Tief berührt vom Vertrauen

Susanne Back-Bauer (Foto: Uta Garbisch)

Die knapp vier Jahre seien wie im Flug vergangen, sagt Susanne Back-Bauer. Nun verabschiedet sich die Meckenheimer Pfarrerin am 27. Oktober in den Ruhestand. In den letzten vier Jahren hat sie mit einem Dienstumfang von 75 Prozent Superintendent Mathias Mölleken im Bezirk Christuskirche entlastet.

Bibelgesprächsabende, Seniorennachmittage, Besuchsdienst, Saldus-Arbeitskreis, Mirjamgottesdienst, „Tag der sozialen Dienste“ gehörten zu ihren Aufgaben. „Schön waren die Veranstaltungen, die das Gemeindehaus Christuskirche mit Leben gefüllt haben“, so Back-Bauer. Besuche und Seelsorge bildeten den Schwerpunkt ihrer Arbeit. Ich habe viele Familien bei fröhlichen Ereignissen, wie Taufen und Trauungen, aber auch auf dem Weg der Trauer und ans Grab begleitet. „Das Vertrauen, das mir als Seelsorgerin dabei entgegengebracht wurde, hat mich tief berührt.“

1956 in Stuttgart geboren, studierte Susanne Back-Bauer in Tübingen und Erlangen Theologie. Ihre Sprache verrät noch heute ihre schwäbische Herkunft. 1983 begann ihr Vikariat in Tübingen. Von 1985 bis 1997 war sie in Baden-Württemberg an mehreren Stationen als Gemeindepfarrerin, Klinikseelsorgerin und Landesblindenpfarrerin tätig. 1998 folgte sie ihrem Mann ins Rheinland und wurde Klinikseelsorgerin in Bonn, dann mit halber Stelle Gemeindepfarrerin in Alfter. 2016 begann sie in Meckenheim. Seit 2007 gehört sie zum Vorstand der Telefonseelsorge Bonn/Rhein-Sieg.

Nun beginnt für Susanne Back-Bauer ein neuer Lebensabschnitt. Sie freut sich auf mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Mann und häufigere Kontakte mit Freundinnen, Freunden und Verwandten. Ausstellungen in der Bundeskunsthalle und Vorträge an der Universität Bonn locken sie ebenso wie Reisen in die östlichen Bundesländer. Als begeisterte Leserin will sie sich den vielen noch ungelesenen Bücher widmen, die sich angesammelt haben. Auch das eine oder andere ehrenamtliche Engagement werde sich ergeben. „Und für eine geregelte Tagesstruktur mit genügend Bewegung an frischer Luft sorgt schon unser Hund Jesko.“

Der Abschiedsgottesdienst von Pfarrerin Susanne Back-Bauer beginnt am Sonntag, 27. Oktober 2019, um 10 Uhr, in der Christuskirche Meckenheim, Dechant-Kreiten-Straße. Sie wird von Superintendent und Pfarrkollege Mathias Mölleken entpflichtet. Im Anschluss findet ein Empfang statt.

Demenz geht alle an

Fachfrau in Demenzfragen: Dr. Ursula Becker. Foto: privat

Thematischer „Gottesdienst mit Gast“ am 16. September:

Viele Menschen haben mit dem Thema Demenz zu tun, sei es als Betroffene, als Angehörige oder als Nachbarn, Freunde und Gemeindeglieder. Daher hat die Evangelische Kirchengemeinde Meckenheim die Erkrankung in den kommenden Wochen zu einem Schwerpunktthema gemacht. Beim „Gottesdienst mit Gast“ am 16. September stellt sich die Ärztin Dr. Ursula Becker den Fragen von Pfarrerin Susanne Back-Bauer. Ursula Becker aus Alfter ist nach langjähriger hausärztlicher Tätigkeit heute selbstständig als Dozentin, systemische Familientherapeutin, Coach und Organisationsberaterin tätig. Sie berät bundesweit Einrichtungen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenpflege in Demenzfragen und Palliativpflege.

Da immer mehr Menschen immer älter werden, nimmt auch die Zahl derer zu, die an Demenz erkranken. Viele empfinden Hilflosigkeit. Sie wissen nicht, wie sie Menschen mit einer Demenzerkrankung begegnen sollen. Betroffene sind unsicher, ob sie mit ihrer Erkrankung als Gesprächspartner oder Mitglied einer Gemeinschaft angenommen werden. Vor diesem Hintergrund möchte die Kirchengemeinde informieren und sensibilisieren sowie Hilfsangebote vorstellen.

