Drei-Fragezeichen-Gottesdienste

Neues Format in der Pauluskirche startet mit Peer Steinbrück am 3. Mai: In loser Reihenfolge will Pfarrer Siegfried Eckert von der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg in Corona-Zeiten die entstandene Netz-Gemeinde zu einem neuen Gottesdienstformat einladen. Ausgehend von einem biblischen Text will der Theologe drei Fragestellungen an mehr oder weniger prominente Gäste richten, um sie in einer Art Kanzelaustausch zu beantworten.

Unter dem Motto „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ startet das Experiment mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten, Bundesfinanzminister, SPD-Kanzlerkandidaten und Gemeindemitglied Peer Steinbrück. Ab 10.30 Uhr kann am Sonntag, 3. Mai 2020, der Gottesdienst auf der Gemeindehomepage oder bei YouTube unter „Pauluskirche Friesdorf“ abgerufen werden.

www.thomas-kirchengemeinde.de

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Wie Karfreitag feiern?

Sendet an Karfreitag aus Bad Godesberg: der WDR-Ü-Wagen. Foto: Petra Schulze (Symbolbild)

WDR-Radiogottesdienst kommt aus Bad Godesberg: „O Haupt voll Blut und Wunden“, das wohl bekannteste Passionslied des Protestantismus, steht im Mittelpunkt des Radio-Gottesdienstes am Karfreitag auf WDR 5. „Gott und Mensch kommen sich Karfreitag am Kreuz näher als zu Weihnachten in einer Krippe“, meint Pfarrer Siegfried Eckert in seiner Predigt über diesen alten Choral. Gesendet wird ab 10 Uhr an Karfreitag aus der Pauluskirche in Bonn-Friesdorf.

Paul Gerhardts Lied entstand zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Die Pest ging um. Er musste seine Frau und vier von fünf Kindern zu Grabe tragen. Siegfried Eckert verbindet die Interpretation des Chorals und das Leid seines Dichters mit der Frage, was es heißt, heute Karfreitag zu feiern. In Zeiten von Corona, wo Flüchtlinge vor abgeschotteten EU-Außengrenzen lagern. Wie kann man im Angesicht von Leid und Tod unter dem Kreuz Trost finden?

Schließlich werden Zeugnisse von Menschen gelesen, die von ihren persönlichen Passionszeiten erzählen. Das sind das Ehepaar Bleck, die auf immer noch ungeklärte Weise ihren Sohn verloren. Farhad Mosavi, der 2014 mit seiner Familie aus Afghanistan floh und diese Odyssee als Drittklässler in einem Brief beschrieb. Oder Luca Samlidis. Der Fridays-for-future-Aktivist erinnert daran, dass der Klimawandel auf der Krisen-Liste weiter ganz oben bleibt.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet der Gottesdienst ohne vor Ort versammelte Gemeinde statt – nur mit denen, die für diese Stunde etwas vorbereitet und mitgebracht haben: besondere Musik, persönliche Zeugnisse, Gedanken und Gebete.

Musikalisch wird der Gottesdienst besonders gestaltet von Esther Kaiser und dem Jazz-Duo Waves mit Daniel Stickhan an Orgel und Klavier und Uwe Steinmetz am Saxophon. Sie haben ihre Musik schon vorab für diesen Gottesdienst eingespielt. Angelika Buch spielt Flügel und ersetzt mit Jule Eckert den Gemeindegesang. Als Sprecherin und Sprecher wirken unter anderem Jochen Flebbe und Anja Martin mit. Für diesen Rundfunk-Gottesdienst unter besonderen Bedingungen hat das Bonner Ordnungsamt eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Presbyterinnenkonvent 2020

Erstatteten Bericht: Mathias Mölleken, Siegfried Eckert und Frank Bartholomeyczik. Foto: Uta Garbisch

Diakonie, Finanzen, persönliche Eindrücke: Traditionell berichten die Abgeordneten dem Konvent der Presbyterinnen und Presbyter über die diesjährige Landessynode in Bad Neuenahr. Superintendent Mathias Mölleken, Frank Bartholomeyczik und Pfarrer Siegfried Eckert waren dazu in die Meckenheimer Christuskirche gekommen. Mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden waren am Montagabend der Einladung gefolgt.

