Erste Eindrücke von einer Nacht voller Geist und Esprit

Ganz Bonn war „Feuer und Flamme“, so das Motto der 6. Bonner Kirchennacht am Freitag vor Pfingsten 2014. Lesen Sie hier erste Eindrücke und Erlebnisse einer eindrucksvollen Nacht an 42 Orten im ganzen Stadtgebiet.

Entspannter Andrang am Brassertufer schon weit vor 18 Uhr, um bei den Bonner Maltesern und Hermann-Josef Borjans ein Ticket für eine der drei Touren auf dem Kirchenschiff zu ergattern. Am Ende konnten alle mitfahren, wobei Tour 1 gemeinsam mit Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und seiner Frau sowie Tour 3 zum späten Abend das meiste Publikum fanden. An Bord spielte jazzig einfühlsam das Jazz-Ensemble des Landespolizeiorchesters NRW. Zudem sprachen Polizeibeamte mit Polizeiseelsorger Norbert Schmitz über Grenzerfahrungen des Einsatzes. Ursula Lantzerath von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Bonn schwärmte wie viele andere von der einmalige Atmosphäre auf dem abendlichen Rhein.

Feuerschlucken in Campanile

Der laue Juniabend, ein Wetter „wie von Petrus geschenkt“, erfreute auch Bernward Siemes von St. Franziskus, der Jugendkirche der Bonner Kirchennacht. Er begrüßte an die 180 begeisterte, überwiegend junge Teilnehmer in Campanile. „Gerade zu den Feuerschlucker-Angeboten sind Kinder und Jugendliche gekommen, um Feuerkünste auch einmal selbst auszuprobieren. Die meisten Besucher kamen und blieben für die Musik von „With Four Hands“, die das Thema „Feuer und Flamme“ in Pop-, Rock- und Lovesongs verpackten. Super Musik, die Riesenanklang fand. Ein besonderer Höhepunkt: die einstudierten A-Capella-Gospels mit Gastmusikerinnen, die wahrlich unter die Haut gingen. Tolle Stimmung in der Kirche, und auch die Getränke nebenan im Campanile-Treff sorgten für ein launisches Verweilen in der Altstadt“, so die Bilanz.

Die Kirchennacht in Campanile schloss mit einem Abendgebet, das „Feuer und Flamme“ noch einmal live mit Feuer und Gedanken rund um den brennenden Dornbusch und der Zusage Gottes „Ich bin da“ betrachtete. Besinnlich und berührend wurden die Besucher auf ein „feuriges“ Pfingstfest eingestimmt, so Bernward Siemes.

Vor allem zu später Stunde kamen immer noch viele

Genau gezählt hat Stefanie Weimbs-Rust in der Namen Jesu-Kirche und war hocherfreut über 1.263 Besucher in dem alt-katholischen Gotteshaus im Bonner Zentrum, davon 107 im „Gottesdienst für Unbedachte“, gefeiert von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Bonn und einem Team um deren Vorsitzenden Pfarrer Ernst Jochum, sowie noch einmal 136 Menschen in der Lichtvesper um 22.30 Uhr. Eine rundherum „gute Nacht“ in Namen Jesu.

„Es kommen immer noch Leute“, schrieb Erzpriester Sokratis Ntallis aus der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Beuel kurz nach Mitternacht. Gleich zum Auftakt der Kirchennacht um 20 Uhr hatten er sowie die Pfarrer der katholischen und evangelischen Nachbargemeinden mit der Artoklasie begonnen und einer ökumenischen Gemeinde von 100 Besuchern. Dann gab es bis etwa 22.45 Uhr Zeit für Meditation und Gebet. Mehrere Personen blieben lange in der wunderbaren Kathedrale und nahmen auch mit großem Interesse an der Kirchenführung teil, berichtet Erzpriester Ntallis.

Königliches Tafeln im Kreuzgang des Münsters

Mehr als 1.000 Besucher kamen ins Bonner Münster. Sie konnten die Orgelimprovisationen des Organisten Markus Karas hören und erlebten die Kirche in einer besondere Lichtillumination. Wer sich Zeit nahm, tauchte ein in die Geschichte der Königskrönung im Münster im Jahre 1314. Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher führte die Besucher in die Zeit vor 700 Jahren, erzählte Anekdoten, die die Ereignisse um Friedrich III und Ludwig den Bayern lebendig werden ließen. Auch Könige sind ganz normale Menschen. Dass alle Menschen eine Königswürde haben, ist das Thema der Königsausstellung im Münster gewesen. Die Eichenholz-Skulpturen trugen ihre Krone in der Hand oder hatten sie vor sich auf den Boden gelegt. Der Künstler Ralf Knoblauch war persönlich anwesend und begleitete die Ausstellung mit einer eindrucksvollenen Meditation. Wer sich zu kleinen Preisen kulinarischen Genüssen in einer paradiesischen Umgebung hingeben wollte, war im Kreuzgang bei sommerlichen Temperaturen am richtigen Ort. Bis nach Mitternacht saßen dort die Menschen und genossen die Wärme, die die mittelalterlichen Mauern noch immer abgaben. Im Münsterladen konnten die Besucher nicht nur den Stiftskräuter-Likör probieren. Sie erfuhren von Peter Josef Schütz auch Interessantes über die Kräuter in unserer Heimat.

Beuel: „Kirche voller als das Eiscafé“

„Es hatte etwas von Kirchentagsatmosphäre“, berichtet Pfarrerin Heike Lipski-Melchior aus Beuel, wo in der Versöhnungskirche evangelische und katholische Gemeinden gemeinsam feierten. Der ökumenische Evensong zog etwa 130 Menschen an, einige davon kamen extra wegen der schottischen IONA-Gesänge. Die Besucher, so der Eindruck, kamen vor allem von der rechtsrheinischen Seite, einige sogar aus Sankt Augustin herüber. „Der Kirchplatz war beim Nachtcafé um 21 Uhr voller als das Eiscafé gegenüber, und frei nach der Speisung der 5.000 wurden die vorhandenen Brezeln geteilt und es war hinterher noch etwas übrig.“ Zur Nachtmusik hörten dann noch einmal fast 80 Leute dem Gesangsquartett zu. Der Abendsegen schloss sich nahtlos an.

Insgesamt war ein Kommen und Gehen zu beobachten. Die Empore füllte sich noch bis eine halbe Stunde nach Beginn weiter mit Menschen, auch zum Nachtkonzert kamen noch Beueler zu spät, die vorher in der Stadt waren. Pfarrerin Lipski-Melchior Bilanz: „Inzwischen würde ich sagen, dass tatsächlich der Sommertermin mehr Leute anzieht als im Advent. Uns hat’s Spaß gemacht, das Team ist zufrieden!“

Fantastischer Jazz und mehr in Friesdorf

Jazzvesper und mehr in der Pauluskirche in Friesdorf: „Wir hatten eine wunderbare, stimmungsvolle Kirchennacht“, so Pfarrer Siegfried Eckert, der rund 300 Gäste zwischen 20 Uhr und Mitternacht begrüßen durfte, in einer herrlichen beleuchteten Kirche, in der die Kunstausstellung von Dieter Rübsaamen „etwas fehlt“ zu besichtigen war. DJ Heinrich Buttler legte ab 20 Uhr Soulraritäten auf seinem Plattenteller in der Kirche auf, um 21.00 Uhr wurde mit dem fantastischen Markus Schinkel Trio und Jürgen Hielke am Saxophon unsere 5. Jazzvesper Bonn gefeiert. Prof. Dr. Gotthard Fermor sorgte für eine beeindruckende Liturgie mit Rilke-Texten und dem begleitenden Gemeindegesang unter dem Motto „Soulig seid ihr“.