Der „Gottesdienst mit einem Gesprächsgast“ ist dort ein neues Konzept. Mit dieser Gottesdienstform sollen Kirche und Leben, Alltag und Sonntag, Glaube und Gesellschaft miteinander verknüpft und die Themen und Fragen, die Menschen bewegen, noch stärker in den Fokus genommen werden. Das Interview ersetzt hierbei nicht die Predigt, sondern vertieft sie.

Der erste „Gottesdienst mit Gast“ zum Thema Demenz findet am Sonntag, 16. September 2018, um 10 Uhr, in der Christuskirche Meckenheim, Dechant-Kreiten-Straße, statt. Im Anschluss an den Gottesdienst können Interessierte beim Kirchenkaffee das Gespräch mit Ursula Becker und untereinander fortsetzen.

Zwei Vortragsabende schließen sich an:

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 19 Uhr, im Gemeindehaus Christuskirche
„Wenn nichts zu machen ist, ist noch viel zu tun …“
Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 19 Uhr, im Gemeindehaus Christuskirche
Einfach nur da sein – reicht das?
Menschen mit Demenz erreichen – Möglichkeiten der Kontaktaufnahme
Sicherheit und Vertrauen im Umgang mit Menschen mit Demenz

Zu den Abenden sind insbesondere pflegende Angehörige, in Seniorenarbeit, Besuchsdienst, Seniorenheimen ehrenamtlich Engagierte, aber auch alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Beten und Arbeiten gehören zusammen

Susanne Back-Bauer (Foto: Uta Garbisch)

Susanne Back-Bauer wird als neue Pfarrerin in Meckenheim eingeführt

Sie muss nur ein Wort sagen. Dann erkennt man ihre schwäbische Heimat, schmunzelt Susanne Back-Bauer. Dabei ist die Theologin schon seit fast 20 Jahren im Rheinland tätig. Nun wird die 59-Jährige als Pfarrerin in Meckenheim eingeführt. Mit einem Dienstumfang von 75 Prozent entlastet sie Superintendent Mathias Mölleken im Bezirk Christuskirche.

Gottesdienste, Konfirmandenunterricht und Schulgottesdienste, Seniorenarbeit, Bibelgesprächskreis und Diakonie: Seit Mitte Februar befindet sich Back-Bauer in der „Einarbeitungsphase“, wie sie selbst sagt. „Stück für Stück erobere ich meine Arbeitsbereiche. Das ist spannend, aufregend und sehr intensiv.“

Als Pfarrerin kommt es ihr ganz besonders darauf an, dass Spiritualität und Engagement, Beten und Arbeiten zusammen gehören. „Das bedeutet für mich lebendige, für alle offene Gottesdienste und Zuwendung zu denen, die in unserer Gesellschaft am Rand leben.“ Außerdem ist ihr Raum für seelsorgerliche Begleitung und Offenheit für die, die von der Kirche nichts mehr erwarten, wichtig. „Die Kirche muss mitten im Leben stehen und die drängenden Probleme unserer Zeit aufgreifen.“

Mit anderen im Team von Haupt- und Ehrenamtlichen zusammen zu arbeiten, schätzt Back- Bauer sehr. Dass dies in Meckenheim auch gleich mit drei Pfarrerinnen in drei Bezirken geschieht, freut sie besonders. Denn beim Berufsstart vor 30 Jahren war sie lange die einzige Pfarrerin im Dekanat auf der schwäbischen Alb.

1956 in Stuttgart geboren, studierte Susanne Back-Bauer in Tübingen und Erlangen Theologie. 1983 begann ihr Vikariat in Tübingen. Von 1985 bis 1997 war sie in Baden-Württemberg an mehreren Stationen als Gemeindepfarrerin, Klinikseelsorgerin und Landesblindenpfarrerin tätig. 1998 folgte sie ihrem Mann ins Rheinland und wurde Klinikseelsorgerin in Bonn. Zuletzt arbeitete sie bis 2013 mit halber Stelle als Gemeindepfarrerin in Alfter in der Kirchengemeinde Vorgebirge (Rhein-Sieg-Kreis). Es folgte eine „Sabbat-Zeit“, die sie auch zum Besuch von Lehrveranstaltungen an den Universitäten Bonn und Bochum nutzte. Seit 2007 gehört sie zum Vorstand der Telefonseelsorge Bonn/Rhein-Sieg. Noch einmal eine neue Aufgabe in Meckenheim übernehmen zu dürfen, bezeichnet Back-Bauer als „großen Glücksfall“.

Der Einführungsgottesdienst von Pfarrerin Susanne Back-Bauer beginnt am Sonntag, 17. April 2016, um 10 Uhr, in der Christuskirche Meckenheim, Dechant-Kreiten-Straße. Er wird von Superintendent Mathias Mölleken geleitet.