Jahresbericht, Haushalt und die Folgen der Flut

Viel Platz und Abstand: die Synode traf sich bereits im Herbst in der Jungholzhalle in Meckenheim. Foto: Uta Garbisch

Wenn neben den üblichen Themen einer Herbstsynode wie Haushalt und Finanzen etwas immer wieder zur Sprache kam, dann war es die Flutkatastrophe mit ihren Folgen für die Region. Acht der 13 Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel sind direkt betroffen. Die Swisttaler Pfarrerin und Skriba Claudia Müller-Bück beschrieb in ihrem Teil des Synodenberichts eindrücklich die Situation vor Ort. Denn schon in den ersten Tagen wurden die zumeist nicht betroffenen Kirchengebäude zu wichtigen Anlaufpunkten für tatkräftige Hilfe, Versorgung mit Lebensmitteln und Strom für das Aufladen von Handys sowie Seelsorge. Aktuell gehe es vor allem darum, dass die Betroffenen gut durch den Winter kommen. Ganz praktisch haben die Kirchengemeinden ihre Sozialberatung aufgestockt, ebenso die Seelsorge, zwei mobile Fluthilfeteams der Diakonie Katastrophenhilfe wurden gerade aufgebaut.

Vor diesem Hintergrund regte Norbert Waschk, der die Synode als stellvertretender Superintendent leitete, die Bildung eines neuen Forums im Kirchenkreis an. Darin sollten „wir unsere christliche Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung angesichts der massiven Klimakrise und ihrer sichtbaren

Norbert Waschk beim Superintendentenbericht, den er sich mit Claudia Müller-Bück teilte. Foto: Uta Garbisch

Folgen neu bedenken und nicht zuletzt gegenüber Politik und Öffentlichkeit deutlich hörbar artikulieren“, so der Bad Godesberger Pfarrer.

Waschk warb für eine Kirche, „die nicht nur grundsätzlich für die Menschen da ist, sondern sich Zeit für das Wesentliche nimmt, nämlich auf diese Menschen aktiv zuzugehen“. Den Kirchengemeinden empfahl er in seinem Berichtsteil, finanzielle Spielräume, wenn diese noch vorhanden sind, zur Konsolidierung zu nutzen. Konkret gehe es besonders im Blick auf kirchliche Gebäude darum, klar zu entscheiden, was davon unbedingt gebraucht werde. Nur so könne vermieden werden, dass größere Sanierungen die Haushalte in Zukunft belasten.

Finanzen und ausgeglichener Haushalt

Für die Beseitigung von Flutschäden an kirchlichen Gebäuden hat der Kirchenkreis zwei Kredite beantragt, um die Sanierungsarbeiten zu finanzieren. Dabei handelt es sich um 700.000 Euro für die kreiskirchliche Jugendbildungsstätte in Rheinbach-Merzbach und um 500.000 Euro für die Kirchengemeinde Rheinbach. Dort wurden die Gnadenkirche, ein Pfarrhaus und das Jugendzentrum beschädigt.

Das Kirchenparlament mit 69 stimmberechtigten Mitgliedern verabschiedete den Doppelhaushalt für die Jahre 2022/23 mit einem Gesamtvolumen von 6,65 Millionen Euro. Unter den insgesamt sieben Handlungsfeldern bilden Erziehung und Bildung mit 1,81 Millionen Euro den größten Posten. Gut 1,6 Millionen Euro fließen in diakonische und soziale Arbeit, 994.000 Euro in Gemeindearbeit und Seelsorge. Dabei werden zweckgebundene Rücklagen in Höhe von rund 24.000 Euro eingesetzt. Der synodale Haushalt benötigt erneut keine freien Rücklagenmittel zur Defizitdeckung.

