Die Botschaft stellt sich quer

Weihnachten, das Fest, in dem Gott uns und seiner Welt nahekommt. Geht das überhaupt in diesem Jahr? Ja, Weihnachten hält das aus, ist sich Superintendent Mathias Mölleken in seiner Weihnachtsbotschaft gewiss. Denn die Weihnachtsbotschaft stellt sich quer. Sie befreit: zu Liebe, Verantwortung und Achtsamkeit.

„Fürchtet Euch nicht! Und erzählen wir einander die guten Geschichten.“ Um Kraft und Trost zu schöpfen und so einander nahe zu bleiben. Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Superintendent Mathias Mölleken

Hier das komplette Video:

„Wir suchen Freunde“

Die Delegation der Rheinischen Kirche in Südafrika vor einem Jahr mit Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses. Von links: Juliane Wächter, Ausschussvorsitzende, Pfarrerin Marina Brilmayer (Koblenz), Begleiterin der Delegation, Präses Ashley Fransman, Pfarrer Tommy Solomons, Brenda Sass, Pastor Wolfgang Thielmann, Theologiestudentin Terri-Lynn Smith, Pfarrer Joseph van Houten, Presbyterin Birgit Thielmann. Foto: Heiland-Kirchengemeinde

Kapstadt ist das Ziel einer sechsköpfigen Delegation der Heiland-Kirchengemeinde. Sie besucht Ende Februar unter Leitung von Juliane Wächter für eine Woche die Rheinische Kirche in Südafrika. Ziel ist es, die Möglichkeiten für eine Partnerschaft zu sondieren. Interessierte können die Reise in Echtzeit auf der Facebook-Seite der Heilandkirche verfolgen.
Schon dreimal waren seit September 2018 Besucher aus dieser südafrikanischen Kirche in Mehlem zu Gast. Was erwarten sie von dieser Partnerschaft? Pastor Joseph van Houten aus der von Farbigen bewohnten Vorstadt Mitchells Plain im Südwesten von Kapstadt brachte es auf einen einfachen Satz: „Wir suchen Freunde.“

Historische Wurzeln

Die Rhenish Church in South Africa (RCSA), wie sie auf englisch heißt, hat zehn Gemeinden in Kapstadt und eine in Clanwilliam im nordwestlichen Umland. Mit zweieinhalbtausend Mitgliedern ist sie etwa so groß wie die Heiland-Kirchengemeinde. Ihre Gemeinden sind aus der Arbeit der früheren Rheinischen Mission hervorgegangen. In den Nachkriegsjahren gerieten sie in Vergessenheit. Seit Kurzem entwickelte sich wieder neuer Kontakt ins Rheinland. Die Kirche entwickelt Konzepte, wie sie für ihren Ort wichtig ist und Angebote macht, um Menschen mit der christlichen Botschaft zu erreichen. Das Leben in Kapstadt strengt an, vor allem, wenn man farbig und schwarz ist.

Fehlender Strom – ein großes Problem

Eins der größten Probleme liegt derzeit darin, dass oft der Strom ausfällt. Das Stromnetz ist marode. Wenn Strom fehlt, funktioniert nichts: Man kann nichts kochen, die Sachen im Kühlschrank verderben. Kein Handwerker kann eine Wasserleitung reparieren. Die Ärzte in den Krankenhäusern müssen ihre Operationen unterbrechen, bis die Motoren angesprungen sind, die Notstrom erzeugen. Verbrecher plündern Geschäfte, aber die Alarmanlage bleibt stumm, die Telefonleitungen sind tot. Man kann keine Polizei rufen. Die Arbeitslosigkeit in Südafrika liegt unter den Menschen, die keine weiße Hautfarbe haben, bei 50 Prozent. Am Strom hängen auch Arbeitsplätze – und das Engagement der Kirche.

