Sichtbare Vielfalt von Ehrenamt

Hinten (v.l.): Coletta Manemann, Roland Kuhlen, Melanie Grabowy, Dietmar Pistorius, Ulrich Hamacher, Bernhard von Grünberg, Kaved Javadi, Andrea Hillebrand, Martin Engels; vorne (v.l.) die Preisträger Team Adenauerallee, Fahrradwerkstatt Zülpich, Laptop-Projekt, Sprachpatenschaften. credit: Meike Böschemeyer

Marie-Kahle-Preis für ehrenamtliches Engagement in der Geflüchtetenarbeit wurde vergeben: Vier Initiativen aus dem Raum Bonn und dem Kreis Euskirchen wurden am Wochenende in der Kreuzkirche mit dem Marie-Kahle-Preis ausgezeichnet. Redner, Rednerinnen, die Jurymitglieder sowie die Preisträgerinnen und Preisträger würdigten das beeindruckende Engagement in diesem Gebiet. Sie alle fanden aber auch mahnende und politische Worte und waren sich einig, wie viel hier noch zu tun sei, damit Integration auf Augenhöhe gelingen könne.

Ausgelobt wurde der Marie-Kahle-Preis von den beiden Evangelischen Kirchenkreisen Bonn und Bad Godesberg-Voreifel, für die der Bonner Superintendent Dietmar Pistorius ein Grußwort sprach. Grußworte sprachen außerdem Bürgermeisterin Melanie Grabowy sowie der zuständige Landesminister Joachim Stamp, der sich per Videobotschaft meldete. Ulrich Hamacher, der stellvertretend für das Diakonische Werk Bonn und Region, die evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit EMFA sowie das Diakonische Werk Euskirchen sprach, schloss sich dem Dank seiner Vorrednerin und seines Vorredners an und erwähnte außerdem die hauptamtlichen Strukturen, die das Ehrenamt stärken und stützen würden und die es brauche, um verlässliche Strukturen zu schaffen und zu halten.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Zum Höhepunkt der Veranstaltung verkündeten Dietmar Pistorius, Melanie Grabowy und Ulrich Hamacher die Preisträger des Marie-Kahle-Preises, die von der Jury ausgewählt wurden:

Ausgezeichnet in der Kategorie „Schutz und Integration von Frauen und Kindern“ wurde das Projekt „Schullaptops der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit“ in Bonn.

In der Kategorie 2 „Durchhalten“ hat die Jury entschieden, den Preis zu teilen und zwei Initiativen auszuzeichnen, die sehr unterschiedliche Schwerpunkte haben, und beide dennoch einen maßgeblichen Beitrag zum „Durchhalten“ geleistet hätten: Das ökumenische Team der Bonner Adenauerallee bot unbürokratische, verlässliche und persönliche Formularhilfe und wurde dafür ausgezeichnet. Ebenso erhielt den Preis in der Kategorie 2 die Fahrradwerkstatt Zülpich unter der Leitung von Theo Trösser.

Aus der Projektbeschreibung: Zülpich hat viele Außenorte, der ÖPNV ist nicht flächendeckend entwickelt. Für ein selbstständiges Leben in Zülpich bedarf es an Fahrrädern. Das Projekt richtet sich an geflüchtete oder sozial benachteiligte Personen. Die drei Ehrenamtlichen reparieren Räder und händigen Fahrräder aus, geben Anleitung zur Wartung, geben Fahrradunterricht und lehren in Kooperation mit der Polizei die Straßenverkehrsordnung. Hier wird die Gemeinschaft, Verselbstständigung und Teilhabe gefördert.

Ausgezeichnet in der Kategorie „Perspektiven für die Zukunft“ wurde das ehrenamtliche Projekt „Sprachpatenschaften“ des Bonner Vereins für Pflege und Gesundheitsberufe e.V. Das Projekt zeige, wie wichtig ergänzende Unterstützung sei, weil viele Geflüchtete sonst an den sprachlichen Erwartungen scheitern würden, so die Begründung der Jury. Mitglieder der Jury waren die Leiterin der Stabsstelle Integration der Stadt Bonn, Coletta Manemann, Bernhard von Grünberg für die Uno-Flüchtlingshilfe, Roland Kuhlen vom kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum Euskirchen, Kaved Javadi vom Integrationsrat der Stadt Bonn und Oberkirchenrat Rafael Nikodemus.

Durch die Veranstaltung führten Pfarrer Martin Engels vom Evangelischen Forum und Andrea Hillebrand, Pressesprecherin des Diakonischen Werkes. Für die musikalische Begleitung sorgte Musiker Jivan. Mit orientalischen Klängen ließ er feierliche Stimmung aufkommen.

Auf dem youtube-Kanale des Diakonischen Werkes (@diakoniebonnundregion) ist die Aufzeichnung der Veranstaltung anzusehen: youtu.be/BRCPCZT45u0

Andrea Hillebrand, Diakonisches Werk Bonn und Region/gar

 

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 28. September 2021