Die Hilfe geht weiter

Für Flutbetroffene in der Region Euskirchen im Einsatz: Nadine Günther-Merzenich. Foto: DW Euskirchen

„Manche sind schnell vorangekommen, andere leben immer noch auf der Baustelle“, berichtet Nadine Nadine-Günther-Merzenich vom mobilen Fluthilfeteam in Euskirchen. Zwischen diesen Polen bewegen sich Betroffene der Flutkatastrophe heute, körperlich wie seelisch. Die Flut im Juli 2021 war eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. Mehr als 180 Menschen sind ums Leben gekommen, der materielle Schaden liegt in Milliardenhöhe. Die Folgen bringen Betroffene auch knapp ein Jahr später noch an ihre Grenzen.

„In ihren Grundpfeilern erschüttert“

Das erlebt auch Beate Krugel vom mobilen Fluthilfeteam für Meckenheim, Rheinbach und Swisttal: „Einige Personen, die noch bauen, sind kräftemäßig am Ende.“ Denn die Organisation des Wiederaufbaus mit Baumaterialien und der Handwerker, der Ablauf des Aufbaus und der Umgang mit Rückschlägen sind zermürbend. Weil auch nicht klar ist, wie lange diese Situation noch anhält.

Hier gibt es noch viele Baustellen, nicht nur materielle: Beate Krugel im Gespräch vor Ort. Foto: Diakonie Bonn

Wenn der Aufbau schon geschafft ist, kommt bei manchen Menschen der psychische Einbruch. Die Diakonin beschreibt dies als „eine Art mentales Ausgebranntsein“. Vergleiche mit schlimmer Betroffenen und Hinweise, dass es doch wieder schön sein, könnten da nicht weiterhelfen. „Die Menschen sind in ihren Grundpfeilern erschüttert.“

Selbst wenn beide Personenkreise sich eine Pause gönnen, tritt kein Erholungseffekt ein. „Geist und Körper können noch nicht abschalten“, berichtet Beate Krugel. Einige könnten bei länger anhaltendem Regen oder einer Unwetterwarnung nicht differenzieren. Ist das jetzt Starkregen oder nicht? Und wie ist das im Vergleich zur Regenmenge im vergangenen Jahr? „Hier regiert nur das Gefahrenzentrum und nicht die sachliche Abwägung.“

Was da helfe, ist, das Erlebte mit anderen zu teilen. Entweder mit Menschen, die ähnliche Erlebnisse hatten oder Verständnis für die Situation aufbringen. Auch Gespräche über eigene Stärken seien wichtig: “Das Bewusstmachen bisheriger Bewältigungsstrategien und was sonst im Leben trägt, etwa in der Familie oder der Partnerschaft.“

Stichwort Hochwasserschäden und Wiederaufbau

Während den „leichten“ Fällen in der Regel schon geholfen werden konnte, gibt es jetzt viele, die die Förderanträge für den Wiederaufbau an das Land allein nicht schaffen. Aus technischen Gründen oder weil ihnen die Kraft fehlt.

Die Hilfe geht weiter: „Wir bleiben da“, verspricht die Diakonie. Foto: DW Euskirchen

„Da kommt ein Antrag sechs oder sieben Mal zurück, weil ein Häkchen falsch gesetzt ist.“ Dann sind auch Nadine Günther-Merzenich und ihr Team zur Stelle. Sie finden den Fehler, motivieren, dranzubleiben und leisten psychosoziale Unterstützung.

So wie bei Heidi Jonas aus Arloff in Bad Münstereifel. Sie und und ihre Familie gehören zu den Betroffenen, die bereits umfassend von der Diakonie Katastrophenhilfe Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) unterstützt werden konnten. „Wir haben unmittelbar nach der Flut unbürokratische Soforthilfe für das Allernötigste bekommen, außerdem einen Bautrockner.“ Die Haushaltsbeihilfe sei ebenfalls schon bewilligt. „Das Fluthilfeteam Euskirchen hat uns darüber hinaus bei dem Antrag für Hilfsgelder vom Land unterstützt.“ Nun will die Familie Wiederaufbauhilfe beantragen und ist dankbar, dass die Diakonie ihr auch dabei helfen wird. Worüber Heidi Jonas besonders glücklich ist: Ihre Tochter, die halbseitig gelähmt ist, kann eine Reittherapie für Flutgeschädigte machen. „Die tut ihr sehr gut, körperlich wie seelisch.“ Finanziert wird die Therapie mit Spendengeldern der Diakonie.