Pastoren arbeiten ehrenamtlich

Die Leiterin des hiesigen Partnerschaftsausschusses, Juliane Wächter, hat schon zweimal Frauenkonferenzen der afrikanischen Kirche besucht. Durch weitere Besuche in beide Richtungen haben die Godesberger Verantwortlichen schon ein bisschen erfahren, wie ihre südafrikanischen Mitchristen dort ihren Glauben leben und wie sie für ihre Umgebung da sein wollen. In den Kollekten des vergangenen Septembers haben sie dafür gesammelt, dass die Kirche dort diakonische Arbeit für alte Menschen anbieten kann. Fast alle Pastoren arbeiten ehrenamtlich, denn die Gemeinden können sie nicht bezahlen.

Die Abgesandten der Heiland-Kirchengemeinde werden mit den Gemeinden in Südafrika Gottesdienst feiern und hören und sehen, wie sie anderen helfen, über die Runden zu kommen, auch mit Rat und Unterstützung, wenn zum Beispiel Frauen Handarbeiten und Esswaren herstellen und verkaufen wollen, um Arbeit zu haben und das Familieneinkommen aufzubessern.

Wie es weiter geht

Pfingsten wollen die Rheinländer und die Südafrikaner gemeinsam Gottesdienst feiern, in Mehlem und in Kapstadt. „Wer mit seinen Kindern oder Enkeln per Skype spricht, weiß, wie das funktioniert. Vielleicht hören wir die Gemeinde singen, vielleicht kommt die Predigt aus Kapstadt, und wir alle können ein bisschen Anteil nehmen an den Fragen und den Freuden einer Gemeinde dort“, erläutert Wolfgang Thielmann für die Mehlemer.

Was hat die Heiland-Kirchengemeinde, von dieser Partnerschaft?

Für Taufen in Kapstadt: Präses Ashley Fransman füllte eine Flasche mit Wasser aus dem Rhein ab. Foto: Wolfgang Thielmann

„Auch wir müssen uns fragen, wie wir Kirche für die Menschen in unserer Umgebung sind – und wie wir sie erreichen“, sagt Thielmann. „Vielleicht kommen wir im Austausch auf neue Ideen. Vielleicht aber tut es uns auch ganz einfach gut, Menschen kennen zu lernen, die in einer ganz anderen Situation als Kirche unterwegs sind, und Anteil aneinander zu nehmen.“ Deshalb wünscht er sich, dass diese Partnerschaft zur Sache der ganzen Gemeinde wird. Dass sich viele beteiligen, mit Interesse, mit Kontakten, vielleicht auch mit einem Besuch, wenn man in Südafrika Urlaub macht. Vielleicht wachse dann der Wunsch, etwas gemeinsam zu tun, Menschen dabei zu unterstützen, wie sie ihren Glauben bezeugen und anderen beim Leben helfen.

Vor einem Jahr, als die Delegation wieder nach Südafrika aufbrach, bat der Präses der Kirche, Ashley Fransman, um einen Stopp am Rhein. Dort stieg er aus und füllte eine zweieinhalb-Liter-Colaflasche mit Rheinwasser. In Kapstadt hat er seine Enkelin Zia damit getauft.

EB/gar

Unwiderstehlich – Videobotschaft

Superintendent Mathias Mölleken. Foto: Meike Böschemeyer

Dem Stern ist eine Zacke ausgebrochen. Das Leben hinterlässt Spuren. Das ermutigende aber ist: Der Stern leuchtet noch immer. Das Weihnachtslicht verlöscht nicht. Es leuchtet in die oft verletzte und friedlose Welt. Es tröstet unwiderstehlich – uns alle. Superintendent Mathias Mölleken spricht in seiner Videobotschaften über ein Hoffnungszeichen in einer nicht perfekten Welt.

Gesegnete Weihnachten und ein frohes und friedliches Jahr 2020!

