sterne-Hotel von Elisabeth Weidenbrück. Eine vegetarische Variante sowie Vorspeise und Dessert bereitet Köchin Melanie Kümpel von der Evangelischen Jugendbildungsstätte Merzbach vor.

Die Christvesper mit Pfarrer Christoph Pistorius, Vizepräses der rheinischen Landeskirche, beginnt an Heiligabend, 24. Dezember 2021, um 16.30 Uhr, in der Maria- Magdalena-Kirche in Swisttal-Heimerzheim, Sebastianusweg 5-7. Sie wird auch gestreamt. Danach wird umgeräumt, damit möglichst viele Menschen mit Abstand in der Kirche Platz finden. Wer mag, kann dabei gerne mithelfen, damit die Weihnachtsfeier um 18 Uhr beginnen kann. Es gilt die 2G-Plus-Regel.

Anmeldung bei Claudia Müller-Bück unter claudia.mueller-bueck@ekir.de oder im Gemeindebüro, Telefon 02254 1717.

Plattform „Weihnachtsbörse“

Engagiert sich für Betroffene: Pfarrerin Judith Weichsel. Foto: Frank Schultze-DKH

Im Internet können Menschen in den Flutgebieten ab sofort gezielt nach Weihnachtsschmuck suchen oder diesen verschenken. Denn: „Das Schlimmste ist, dass der ganze Weihnachtsschmuck weg ist“, sagt zum Beispiel Michael, der in der Flutnacht alles verlor. Der Vater von drei Kindern aus Bad Münstereifel will keinen neuen kaufen. Er wünscht sich alte Kugeln und Engel – mit einer Geschichte. Von Menschen, die etwas abgeben können.

Michaels Wunsch hat Flutseelsorgerin Judith Weichsel auf eine Idee gebracht. „Weihnachtsbörse – Tradition teilen“ ist eine Internetseite, wo Suchende und Schenkende zueinander finden können. Ob Krippe, Kugeln oder Nussknacker – in einem Duzend Kategorien kann man stöben oder Wünsche erfüllen. Das Ganze funktioniert wie eine Kleinanzeige. Wer fündig wird, kann über die Plattform Kontakt aufnehmen und die Übergabe verabreden. Kostenlos und überall, denn es ist ein überregionales Projekt.

Einander beistehen

Weihnachten ist ein emotionales Fest, weiß Pfarrerin Judith Weichsel: „Wir verbinden uns mit unseren Vorfahren über die Lieder, über die Traditionen, wie Plätzchen backen, Weihnachtsbaum und nicht selten über die vererbten oder geschenkten Dinge.“

Sie selbst lebt und arbeitet in Euskirchen und Bad Münstereifel. „Wir, die wir in den Flutgebieten wohnen, erinnern uns an die Müllberge, Straßenzüge voller Sperrmüll, Bundesstraßen voller verlorener Erinnerungen. Und jeder einzelne Verlust schmerzt.“

Jetzt gelte es, einander beistehen. So ist mit tatkräftiger Unterstützung der Diakonie Euskirchen und Mitteln der Diakonie Katastrophenhilfe das Projekt „Weihnachtsschmuck ist mehr als Deko – Tradition teilen“ entstanden.

Und: Man muss nicht in Euskirchen oder Bad Münstereifel wohnen, um mitmachen zu können. Die internetgestützte Plattform ermöglicht einen Austausch über alle Gemeindegrenzen hinaus.

ekir.weihnachtsboerse.de