Einsatz geht weiter

Die Spendengelder der Diakonie Katastrophenhilfe RWL – insgesamt 43,3, Millionen Euro kamen zusammen – werden weiterhin dringend benötigt. Foto: Diakonie RWL

Und seit Ende Juni steht fest: Die psychosoziale Begleitung der Betroffenen wird fortgesetzt. „Der Einsatz war zunächst bis Ende August 2022 geplant und wird nun um ein Jahr verlängert“, kündigte Christoph Pistorius, Vizepräses der Rheinischen Landeskirche, an. Diese kooperiert hier mit der Diakonie.

Die Diakonie Katstrophenhilfe RWL wird die Menschen auch weiterhin umfassend unterstützen. „Immer wieder hören unsere Mitarbeitenden in den mobilen Fluthilfeteams: ,Bitte vergesst uns nicht!‘ Für uns steht deshalb fest: Die Diakonie-Familie bleibt vor Ort, solange sie gebraucht wird“, betont Kirsten Schwenke, juristische Vorständin des Diakonischen Werks Rheinland-Westfalen-Lippe. Deshalb steht auch für die Diakonie Katastrophenhilfe RWL fest: Wir bleiben.

(Mit Material von Diakonie RWL)

Jahrestag der Flutkatastrophe

Unter angespültem Kies fast begraben: eine Rose in Euskirchen. Für Pfarrer Gregor Weichsel (Foto) auch Sinnbild für Hoffnung.

Fast ein Jahr ist es her: Am 14. und 15. Juli 2021 haben die Überschwemmungen in unserer Region großen Schaden angerichtet. Menschen haben ihr Leben verloren, für viele hat diese Nacht schlagartig alles verändert.

In den einzelnen Orten sind Gedenkveranstaltungen, Gottesdienste und andere Begegnungsmöglichkeiten geplant. Folgendes ist bekannt (wird weiter ergänzt):

Bad Münstereifel:
Donnerstag, 14. Juli 2022, 18 Uhr: Ökumenischer Gedenkgottesdienst vor der Jesuitenkirche mit Pfarrerin Judith Weichsel und Sr. Roswitha sowie Gebärdendolmetscher:in. Die Seelsorgerinnen der beiden Kirchen laden zu diesem Gedenkgottesdienst genau dorthin ein, wo die Flut vor einem Jahr besonders spürbar war und sichtbare Schäden angerichtet hat.
Samstag, 16. Juli 2022, 17 Uhr:  Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Iversheim im Dorfsaal mit Pfarrer Hans-Georg Falk.
Unter dem Motto „Gedanken – Gedenken“ begeht Bad Münstereifel den Jahrestag mit vielen weiteren Veranstaltungen von Donnerstag bis Sonntag.

Euskirchen:
Donnerstag, 14. Juli 2022, 19.30 Uhr: Ökumenische Gedenkfeier der Stadt Euskirchen zum Jahrestag der Flut im Klostergarten (an C&A)

Euskirchen-Schweinheim:
Donnerstag, 14. Juli 2022,  18 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in Schweinheim unter freiem Himmel in der Dorfmitte mit Pfarrerin Christina Fersing

Rheinbach:
Donnerstag, 14. Juli 2022, 15.30 Uhr: Ökumenischer Gedenkgottesdienst für die Flutopfer auf dem Himmeroder Wall.
Unter dem Titel 
„Ein Tag für Rheinbach“ wird am 14. Juli 2022 ganz Rheinbach der tödlich Verunglückten GEDENKEN und seinen DANK für die empfangene Unterstützung der vielen freiwilligen, ehrenamtlichen und organisierten Helfer:innen zum Ausdruck bringen, sowie den Blick auf den erlebten ZUSAMMENHALT der Stadtgesellschaft richten. Das Fluthilfeteam des DW Bonn und Region ist ebenfalls vor Ort. Es hat einen Stand am Himmeroder Wall und bietet neben Informationen auch Gespräche an. Auch die Notfallseelsorge ist vor Ort.