Hier das ganze Video:

Weihnachten im Blick

Die Evangelische Kirche im Rheinland bietet einen unkomplizierten Abruf der Termine von Christvespern, Christmetten und  Weihnachtsgottesdiensten – und auch Gottesdiensttermine an den Weihnachtstagen im Evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel  sind dort leicht findbar. Bad Godesberg und Wachtberg, Rheinbach, Zülpich oder Euskirchen – wer im Kirchenkreis an Weihnachten in die Kirche gehen möchte, wer wissen möchte, wann daheim oder im Nachbarort Gottesdienst ist, kommt hier zum Ziel – per Sprachassistent oder Klick. Zugleich bieten natürlich die Gemeinde-Websites Informationen über die Gottesdienstangebote der  13 Evangelischen Kirchengemeinden Bad Godesberg-Voreifel.

Weihnachtskollekten: Für „Brot für die Welt“ spenden

Die Kollekten in den Heiligabend-Gottesdiensten gehen an die Aktion „Brot für die Welt“.  In einem Brief an alle Kirchengemeinden hat der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland zur  Unterstützung aufgerufen: „Es schmerzt, dass Millionen Menschen in Armut leben, verfolgt und ausgegrenzt werden. Man könnte fast verzweifeln angesichts der vielen schrecklichen Nachrichten. Die Geschichte von Weihnachten hat eine andere Botschaft. Statt Verzweiflung und Ohnmacht schenkt sie Hoffnung und lässt uns tatkräftig werden.“ Spenden und Kollekten setzt „Brot für die Welt“ für die Förderung von Bildung und Gesundheit, Frieden und die Überwindung von Armut ein.

https://www.brot-fuer-die-welt.de/

Gute Regeln: Möglichem Zoff entgegenwirken

Bei aller Vorfreude: Manchmal kommts Weihnachten dicke. Weil Probleme nicht plötzlich weggezaubert sind. Weil alle dichter als sonst aufeinanderhängen. Lässt sich dem irgendwie vorbeugen? Die Evangelische Kirche im Rheinland empfiehlt sieben Regeln „gegen Zoff unterm Weihnachtsbaum“. Hier sind sie.

Text: ekasur.de

Krippe spannt großen Bogen

Im Mittelpunkt: Der Stall mit Maria, Joseph und dem Kind in der Krippe. Foto: Heiland-Kirchengemeinde.

Tanzbär, Nashorn oder die Seherin Sybille – über 100 Figuren stehen beim Jesuskind rund um die Krippe. Seit über 30 Jahren wird das ungewöhnliche Ensemble in der Heilandkirche in Bonn-Mehlem gezeigt. Vom ersten Weihnachtstag, 25. Dezember 2019, bis Monntag, 20. Januar 2020, können Besucher es anschauen.

Der Künstler Albert Nadolle (1913 –2003) aus Münster hat in genauer Kenntnis des jahrhundertealten Krippenbrauchtums eine volkstümliche Krippe für die Menschen von heute geschaffen. Sie ist seitdem eine Attraktion und für viele Menschen ein Juwel unter den geschnitzten Krippen, weil das Material, aus dem die Krippe geschnitzt ist, ihr einen unverwechselbaren Charakter gibt. Das schwer zu bearbeitende Eichenholz, teilweise sogar schwarze Mooreiche, gibt der Krippe ihren unverwechselbaren Charakter. 1980 wurden der Heiland-Kirchengemeinde die ersten 20 Figuren vorgestellt. 1995 ist die letzte von über 100 Figuren entstanden. Alle Figuren wurden gespendet, die letzte vom Schnitzer Albert Nadolle selbst. Initiator war der damalige Gemeindepfarrer Helmuth Hofmann, der in vielen Gesprächen den Künstler oft überzeugen musste, warum nun ausgerechnet ein Nashorn oder ein Tanzbär in die Krippenlandschaft mit aufgenommen werden sollte.