Pater Gert-Willi Bergers und Pfarrer Siegfried Eckert teilten sich die Predigt über die Seligpreisungen und das Glück. Ein tolles Thekenteam bewirtete bis weit nach Mitternacht die Gäste. In der letzten Stunde der Kirchenacht entstand ein groovgies Wechselspiel aus Soulraritäten und Jam-Session mit dem Schinkel-Trio. Um 24 Uhr wurde mit einem Abendsegen geschlossen unter der Überschrift „Gelassenheit“. Viele Menschen gingen beglückt teilweise erst nach 2.00 Uhr nach Hause. Ein großartiger Nebeneffekt des Abends war laut Pfarrer Eckert die erstmalige Begehung des neu erbauten Paulusfoyers.

Bunte Ideensticker in der Amerikanischen Kirche

„Gott wünscht sich eine bessere Welt – und was WIR dafür tun können“, das war das Motto in der American Protestant Church (APC) in Plittersdorf. Es wurden Hilfsprojekte in aller Welt vorgestellt, die APC unterstützt und zu denen immer ein persönlicher Kontakt besteht. Angela Beckmann berichtet: „Die Besucher konnten ihre Ideen einbringen, welche kleinen oder großen Dinge sie und andere tun können, um die Welt ein Stückchen besser zu machen. Viele bunte Ideensticker zierten so bald die Fenster der Kirche. Viel Spaß machte auch die Musik. Von African Gospel über moderne Kirchenlieder bis Orgelmusik reichte die Bandbreite – und beim „Musik-Happening“ sangen und tanzten die Besucher fröhlich mit.“ Am meisten Menschen kamen laut Angela Beckmann zwischen 21 und 22 Uhr, um neben dem Programm auch diese weit über das Rheinland hinaus einzigartige Kirche im Südstaaten-Stil zu erleben.

An Gleis 1 im Hbf: Mit Segen und Geschenk in die Nacht

Die Bahnhofsmission  war „Feuer und Flamme für Menschen am Hauptbahnhof“. Leiter Gregor Bünnagel zählte an die 100 Besucher, „genau konnten wir gar nicht zählen“, die den Weg in die Bahnhofsmission fanden, um „spannende Geschichten“ vom Gleis 1 zu hören. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission lasen Ausschnitte aus den Tagebüchern von 1946 bis 2013 und gaben damit einen interessanten Einblick in ihre Arbeit. Dazwischen sang das Sidonia-Ensemble unter der Leitung von Kerry Jago. Die Erzählungen der Mitarbeiter wurden bereichert durch die Schilderung eigener Erfahrungen mancher Besucher mit der Bahnhofsmission.

Teilweise waren so viele interessierte Menschen an der Bahnhofsmission, dass sie durch das geöffnete Fenster die Lesung und das Gespräch verfolgten. Das gute Wetter machte es möglich. Immer wieder erklang der Gesang des Ensembles über den Bahnsteig an Gleis 1 und wies den Interessierten den Weg in die Bahnhofsmission. Viele Fragen konnten beantwortet und die Arbeit der Bahnhofsmission vorgestellt werden. Mit einem Segen und dem Geschenk eines Segenskärtchens wurden die Gäste verabschiedet. „Ein glücklicher Abend an Gleis 1 im Hauptbahnhof“, so Gregor Bünnagel

Spirtuelle Erfahrungen im Johanniter-Krankenhaus

„Es war eine tiefe spirituelle Erfahrung für alle, in großer vertrauensvoller Offenheit über persönliche Glaubenserfahrungen miteinander zu sprechen“, berichtet Pfarrerin Manuela Quester von ihrem Angebot „Perlen des Glaubens“ aus der Kapelle im Johanniter-Krankenhaus in der Gronau. Etwa 60 Besucher fanden den Weg ins Johanniter, davon etwas ein Drittel Patienten und Angehörige, alle anderen „Externe“. Pfarrerin Quester: „Ich bin froh für diese gemeinsame Erfahrung.“

Massenandrang vor der Helenenkapelle

Von einer kleinen Rundreise durch die Kirchennacht berichtet Pfarrer Ernst Jochum, Vorsitzender der Bonner ACK:  „Ich war an der Helenenkapelle, großer Andrang, die Menschen waren etwas unwillig, viele aber auch verständnisvoll, dass sie an der Treppe warten mussten. Ich schätze, dass etwa 500 Menschen in dieser Nacht durch die einmalige, kleine Kapelle gegangen sind. Bei meinen Gesprächen habe ich festgestellt, dass viele die Helenenkapelle nicht mal dem Namen nach kennen. Vielleicht sollte man sie in die evangelischen Stadtführungen aufnehmen …

Von der Stiftskirche berichtete mir Pfarrer Raimund Blanke, dass im ersten Durchgang rund 250 Menschen dort gewesen seien, als ich da war, waren es etwa 100. Abschluss war für mich die Johanneskirche in Godesberg, dort sind etwa 300 Menschen am Abend durchgegangen und haben die eindrucksvolle Laserlichtschau gesehen“, so Pfarrer Ernst Jochum.

Theater und Taizé in der Schlosskirche

Guten Besuch und ebensolche Stimmung vermeldeten neben der Lutherkirche in der Südstadt (Thema „Versuchung“) auch die Schlosskirche in der Bonner Universität, die mit einem Mix von experimentellen Theater-Performances sowieTaizé-Liedern und Gedanken durch Schülerinnen der Bonner Liebfrauenschule (LFS) ihr ganz eigenen Kirchennachtprogramnm auf die Beine gestellt hatte. Lauschig und gastfreudlich boten die Schülerinnen zudem auf dem Vorhof der versteckten wie wunderschönen Kirche mitten im Hauptgebäude der Universität Getränke und Kuchen.

200 und mehr zogen zum Pfingstfeuer auf den Kreuzberg

Aufgrund des hohen Andrangs erst mit Verspätung startete der ökumenische „Pilgerweg“ zum Kreuzberg, an dessen großer Wieser und der gleichnamigen Kapelle die evangelische Trinitatiskirchengemeinde und ihre katholische Schwestergemeinde St. Maria Magdalena aus Endenich traditionell ein gemeinsames Pfingstfeuer entzünden. Pfarrer Uwe Grieser berichtet von einer ausgelassen, fröhlichen Stimmung aller Generationen, 200 Menschen insgesamt mindestens.

Highlight Kreuzkirche: Fulminantes Klezmer-Konzert von „Dance of Joy“ mit Kantorei und Orgel zu später Stunde

Die Kreuzkirche im Bonner Zentrum war auch dieses Mal wieder ein Besuchermagnet. Die Menschen standen Schlange zur Kinderführung („Schatzsuche“) mit Pfarrer Rüdiger Petrat in den Katakomben sowie zur Führung auf den Turm. Vor der Tür informierten Pfarrer Gerhard Schäfer und Martina Baur-Schäfer, kleidsam mit Bauhelm erkennbar, über den Neubau des Kirchenpavillons auf dem Vorplatz und ernteten bemerkenswert viel Zuspruch zu diesem Projekt, dessen Ausstrahlung die sperrige Baustellle bislang nur erahnen lässt.

Ein Höhepunkt für viele dann zu später Stunde in der evangelischen Stadtkirche am Kaiserplatz: Weit über 800 Menschen lauschten noch um 23.00 Uhr einem fulminanten Konzert der Gruppe „Dance of Joy“. Mit überschäumendem Temperament und viel Einfühlungsvermögen, mit Humor und Charme spielen sich die vier Musiker aus den Niederlanden Johanna Schmidt (Violine), Johannes Flamm (Klarinette), Alfred Krauss (Akkordeon) und Werner Lauscher (Bass) in die Herzen ihrer nächtlichen Zuhörer, eindrucksvoll verstärkt um die Kantorei der Kreuzkirche unter Leitung von Karin Freist-Wissing und Stefan Horz an der Orgel.