Swisttal:
Donnerstag, 14. Juli 2022, 18.30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Petrus und Paulus in Odendorf mit anschließender Enthüllung einer Gedenktafel

Freitag, 15. Juli 2022, ab 14.30 Uhr (Einlass): Zentrale Gedenkfeier der Kommunalgemeinde Swisttal mit der Bundespolizei auf dem Gelände der Bundepolizei in Heimerzheim
Beginn ist um 15 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst

Samstag, 16. Juli 2022, ab 14 Uhr: Familienfeste in Odendorf am Zehnthof und in Heimerzheim am „Alten Kloster“

Zülpich:
Donnerstag, 14. Juli 2022, 18.30 Uhr: Gemeinsame Gedenkandacht der katholischen Kirche, der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde sowie der Stadt Zülpich in St. Peter Zülpich auf dem Mühlenberg

Dicht am Leben – Starke Worte kluger Frauen

Präsentieren Texte aus zwei Jahrhunderten: das Team von "Dicht am Leben".

Nächster Termin: 19. August. In einer Konzertlesung mit Musik werden acht bekannte und weniger bekannte Lyrikerinnen vorgestellt, die Einblick in ihr Leben und die Themen ihrer Zeit geben. Sie stammen aus der Zeit des 18. Jahrhunderts bis heute. Annette von Droste-Hülshoff etwa gilt als eine der bedeutendsten Dichterinnen. Ihr Gesicht hat es seinerzeit auf den 20-DM-Schein geschafft. Aber im 18. Jahrhundert ringt sie um die Anerkennung ihrer Dichtkunst, lehnt sich gegen Familientraditionen und die Übermacht der Männer auf.

Und wer kennt nicht wenigstens einen Text von Hilde Domin? Weniger bekannt ist, dass sie 22 Jahre lang in äußerst bescheidenen Verhältnissen im Exil lebte. Weitere Protagonistinnen sind Elisabeth Kulmann oder Sarah Kirsch. Die Konzertlesung stellt die Künstlerinnen vor, zeigt ihre Hoffnung und Verzweiflung ebenso wie deren Leiden an der Gesellschaft. Die Lesung ist ein Projekt der Frauenbeauftragten Sabine Cornelissen.
Regie: Simone Silberzahn, Musik: Anke Kreuz.
Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten.

Aufführungstermine sind:

  • Donnerstag, 26. Mai 2022, 18 Uhr in Bonn-Beuel, Nommensen-Kirche, Am Weidenbach 21
  • Samstag, 28. Mai 2022, 18 Uhr in Königswinter-Heisterbacherrott, Emmauskirche, Dollendorferstraße 399
  • Freitag, 19. August 2022, 18 Uhr, in Bonn- Bad Godesberg, Erlöserkirche, Rüngsdorfer Straße 43
  • Donnerstag, 1. September 2022, 19 Uhr, in Swisttal-Heimerzheim, Maria-Magdalena Kirche,  Sebastianusweg 5-7

Lesung in Wachtberg

Liest aus seinem neuen Buch: Udo Eschenbach. Foto: privat

Am 30. Juni stellt Udo Eschenbach seinen neuen Gedichtband „Hoppla …, das kann ja heiter werden!“ live in Wachtberg vor. Seine Lesung ausgewählter Gedichte und Kurzgeschichten wird musikalisch von Walter Töpner am Klavierbegleitet. Am Ende der Veranstaltung wird der Autor sein Buch zugunsten des Ökumenischen Arbeitskreises Hilfe für Flüchtlinge und Asylbewerber in Wachtberg anbieten. Es bietet sich also die Möglichkeit, im Rahmen der Wachtberger Kulturtage Vergnügen und Charity zu verbinden.

Der neue Gedichtband mit 184 Seiten enthält 32 Gedichte und 18 Kurzgeschichten.  In fünf  Kapiteln betrachtet der Autor in verschiedenen Darstellungsformen menschliches Verhalten und arbeitet dabei Widersinniges wie Verblüffendes in einer Welt des Unerwarteten und Nachdenklichen heraus. Seien es zu einem die Herausforderungen der Pandemie oder die Art „amtlicher Schreiben“, die erhellendes zu Tage fördern, sowie „Das lyrische Kochbuch“, Rezepte sprich Gerichte in Gedichtform, die eine andere Art der Kochanleitung eröffnen, so ist zum anderen, das Kapitel der Episoden der Kurzgeschichten über Lebenssituationen, die aus dem Ruder laufen, erheiternd. Und unter „Hausgebrauch“ finden Leser:innen für sich persönlich verwendbares.