Es beginnt mit Adem und Eva

Eher eine Ausnahme als Krippenfigur ist auch die heidnische Seherin Sybille. Nach antiker Überlieferung soll sie eine Weissagung von der Geburt eines Knaben von einer aus der Götterwelt entstammenden Jungfrau gemacht haben. Sie blickt mit verdeckten Augen auf das gewickelte Kind und steht für Menschen außerhalb der Christenheit, die dennoch etwas von einer Erlösung spüren. Viele Menschen kommen zum Teil von weit her, um das Krippengeschehen zu erleben. Von einem Geschehen muss man hier tatsächlich sprechen, denn es wird eine Geschichte in einem großen Bogen erzählt. Es fängt an bei den alttestamentlichen Figuren wie Adam und Eva im Paradies, dem König David, den Propheten oder der Königin von Saba und geht über die Vorboten der Geburt von Jesus Christus, Johannes dem Täufer, Maria und ihre Cousine Elisabeth bis zu den Engel, die den Hirten die Geburt des Heilandes verkündigen. Im Mittelpunkt stehen natürlich der Stall mit Maria und Joseph und dem Kind in der Krippe.

Besichtigungszeiten in der Heilandkiche, Bonn-Mehlem, Domhofstraße 43:

Vom 1. Weihnachtstag bis zum 19. Januar 2020 jeweils freitags, samstags und sonntags sowie Silvester und Neujahr von 15 – 18 Uhr.

Andere Besichtigungstermine für Gruppen mit Führungen können unter der (02 28) 94 74 43 05 oder 34 87 53 vereinbart werden.

 

Musik an der Krippe

Mittwoch, 1. Januar um 18 Uhr
Gottesdienst zum Neuen Jahr mit dem Posaunenchor der ev. Gemeinden Bad Godesberg

Sonntag, 5. Januar 2020 um 18 Uhr
„Spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem Schall“!
Weihnachtlicher Kammermusikabend mit Werken für zwei Violinen und Continuo von J. S. Bach, G. F. Händel u.a.

Sonntag, 12. Januar 2020 um 16 Uhr
Fürchtet euch nicht!
Weihnachtliches Singspiel für Jung und Alt mit dem Spatzenchor und dem Kinderchor der Heiland-Kirchengemeinde und der Kirchengemeinde Wachtberg

Sonntag, 19. Januar 2020 um 18 Uhr
Ehre sei dir, Gott, gesungen!
J. S. Bach: Weihnachtsoratorium (Teile 4-6)
Kammerchor und Kantorei der Heiland-Kirchengemeinde und der Kirchengemeinde Wachtberg, Godesberger Kammerchor, Solisten und Orchester, Leitung: Julian Hollung
Eintritt: 15 Euro (erm. 8 Euro)

Gemeindesingen für Jung und Alt an der Krippe
Dienstag, 7. Januar 2019 um 16.30 Uhr

 

EB

Beethoven-Marathon

Foto: Catrin Lutz

Gleich drei musikalische Highlights sind am 21. Dezember in der kulturerprobten Pauluskirche für eine lange Beethovennacht zu Gast:

19.00 – 19.55: Musikkabarettist Christoph Reuter spielt Auszüge aus seinen beiden Programmen „Alle sind musikalisch! (außer manche)“ und „Doppelstunde Musik“ spielen. Er zeigt den Unterschied zwischen Klassik, Jazz und Popmusik und was Beethoven damit zu tun hat. Der musikalische Begleiter von Dr. Eckart von Hirschhausen verspricht die vergnüglichste Musikstunde Ihres Lebens.

20.00 – 20.55 Das Jazz-Duo Waves Uwe Steinmetz (Saxophon, Flöte) und Daniel Stickan (Orgel/Klavier) fasziniert seit 2009 das Publikum, auch aufzahlreichen europäischen Jazz- und Kirchenmusikfestivals. In dieser Stunde wird Prof. Dr. Gotthard Fermor Auszüge aus seinen Arbeiten über „Beethoven und die Religion“ lesen.