Von traurig bis himmelhoch jauchzend, von orientalischen Sphären bis zu bulgarischen Rhythmen, von tiefer Leidenschaft bis zu meditativer Einfachheit erklang ein munteres Cross-Over von Klezmer und Werken von Johann Sebastian Bach; die Vielfalt der Klangfarben des Akkordeons, der hellwache Bass, das Facettenspiel von Geige und Bratsche, Klarinette, Sopransaxophon und Bassklarinette – so bunt in ihrer Andersartigkeit gerahmt von Chor und Orgel. Spitzenklasse! Eine späte Stunde zum Genießen. Stehende Ovationen der Kirchennachts-Gemeinde.

Kirchennacht in Godesberg: Nachdenklich, zum Schmunzeln und Abrocken

Nachdenklichkeit und Schmunzeln bestimmten die Reaktionen der rund 170 Besucherinnen und Besucher im Gemeindezentrum Mittelstraße der Baptisten – die mittlere Generation mit fröhlichen Kleinkindern stark vertreten – bei der Präsentation der „2Flügel“ aus Essen: Mit Erlebnissen und Eindrücken du Reisen nach Südafrika – Amtsantritt von Präsident Nelson Mandela -, an die Mauer zwischen Israel und Palästinenser in Bethlehem oder in einen Spiritualgottesdienst in Harlem füllte Christina Brudereck das Thema „Reisen und Heimat“ – zu Hause fühlen, zu Haus ankommen. Begleitet und unterstützt am Flügel wurde sie von Ben Seipel, der eigne und cross-over Kompositionen zum kraftvollen Erklingen brachte – besonders bewegend, wenn er zum Erinerungstext aus dem KZ Theresienstadt zu lebensrettenden Musikaufführungen der Häftlinge Chopin und Schubert erklingen ließ. Die gastfreundliche Bewirtung lud in den Pausen zu vertiefenden Gesprächen ein, erlebte Harald Uhl bei der Kirchennacht in Bad Godesberg. Anschließend zog er kirchennachtsbewegt ganz in der Süden Bonns:

Voll ab ging es musikalisch in der Heilandkirche in Mehlem mit Blues, Soul und Funk durch den stimmgewaltigen Chuck Plaisance und die Partner von Blue Grain. Die überwiegend jugendliche Zuhörerschaft füllte das Kirchenschiff und bejubelte die englischsprachigen Lieder über Liebe, Feuer und Leidenschaft in Popkonzertform und ließ sich in die letztlich romantische Welt der Texte mitnehmen. Das Motto „Light my fire“ wurde durch Flammentöpfe visuell verdeutlicht und leitete zum Pfingstfeuer über, mit dem die Veranstaltung die Brücke zum kirchlichen Wochenende schlug, berichtet Harald Uhl.

Rundgang durch drei Kirchen auf dem Brüser Berg

Menschen in Bewegung brachte die Nacht der Kirchen auch auf dem Brüser Berg, berichtet Ingeborg Schubbe: In der Emmaus-Kirche waren am Abend 40 Besucher und 20 Chorsänger. Alle genossen eine entspannte Atmosphäre mit Sprituals und erklärenden Texten. Anschließend in der Kirche St. Edith-Stein bei pfingstlichen Texten und meditativer Musik, hauptsäächlich von Arvo Pärt (über 30 Besucher) konnten wir uns direkt auf Pfingsten einstimmen. Den Schluß beim Rundgang auf dem Brüser Berg bildete die lutherische Holzkirche St. Markus. Dort wurden humorvolle und hintergründige Texte entlang dem Kirchenjahr vorgetragen. Sie wurden durch Kanons und durch Lieder aus dem Gesangbuch, die die Freude des Evangeliums ausdrücken, unterbrochen. Die versammelte „Gemeinde“ (20 Personen, die meisten nicht von der Holzkirche) sang kräftig mit.

Afrikanische Nacht in Duisdorf: „Wirklich fein und gut besucht“ – 7. Kirchennacht bitte wieder zu Pfingsten

Derweil erlebte Pfarrerin Dagmar Gruß begeisert die Kirchennacht in ihrer Johanniskirche in Duisdorf mit Gästen aus dem Partnerkirchenkreis des Evangelischen Kirchenkreises Bonn „Kusini A“ aus Tansania: „Unsere Afrikanische Nacht war wirklich fein, sehr gut besucht und aus den anderen Kirchen höre ich auch hohen Zulauf. Wahrscheinlich wäre es gut, bei dem neuen Termin am Freitag vor Pfingsten für die 7. BonnerKirchenNacht zu bleiben“, empfiehlt Pfarrerin Gruß.

Erstmals dabei: Gertrudiskapelle im Frauenmuseum mit Taschenlampenführung und Fackelprozession

Zum ersten Mal beteiligten sich das Frauenmuseum und die Gertrudiskapelle im Frauenmuseum an der Nacht der offenen Kirchen. Im Innenhof des Museums an der Gedenkstätte der zerstörten Bonner Altstadt wurde der 300 Kriegstoten des 18. Oktober 1944 gedacht. Weiter ging es dann mit Gesang, Tanz und Meditation in der Kapelle und Taschenlampenführungen durch das Museum. In einer Fackelprozession wurde das Reliquar der Heiligen Gertrud nach Sankt Marien gebracht und auf dem Hauptaltar ausgestellt. In der Kirche sang die Sopranistin Eike Kutsche vom Gertrudisteam acapella das Magnificat und das Ave Verum und stimmte auf eine meditative Stille ein, berichtet Susanne Gundelach.

Abschied mit Rosen im Kipa

„Wenn meine Seele Heimweh hat, geht sie zu Dir nach Haus – Und wenn mein Leib zur Ruhe sich legt, ruht er bei Dir sich aus – Und mein Durst zur Tränke geht, bist Du für mich der Trank – Wenn meine Liebe Deine sucht, ist sie vor Sehnsucht krank.“ Mit diesem Liebes-Gedicht von Pfarrer Wolfgang Wallrich begann die Kirchennacht im alten total überfüllten und noch draußen bestuhlten Kirchenpavillon in der City. In der ersten Teil der 4stündigen „Liebes-Veranstaltung“ wurden weitere Gedichte von Wolfgang Wallrich vorgetragen sowie aus Kurt Tucholskys Liebesromänchen „Schloss Gripsholm“ und „Rheinsberg“ vorgelesen.

Die Dixielandmusik von „Semmels Hot Shots“ spielten zum dritten Mal in der Kirchennacht im Pavillon und begeisterten jede volle Stunde die insgesamt etwa 350 BesucherInnen in 4 Stunden. „Liebesminne aus Mittelalter und Mystik“ sowie Lesungen aus Erich Fromm und Isabelle Allende wurden von Bertold Lange eindrucksvoll vorgetragen. Alles endete kurz vor Mitternacht mit der „heiligen Hildegard“. Laut ertönte „Für Dich sollst rote Rosen regnen“. Am Ende des Abends reichten die 100 roten Rosen nicht für alle, die bis zur „Segnung der Liebenden“ gekommen waren. Pfarrer Wolfgang Wallrich dankt aus vollem Herzen dem ehrenamtlichen Kirchenpavillon-Personal bei ihrem letzten großen Fest im Kipa vor dem Umzug an die Kreuzkirche am Kaiserplatz für die „tolle Arbeit und Bedienung“.

