Will Projekte mit Herz machen

Ist längst in Euskirchen angekommen: Judith Weichsel. Foto: privat

Es ist in vieler Hinsicht ein besonderer Start, wenn Judith Weichsel am 4. Dezember als Pfarrerin in Euskirchen eingeführt wird. Sie ist dort die erste Frau in dieser Funktion. Und sie kennt sich schon recht gut aus. Denn sie lebt bereits seit elf Jahren in Euskirchen. Ihr Mann Gregor ist dort Gemeindepfarrer.

„Ich muss nicht erst herausbekommen, wer Presbyter:in ist, Räume finden und mich vom Navi über die Dörfer leiten lassen“, so Weichsel. „Aber nicht zu vergessen, vieles gibt es, was ich nicht kenne und weiß. Und ich bitte alle von Herzen nachsichtig zu sein, wenn ich nicht alle Namen kenne, die mein Mann kennt.“ Dass Judith und Gregor Weichsel verheiratet sind, war kein Grund für die Wahl der Theologin. Die Gemeinde hat sich sehr bewusst für eine Frau im Pfarramt entschieden und beide Kollegen, Pfarrer Thönes und Pfarrer Weichsel, freuen sich über die Wahl.

Judith Weichsel findet, „Projekte, die man mit Herz macht, sind meistens die erfolgreichsten“. Sie möchte daher gerne die Frauen in der Kirchengemeinde stärken und neu zusammenbringen. Ein erster Termin dafür sei der Weltgebetstag (der Frauen) im März. Weichsel freut sich, diesen weltweiten Gottesdienst im ökumenischen Team mit erfahrenen und neuen Frauen vorzubereiten.

Weichsels Stellenumfang liegt bei 50 Prozent. „Es ist darum wahrscheinlich, dass ich nicht im gleichen Maße präsent bin, wie meine Kollegen.“ Zu ihrem nördlich gelegenen, neu zugeschnittenen Pfarrbezirk gehören Derkum, Hausweiler, Ottenheim, Schneppenheim, Lommersum, Bodenheim, Großbüllesheim, Kleinbüllesheim und Wüschheim. Dort wird sie Menschen besuchen und bei Taufen, Trauungen oder Beerdigungen das Leben für eine Zeit begleiten. „Ich freue mich auf viele neue Begegnungen, zum Beispiel bei den Schulgottesdiensten in Lommersum und Großbüllesheim“.

Judith Weichsel (45) war zuletzt in Bad Münstereifel als Pfarrerin mit besonderem Auftrag tätig, um den langjährigen Gemeindepfarrer Frank Raschke zu unterstützen. Außerdem hat sie sich als Seelsorgerin in der Fluthilfe engagiert. Sie hat drei Kinder im Schulalter. Ihr größtes Hobby ist die Musik.

Die Einführung von Pfarrerin Judith Weichsel durch Superintendentin Claudia Müller-Bück beginnt im Gottesdienst am Sonntag, 4. Dezember 2022, um 15 Uhr in der Evangelischen Kirche Euskirchen, Kölner Straße 41. Der Gottesdienst wir zudem auf Youtube übertragen. Im Anschluss findet ein Empfang statt.

Flagge zeigen gegen Gewalt

Orange Days in Euskirchen. Foto: Michael Bork

Flagge zeigen gegen Gewalt – das wollen wir auch als Evangelische Kirche in unserem Kirchenkreis, um ein Zeichen für Menschenrechte zu setzen und auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen, weltweit und im eigenen Land. Deshalb wehen zum Beispiel auch in Euskirchen und Meckenheim Flaggen mit einer Notrufnummer.

Das Hilfetelefon mit der Nummer 08000 116 116 ist rund um die Uhr erreichbar.

Die UN-Kampagne „Orange The World“ macht seit 1991 auf Gewalt aufmerksam: vom Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Sie ist seit 2008 Teil der „UNiTE to End Violence against Women“Kampagne des UN-Generalsekretärs, die von UN Women durchgeführt wird.

UN Women Deutschland setzen in diesem Jahr die Orange The World-Kampagne unter das Motto „Stopp Gewalt gegen Frauen“. 