21.00 – 21.55 Im Konzert mit Moving Sounds erklingen harmonische Kompositionen beider Künstler, sowie improvisierte und vor allem intuitive Musik. Die Klarinettenvirtuosin Tara Bouman und der Ausnahmetrompeter Markus Stockhausen spielen seit 2002 zusammen.

Die Beethovennacht beginnt am Samstag, 21. Dezember 2019, um 19 Uhr, in der Pauluskirche Bad Godesberg, In der Maar 7.
Tickets kosten 23,50 Euro bei bonnticket.

Eine neue Orgel für die Heilandkirche

Erste Bildmontage der neuen Orgel in der renovierten Kirche im Gemeindebrief (© Mai 2019 Design: Lothar D. Zickermann)

In einem neuen Online-Buch von ekir.de erklärt Wolfgang Thielmann am Beispiel der Bonner Heilandkirche den Weg einer zu einer neuen Orgel. Die Kapitel werden fortgeführt bis zum ersten Mal die neue Orgel im Gottesdienst der Heiland-Kirchengemeinde erklingt.

Eine neue Orgel? Wenn immer eine Kirchengemeinde in die Nähe dieses Themas kommt, stellen sich viele Fragen. Brauchen wir eine? Tut es die alte noch? Brauchen wir überhaupt eine neue Orgel, geht nicht auch eine gebrauchte? Wie gewinnen wir Maßstäbe, um die Frage zu klären? Und wenn sie geklärt ist – wie finden wir heraus, welches Instrument für uns passt, wer es bauen soll, wo es am besten steht, und wie wir es finanzieren? Wer kann uns dabei unterstützen, was müssen wir beachten?

Alles das soll in hier einer Reihe von Beiträgen angesprochen werden. Die Beiträge sind anhand eines praktischen Beispiels entstanden. Sie berichten über den Weg zur Orgel, den die Evangelische Heiland-Kirchengemeinde im Süden Bonns gegangen ist und noch geht.

Inhaltsverzeichnis

Eine Orgel? Warum – und wenn ja, wie viel? Seite aufrufen
Wie kommt eine Gemeinde zu einer Orgel? Seite aufrufen
Hintergrund: Die alte Orgel war ein Notbehelf Seite aufrufen
Hintergrund: Warum eine neue Orgel? Seite aufrufen
Der Orgelausschuss nimmt seine Arbeit auf Seite aufrufen

Text und Foto: ekir.de

Beethovenjubiläum: Komponist, Pianist, Mensch

Foto: ekasur.de / Anna Neumann

Schon in jungen Jahren hat er Orgel gespielt, in Siegburg, in Hennef, auch an anderen Orten im Rhein-Sieg-Kreis. Und so gehört zum vielfältigen Programm im Beethovenjahr die Konzertreihe „OrgelKultur“. Mitglied im Beirat ist Kreiskantorin Brigitte Rauscher – sie stellt das Projekt in unserer Multimedia-Vorschau aufs Beethovenjahr näher vor.

Konzert im Web: Die Kirchenmusikerin spielt eine zweistimmige Fuge, komponiert von Ludwig van Beethoven im Alter von zwölf Jahren. Die Vorschau mit ihren Videos und Fotos gibt einen Überblick über die Vorhaben im Jubiläumsjahr, das jetzt beginnt.

Die Kirchen in Bonn und Region beteiligen sich vielfältig am Beethovenjahr. So gibt es eine eigene geistliche Eröffnung. Die Kirchennacht im Juni ist unter dem Motto „Götterfunken“ dem Komponisten und Pianisten gewidmet, der vor bald 250 Jahren in Bonn geboren wurde.

Zur Multimedia-Vorschau: story.ekir.de/beethoven

Über die Gunst der Massen und den Auftrag der Kirche

Wie umgehen mit dem Populismus? PROtestant, die Kirchenzeitung für Bonn und die Region,sucht nach Antworten und Wegen.