Die Übersicht wird laufend ergänzt. / Siehe auch: www.bonnerkirchennacht.de

 

ger / 6. BonnerKirchenNacht – Ekir.de / 11.06.2014

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Ganz Bonn ist „Feuer & Flamme“: Herzliche Einladung zur 6. BonnerKirchenNacht!

„Feuer & Flamme“ ist das Motto der 6. Bonner Kirchennacht am Freitag vor Pfingsten, 6. Juni 2014. An 42 Orten, verteilt über alle Stadtbezirke, laden die Kirchen aller christlichen Konfessionen ein:

Konzerte, Andachten, Theater, Märchenlesungen, Klezmer, Kino, gemeinsam Taizé-Lieder zu singen, nachts Kirchentürme besteigen oder einfach nur bei einer Kerze die besondere Atmosphäre zu genießen. „Kernzeit aller Angebote ist 20 bis 24 Uhr“, erklärt Pfarrer Ernst Jochum, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Bonn. Viele Gemeinden, vor allem, wenn sie auch Kinderprogramm bieten, begännen sogar schon ein bis zwei Stunden früher.

Erstmalig mit „Kirchenschiff“ auf dem Rhein

Erstmalig zur Bonner Kirchennacht steuert ein Kirchenschiff, die „Filia Rheni“, mit Andacht und Musik über den Rhein. Das Programm auf dieser einmaligen, schwimmenden Kirche wird von der ökumenischen Polizeiseelsorge, Polizei Bonn, Wasserschutzpolizei sowie den Maltesern gestaltet. Abfahrt für die jeweils knapp einstündige Tour ist am Alten Zoll um 19.30, 20.30 und 21.30 Uhr. Unter Deck spielt das Jazz-Ensemble des Landespolizeiorchesters NRW. Wer sichergehen will, an Bord zu kommen: Ab 18.30 Uhr werden an der Anlegestelle der Bonner Personenschifffahrt Tickets ausgegeben. Sie sind wie alle Angebote der Kirchennacht kostenlos.

Die Kirchennacht ist alle zwei Jahre das geistliche Großereignis in Bonn. Wir freuen uns wieder auf tausende Besuchern. Den besonderen Reiz macht die Vielfalt der Angebote aus: So sind neben vielen evangelischen und katholischen Gotteshäusern auch die griechisch-orthodoxe Metropolie in Beuel-Limperich dabei oder die einzigartige Amerikanische Kirche in Plittersdorf, eine Kirche im Südstaaten-Stil.

Pfingstfeuer erleuchten die Nacht – vielsprachig und multikulti

Heilige Stimmung über der Stadt: Viele Kirchen entzünden Pfingstfeuer. Das Motto „Feuer & Flamme“ erinnert an Pfingsten, die Erscheinung des Heiligen Geistes, den „Geburtstag der Kirche“. Viele Gemeinden gestalteten bewusst „sinnliche und spirituelle Angebote“. Denn die Kirchennacht solle „vor allem auch Menschen ansprechen, die schon lange nicht mehr in einer Kirche waren.“

Vielerorts wird es vielsprachig und multikulturell, zum Beispiel zur „Afro-Gospel-Nacht“ in St. Rochus in Duisdorf und zur „Afrikanischen Nacht“ gleich um die Ecke in der evangelischen Johanniskirche. Erstmalig dabei ist die Anglikanische Kirche mit einem englischsprachigen Programm in St. Paulus in Beuel: „Poems by candlenight“, dazu gibt es lecker britische Verkostung mit „Pimm´s & sandwich“. 

Musikalische Highlights sind auch die Jazz-Vesper in der Pauluskirche in Friesdorf und die Klezmernacht in der Kreuzkirche am Kaiserplatz. Die Heilandkirche in Mehlem wird Konzertkirche für Blues, Soul und Funk. Rockmusik erklingt in St. Franziskus in der Altstadt, der „Jugendkirche zur Kirchennacht“. St. Aegidius in Buschdorf lädt zur langen Kinonacht. Auch in der Lutherkirche in der Südstadt läuft nach klassischer Klavier-, Orgel-, Flöten- und Klarinettenmusik in den frühen Abendstunden im Spätprogramm noch den Kinohit „Von Menschen und Göttern“.

Volles Programm gibt es wie immer in den großen Innenstadtkirchen rund ums Münster, das selbst mit einem stimmungsvollen Programm für Jung und Alt an die Königskrönung Friedrich III. vor 700 Jahren erinnert. Besonders reizvoll ist aber auch der Besuch in den kleinen Kirchen, die eigens zur Kirchennacht öffnen, wie der Helenenkapelle, der kleinsten romanischen Hauskapelle in Bonn im Hinterhof des Sinn-Leffers-Kaufhauses, die wunderschöne Schlosskirche in der Uni oder der Gertrudiskapelle im Bonner Frauenmuseum. Wer ganz abschalten will, besucht am besten St. Marien in der Altstadt: „Kirche der Stille“ – nur Kerzenschein sonst nichts, soll dieser Ort ab 22.00 Uhr bis in die tiefe Nacht hinein nur Ruhe und Andacht schenken.

Programmhefte liegen in allen Kirchen in Bonn und der Region sowie an zentralen öffentlichen Stellen aus. Das ganze Programm, Tipps und Hintergründe: www.bonnerkirchennacht.de

Die 6. BonnerKirchenNacht in Zahlen:

. 42 Orte, zwei mehr als vor 2 Jahren zur 5. Bonner Kirchennacht

. 128 unterschiedliche Programmpunkte: alle kostenlos!

. Mehr als 500 Ehrenamtliche: Menschen, die Kerzen verteilen, Sängerinnen, Pfingstfeuer-Entzünder, Vorleserinnen, Posaunenbläser, .

. 41 Kirchen und in guter Tradition ein Ort mit Kirche, an dem an sich keine Kirche ist, das Bonner Loch, der Windeck-Bunker, das Landgericht waren schon: dieses Mal nun das „Kirchenschiff“ auf dem Rhein

. Erstmals bewerben wir die Kirchennacht nicht nur mit Plakaten, Bannern und 25.000 Programmheften in Bonn und der Region, sondern auch 10.000 Postkarten in vielen Gaststätten und Kneipen mit dem Motiv „Feuer & Flamme“

. Kernzeit 20.00 – 24.00 Uhr. Viele beginnen früher, bereits ab 18.00 Uhr, vor allem dort, wo Kinderprogramm geboten wird: Münster, Kreuzkirche, Namen Jesu-Kirche, Kapelle im Marienhaus, Helenenkapelle, Elisabethkirche und Familienpilgerweg auf den Kreuzberg)

. 25 Kirchencafés bieten nicht nur geistliche, sondern auch leibhaftige Stärkung (Tipp: „Kirchennachts-Eintopf“ der Malteser Bonn an der Anlegestelle des Kirchenschiffs am Brassertufer)

. 600 Freitickets fürs Kirchenschiff: um 19.30, 20.30 und 21.30 Uhr legt das Kirchenschiff jeweils ab für eine segensreiche Rundfahrt den Rhein hinauf und wieder hinab. Wer sichergehen will, an Bord zu kommen (jeweils 200 Personen bei Regen unter Deck, entsprechend mehr bei gutem Wetter), sollte sich eine Karte besorgen. Ticket-Ausgabe am Tag selbst ab 18.30 Uhr an der Anlegestelle am Alten Zoll (Brassertufer) durch die Malteser Bonn. Die Tickets haben drei Farben, je nach Abfahrtzeit.

. Auch das ist neu: 30 Bläser von der Bonner Lutherkirche, von den Posaunenchören aus Bornheim und Meckenheim sowie Einzelmusiker marschieren musizierend am Freitag von 18.15 bis 19.30 Uhr durch die Bonner Innenstadt und stimmen die Menschen musikalisch auf die Kirchennacht ein.

