Anonym behandeln

Es geht um Menschenwürde und Rechtssicherheit: Der Anonyme Krankenschein hat sich auch in anderen Bundesländern schon bewährt, sagen die Experten (Foto: J. Gerhardt)

Der Anonyme Krankenschein ist eine wichtige Voraussetzungen, dass Menschen in großer Not bei uns ärztliche Versorgung erhalten können. In Bonn soll nun endlich ein Modellprojekt starten. Die Kirchen unterstützen das ausdrücklich.

Am Mittwoch, 19. August 2020, wird im Ausschuss für Soziales, Migration, Gesundheit und Wohnen der Bundesstadt Bonn der Bürgerantrag des Vereins Anonymer Krankenschein (AKS) Bonn zur Einführung einer medizinischen Versorgung für Menschen ohne ausreichendem Krankenversicherungsschutz in Bonn beraten. Die Stadtverwaltung hat sich in ihrer Stellungnahme (200645-3 ST) bereits für ein zunächst einjähriges Modellprojekt ausgesprochen, das in Abstimmung mit dem Verein entwickelt werden soll.

Der Evangelische Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel, der Kirchenreis Bonn und das Katholische Stadtdekanat sprechen sich ebenfalls für die Einführung des Anonymen Krankenscheins aus.

„Wir müssen Wege finden, dass allen Menschen durch unser Gesundheitssystem geholfen wird“, erklärt der Bonner Superintendent Dietmar Pistorius, der die drei Kirchenkreise der Region in Bonn vertritt. „Es geht hier um echte Notlagen vor allem von Menschen, die durch Flucht und Vertreibung viel Elend erleben mussten. Die gesundheitliche Versorgung jedes Menschen ist aus unseren Sicht eine Verpflichtung aus dem Gebot der Nächstenliebe. Wir als Kirchen mit unseren Hilfswerken Caritas und Diakonie setzen uns daher mit Nachdruck dafür ein, dass der Ausschuss für Soziales, Migration, Gesundheit und Wohnen dem Bürgerantrag des Vereins Anonymer Krankenschein (AKS) Bonn zustimmt.“

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ger/gar

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 13. August 2020