Luthers Lieder wiederbeleben

Ein Plädoyer für Rhythmus, Sound und Pop gepaart mit lutherischem Liedgut hielt Professor Dr. Harald Schroeter-Wittke auf der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel am 12. November.

Luthers Lieder würden heute nur dann wieder belebt werden können, „wenn sie Pop werden, wie damals“, erläuterte der Universitätsprofessor für Didaktik der Evangelischen Religionslehre an der Universität Paderborn. Denn „Luthers Lieder waren eines der wichtigsten Medien für die Ausbreitung der Reformation und des Protestantismus.“

Wie die Wiederbelebung von statten gehen kann, probte Schroeter-Wittke mit den rund 70 stimmberechtigen Mitgliedern der Synode und ihren Gästen in der Rheinbacher Gnadenkirche. Die Synodalen sangen mit dem Blick in die Luft, schritten singend aufeinander zu oder bildeten große Kreise. Schröter-Wittke setzt in Gottesdienst und Predigt ebenso wie bei der Nutzung des Gesangbuchs auf Inszenierungen. Da können dann die Strophen eines Lieder mit anderen Melodien gesungen werden oder auch als „Krebs“, mit Melodie von hinten.

„Reformation und Musik“ ist auch der Schwerpunkt für 2012 im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017. Eine musikalische Stafette durchläuft alle 38 Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland. Von Solingen kommt die Stafette vom 15. bis 22. Januar nach Bad Godesberg und in die Voreifel. Dazu haben die Kirchenmusiker um Kreiskantor Hans-Peter Glimpf und Christoph Müller, Vorsitzender des Fachausschusses für Kirchenmusik, ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Es reicht vom festlichen Gottesdienst mit viel Gesang über musikalisches Andachten und Vespern bis hin zu einer „Annäherung“ an Luthers Musik und Bachs Theologie.

Superintendentenbericht

„Entscheidend wird sein, wie wir vor Ort die Bedeutung der Reformation heute erlebbar machen“, unterstrich Dr. Eberhard Kenntner Dies beträfe alle 13 Gemeinden, die Werke und Einrichtungen des Kirchenkreises, so der Superintendent. in seinem jährlichen Bericht. Die zweite Stufe der KIBIZ-Revision betrachtet Kenntner mit Sorge. Die angekündigte Qualitätsverbesserung und Gleichstellung der Träger gehe einher mit einem faktischen Stopp des Ausbaus von U-3-Plätzen, wie etwa in Meckenheim.

Haushalt 2012 und Verwaltungsfusion

Die Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden aus Bad Godesberg und Voreifel verabschiedeten den Haushaltsplan für das Jahr 2012 mit einem Gesamtvolumen von 2,74 Millionen Euro. Damit liegen die geplanten Ausgaben leicht über dem Ansatz des Vorjahres. Eingeplant ist eine Entnahme von etwa 56.000 Euro aus Rücklagen. 460.000 Euro fließen in die Jugendarbeit, 375.000 in den Bereich Seelsorge.

Einstimmig beschloss das Kirchenparlament die Fusion der Verwaltungen des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel (Verwaltungsamt Bonn) und des Gemeinde- und Kirchenkreisverbandes Bonn zum Evangelischen Verwaltungsverband in Bonn. Schon ab Januar 2012 werden die 24 Kirchengemeinden zwischen Mehlem und Sechtem, Bonn und Bad Münstereifel und die beiden Kirchenkreise von einer gemeinsamen Verwaltung betreut mit Sitz im Bonner Haus der Evangelischen Kirche. Die Bonner Kreissynode stimmte ebenfalls zu. Diese Fusion war vor Jahren noch fern jeder Realisierung.

Anträge an die Landessynode

Gleich vier Anträge richtete die Herbstsynode an die Landessynode. Kritisch sehen die Protestanten, wenn die Landessynode im Januar 2012 weitere verbindliche Strukturen für Verwaltungsreformen und Personalplanungen in den Gemeinden beschließen sollte und damit in deren Kompetenzen und Rechte eingreifen könnte. Daher fordern sie, dass die Konzepte den Gemeinden vorher als Proponendum vorgelegt werden sollen. Die bislang fehlende Vertretungsmöglichkeit von Fachausschussvorsitzenden durch deren Stellvertreter auf Synoden soll in der Kirchenordnung ergänzt werden, damit das jeweilige Fachgebiet stets repräsentiert ist. Außerdem votierten die Abgeordneten für die Beibehaltung von landeskirchlichen Zuschüssen in Höhe von 160.000 Euro zu Mutter-Kind-Kureinrichtungen. Und schließlich forderten sie die Anerkennung der Dienstzeiten von Pastorinnen und Pastoren im Sonderdienst bei der Gewährung der sogenannten Erfahrungszulage. Dieser Gehaltsbestandteil wird nach zwölf Dienstjahren gewährt, wobei der Sonderdienst bislang nicht mitzählt.

Abschied und Wahlen

Pfarrer Christian Werner wechselt an den Niederrhein. Der 55-jährige Pfarrer der Johannes-Kirchengemeinde Bad Godesberg tritt am vierten Advent eine Pfarrstelle in Straelen am linken Niederrhein an. Er wird am ersten Adventssonntag, 27. November, im Gottesdienst entpflichtet.

Gleichzeitig verabschiedete Superintendent Eberhard Kenntner folgende Synodale, die der Synode in Zukunft nicht mehr angehören werden: Helmut Schneider (Euskirchen), Monika Eifrig (Flamersheim), Dr. Iris Schneider (Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg), Doris Kalff (Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg), Christina Manig und Dr. Reinhard Renger (Johannes-Kirchengemeinde Bad Godesberg), Dr. Wolf-Ulrich Jorke, Doris Röder und Ewald Krüger (Rheinbach), Friedrich-Wilhelm Ehmann (Swisttal) sowie Klaus Ziegenhagen (Zülpich).

Als neuen Vorsitzenden des Nominierungsausschusses beriefen die Gemeindevertreter den Pfarrer und stellvertretenden Superintendenten Mathias Mölleken aus Meckenheim. In den Fachausschuss für Kirchenmusik entsandten sie Monika Bock (Weilerswist). Stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss wird Detlef Radtke (Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg).

Die Synodaltagung begann mit einem Gottesdienst in der Rheinbacher Gnadenkirche. Ein Grußwort sprach der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz.

Weitere Bilder vom Tage

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Ob tief herunter, …

… von den Wänden aus „gegeneinander“, …

oder bei der Bewegung im Kreis:

Die Synodalen freuten sich beim Ausprobieren.

„Christ ist erstanden“ im Rhythmus von Queens „We will rock you“: Das bewegt! (Fotos: Uta Garbisch)

 
Der Bericht des Superintendenten 2011
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Uta Garbisch / 13.11.2011

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Geschrieben von Pressereferat BGV am 13. November 2011