 
Hier das Programmheft zur 6. Bonner Kirchennacht zum Nachschauen und kostenlosen Download
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Joachim Gerhardt / Evangelischer Kirchenkreis Bonn – Ekir.de / 28.05.2014

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Bonn: Jetzt im Kindergarten anmelden

Eltern, die für ihre Kinder ab Sommer 2015 einen Betreuungsplatz in einer Bonner Kindertagesstätte suchen, sollten diese bis spätestens Donnerstag, 15. Januar 2015, vormerken.

Dies ist der Anmeldeschluss für Kinder mit Betreuungsbedarf für das Kindergartenjahr 2015/16, wie die Interessengemeinschaft Evangelischer Tageseinrichtung für Kinder (IG Kita) informiert.

Vormerkungen können über das Kindergarteninformationssystem (Kigan) der Stadt Bonn www3.bonn.de/kigan oder direkt in den Einrichtungen nach Terminabspache vorgenommen werden. Eine Vormerkung stellt lediglich die erste Kontaktaufnahme zu der Kindertagestätte (Kita) dar. Das Kind kann nur von der Kita-Leitung auf die Warteliste der Kita gesetzt werden.

Ausführliche Infos über evangelische Einrichtungen gibt es bei der IG Kita. In ihr haben sich zwölf evangelische Kirchengemeinden als Träger von insgesamt 16 Tageseinrichtungen für Kinder zusammengeschlossen. Unter www.igkita.de finden Eltern alle Infos über die pädagogische Arbeit, die Gruppenstruktur, Betreuungszeiten und Ansprechpartnerinnen vor Ort.

 
www.igkita.de
 

 

gar / 30.12.2014

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Beatrice Fermor verstärkt Seelsorge

Kirche und Kultur verbinden, das ist für Beatrice Fermor eine Herzensangelegenheit. Ab Januar wird die Pfarrerin mit halber Stelle in der Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg arbeiten.

„Ohne diesen Dialog geht es nicht“, sagt die Theologin über den Austausch von Kultur und Kirche. Das spiegelt sich auch in ihrer Biografie. In Köln studierte sie Geschichte und Germanistik, in Bonn folgte Theologie. An ihrem Wohnort Remagen hat sie sich mit Lesungsprogrammen, Einführungsreden bei Ausstellungseröffnungen, Erzählsalons und literarischen Abendessen einen Namen gemacht. Bei Gottesdiensten setzt sie gern auf viel Musik oder beschäftigt sich mit interkultureller Mystik.

In der Erlöser-Kirchengemeinde wird Beatrice Fermor Pfarrer Norbert Waschk entlasten, der im Januar sein Amt als stellvertretender Superintendent antritt. Dort wird sie vor allem Gemeindemitglieder besuchen, Gottesdienste in Altenheimen feiern, Beerdigungen übernehmen und ab und zu den Konfirmandenunterricht. Sie freut sich auf die kulturell engagierte Gemeinde. Ihre Stelle als Pfarrerin mit besonderem Auftrag (mbA) ist zeitlich nicht befristet und wird von der Landeskirche auf Kirchenkreisebene eingerichtet und finanziert.

Beatrice Fermor (46) lebt mit ihrer Familie in Oberwinter. Ihre Kinder sind 22, 13 und elf Jahren alt. Neben der Kunst gehören Yoga und Wandern zu ihren Hobbies. Den Probedienst absolvierte die gebürtige Bielefelderin in Oberwinter, das Vikariat in Bad Honnef.

 
 

 

Uta Garbisch, Foto: privat / 23.12.2014

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Besondere Gottesdienste und Feiern an Heiligabend

Zur Christnacht gibt es inzwischen neben den klassischen Fest- und Familiengottesdiensten auch viele etwas andere Angebote. Hier eine kleine Auswahl besonderer und auf ihre Art ebenfalls sehr stimmungsvoller Gottesdienste in Bonn und der Region:

Im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Euskirchen treffen sich am Heiligabend um 19.00 Uhr über hundert Menschen. Alleinstehende, Wohnungslose, Jung und Alt feiern gemeinsam Weihnachten mit Andacht, Essen und Geschenken. Seit 1972 bieten Diakonie und Kirchengemeinde Euskirchen diese Feier im Gemeindesaal an. Sie wird von zahlreichen ehrenamtlich Mitarbeitenden ganz traditionell gestaltet. Die Teilnahme ist kostenlos, ermöglicht durch Spenden von Privat- und Geschäftsleuten. (Anmeldung ist erbeten, Tel. 02251-929013).

Im Bonner Hauptbahnhof lädt die Bahnhofsmission auf Gleis 1 zur für alle offenen Feier des Heiligabends von 14.00 bis 17.00 Uhr.

Jazz und Kerzenmeditation in der Lutherkirche – anschließend „Offene Kirche“ mit Brot, Käse & Wein

Jazz und klassische Weihnachtsstücke verbinden sich in der Lutherkirche in der Bonner Südstadt (Kurfürstenstraße 20) zu einer einzigartigen Christmette um 22.30 Uhr. Unter dem Herrnhuter Stern lädt Pfarrer Joachim Gerhardt alle Gottesdienstbesucher ein, die nahezu dunkle Kirche mit einer Kerzenmeditation zu erleuchten. Es spielt das Ensemble „Silent Night“ (Cello, Saxofon, Schlagzeug) unter Leitung von Kantor Berthold Wicke (Orgel & Klavier) und der Bonner Musiker Matthias Höhn an Flöten und Concertina. Der stimmungsvolle Gottesdienst spricht seit Jahren vor allem auch Jüngere und Alleinstehende an. Anschließend ist die Lutherkirche geöffnet zu Brot, Wein und Käse für alle, die noch gemeinsam Weihnacht feiern wollen. „Wir schließen erst, wenn der Letzte gegangen ist“, freut sich Pfarrer Gerhardt wieder auf eine lange Christnacht in der Lutherkirche.

Um Mitternacht spielen zudem die Bläser der Lutherkirche für eine halbe Stunde bekannte Weihnachtschoräle vom Turm der katholischen Nachbarkirche St. Sebastian in der Kirschallee in Poppelsdorf, während unten auf der Straße Glühwein ausgeschenkt wird. Ein starkes ökumenisches Zeichen.

Christvesper für „Singles und Familienmuffel“ mit Kartoffelsalat in Bad Godesberg

Für Singles und Familienmuffel feiert Pastor K. Rüdiger Durth ab 19.00 Uhr in der Thomaskapelle Bad Godesberg (Kennedyallee 113) eine Christvesper. Im Anschluss Weihnachtsfeier mit Würstchen und Kartoffelsalat, Gesprächen und Liedern.

Die Übersicht wird laufend ergänzt.

Alle Gottesdienste im Evangelischen Kirchenkreis Bonn finden Sie hier bzw. auf www.weihnachtsgottesdienste.de

 

 

mip/gar/ger / Evangelischer Kirchenkreis Bonn – Ekir.de / 18.12.2014

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Ausgerechnet ein Nashorn?

Tanzbär, Nashorn oder die Seherin Sybille – über 100 Figuren stehen beim Jesuskind rund um die Krippe. Seit über 30 Jahren wird das zum Teil ungewöhnliche Ensemble in der Heilandkirche in Bonn-Mehlem gezeigt. Bis 18. Januar können Besucher es anschauen.