Der Band hat eine Vorgeschichte: Bereits seit einigen Jahren akquiriert Udo Eschenbach abzüglich der Herstellungskosten mit Lesungen Spendengelder für soziale Projekte. Mit seinem ersten Gedichtband „Geh weiter, geh weiter, die Zukunft wird heiter!“, der von ihm letztes Jahr vorgestellt wurde, hat er bisher über 2.200 Euro Spendengelder gesammelt.

Die Lesung beginnt am Donnerstag, 30. Juni 2022, um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in Wachtberg-Niederbachem, Bondorfer Straße 18. Aufgrund eines begrenzten Platzkontingents werden Interessent:innen gebeten, sich anzumelden bei: uveschenbach@gmail.com.

Eine Woche Sommerkirche

Foto: Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde Euskirchen lädt ab 26. Juni zur Sommerkirche ein. Direkt vor den Türen der Kirche an der Kölner Straße 41 gibt es dann die Möglichkeit zu Begegnungen und Gesprächen, eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Hier kann man andere Leute treffen, eine kleine Auszeit im Alltag nehmen, vielleicht neue Horizonte entdecken. Außerdem gibt es einen Mutmacher zum Mitnehmen. Alles unter freiem Himmel, entspannt, gemütlich und einladend.

Die Sommerkirche öffnet von Sonntag, 26. Juni, bis Sonntag 3. Juli 2022, zu folgenden Zeiten:
samstags 11 bis 15 Uhr
sonntag 11 bis 14 Uhr
montags bis freitags 14 bis 17 Uhr.

Das sommerliche Angebot startet am Sonntag, 26. Juni, um 11 Uhr nach dem Gottesdienst.

Gottesdienst für Unbedachte

Foto: ACK Bonn

Am 25. Juni findet der nächste Ökumenische Gedenkgottesdienst für „Unbedachte“ statt. Das sind Menschen, die ohne Trauerfeier auf Veranlassung der Stadt Bonn bestattet wurden. Dazu lädt die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bonn (ACK Bonn) ein für Samstag, 25. Juni 2022, um 12 Uhr, in die Namen-Jesu-Kirche in Bonn, Bonngasse.
Die Namen der Gestorbenen werden verlesen, und in einem besonderen Ritus wird für jede und jeden eine Kerze entzündet. Die ACK freut sich über alle, die die einsam gestorbenen Menschen würdigen und für sie beten.

www.ack-bonn.de

EB/gar

Entfällt: Pfarrerin Müller tritt Amt an

Kathrin Müller. Foto: privat.

Achtung: Die Einführung muss wegen Krankheit verschoben werden!
In einem Open-Air-Gottesdienst am 26. Juni wird Superintendentin Claudia Müller-Bück die Wachtberger Pfarrerin Kathrin Müller als zweite stellvertretende Skriba einführen. Sie gehört damit zu den theologischen Mitgliedern des Kreissynodalvorstandes. Dieser leitet den Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel.

In dem Gottesdienst werden außerdem die langjährige Wachtberger Küsterin Eva Bedner aus dem Dienst verabschiedet und Andreas Lötzsch in diesen Dienst eingeführt. Der Freiluft-Gottesdienst mit besonderem musikalischen Rahmen beginnt am Sonntag, 26. Juni 2022, um 11 Uhr, vor der Gnadenkirche in Wachtberg-Pech, Am Langenacker.  Nach dem Gottesdienst gibt es einen einfachen Mittagsimbiss.
EB/gar

Liebesversprechen

Foto: Screenshot

„Panikattacken“, „Gedanken entscheiden“ und eben Liebesversprechen: Das sind die Überschriften der drei aktuellen Morgenandachten. Pfarrer Knut Dahl-Ruddies hat sie in dieser Woche für WDR 2 geliefert.

Reinhören lohnt sich:

Liebesversprechen – Andacht vom 15. Juni
Gedanken entscheiden – Andacht vom 14. Juni
Panikattaken – Andacht vom 13. Juni

Pfarrer Knut Dahl-Ruddies gehört seit 2017 zum Team von „Kirche zum Hören“. Das sind Theologinnen und Theologen, aber auch andere, die regelmäßig Andachten für den WDR-Rundfunk schreiben und produzieren. Zu hören ist er jeweils um 5.55 Uhr. Zwei weitere Beiträge folgen morgen und am Samstag.

Dahl-Ruddies, Jahrgang 1967, ist Gefängnisseelsorger in der JVA Euskirchen und Landessynodaler der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Social-Media-Experte betreibt einen eigenen Blog. „Pastorenstückchen“ heißt die Seite. Bisweilen findet er dort deutliche Worte. Auch zu Entwicklungen in der Kirche. So wurde die Evangelische Rundfunkarbeit auf den Pfarrer aufmerksam.

