Festival der Begegnungen begeisterte 3000 Besucher

Konzept ging auf: Das 1. Festival der Begegnungen lockte insgesamt 3.000 Menschen an. Foto: Kirchengemeinde

Es war eine außergewöhnliche Veranstaltungsreihe, zu der vom 18. bis zum 25. November 2018 die Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg in die Friesdorfer Pauluskirche eingeladen hatte. Knapp tausend Besucherinnen und Besucher feierten drei Gottesdienste mit, in denen Kanzelreden von prominenten Persönlichkeiten gehalten wurden: Seyran Ates, Gesine Schwan, Fulbert Steffensky. Der 85-jährige Theologe Fulbert Steffensky hielt seine letzte Predigt, in der er dem Festival der Begegnungen die Erinnerung an die Toten hinzugesellte.

Gut 700 Menschen ließen sich zu sehr unterschiedlichen Konzerten einladen. Die Stilrichtungen gingen vom französischen Chanson mit Jean Faure, über spirituellen Jazz mit Tord Gustavsen bis zur Blues Brother Tribute Band, die am Samstagabend die Kirche tanzen ließ.

Über 900 Gäste erlebten geistreichen Talk mit tiefsinniger Moderation.  Christiane Florin erkundigte sich bei Generalmusikdirektor Dirk Kaftan und Oliver Welke nach deren Haltung im Beruf. Matthias Drobinski fühlte den Theologen Thomas Kaufmann und Jörg Lauster auf den Zahn, wie es mit der Reformation weitergehen könnte. Und Cornelia Richter moderierte das spannungsreichste Gespräch des Festivals zwischen dem Jenaer Soziologieprofessor Hartmut Rosa und dem charismatischen Geigenbauer Martin Schleske. Dazwischen erfreuten zwei kabarettistische Abende die Gemüter. Die Poetry Slamerin Sandra da Vina begegnete Benjamin Eisenberg.

Und am Sonntag trafen unter der Überschrift „Inklusion trifft Depression“ Rainer Schmidt und Willibert Pauels aufeinander und beschlossen eine außergewöhnliche Woche mit drei Gottesdiensten und acht Abendveranstaltungen. Initiator Pfarrer Siegfried Eckert ist begeistert von diesem Versuchsballon: „Dieses Woche hat zu unglaublich vielen Begegnungen geführt und unerwartet viele Menschen haben unsere Kirche berührt, bestärkt und begeistert verlassen“. Erleichtert ist Eckert auch, dass sein gewagtes Konzept aufging. „Solche Begegnungen sind nur möglich, wenn der Eintritt frei ist.“ Ende gut, alles gut, ist Eckerts Fazit, weil ein Erlös von etwa 8.000 Euro an die gemeindeeigene Evangelische Thomasstiftung Bad Godesberg überwiesen werden kann. Davon soll unter anderem ein Lasten-E-Bike für den Küster angeschafft werden, ohne dessen Hilfe und der seiner rund 50 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer aus der Gemeinde ein solches Festival gar nicht möglich gewesen wäre.

EB/gar

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 29. November 2018