Der Künstler Albert Nadolle (1913 –2003) aus Münster hat in genauer Kenntnis des jahrhundertealten Krippenbrauchtums eine volkstümliche Krippe für die Menschen von heute geschaffen. Sie ist seitdem eine Attraktion und für viele Menschen ein Juwel unter den geschnitzten Krippen, weil das Material, aus dem die Krippe geschnitzt ist, ihr einen unverwechselbaren Charakter gibt. Das schwer zu bearbeitende Eichenholz, teilweise sogar schwarze Mooreiche, gibt der Krippe ihren unverwechselbaren Charakter. Initiator war der damalige Gemeindepfarrer Helmuth Hofmann, der in vielen Gesprächen den Künstler oft überzeugen musste, warum nun ausgerechnet ein Nashorn oder ein Tanzbär in die Krippenlandschaft mit aufgenommen werden sollte.

Am vierten Adventssonntag 1980 wurden der Heiland-Kirchengemeinde die ersten 20 Figuren vorgestellt. 1995 ist die letzte von über 100 Figuren entstanden. Alle Figuren wurden gespendet, die letzte vom Schnitzer Albert Nadolle selbst. Damit besitzt die Heilandkirche die größte Weihnachtskrippe, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland entstanden ist.

Eher eine Ausnahme als Krippenfigur ist auch die heidnische Seherin Sybille. Nach antiker Überlieferung soll sie eine Weissagung von der Geburt eines Knaben von einer aus der Götterwelt entstammenden Jungfrau gemacht haben. Sie blickt mit verdeckten Augen auf das gewickelte Kind und steht für Menschen außerhalb der Christenheit, die dennoch etwas von einer Erlösung spüren. Viele Menschen kommen zum Teil von weit her, um das Krippengeschehen zu erleben. Von einem Geschehen muss man hier tatsächlich sprechen, denn es wird eine Geschichte in einem großen Bogen erzählt. Es fängt an bei den alttestamentlichen Figuren wie Adam und Eva im Paradies, dem König David, den Propheten oder der Königin von Saba und geht über die Vorboten der Geburt von Jesus Christus, Johannes dem Täufer, Maria und ihre Cousine Elisabeth bis zu den Engel, die den Hirten die Geburt des Heilandes verkündigen. Im Mittelpunkt stehen natürlich der Stall mit Maria und Joseph und dem Kind in der Krippe.

Schauen, hören, singen

Besichtigung der Eichenholzkrippe: Von Weihnachten 2014 bis zum 18. Januar 2015 freitags, samstags und sonntags sowie Silvester und Neujahr von 15 – 18 Uhr
Andere Besichtigungstermine für Gruppen mit Führungen können unter der (02 28) 94 74 43 05 oder 34 87 53 vereinbart werden.

Vorlesestunde an der Krippe: Montag, 29. Dezember 2014, und Dienstag, 30. Dezember 2014, um 16 Uhr

Gemeindesingen an der Krippe: Leitung: Dorothea Fleischer: Dienstag, 6. Januar 2015, um 18 Uhr

Musik an der Krippe

Sonntag, 28. Dezember 2014 um 18.00 Uhr:
Liturgische Vesper “Singt dem Herrn ein neues Lied” mit weihnachtlicher Orgelmusik von J. S. Bach, Liturgie: Pfarrer Günter Schmitz-Valadier, Orgel: Julian Hollung

Sonntag, 4. Januar 2015 um 18.00 Uhr:
Literarische Vesper “Nichts bleibt. Und nichts vergeht.“, Lesung: Birte Schrein, Musik: Oliver Schnarr, Saxophon und Julian Hollung, Orgel

Sonntag, 11. Januar 2015 um 16.00 Uhr:
“Hört, der Engel helle Lieder” – Weihnachtsliedersingen für die ganze Familie mit dem Chor des Kindergartens „Arche Noah“, Leitung: Julian Hollung

Sonntag, 18. Januar 2015 um 18.00 Uhr:
Chor- und Orchesterkonzert “Ehre sei Gott in der Höhe”, Händel: Messias (Auszug), Saint-Saens: Oratorio de Noel
Solisten, Kantorei und Collegium instrumentale der Heilandkirche, Leitung: Julian Hollung

 
 

 

Heinrich Fleischer/gar / 16.12.2014

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Neues regional-bgv Dezember 2014 erschienen

Superintendent, Assessor, Skriba: Mit Mathias Mölleken, Nobert Waschk und Claudia Müller-Bück ist das neugewählte Führungstrio im Kirchenkreis ein Hauptthema der neuen Dezember-Ausgabe von regional-bgv.

Daneben geht es unter dem Titel „Besser nicht krank werden“ um die nächste Diakonische Konferenz, die sich mit den Auswirkungen der Drei-Klassen-Medizin befasst.
In der Andacht beschäftigt sich Siegfried Eckert mit dem Dogma der Alternativlosigkeit. Frank Thönes fordert im Standpunkt für das Jubiläumsjahr 2017 mehr Bezug auf Martin Luther, weil in ihm Fleisch und Blut wird, was evangelisch ist. Der Abschiedsbrief des Superintendenten, Nachrichten und Termine aus den Kirchengemeinden runden die neue Ausgabe des Kirchenkreis-Newsletters ab.

Viel Spaß beim Lesen wünscht die Redaktion.

 
regional-bgv Dezember 2014
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gar / 10.12.2014

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Ökumenische Vereinbarung unterzeichnet

In einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Gereon haben die haben die Evangelische Kirchengemeinde Wachtberg und die katholische Gemeinde St. Marien eine Vereinbarung zur Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Wachtberg (ÖAW) unterzeichnet.

Mit dabei Ende November in Niederbachem waren die Pfarrer Hermann Josef Zeyen, Günter Schmitz-Valadier und Manfred Häuser sowie Pfarrerin Kathrin Müller. Für die katholische Kirchengemeinde unterschrieb die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Claudia Langen, für das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Wachtberg der Vorsitzende Gero Nölken.

Ziel der ÖAW ist es, die Gemeinsamkeiten und das Verständnis in Wachtberg zwischen Christen aller Kirche und Bekenntnisse in Wachtberg fördern, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AZK) in Deutschland gehören. Sie führt damit die vielfältigen Aktivitäten des ökumenischen Arbeitskreises fort, stellt aber als „Fachausschuss“ der beiden unterzeichneten Gremien diese auf eine neue Grundlage.       

In seinem Grußwort erinnerte Dr. Harald Uhl an die kleinen Anfänge vor 35 Jahren, initiiert von Werner Heuer und den Pfarrern Passmann und Hofmann. Seither wurden im Laufe der Jahre unter anderem zahlreiche ökumenische Gottesdienste und Bibelwochen abgehalten. Aber es entstand auch eine intensive Zusammenarbeit bei der Bewältigung von sozialen Aufgaben. Dieses spirituelle, soziale und bildende Engagement soll fortgesetzt und möglichst noch intensiviert werden.

 
 

 

EB/gar / 09.12.2014

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Schwerpunktthema Familie

„Je exotischer die Religion daher kommt, desto attraktiver ist sie für Schülerinnen und Schüler.“ So macht Rainer Stuhlmann Mut, die heute durchaus fremde Welt der Bibel im Religionsunterricht zu thematisieren. Sein Thema: Ehe und Familie in der Bibel.

Mehr als 100 Lehrerinnen und Lehrer waren zum diesjährigen Tags des Religionsunterrichts nach Bonn gekommen, um sich mit der Lebensform Familie auseinander zu setzen. Altes wie Neues Testament spiegeln die patriarchale Welt der Antike, so der Theologe Stuhlmann. Das zeige zum Beispiel das Vorherrschen der polygynen Kleinfamilie, in der ein Mann viele Frauen hat, oder die Tendenz, Sexualität allein als Mittel der Fortpflanzung zu sehen. Eheschließung war wie die Entlassung einer Ehefrau ein Rechtsakte, Ehebruch eine spezielle Art von Diebstahl, so der Studienleiter von Nes Amin im Norden Israels.