Frauen erfahren Gewalt, wenn sie geschlagen, vergewaltigt oder ihre Genitalien verstümmelt werden. Sie erleben sie aber auch als strukturelle Diskriminierung im alltäglichen Leben durch eine geschlechtshierarchisch geprägte Arbeitswelt und ein ungerechtes Steuer- und Rentensystem. Sie erleiden seelische Verletzungen als Opfer von sexuellen Übergriffen.

Dass auch Männer Opfer von Gewalt sind, war lange ein Tabu-Thema. Gerade die Debatte um den sogenannten Kindesmissbrauch, also sexualisierter Gewalt gegen Jungen und Mädchen, hat Männer dazu gebracht, das Schweigen zu brechen.

Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Mit dem Schutzkonzept des Kirchenkreises gegen sexualisierte Gewalt wollen wir nicht nur aufklären, sondern auch präventiv Gewalt vorbeugen und Menschen unterstützen, die von übergriffigem Verhalten bis hin zu sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Sabine Cornelissen/gar

UN Women Deutschland

Auf Weihnachten vorbereiten

Am Sonntag war der 1. Advent. Viele Christinnen und Christen entzünden an ihrem Adventskranz die erste der vier Kerzen. Damit beginnt die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten.

Ein #kircheerklärt-Video.

von Redaktion EKASuR

Video und Screenshot: ekir.de

Klima im Fokus

Beispiel Bangladesch: Deiche dienen nicht nur zum Hochwasserschutz, sondern auch als wichtige Verkehrswege. Der Meeresspiegel steigt, die Dämme erodieren. Dadurch werden Felder und die Süßwasserteiche überflutet und versalzen. Foto: Brot für die Welt

„Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“ – unter diesem Motto rückt die Aktion „Brot für die Welt“ das Thema Klimagerechtigkeit in den Mittelpunkt und bittet um Spenden und Kollekten.

Dürre, Brände, Überschwemmungen. Die Klimakrise verursacht gegenläufige, aber absolut katastrophale Folgen. Gerade im globalen Süden ist die wirtschaftliche Existenz von immer mehr Menschen bedroht. Brot für die Welt unterstützt in vielen Ländern zusammen mit Projektpartnern die Betroffenen dabei, mit Wetterextremen besser zurechtzukommen. Das kann die Nutzung von robustem traditionellem Saatgut sein oder auch der Bau von Steinwällen.

Spendenkonto
Brot für die Welt
IBAN: DE10 1006 1006 0500 5005 00
BIC: GENODED1KDB
Bank für Kirche und Diakonie

Brot für die Welt: spenden, Informationen lesen:

online für Brot für die Welt spenden

Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.

Anna Neumann/ekasur.de

Bänke mit Botschaft

Sagen Stopp: Superintendentin Claudia Müller-Bück, Superintendentin Almut van Niekerk (2.v.l.) Assessor Carsten Schleef (links, An Sieg und Rhein) sowie Superintendent Dietmar Pistorius (Bonn). Foto: Anna Neumann

Sagen Stop: Superintendentin Claudia Müller-Bück, Superintendentin Almut van Niekerk (2.v.l.) Assessor Carsten Schleef (links, An Sieg und Rhein) sowie Superintendent Dietmar Pistorius (Bonn). Foto:

Am 25. November ist der Internationale Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen. Orange the World – das haben Schüler:innen des Carl-Reuther-Berufskollegs Hennef in die Tat umgesetzt.

Zusammen mit Schulpfarrerin Eva Zoske-Dernóczi haben sie orange Sitzbänke gefertigt und mit Aufrufen gegen Gewalt gegen Frauen versehen. Im vergangenen Jahr waren die Bänke im Rhein-Sieg-Kreis zu sehen, in diesem Jahr präsentiert Bonn sie. Am Gedenktag selbst wird die Bonner Oberbürgermeisterin die Bänke offiziell entsenden.

Es sind Bänke mit Botschaft: Stop sit speak! Unter diesem Motto haben das Evangelische Forum Bonn, UN WOMEN, Zonta International, das Carl-Reuther-Berufskolleg und die Bonner Gleichstellungsbeauftragte die Bänke in die Bundesstadt geholt. Viele Menschen unterstützen die Botschaft, ließen sich im Vorfeld des Jahrestages auf den Bänken fotografieren.

