„lieder-abend-gottesdienst“

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Romantik – mehr als ein Gefühl heißt es am 15. Juni bei einer erneuten Premiere in der Rigal’schen Kapelle: In einem „lieder-abend-gottesdienst“ spüren drei Godesberger Künstlerinnen und Künstler der Epoche der Romantik nach, Pfarrer Dr. Jochen Flebbe fragt nach den bleibenden Gedanken der Romantik für die heutige Zeit.

In ihren Kunstwerken hat die Epoche der Romantik sicher ein bleibendes Erbe hinterlassen, das bis heute Menschen begeistert und verzückt. Das lässt sich leicht feststellen an den Gedichten ihrer Größten wie Joseph von Eichendorff, Novalis, Clemens Brentano – und auch Heinrich Heine, aber auch von weniger bekannten Vertretern wie Friedrich Rückert, Klaus Groth, Christian Reinhold. Zu einmaligen, gleichsam still-schlichten Gesamtkunstwerken von unglaublicher Tiefe werden die Texte durch die Vertonungen von Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms. Um die Beziehung zwischen Text und Musik besonders deutlich zu machen und die musikalische Gestaltung nicht nur genießen, sondern auch wirklich nacherleben zu können, werden in diesem „lieder-abend-gottesdienst“ immer Text und Vertonung gegeneinander gesetzt. Dabei agieren ausschließlich Godesberger Künstler, die aber weit über das Lokalkolorit hinaus bekannt sind: Die Mehlemer Schauspielerin Alicia Fassel für die Texte, der Kantor der Johanneskirche, Christoph Gießer, Klavier und die Lannesdorfer Sopranistin Helgard Rehders.

Pfarrer Dr. Jochen Flebbe fragt für diesen „lieder-abend-gottesdienst“ nach den geistigen Impulsen der Romantik – und skizziert die Epoche als weit mehr als ein Gefühl – sondern als ein tiefes geistiges Ringen um das Wesen des Menschen in der ihm vorgegebenen, endlichen Welt. Für die Romantik würde die Seele in einer Welt, die nur aus Oberflächen und Grenzen, Messungen und Beweisen, nur aus dem Sichtbaren und Zählbaren bestünde, verkümmern. Welt. Auch wenn Vernunft und Verstand des Menschen auch für die Romantik unverzichtbare Faktoren sind – liegt das Geheimnis des Menschen in einer Ferne verborgen, die für die sehnsuchtsvolle Seele in ihrer stummen Melodie und dem stillen Klang zu einer Heimat in der Fremde wird. Dabei haben schon in der Romantik Kunst und Religion einander tief durchdrungen – und so fragt auch der „lieder-abend-gottesdienst“ nach einer möglichen Wechselbeziehungen und gegenseitiger Inspiration von Glaube und Kultur heute.

Der „lieder-abend-gottesdienst“ beginnt am Samstag, 15. Juni 2019, um 18 Uhr in der Rigal’schen Kapelle Bad Godesberg, Kurfürstenallee 11.

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 11. Juni 2019