Gleichwohl enthält die Bibel eine große Zahl von Erzählungen über Traditionsbrüche, Rechtsverschiebungen oder emanzipative Akte. So werde das Privileg der Erstgeburt „notorisch gebrochen“, was bereits bei Kain und Abel beginne. Die Bibel kennt eine ganze Reihe von emanzipierten Frauen, die aus der traditionellen Rolle fallen. Und auch Jesus fällt aus als Anwalt der Frauen aus der Rolle. Vieles, was heute als Werte für Ehe und Familie gelte, sei in der Zeit des Biedermeier in die biblischen Geschichten hinein gelesen worden. „Biblische Texte wurden benutzt, um die Werte der Zeit zu stützen. Aber auch heute geschehe nichts anderes. „Wir lesen mit unserer Brille.“

Marie hat Angst in die Schule zu gehen. Inge äußert Suizidgedanken. Zwei von vielen Problemen Jugendlicher, die sich an das kostenfreie Online-Beratungsangebot der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) wenden. Hier können die jungen Leute anonym per Mail oder Chat schildern, was sie in direkten Kontakten oft nicht ansprechen, berichtet Christiane Wellnitz von der Evangelischen Beratungsstelle in Bonn. Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin weiß: „Erwachsene spielen immer noch eine große Rolle in der Beratung.“ Das gelte auch für Lehrerinnen und Lehrer. Die Onlineberatung, an die sich auch Eltern wenden können, verzeichnet jährlich etwa 180.000 Besuche.

Am Nachmittag vertieften die Pädagogen in vier Workshops, wie Themen wie Lebensformen, Gefühle und Werte im Unterricht praktisch umgesetzt werden können. Paul-Helmut Zenner, stellte „Herzfiguren“ vor, schlichte Holzfiguren, deren ausgespartes Herz mit einem Farbschieber Gefühle sichtbar machen kann. Wie der Auftritt des zwölfjährigen Jesus im Tempel als Pubertätsgeschichte gelesen werden kann, erläuterte Gunther vom Stein. Die – durchaus uneindeutigen – Aussagen des Neues Testaments zur „Heiligen Familie“ waren das Thema von Inge Mosebach-Kaufmann. Unter der Leitung von Claudia Schmidt-Weigert und Thomas Lindner schlüpften die Lehrkräfte in die Rollen von Schülern und Schülerinnen. Die Gestalttherapeuten von der Beratungsstelle stellten ihre Methodik vor, wie sie mit Jugendlichen besser ins Gespräch kommen können.

Der Tag des Religionsunterrichts findet alljährlich am Buß- und Bettag zu einem Schwerpunktthema im Haus der Evangelischen Kirche Bonn statt. Er ist Treffpunkt der evangelischen Religionslehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen in den Kirchenkreisen An Sieg und Rhein, Bad Godesberg-Voreifel und Bonn.

 

Text und Fotos: Uta Garbisch / Evangelisches Schulreferat Bonn – Ekir.de / 04.12.2014

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Evangelische Kitas sind für alle da

Was ist der Mehrwert evangelischer Kindertageseinrichtungen? Da waren sich die Beteiligten einer Podiumsdiskussion des Rheinischen Verbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder einig: Sie stehen für ethische Werte und interkulturelle Öffnung. 

Die evangelischen Kitas „dienen der Identitätsfindung und der Orientierung auf dem Lebensweg jedes Kindes“, erklärte Oberkirchenrat Klaus Eberl für die Evangelische Kirche im Rheinland. Es sei für ihn selbst faszinierend, wie gut das evangelische Profil gerade auch von muslimischen Eltern angenommen werde. „Auch muslimische Familien wollen, dass ihre Kinder ethische Werte vermittelt bekommen“, so Eberl, Leiter der Abteilung Bildung im Landeskirchenamt. 

Die Landeskirche sei stolz, dass evangelische Tagesstätten nicht nur Leuchtturmfunktionen wahrnähmen, sondern in der Fläche Akzente setzten. „Der (Mehr-)Wert Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder“ lautete das Thema der Podiumsdiskussion im historischen Gemeindehaus der Bonn-Bad Godesberger Erlöserkirche. Sie fand im Rahmen der Mitgliederversammlung des Rheinischen Verbands für Kindertageseinrichtungen statt.

„Evangelische Kindertageseinrichtungen haben eine anerkannt hohe Qualität und Interkulturalität. Sie sind für alle da. Sie sind gelebtes Evangelium vor Ort“, betonte Sabine Herrenbrück, Fachleiterin Kindertagesstätten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Jedes Kind habe ein Recht auf Religion oder ein Recht auf keine Religion. Religiöse Bildung in evangelischen Kindertagesstätten heiße nun aber auf keinen Fall Rekrutierung neuer Gemeindemitglieder.

Religionen kennen lernen

„Religiöse Bildung heißt Kennenlernen der eigenen und anderer Religionen. Und letztlich leisten wir damit in unseren Einrichtungen auch Prävention von Extremismus“, so Herrenbrück. Kirchliche Kindergärten stünden für Inklusion statt Exklusion. Sie seien in Dörfern oftmals mittlerweile sogar einziger Treffpunkt einer Ortsgemeinde, ergänzte der Humangeographie-Professor i.R. Gerhard Henkel (Essen).

Dem stimmte auch Manfred Walhorn vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen zu. Kinder wüchsen heutzutage zunehmend in öffentlicher Verantwortung auf. „Die Kirchen sind für das Land ganz wichtige Träger.“ Über die Hälfte aller Kindertagesstätten im Land sei konfessionell, im Bereich der Betreuung unter Dreijähriger sei der Prozentsatz sogar noch höher, erklärte der Leiter der Abteilung Kinder, Jugend.

Erwünschte Pluralität

Die kirchlichen Träger mischten sich zudem konstruktiv in die Fachdiskussion um alle Fragen der pädagogischen Qualität und etwa auch der Sprachbildung im Kindergartenbereich ein, auch das sei ein positiver Beitrag. „Um der Pluralität wegen ist für uns die Stärkung kirchlicher Träger gewollt“, sagte der Ministerialdirigent.

Eva Müller, Autorin des Buchbestsellers „Gott hat hohen Nebenkosten“, erklärte, dass immer weniger Menschen den großen Kirchen angehörten. Da sei das Verhältnis kirchlicher und städtischer Kindertagesstätten nicht mehr angemessen, zumal der Großteil der Finanzierung auch ihrer Einrichtungen gar nicht von den Kirchen komme. Es könne nicht sein, dass Eltern Kinder nur deshalb taufen ließen, um einen Platz in einer Kindertagesstätte zu ergattern, so Eva Müller über Fälle, die sie im katholischen Bereich recherchiert habe. „Ich bezweifle, dass Eltern es so sehen, dass christliche Einrichtungen für alle da sind.“ Die Pluralität müsse in allen Bereichen der Kinderbetreuung gewährleistet bleiben.

Zu wenig Kita-Plätze

Das aktuelle Problem liege doch nicht darin, dass Eltern ihre Kinder nicht in evangelische Kindergärten schicken wollten, sondern dass es einfach generell viel zu wenige Plätze gebe, meinte Sabine Lente, Fachberaterin Kindertagesstätten der Kirchenkreise Bonn, Bad Godesberg-Voreifel und An Sieg und Rhein.

Ja, pflichtete Oberkirchenrat Eberl ihr bei, gerade die konfessionellen Einrichtungen müssten viele Interessenten ablehnen. Bei der Aufnahme sei aber keineswegs die Kirchenzugehörigkeit entscheidend. „Im Wesentlichen geht es bei uns um die soziale Frage, wer die Plätze vor Ort wirklich braucht.“ In NRW gebe es evangelische Kindergärten mit 90 Prozent muslimischen Kindern, so Eberl.