Auch die leitenden evangelischen Geistlichen der Region, Superintendentin Claudia Müller-Bück (Bad Godesberg-Voreifel), Superintendentin Almut van Niekerk und Assessor Carsten Schleef (An Sieg und Rhein) sowie Superintendent Dietmar Pistorius (Bonn).

Anna Neumann/ekasur.de

„Heiteres im Advent“

Das Kultur-Café der evangelischen Gemeinde Wachtberg präsentiert „Heiteres im Advent“. Der Wachtberger Autor Udo Eschenbach liest Gedichte und Geschichten aus seinen Büchern. Musikalisch heiter umrahmt von Dr. Walter Toepner am Klavier. Der Erlös des Bücherkaufs wird abzüglich der Selbstkosten an das Jakobus-Haus in Werthhoven gespendet. Das ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung in Wachtberg.

Die musikalische Lesung findet statt am Freitag, 9. Dezember 2022, ab 18 Uhr im Haus Helvetia, Am Bollwerk 10 in Wachtberg-Berkum.

EB

Adventsimpfen

Foto: Karsten Klama / fundus-medien.de

Die beiden Presbyter Dr. Thomas Klingenheben und Dr. Bidjan Massoudy von der Heiland-Kirchengemeinde impfen in diesem Jahr wieder gegen COVID.

Das Angebot besteht an allen Freitagen im Advent: 25. November, 2. Dezember, 9. Dezember und 16. Dezember, jeweils 13 bis 15 Uhr im Gemeindezentrum Heilandkirche, Domhoftstraße 43 in Bonn-Mehlem.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Es sind sowohl Erst- als auch Booster-Impfungen (sechs Monate nach der letzten) möglich. Bereits vorliegende Impfnachweise sollten unbedingt mitgebracht werden.

Zudem muss jede:r Impfwillige seine Versichertenkarte (gesetzlich oder privat) mitbringen, da sonst eine Impfung nicht durchgeführt werden kann.

EB

Menschen an ihren Weg-Punkten begleiten

Kehrt nach Swisttal zurück: Franziska Hageloch. Foto: privat

Im Gottesdienst am 27. November wird Pfarrerin Franziska Kaiser in der Kirchengemeinde Swisttal eingeführt. Für die Theologin ist die neue Stelle quasi ein Heimspiel. Denn sie kennt die Gemeinde schon aus Vikariat und Probedienst. Deshalb weiß sie: „Die Gemeinde in Swisttal steht vor Herausforderungen: Nur noch eine Pfarrstelle und anstehende Veränderungen im Gebäudebestand aufgrund des Haushaltsdefizits und der Verpflichtung zur Treibhausneutralität bis 2035.“

Franziska Kaiser: „Bisher waren es drei Bezirke und ich sehe meine Aufgabe als nun einzige Pfarrerin auch darin, zu vernetzen und die Menschen zusammen zu bringen. Dazu gehört auch, dass nach Bedürfnissen der Menschen geschaut wird.“ Im Rahmen einer Gottesdienstwerkstatt hat sie mit dem Presbyterium neue Gottesdienstformen erarbeitet. Neben den klassischen Predigtgottesdiensten wird an jedem vierten Sonntag soll es einen besonderen Gottesdienst geben. „Ich freue mich darauf, mit Menschen, die Lust haben, Gottesdienste vorzubereiten, neue Formate auszuprobieren und Angebote für Zielgruppen zu schaffen, die vielleicht bisher nicht so im Blick sind – und das eben für die ganze Gemeinde.

Außerdem liegt ihr die Arbeit mit der jüngeren Generation am Herzen: Beim Feiern von Gottesdiensten in den Grundschulen und im Konfirmandenunterricht sollen Kinder und Jugendliche in Kontakt mit Kirche kommen und die Gemeinde als Ort erfahren, an dem sie willkommen sind und sich einbringen können. „Bei den Schulgottesdiensten zu St. Martin war ich beeindruckt, wie viele Anliegen die Kinder im Fürbittengebet vorgebracht haben. An Schönem, wofür sie dankbar sind, aber auch an Dingen, die ihnen Sorgen machen.“ So viel bewege die Kinder derzeit. „Es ist schön, wenn ich da Räume eröffnen kann für die Geschichten von Gott und das Gebet.“

