Wenn der Wohnraum fehlt

Wohnraum fehlt im westlichen Rhein-Sieg-Kreis: Petra Heising präsentierte Zahlen und Tendenzen.

Mangel an Wohnraum ist ein Thema, das viele beschäftigt. Das bestätigte sich auf der diesjährigen Diakonischen Konferenz, die unter der Überschrift „Suchst du noch oder wohnst du schon?“ Lösungen des Wohnraumproblems diskutiert hat. 120 Gäste aus Politik, Verwaltung und aus dem Umfeld von Kirche fanden sich in der Rheinbacher Gnadenkirche ein. Die Hausherrin, Pfarrerin Gudrun Schlösser, zeigte sich begeistert von der Resonanz und verdeutlichte schon zu Beginn, dass Wohnraummangel nicht nur die Menschen am Rande der Gesellschaft betrifft. Der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz, der übrigens in siebzehn Jahren noch keine Diakonische Konferenz ausgelassen hat, begrüßte die Teilnehmenden ebenfalls und stellte klar, dass über den Bedarf an mehr günstigem Wohnraum Einigkeit herrsche, aber die Verfahren vielfach zu lange dauerten.

Petra Heising von der empirica AG präsentierte in ihrem Eingangsvortrag die Entwicklung der Wohnraumsituation im westlichen Rhein-Sieg-Kreis in den vergangenen Jahren und zeichnete Perspektiven für die Zukunft auf. Quelle für ihre Aussagen ist die Regionale Wohnraumbedarfsanalyse für den Rhein-Sieg-Kreis, die empirica ausgeführt hat. Der Vortrag bildete eine gute Grundlage für die anschließenden Diskussionen, die in drei Arbeitsgruppen geführt wurden. Erstmals waren diese nach den drei Kommunen Rheinbach, Meckenheim und Swisttal unterteilt. Die Bürgermeister aus Rheinbach, Stefan Raetz, aus Meckenheim, Bert Spilles sowie die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner stellten sich den Fragen der Teilnehmenden und diskutierten aktiv mit. Insgesamt fanden so drei rege Diskussionsrunden statt, mit im Detail unterschiedlichen Fazits: In der Swisttaler Runde kam der Wunsch auf, die Diskussion auch im Nachgang der Diakonischen Konferenz fortzusetzen. Die Meckenheimer Runde erfuhr von vielen laufenden Projekten und suchte nach Anreizen, Menschen zu bewegen, eine große Wohnung für eine kleinere aufzugeben, um Wohnraumbedarfe an die Realität anzupassen. In der AG Rheinbach wurde sehr politisch diskutiert und wurden viele Lösungsansätze angesprochen wie etwa eine Wohnraumverdichtung.

Superintendent Mathias Mölleken sortierte in seinem Schlusswort zunächst auch Maria und Josefs Herbergssuche in das Thema ein, um dann abschließend allen für ihr Kommen zu danken. Das gemeinsame Fischessen zum Ausklang bot dann noch Gelegenheit, die Gespräche zu vertiefen.

Text und Foto: Diakonisches Werk Bonn und Region

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 16. Februar 2018

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