Den Kirchen kommt nach Ansicht des Bonner Politologen Dr. Manuel Becker eine besondere Aufgabe zu bei der Auseinandersetzung mit populistischen Positionen und Parteien.

„Christliche Nächstenliebe und Vergebung sind die stärkste Botschaft, um insbesondere den Rechtspopulisten das Wasser abzugraben“, erklärt der Geschäftsführer des Instituts für Politische Wissenschaft und Soziologie an der Bonner Universität in der aktuellen Weihnachts- und Neujahrsausgabe der Kirchenzeitung PROtestant.

Populisten setzten auf Angst, Hass und Wut. Becker rät anderen Parteien, gesellschaftlichen Gruppen und Kirchen daher, nicht nur die rationale, sondern „vermehrt auch die emotionale Ebene bei den Menschen ansprechen, das aber eben dezidiert mit positiven Emotionen“. Im Streit über den Umgang mit Populisten werben die beiden Bonner Pfarrer Siegfried Eckert aus Friesdorf und Michael Pues von der Studierendengemeinde dafür, „klare Haltung zu zeigen“, sich aber auch dem Gespräch zu stellen. Pfarrer Pues berichtet davon, wie es gelingt, eine Veranstaltung auch mit einem Vertreter der AfD zu gestalten. „Es muss aber klare Spielregeln geben“, fordert der Geschäftsführer der Diakonie An Sieg und Rhein, Patrick Ehmann, in einem Kommentar zum Thema.

Große Worte an „alles Volk“: Der Geist der christlichen Weihnachtsbotschaft

Pfarrer Martin Engels, neuer Leiter des Evangelischen Forum Bonn, denkt kritisch darüber nach, welche Bildungsangebote bei der Auseinandersetzung mit dem Populismus helfen, dass Menschen „nicht pauschal und abwertend übereinander, sondern kontrovers miteinander sprechen“. Der Bonner Pfarrer Georg Schwikart schlägt die Brücke zur Weihnachtsbotschaft, die ja auch an „alles Volk“ gerichtet sei. Der bekannte Buchautor und Theologe macht deutlich, dass „das Volk“ aus christlicher Sicht ein „sehr differenziertes Gebilde ist“ und „das Evangelium der Menschenwerdung Gottes allen Erdenbürgern gilt“.

Superintendent Mathias Mölleken widerspricht deutlich der Kritik, Kirche spiele durch eigene Maßnahmen wie jüngst die Seenotrettung für Flüchtlinge im Mittelmeer kriminellen Handlangern zu und ließe sich instrumentalisieren. „Christen lassen sich zur Nächstenliebe und zur Rettung und Hilfe ohne Rücksicht auf politische und populistische Einwände instrumentalisieren“, betont der Superintendent des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel und Mitherausgeber des PROtestanten Mathias Mölleken.

Die Zeitung PROtestant erscheint drei Mal im Jahr mit einer Auflage von 6.300 Exemplaren, die aktuelle Ausgabe ab dem 14. Dezember und richtet sich an Multiplikatoren vor allem in Bonn und der Region. Sie kann kostenlos bezogen werden: Evangelischer Kirchenkreis Bonn, Adenauerallee 37, 53113 Bonn (Tel.: 0228 / 6880 300, presse@bonn-evangelisch.de). Herausgeber sind die Kirchenkreise An Sieg und Rhein, Bonn sowie Bad Godesberg-Voreifel.

Abschied und Neubeginn

In Swisttal und Weilerswist sagt sie Adieu, in Meckenheim ist sie bereits im Einsatz. Pfarrerin Franziska Hageloch ist seit November zur Entlastung des Superintendenten in Meckenheim im Einsatz.

Bis dahin hatte sie drei Jahre lang mit jeweils halber Stelle in den Kirchengemeinden Weilerswist und Swisttal gearbeitet. „Die Zeit hier ist für mich eine ‚Kernerinnerung‘ geworden, die sich aus unzähligen Begegnungen, kleinen und großen Momenten zusammensetzt“, fasst die Theologin zusammen.

