Alle reden, Oikocredit handelt

Vânia Lucia Pereira da Silva ist Vizepräsidentin der Kaffeegenossenschaft Coopfam in Brasilien, Mitglied der Coopfam-Frauenorganisation MOBI und Kaffeeproduzentin von „Café Feminino“. Seit 1998 ist sie Mitglied von Coopfam und besitzt gemeinsam mit ihrem Mann 12 Hektar Land. © Opmeer Reports

„Das, worüber alle reden, macht Oikocredit seit über 40 Jahren – privates Kapital sozial wirksam und ökologisch nachhaltig in den Ländern des Globalen Südens investieren“, sagte Helmut Pojunke, Geschäftsführer des „Oikocredit Westdeutscher Förderkreis e.V.“ am Freitag bei einem Pressegespräch zum 40-jährigen Bestehen des Förderkreises in Bonn.

Im April 1979 wurde er gegründet, um Privatpersonen in der Region die Möglichkeiten zu geben, sich an der internationalen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit zu beteiligen. Sie können ab 200 Euro Genossenschaftsanteile erwerben. Die evangelischen Kirchenkreise in Bonn und der Region sowie viele Kirchengemeinden haben ebenfalls ein Konto bei Oikocredit. Mit ihrem Kapital finanzieren sie Sozialunternehmen und Kooperativen in Afrika, Lateinamerika und Asien im Inklusiven Finanzwesen, in der Landwirtschaft und im Sektor Erneuerbare Energien. Im Vordergrund steht der soziale Nutzen, nicht die größtmögliche Rendite.

„Es ist ein Grundprinzip unserer Arbeit, die eigene Initiative und die breit vorhandenen Problemlösungskompetenzen vor Ort zu fördern“, betonte Pojunke. Die enge Zusammenarbeit mit den 700 Partnerorganisationen gewährleisten lokale Fachkräfte in weltweit 21 Länder- und Regionalbüros, „60 Prozent der Mitarbeitenden von Oikocredit arbeiten außerhalb von Europa“, so Pojunke weiter.

Basisnah und dezentral

Das alles geschieht mit breiter Unterstützung von aktuell 57.000 engagierten Anleger*innen weltweit, die über eine Milliarde Euro in Projekten investieren. Das Konzept der Basisnähe und dezentralen Organisation ist auch für den Westdeutschen Förderkreis aufgegangen. Seit den Anfängen 1979 ist aus ihm ein Verein mit 6.900 Mitgliedern in NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland geworden, der über 153 Millionen Euro in Oikocredit treuhänderisch investiert hat.

Beseitigung der Armut, Klimaschutz, Zugang zu Finanzierungen und Versicherungen, Ernährungssicherheit, Verbesserung von Bildung und Gesundheit, gleiche Rechte für Frauen: Das ist nur ein Ausschnitt an Zielen, für die sich die Genossenschaft über die Zusammenarbeit mit ihren Partnern in aller Welt engagiert.

Sauberer Kochen in Ruanda

Als Beispiele nachhaltiger Projekte führte Pojunke die Zusammenarbeit mit dem ruandischen Unternehmen Inyenyeri an, in das Oikocredit eine Million Dollar als Darlehen investiert. Inyenyeri will damit bis zum Jahr 2020 insgesamt 150.000 Haushalte mit sauberer und günstiger Koch-Technologie versorgen. Im Südosten Brasiliens arbeitet Oikocredit mit der Bio- und Fairtrade-zertifizierten Kaffee-Kooperative Coopfam zusammen, die gezielt Frauen für den Kaffee-Anbau und die Mitarbeit im Management gewinnt. Die Frauen produzieren ihre eigene Kaffee-Marke und betreiben ein Projekt, das ihnen mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglicht und der Landflucht entgegen wirkt.

Der Westdeutsche Förderkreis eröffnet das Jubiläumsjahr am 6. April mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Ende der Wachstumsökonomie“ aus den unterschiedlichen Perspektiven des globalen Nordens und des globalen Südens und wird das ganze Jahr über zu Veranstaltungen in der gesamten Region einladen.

www.westdeutsch.oikocredit.de

EB/gar

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 09. April 2019