Im Pfarrberuf ist Franziska Kaiser natürlich auch Begleiterin an den wichtigen Lebensstationen – zwischen Leben, das neu beginnt und das am Ende zurück in Gottes Hand gelegt wird. „Menschen an diesen Weg-Punkten zu begleiten, ist eine Aufgabe, die sehr bereichernd ist und mir auch immer wieder selbst etwas zurückgibt.“

Sie hat ihren Dienst bereits im Sommer begonnen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Entlastungspfarrstelle in der Gemeinde von Superintendentin Claudia Müller-Bück. Diese nimmt auch die Einführung vor. Seit Ende 2019 war Kaiser zur Entlastung des Superintendenten in Meckenheim im Einsatz. Den Probedienst absolvierte sie in den Kirchengemeinden Swisttal und Weilerswist. 2014 kam sie als Gastvikarin nach Swisttal und wechselte dann aus Württemberg auch offiziell in die rheinische Landeskirche. Sie hat zudem einen Bachelor-Abschluss in Geschichte. Franziska Kaiser (35), geborene Hageloch, wohnt mit ihrem Mann in Swisttal. In ihrer Freizeit ist die Pfarrerin gerne draußen in der Natur, trifft Freunde oder besucht Kino und Theater.

Die Einführung von Pfarrerin Franziska Kaiser beginnt im Gottesdienst am Sonntag, 27. November 2022, um 15 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Swisttal-Odendorf, Bendenweg 47. Im Anschluss findet ein adventliches Beisammensein statt.

25 Jahre jung

Das Gemeindezentrum Wachtberg-Niederbachem. Foto: Meike Böschemeyer

27. November: Die evangelische Kirchengemeinde Wachtberg feiert den 25. Geburtstag ihres Gemeindehauses in Niederbachem mit einem Gottesdienst. Darin spielt eine Band von Konfirmand:innen-Eltern. Nach dem Gottesdienst gibt es ein einfaches Mittagessen mit Kuchenbuffet. Außerdem werden Produkte aus Äpfeln aus dem Gemeindehausgarten gegen Spende abgegeben.

Das immer noch modern wirkende Gebäude wurde 1997 als dritte ständige Gottesdienststätte für die evangelischen Christ:innen in Wachtberg gebaut. Es bietet auf zwei Ebenen mit seiner Kapelle, einem großen Veranstaltungsraum – der zur Kapelle hin geöffnet werden kann -, Küche und Nebenräumen, einem Raum für Kinder- und Krabbelgruppen, weiteren Gruppenräumen und mehreren Jugendräumen ein umfassendes Angebot für die verschiedenen Formen evangelischen Gemeindelebens.

Das Fest beginnt am Sonntag, 27. November 2022, um 11 Uhr mit einem Familiengottesdienst im Gemeindehaus Wachtberg-Niederbachem, Bondorfer Straße 18, mit Pfarrer Schmitz-Valadier.

Ebenfalls um 11:00 Uhr feiert Pfarrerin Kathrin Müller mit der Gemeinde in der Gnadenkirche in Pech einen Sonntagsgottesdienst.

Mehr zum Gemeindehaus

Christliche Ethik und ethische Bildung: Wie geht das?

Kennen sich mit Ethik aus: Die Professor:innen Mirjam Zimmermann und Frank Mathwig. Foto: Uta Garbisch

Was ist das Gute? Und wie gewinnen wir Orientierung nicht nur in Zeiten des Krieges? Diesem aktuellen Thema widmete sich der diesjährige Tag des Religionsunterrichts in Bonn. Am Vormittag gab es dazu zwei Impulse, am Nachmittag konnten 80 Lehrerinnen und Lehrer das Thema in Workshops vertiefen.

Weltbilder hinterfragen

In das Selbstverständnis christlicher Ethik als theologische Disziplin führte Prof. Dr. Frank Mathwig ein. Der Berner Professor für Ethik plädierte für eine Ethik des Fragmentarischen, des Dazwischen oder auch des Sampling wie in der Popmusik. Diese rechnet damit, dass die Wirklichkeit in jedem Moment eine andere sein könnte. Sie setzt sogar darauf. Und in jeder Begegnung konstituiert sich der Mensch neu. „Damit ändern sich notwendig die ethischen Fragen“, so der reformierte Theologe.

