Alles im Fluss

Helmut Müller ist Pfarrer für internationale Ökumene in der Region. Foto: Judith Thies

„RIO“ – so lautet die Abkürzung für den „Rheinischen Dienst für Internationale Ökumene“, der zum Jahresbeginn ins Leben gerufen wurde. Im Interview erläutert Pfarrer Helmut Müller den Dienst und seinen Namen.

„RIO“ – der neue Name scheint offen für viele Einfälle. Ist das erlaubt?

Das ist absolut willkommen, finde ich. Rio – das klingt nach großer weiter Welt, nach Fernweh, Sehnsucht und Aufbruch zu neuen Ufern. Wenn man weiß, dass „Rio“ auf Portugiesisch Fluss heißt, dann ist es auch naheliegend, an einen lebendigen Fluss und eine vielfältige Flusslandschaft zu denken. Wir sagen oft: „Alles ist im Fluss“ – RIO ist also auch ein Kürzel für Bewegung.

Und dennoch ist RIO nur eine Abkürzung.

Natürlich: Der „Rheinische Dienst für Internationale Ökumene“ verschreibt sich aber auch diesen Bildern. Wie die Evangelische Kirche im Rheinland nach einem Fluss benannt ist, so ist auch ihr Ökumene-Dienst „im Fluss“. Wir sind lebendig, wir sind so vielfältig wie die unterschiedlichen evangelischen Kirchengemeinden und wie die verschiedenen Ausprägungen von Glauben in unserer Landeskirche und unseren Partnerkirchen weltweit.

RIO hat einen Vorgänger: den GMÖ. Warum der Wechsel?

Ich bin über die Umbenennung sehr froh, denn mit „Internationaler Ökumene“ ist auch für die nichtkirchliche Öffentlichkeit viel besser beschrieben, was wir fördern. Die internationale kirchliche Zusammenarbeit machen wir sichtbar und erlebbar. Zum Beispiel, indem wir Partnerschaften unterstützen, etwa mit Partnerkirchen in Namibia oder in Indonesien. Dabei nehmen wir auch die Ursachen von Ungerechtigkeit, Gewalt, Armut und Ausbeutung der Schöpfung in den Blick, besonders auch unsere Verflechtung in ein Wirtschaftssystem, das die Schere zwischen „Arm“ und “Reich“ weltweit, aber auch unter uns, immer weiter auseinander gehen lässt.

Inwieweit ist RIO selbst noch im Fluss?

Der Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ), wie wir bisher heißen, muss aus formellen Gründen vorläufig noch fortgeführt werden, weil die Landeskirche das Konzept für RIO noch fertigstellen muss. Das soll der Landessynode Anfang 2022 zum Beschluss vorliegen.

Die Flusslandschaft wächst…

Genau! Wie auch schon bisher, sind wir in sechs Regionen aufgeteilt. Die Region „Köln / Bonn“, für die ich zuständig bin, umfasst sieben Kirchenkreise – nun vergrößern wir uns, denn der Kirchenkreis Köln-Süd kommt neu hinzu, was mich sehr freut. Das heißt, zur RIO-Region Köln / Bonn gehören nun acht Kirchenkreise.

Link: https://rio.ekir.de/

Interview: Anna Neumann/ekasur.de