Die Forderung nach einer Kindergrundsicherung, der Einsatz für Seenotrettung und ein deutliches Eintreten gegen Antisemitismus bewertete Superintendent Mathias Mölleken als positive Ergebnisse der Synode. Das Thema Diakonie sei sehr eindrucksvoll in den in Neuenahr eingestreuten Wortmeldungen präsent gewesen. Und mehr junge Delegierte hätten auch neue Impulse gesetzt.

Weniger erfreulich sei das Thema Einführung der neuen Finanzsoftware gewesen, die erhebliche Mehrkosten verursacht. Zwar bat Präses Manfred Rekowski um Entschuldigung, doch vermisste Mölleken hier Transparenz. Eine Eigenschaft, die sich die Kirchenleitung anders ihre Vorgänger auf die Fahnen geschrieben hatte.

Krisenbewältigung?

„Das waren für mich zwei Déjà-vu-Erlebnisse“, kritisierte auch Siegfried Eckert mit Blick auf die Einführung von NKF und den BBZ-Finanzskandal. Als „kaum diskursiv und kritisch“ beschrieb er die diesjährige Synode. So könne man Krisen nicht bewältigen. Im Bereich Ökumene seien allerdings konzeptionell revolutionäre Beschlüsse gefasst worden. Sein Anliegen bezüglich überwies die Synode zur weiteren Bearbeitung unter breiter Beteiligung der Ständigen Synodalausschüsse unter Federführung des ständigen Ausschusses für öffentliche Verantwortung. Der Vorschlag 2021, eine Klimasynode durchzuführen und einen entsprechenden Fonds einzurichten, fand keine Mehrheit. Der Antrag der hiesigen Kreissynode, eine langfristig gesicherte Alternative zur Fachstelle für das Büchereiwesen zu erarbeiten, wurde vertagt.

Mehr Zeit für Konsolidierung

Traf sich in der Meckenheimer Christuskirche: der Konvent der Presbyterinnen und Presbyter. Foto: Uta Garbisch

Frank Bartholomeyczik, der auch Vorsitzender des kreiskirchlichen Finanzausschusses ist, erläuterte die Finanzen. Denn die Landessynode hat eine neue Umlageregelung für das Kirchensteueraufkommen beschlossen. Ab dem Jahr 2021 wird eine neue Umlage in Höhe von 21 Prozent des Aufkommens eingeführt. Die neue Umlage fasst drei bisherige zusammen: die prozentuale Umlage für die Aufgaben auf landeskirchlicher Ebene (bisher 10,1 Prozent), die bedarfsbedeckte Umlage für Gesamtkirchliche gesetzliche Aufgaben (innerrheinische Aufgaben sowie EKD-weit finanzierte Aufgaben) und die ebenfalls bedarfsgedeckte Pfarrbesoldungsumlage.

Die Einführung einer rein prozentualen Umlage soll dazu beitragen, den finanziellen Gestaltungsspielraum der Kirchengemeinden zu sichern. Zudem wird die Versorgungsicherungsumlage von 25 auf 18 Prozent abgesenkt. Unterm Strich bleibt so mehr Geld in den Gemeinden. „Das gibt uns mehr Zeit für unseren Konsolidierungsprozess“, betonte Bartholomeyczik. Details wird er für jede einzelne Gemeinde im März im Finanzausschuss vorstellen. Dies ist auch für Mölleken eine erfreuliche Entwicklung, „die aber auch nicht missverstanden werden darf“. Denn der finanzielle Zuwachs werde in spätestens zehn Jahren durch den Kaufkraftverlust und Personalkostensteigerungen eingeholt, so Bartholomeyczik.

Presbyteriumswahl 2020

Ganz aktuell berichtete Mathias Mölleken, dass nach dem überraschenden Rückzug eines Kandidaten nunmehr noch in sieben der 13 Kirchengemeinden am 1. März gewählt wird. Prozentual sind das 54 Prozent, was zwar immer noch über dem landeskirchlichen Durchschnitt von 40 liegt. Dennoch ist sich der Superintendent für die Zukunft sicher: „Das ist bald so nicht mehr durchführbar.“

Informationen, Videos, Fotos von der Landessynode 2020: www.ekir.de/landessynode

„Haushaltsbuch 2020“ erläutert Haushalt der Landeskirche: http://ekir.de/url/tyx