Christliche Ethik heißt auch, Weltbilder zu hinterfragen: Frank Mathwig. Foto: Uta Garbisch

Mit Blick auf die biblischen Geschichten ginge es dann darum, diese zu „bewohnen“, in die Stories einzutreten und die eigene Lebenswelt als Fortsetzung dieser Geschichten zu begreifen. Dieser „Entdeckungszusammenhang“ funktioniert aber nicht aus der reinen Beobachterperspektive: „Wer etwas entdecken will, muss dorthin gehen, wo etwas los ist.“ Dort könne man dann entdecken, „dass die Strategien und Wege, die das Problem verursacht haben, die falschen sind, um sie zu lösen“. So könne das Problem militärischer Gewalt nicht mit noch mehr militärischer Gewalt gelöst werden. Oder dass die Waffen der Angriffsopfer nicht weniger tödlich sind, als die Waffen der Angreifer. Es sei also „das Wesentliche einer christlichen Ethik, immer wieder die Weltbilder zu hinterfragen“, so Mathwig.

Narrative Ethik: Wer liest, lebt doppelt

Wie geht ethische Bildung angesichts globaler Krisen heute? Dieser Frage widmete sich Prof. Dr. Mirjam Zimmermann. Alle fragen, nicht nur in der Schule: Was sollen wir tun, was sollen wir lassen? , Die Religionspädagogin von der Universität Siegen plädiert für das Modell einer „narrativen Ethik“. Es gehe darum, das Erlernen von Handeln in den Fokus zu stellen. Und nannte drei Beispiele, die sich bereits in ihrer Praxis als Lehrerin bewährt haben: Sozialpraktika für Schülerinnen und Schüler, wo sie im Altenheim oder bei der örtlichen Tafel das eigene soziale Handeln erproben könnten.

Setzt auf Literatur im Unterrricht: Mirjam Zimmermann. Foto: Uta Garbisch

Oder das Projekt „Local Heroes“ aus Passau. Es gibt überall Heldinnen und Helden des Alltags. Sie bekommen ein Gesicht, wenn man sie in den Unterricht einlädt. „Das sind die narrativ dichten Momente, wenn da einer steht und erzählt.“ Zudem könne Mitgefühl über Bücher erlernt werden. Zum Beispiel durch Passagen aus dem gerade veröffentlichten Tagebuch des  jungen ukrainischen Mädchens Yeva. Oder ein preisgekrönter Roman über das Leben von Kindern in Südamerika. Zimmermann: „Literarisch kann ich eintauchen. Und die Literatur verändert mich selbst. Meine Meinung: Wer liest, lebt doppelt.“

Frieden lernen

In drei schulspezifischen Workshops vertieften die Lehrerinnen und Lehrer das Thema. Unter der Überschrift „Mitmenschlichkeit lernen“ stellten die Schulreferentinnen Beate Sträter und Hiltrud Stärk-Lemaire Unterrichtsideen und innovatives Unterrichtsmaterial für die Primarstufe zu diesem auch interreligiös verbindenden Thema vor.  „Friedensethik konkret“ hieß es bei Prof. Dr. Mirjam Zimmermann. Sie stellte Unterrichtseinheiten für die Sekundarstufe I zum Thema „Gewalt, Krieg und Frieden“ vor und erprobte sie exemplarisch mit den Lehrkräften. „Frieden lernen an Schmerzpunkten und Kraftorten“ war das Thema von Prof. Dr. Ulrike Baumann. Sie erläuterte wie sich Gedenkstätten als außerschulische Lernorte für die Sekundarstufe II nutzen lassen.

Die Mediothek des Schulreferats hat einiges im Angebot. Foto: Uta Garbisch

Der Tag des Religionsunterrichts findet alljährlich und nun schon zum 25. Mal am Buß- und Bettag unter der Regie der Schulreferentinnen Beate Sträter und Hiltrud Stärk-Lemaire zu einem Schwerpunktthema statt. Der ganztätige Termin mit vielen Angeboten der Mediothek ist Treffpunkt der evangelischen Religionslehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen in den Kirchenkreisen An Sieg und Rhein, Bad Godesberg-Voreifel und Bonn.

www.reli-bonn.de

Radikal

„Alles zurück“, „Fußabdruck“ und eben „Radikal“: Das sind die Überschriften von drei Morgenandachten. Uta Garbisch hat sie in der letzen Woche für WDR 2 geliefert.