Alle Beiträge von Pfarrer Knut Dahl-Ruddies

Die Christen im Heiligen Land

Zu Besuch in Bad Godesberg: Ibrahim Azar . Foto: Kirchengemeinde

Über das Leben im Heiligen Land berichtet Bischof  Ibrahim Azar aus Jerusalem im Bad Godesberger Matthias-Claudius-Gemeindehaus. Azar leitet seit 2018 die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Er wird auf Einladung der Johannes-Kirchengemeinde über die schwierige Situation der Christen in Palästina und Israel sprechen und Fragen dazu beantworten.

„Es wird an diesem Abend deutlich werden, wie sehr auch die palästinensischen Christen im Geburtsland Jesu unter der nun schon über zwei Jahre währenden Pandemie leiden“, erläutert Hans-Georg Kercher vom Arbeitskreis Palästina/Israel. „Aber auch, dass der Bischof, die Pastoren der Gemeinden und die Gemeindeglieder selbst in den schlimmsten Phasen der Pandemie und der nun schon über 50 Jahre dauernden israelischen Besatzung immer wieder neue Wege in ihrer oft verzweifelten Lage gefunden haben, fest miteinander verbunden zu bleiben, christliche Gemeinschaft zu leben und die Hoffnung auf einen gerechten Frieden nicht aufzugeben.“

Dazu gibt es einige Lieder auf Arabisch und auf Deutsch, am Flügel begleitet von Christiane Kreis.

Ibrahim Azar, 1961 im Libanon geboren, war Schüler der deutsch-palästinensischen Schule Talitha Kumi in Beit Jala, hat in Deutschland Theologie studiert, ist seit über 20 Jahren Pfarrer der Erlöserkirche in Jerusalem.

Der Abend mit Bischof Ibrahim Azar beginnt am Freitag, 17. Juni 2022, um 19 Uhr im Matthias-Claudius-Gemeindehaus, Zanderstraße 51.

Telefonseelsorge sucht Ehrenamtliche

 

Im Januar 2023 beginnt die TelefonSeelsorge Bonn/Rhein-Sieg e.V einen neuen Ausbildungskurs. Dazu informiert die TelefonSeelsorge über ihre Arbeit und die Ausbildung bei einem Zoom-Infoabend.

Der Zoom-Abend findet am Montag, 20. Juni 2022, 19 Uhr, statt. Interessierte finden die Zugangsdaten unter http://www.ts-bonn-rhein-sieg.de/. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die TelefonSeelsorge Bonn/Rhein-Sieg feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Rund achtzig ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger sind Tag und Nacht am Telefon und in der Mailseelsorge für Ratsuchende im Einsatz. Sie bieten Menschen in einer persönlichen Notsituation ein offenes Ohr und ein vertrauliches Gespräch.

Der Bedarf nach Seelsorgegesprächen ist nach wie vor hoch. Im Jahr 2021 wurden in der Telefonseelsorge 12.197 Anrufe entgegengenommen. Neben den persönlichen Krisen der Menschen wurden auch die gesellschaftlichen Herausforderungen wie zum Beispiel die Auswirkungen der Pandemie oder auch der Krieg in der Ukraine und seine Folgen in den Gesprächen bedeutsam.

 

Klavier zu vier Händen

Solistin Zamira Kumarzhanova. Foto: Kirchengemeinde

Das nächste Konzert im Rahmen der Weilerswister Kammerkonzerte ist ein Konzert für Klavier zu vier Händen. Dort sind Originalkompositionen für diese Besetzung von Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms und Claude Debussy zu hören.

Die beiden Solistinnen Zamira Kumarzhanova und Nika Afazel sind Absolventinnen der Klavier-Hochschulklasse an der Musikhochschule Köln und blicken bereits auf eine große Konzerttätigkeit zurück.

Beginn ist am Sonntag, 19. Juni 2022, um 17 Uhr in der Martin-Luther-Kirche Weilerswist, Martin-Luther-Straße 27-29. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Um eine großzügige Spende für die Musikerinnen wird gebeten.

EB/gar

Pfarrer mit Herz für Diakonie

Geht nach mehr als drei Jahrzehnten in Euskirchen in Ruhestand: Edgar Hoffmann. Foto: Michael Bork.