Studiert hat Franziska Hageloch in Heidelberg, Basel und dem württembergischen Tübingen, wo sie ihr erstes theologisches Examen und auch einen Bachelor in Geschichte abgelegt hat. „Der Liebe wegen“ kam sie 2014 als Gastvikarin nach Swisttal und hat nun auch offiziell in die rheinische Landeskirche gewechselt. In ihrer Freizeit ist die Pfarrerin gerne draußen in der Natur, trifft Freunde oder besucht Kino und Theater.

Der Abschiedsgottesdienst in Swisttal findet am dritten Adventssonntag, 15. Dezember 2019, um 10 Uhr, in der Maria-Magdalena-Kirche in Heimerzheim,  Sebastianusweg 5-7, statt. In Weilerswist nahm sie bereits am 3. November Abschied.

Solidarisches Zeichen

Bei der Übergabe: Margaret Traub, Siegfried Eckert, Jan Gruzlak, Daniel Post und Oleg Goloborodsky in der Synagoge. Foto: EB

Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden haben der Synagogengemeinde Bonn eine Kollekte von 1.250 Euro überreicht. Denn die Synagogengemeinde benötigt eine neue Thorarolle. Die alte Thorarolle ist so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie als nicht mehr koscher gilt und für den Synagogengottesdienst bald ungeeignet sein wird.

Nach dem Anschlag von Halle und dem wachsenden Antisemitismus weltweit wollten die vier Godesberger Gemeinden ein Zeichen der Solidarität setzen. Daher sammelten sie im Reformationsgottesdienst am 31. Oktober in der Erlöserkirche Geld für diesen Zweck. Es wurde wenige Tage vor dem Pogromgedenken übergeben. Pfarrer Jan Gruzlak von der Johannes-Kirchengemeinde, die den Reformations-Gottesdienst gestaltet hatte, Pfarrer Daniel Post, Vorsitzender des Evangelischen Konvents, und sein Stellvertreter Pfarrer Siegfried Eckert besuchten dafür die Bonner Synagoge. Dr. Margaret Traub, die Vorsitzende der Synagogengemeinde, und Oleg Goloborodsky, der jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V., nahmen diese Unterstützung gerne entgegen.

Als Zeichen der Verbundenheit mit der Bonner Synagogengemeinde sammelte auch die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel eine Kollekte. Dort kamen mehr als 500 Euro für den Kauf der neuen Thorarolle zusammen.

EB/gar

Blau oder Rosa

Von einer Bestimmungsparty, Maria und dem Advent erzählt Knut Dahl-Ruddies in seiner gestrigen Morgenandacht auf WDR 2. Heute geht es um „Machen was ich will“. Morgen folgt der dritte Beitrag.

Der Pfarrer zählt seit 2017 zum Team von „Kirche zum Hören“. Das sind Theologinnen und Theologen, aber auch andere, die regelmäßig Andachten für den WDR-Rundfunk schreiben und produzieren. Zu hören ist Dahl-Ruddies von Montag bis Mittwoch jeweils um 5.55 Uhr. Wer das verpasst, kann alle Beiträge im Autoren-Archiv nachlesen und teilweise nachhören.

Dahl-Ruddies (Jahrgang 1967) ist Gefängnisseelsorger in der JVA Euskirchen. Zuvor teilte er sich mit seiner Frau eine Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Meckenheim. Der Social-Media-Experte betreibt einen eigenen Blog. „Pastorenstückchen“ heißt die Seite. Bisweilen findet er dort deutliche Worte. Auch zu Entwicklungen in der Kirche. So wurde die Evangelische Rundfunkarbeit auf den Pfarrer aufmerksam.

Die aktuelle Andacht von Montag, 2.12.2019

Die aktuelle Andacht von Dienstag, 3.12.2019

Die aktuelle Andacht von Mittwoch, 4.12.2019

Kirche im WDR

Pastorenstückchen