Den Fachkräftemangel beheben

Kopfzerbrechen mache den Evangelischen Tageseinrichtungen, wenn es in der praktischen Arbeit immer mehr um Qualitätsstandards und Wirtschaftlichkeit statt um den einzelnen Menschen gehe, monierte Jens Sannig, Vorsitzender des Fachverbands Kindertageseinrichtungen. „Gerade wir als Kirche müssen doch vermitteln: Was ist der Wert des einzelnen Kindes und nicht der der Ökonomie.“ Auch im Bereich der Kindertagesstätten müsse laufend gespart werden, Einrichtungen sollten immer mehr Kinder in die Gruppen zwängen. „Da müssen wir als Evangelische Einrichtungen auch mal Nein sagen können“, sagte Sannig unter großem Beifall.

Buchautorin Müller schwenkte daraufhin zum Thema Fachkräftemangel über, was ihr viel Zustimmung bei den Tagungsteilnehmenden sicherte. Der müsse unbedingt behoben werden. Im Arbeitsamt Bonn sei kürzlich einer Muslima abgeraten worden, in die Kinderbetreuung zugehen, weil nur christliche Erzieherinnen eingestellt würden. Prompter Protest im Podium: „Da muss die Berufsberatung des Arbeitsamts dringend beraten werden“, kritisierte Walhorn.

Interkulturelle und konfessionelle Öffnungen

Die evangelische Kirche stelle in ihren Tagesstätten mit interreligiösem Profil immer mehr muslimische Mitarbeitende ein, rechnete Oberkirchenrat Eberl vor. „Unsere Kindertagesstätten dienen ja gerade der interkulturellen Öffnung.“

Wie es denn mit den Einstellungsmöglichkeiten katholischer Kräfte in evangelischen Einrichtungen sei, wurde aus dem Publikum nachgehakt. Bisher sei das für alle Mitglieder von Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) immer mit einer Ausnahmegenehmigung automatisch gelaufen, antwortete Eberl. „Wir sind aber gerade dabei, diese Genehmigungspflicht abzuschaffen“, fügte er hinzu. Zukünftig werde die Aufnahme etwa katholischer Kräfte also noch zügiger ablaufen können.

 

ekir.de / ham, neu / Evangelische Kirche im Rheinland – Ekir.de / 27.11.2014

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Neues Oratorium zur Weihnacht

Er hat sich an einen großen Stoff gewagt. Jetzt wird das Oratorium zur Weihnacht, komponiert von Martin Kahle, am Samstag, 29. November, in Meckenheim uraufgeführt. Eine zweite Aufführung findet am Sonntag, 7. Dezember, in Bad Godesberg statt.

Analog dem großen Vorbild von Bach wird mit klassisch modernen, teilweise jazzigen Harmonien von Chor, Orchester (mit Saxophon) und Solisten die Weihnachtsgeschichte erzählt. Martin Kahle ist in Köln aufgewachsen und hat dort Kirchen- und Schulmusik studiert. Seit 1982 ist er Kantor der Kirchengemeinde in Meckenheim. Das Oratorium ist nicht sein erstes großes Werk. 2007 hat er bereits ein beeindruckendes Requiem uraufgeführt. Die Musik ist eine gelungene Mischung aus einfühlsamer moderner Klassik und jazzigen Harmonien. Sie ergreift und bewegt schon beim ersten Hören.
Eine besondere Stellung im Oratorium zur Weihnacht nehmen die Arien ein. Hier hat der Komponist Gedichte seiner – mittlerweile verstorbenen – Mutter vertont, die diese als junge Mutter von vier Kindern zur Mutterschaft der Maria geschrieben hat.

Das etwa einstündige Werk wird am Samstag, 29. November, um 20 Uhr in der Pallottikirche, Pallottistraße in Rheinbach uraufgeführt. Am Sonntag, 7. Dezember, um 18 Uhr gibt es eine zweite Aufführung in der Kirche St. Marien, Burgstraße in Bad Godesberg.

Eine Einführung in das Oratorium findet bereits am Dienstag, 25. November, um 20 Uhr in der
Friedenskirche in Meckenheim, Kurt-Schumacher-Straße, statt. Dabei werden der Kammerchor der Merler Kantorei Meckenheim und die Solo-Sopranistin Kostproben aus dem Werk zur Klavierbegleitung präsentieren.

Eintrittskarten zu 15 Euro können im Vorverkauf bezogen werden bei Buchladen, Meckenheim, Neuer Markt, Buchhandlung Kayser, Rheinbach, und natürlich auch an der Abendkasse.

Der Eintritt zum Einführungsabend ist frei.

 
Plakat Weihnachtsoratorium
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Gerhard Klose/gar / 25.11.2014

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Weihnachtsausgabe PROtestant erschienen: „Heiligabend – wunderbar anstrengend“

Seelsorge an Weihnachten und die etwas anderen Feiern am Heiligen Abend in Bonn und der Region sind die großen Themen in der neuen Ausgabe der Kirchenzeitung PROtestant.

„Angenehm anstrengend“ finden Stephanie van de Broek und Elena Susewind die Weihnachtsfeier beim Bonner „Verein für Gefährdetenhilfe“. Die beiden Sozialarbeiterinnen stellen dafür sogar ihre private Weihnachtsfeier zurück. Sie berichten von Traurigkeiten, Wut und Rührseligkeit auf ihrer Feier mit Obdachlosen und drogenabhängigen Menschen im Bonner Zentrum.

Die Advents- und Weihnachtsausgabe der Bonner Kirchenzeitung PROtestant wirft auch einen Blick in die Zentrale der Bonner Telefonseelsorge, wo Heiligabend die Telefone nicht still stehen, und lässt Wirte zur Worte, die Heiligabend ihre Kneipen öffnen und auf manchmal bemerkenswerte geistvolle Weise mit ihren Gästen, ihrer „zweiten Familie“, Weihnachten feiern. Gefängnisseelsorger Hans-Christian Heine berichtet aus der JVA Rheinbach, „wo Heiligabend eigentlich alles so ist wie immer, und dann doch wieder nicht …“ Sein Kollege Klinikseelsorger Gunnar Horn hat im Waldkrankenhaus in Godesberg ein einzigartiges Format von „Adventsandachten für Mitarbeitende“ entwickelt und feiert sie mitten im Klinikalltag genau vor dem OP: 15 Minuten geistliche Besinnung für den Chefarzt wie für die Schwester und den Pfleger. Das gut besuchte Angebot ist Horns Beitrag zur „Entschleunigung in der Advents- und Weihnachtszeit“. Lebenswichtige Seelsorge, davon berichtet auch Pfarrer Albrecht Roebke, evangelischer Koordinator der ökumenischen Notfallseelsorge in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis, 365 Tage im Jahr, eben auch Heiligabend. Sein Telefon steht stets auf Bereitschaft.

Die Zeitung PROtestant, die drei Mal im Jahr mit einer Auflage von 6.500 Exemplaren erscheint, kann kostenlos bezogen werden: Evangelischer Kirchenkreis Bonn, Adenauerallee 37, 53113 Bonn (Tel.: 0228 / 6880 300, presse@bonn-evangelisch.de). Herausgeber sind die Kirchenkreise An Sieg und Rhein, Bonn sowie Bad Godesberg-Voreifel.

 
LESER-SERVICE: Hier die aktuelle PROtestant-Ausgabe Nr. 52 zur Ansicht und zum kostenlosen Download
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Evangelischer Kirchenkreis Bonn – Ekir.de / 25.11.2014

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