Als Edgar Hoffmann als junger Pfarrer nur zwei Bewerbungen schrieb, war die Kirchengemeinde Euskirchen schneller als die Konkurrenz. Und so kam der Theologe noch als Pastor im Hilfsdienst in die Kreisstadt. Bereut hat dies offensichtlich keine Seite. Denn Hoffmann blieb 34 Jahre. Jetzt geht er in den Ruhestand. Da endet „eine Ära in unserer Kirchengemeinde“, ist im Gemeindebrief zu lesen.

„Diakonie war neben Verkündigung, Seelsorge und Unterricht ein Schwerpunkt meines Dienstes“, sagt Edgar Hoffmann selbst. Denn ebenfalls 34 Jahre lang war er Vorsitzender der Diakonie Euskirchen. Aus einem Kleinstbetrieb wurde ein mittelständisches Unternehmen. „Die Aufgabe, sich um Schwache, Leidende und Lasten tragende Menschen zu kümmern, hat Jesus selbst uns allen mit auf den Weg gegeben. Von dieser Aufgabe dürfen wir uns unter keinen Umständen verabschieden, wollen wir nicht Gott selbst aus den Augen verlieren“, unterstreicht er.

Neue Formate

Viele Jahre hat Pfarrer Hoffmann zudem Verantwortung für die gemeindeeigene Kindertagesstätte getragen. Nicht immer einfach, denn zweimal ist die Einrichtung abgebrannt. Außerdem engagierte er sich als zweiter stellvertretender Skriba im Kreissynodalvorstand. Mit der Osternacht und Angeboten für Familien führte er in der Anfangszeit seines Dienstes Formate ein, die damals noch nicht selbstverständlich waren. Später kam die Offene Kirche dazu, die auch unter der Woche zum Gebet offensteht.

Was Edgar Hoffmann in Euskirchen schätzt, ist die Vielzahl der hauptamtlichen wie ehrenamtlichen Mitarbeitenden. „Daraus ergibt sich eine große Lebendigkeit.“ Und so hat die Gemeinde mit insgesamt drei Pfarrstellen vor einigen Jahren entschieden, ihre Finanzmittel nicht für ein zweites Gemeindezentrum, sondern für Personal einzusetzen. Ein Diakon für Erwachsenenarbeit und eine Ehrenamtskoordinatorin gehören dazu. Das Gemeindezentrum an der Kölner Straße wurde saniert und modernisiert. „Uns ist es wichtig, dass Gemeinde sich einladend gestaltet“, so Hoffmann.

Die Wohlfühlzone verlassen

Gleichwohl sieht er die Kirche an einem Scheideweg. „Wir müssen stärker nach draußen gehen und uns in den Wind stellen, unsere Wohlfühlzone verlassen.“ Dahin, wo die Menschen leben und arbeiten. Und so werden sich die traditionellen Senioren-Nachmittage wandeln zu offenen Festen für alle mitten in der Stadt. „Unterwegs zu den Menschen“ lautet hier das Motto. Ein Leitgedanke, der auch die Arbeit von Diakonie und Fluthilfe prägt. Zusätzlich wünscht sich Hoffmann die Weiterentwicklung digitaler Formate und deren Kombination mit präsentischen Angeboten.

Erst mal ein Sabbatjahr

Kirchlich gesehen hat sich Edgar Hoffmann erstmal ein Sabbatjahr verordnet. Mit einer Ausnahme: Die Weiterbildung der gut 30 Lektorinnen und Lektoren liegt weiter in seinen Händen. Abgesprochen natürlich. Ansonsten stehen Gartenarbeit und die eigene körperliche Fitness auf dem Programm. Vielleicht lernt er mit Italienisch auch eine neue Sprache.

Edgar Hoffmann, geboren 1956, absolvierte das Vikariat und einen Teil seiner Zeit als Pastor im Hilfsdienst in Kleve. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und eine elfjährige Tochter. Die Familie wohnt bereits seit einigen Jahren in Flamersheim

Der Festgottesdienst mit der Verabschiedung von Pfarrer Edgar Hoffmann beginnt am Sonntag, 12. Juni 2022, um 10 Uhr in der Kirche, Kölner Straße 41. Superintendentin Claudia Müller-Bück wird ihn entpflichten. Im Anschluss findet ein Empfang statt. Der Gottesdienst wird auch auf Youtube übertragen.