Wer um kurz vor sechs noch nicht wach war oder gar kein Radio hört, kann trotzdem reinhören.

Alles zurück – Andacht vom 17. November 2022
Fußabdruck – Andacht vom 18. November 2022
Radikal – Andacht vom 19. November 2022

Autorin und Sprecherin Uta Garbisch zählt seit 2019 zum Team von „Kirche zum Hören“. Das sind meist Theolog:innen, die regelmäßig Andachten für den WDR-Rundfunk schreiben und produzieren. Zu hören war der Beitrag morgens um 5.55 Uhr. Wer das verpasst hat, kann alle Beiträge im Autor:innen-Archiv nachhören und nachlesen.

Alarmierende Situation

Foto: Diakonisches Werk Bonn und Region

Die Folgen der Kostenkrise sind in der Zentralen Schuldnerberatung angekommen. Während alle auf die Eskalation der Energiepreise warten, ist die reale Teuerung der Alltagskosten schon bei den Menschen angekommen. Butter für 2,29 Euro das Pfund wird zum Schnäppchen und Fleisch zur Ausnahme. Für die Klientinnen und Klienten der Zentralen Schuldnerberatung Bonn von Diakonie und Caritas ist diese Entwicklung bereits dramatisch, weil sie keinen Spielraum haben, um die Mehrkosten zu bewältigen. Die drohenden Preiserhöhungen bei Strom und Gas führen deshalb zu realen Existenznöten und -ängsten.

Sucht nach Lösungen: Stefanie Aumüller leitet die Schuldnerberatung Bonn. Foto: Diakonie

Stefanie Aumüller, die Leiterin der Zentralen Schuldnerberatung, dazu: „Aktuell gibt es viele Fragen, aber keine Antworten, etwa welche Entlastungen die Politik beschließt, ob es tatsächlich ein Bürgergeld geben wird, ob der Winter kalt wird, so dass wir viel heizen müssen, ob der russische Angriffskrieg am Ende doch zu einem Energielieferstopp führt und vieles mehr. Diese Fragen lähmen die Menschen. Zusätzlich kommen deshalb viele in die Beratung, denen im Moment keine Überschuldung droht, die aber befürchten, in diese Situation zu geraten. Das bindet Ressourcen, die wir für diejenigen brauchen, die tatsächlich überschuldet sind und gerade jetzt in Existenznot sind.“

Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher und Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider beobachten die Situation mit Sorge: „Viele Entlastungsmaßnahmen sind hilfreich, wie zum Beispiel die Erhöhung des Wohngeldes und des Kindergeldes. Aber beides bekommen Hartz-IV (bzw. Bürgergeld-) Empfängerinnen und Empfänger nicht. Eine deutliche Erhöhung des Bürgergeldes ist dringend notwendig, um wenigstens die Preissteigerungen auszugleichen.“

Die beiden stellen fest, dass die Beratungsstrukturen der aktuellen Situation angepasst werden müssen: „Wenn in der Schuldnerberatung nun psychosoziale Beratung gebraucht wird, dann müssen wir darauf reagieren können, ebenso auf erhöhten Schuldnerberatungsbedarf; spätestens für den Moment, wenn die Energiepreiserhöhungen zum Tragen kommen“, mahnen beide. „Wenn es von Seiten der Politik keine spürbaren Entlastungen geben wird, dann muss zudem allen klar sein, dass wir die Betroffenen in einen Teufelskreis schicken. Sie durchlaufen zwar bestenfalls erfolgreich eine Privatinsolvenz, die sie entschuldet abschließen, aber nur, um dann festzustellen, dass der Alltag so teuer geworden ist, dass ihr Einkommen nicht ausreicht und die Schuldenspirale vorn vorne beginnt. Diese Fälle erleben wir schon jetzt“, schlagen Schneider und Hamacher Alarm.

Für akute Fragen sind die Berater und Beraterinnen der Zentralen Schuldnerberatung Bonn montags und freitags zwischen 11 und 12 Uhr in der Telefonsprechstunde unter 0228-96 96 6-55 erreichbar.

EB