Die hauptamtliche Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel ist mittlerweile bei den beiden Diakonischen Werken in Bonn und Euskirchen angesiedelt. Für die Finanzierung stellt die Synode in den beiden kommenden Jahren jeweils 30.000 Euro auf Abruf bereit, falls Einnahmen und Fördermittel dafür nicht ausreichen. Bereits seit 2016 engagiert sich der Kirchenkreis in diesem Bereich.

Superintendentenamt

Foto: Uta Garbisch

Mehrheitlich beschlossen die Abgeordneten aus Bad Godesberg, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Euskirchen, dass sie in Zukunft eine Erhöhung des Stellenumfangs des Superintendenten oder der Superintendentin von 75 auf 100 Prozent beabsichtigen. Zwar kann das Amt grundsätzlich nur als volle Pfarrstelle ausgeübt werden. Die Frage, ob ein Teil des Dienstes im gemeindlichen Pfarrdienst oder in der ursprünglichen Pfarrstelle geleistet wird und wie groß dieser Anteil ist, wird über den Dienstumfang der Entlastungspfarrstelle geregelt. Eine verbindliche Festlegung erfolgt jedoch erst im Zusammenhang mit einer Wahl.

Gegrüßt und gewählt

In seinem Grußwort dankte der Meckenheimer Bürgermeister Holger Jung den Kirchengemeinden für ihre Unterstützung der Flutopfer, insbesondere auch mit ihren Seelsorgeangeboten. Allein in Meckenheim seien über 500 Haushalte betro

Virtuos und kompetent: Norbert Waschk verabschiedet Hans Assenmacher (rechts). Der Leiter des Verwaltungsamtes in Bonn geht nach 43 Jahren im kirchlichen Verwaltungsdienst bald in Ruhestand. Foto: Uta Garbisch

ffen. Auch der Bonner Superintendent Dietmar Pistorius sprach seinen Dank und seine Anerkennung aus. Die vielen engagierten Menschen hätten der Kirche ein Gesicht verliehen, die für andere da ist.

Zur Vorsitzenden des Arbeitskreises Mission und Ökumene wählte die Synode Pfarrerin Judith Weichsel (Bad Münstereifel), ihre Stellvertreterin wird Juliane Wächter (Bad Godesberg). Neu im Fachausschuss für Kinder und Jugend sind für die Johannes-Kirchengemeinde Bad Godesberg Joachim Roscher und als sein Stellvertreter Pfarrer Tobias Mölleken.

Die Synode traf sich am Samstag, 6. November 2021, in der Jungholzhalle in Meckenheim unter 3G-Regel und mit Abstand. Die Tagung begann mit einem Gottesdienst in der dortigen Friedenskirche, die übrigens schon seit über zehn Jahren mit Erdwärme und damit klimaneutral beheizt wird. Pfarrerin Franziska Hageloch hielt die Predigt, ihre Kollegin Cordula Siebert sorgte für die Liturgie. Die Kollekte in Höhe von 636 Euro geht zu gleichen Teilen an Menschen, die vom Hochwasser betroffen sind und an die Jugendbildungsstätte für deren Wiederaufbau.

Sommertour vor Ort

Morgensegen für die Sommertour der Hoffnung: Präses Thorsten Latzel, Claudia Müller-Bück, Mathias Mölleken und Wolfgnag Thielmann. Foto: Tobias Goldkamp

Der Morgensegen in Swisttal war der Abschluss. Am Sonntag um 8 Uhr verabschiedete sich Präses Thorsten Latzel zusammen mit seinem Team vom Kirchenkreis. Claudia Müller-Bück, Pfarrerin dort und Skriba, und Superintendent Mathias Mölleken gaben dazu ihren Segen.

Einen ganzen Tag war der führende Theologe der Rheinischen Landeskirche am Samstag im Kirchenkreis unterwegs. Sommertour der Hoffnung heißt die mehrtägige Reise von Saarbrücken nach Wesel. Das besondere: Er fuhr mit dem E-Bike, hier von Wershoven in Rheinland-Pfalz über Euskirchen bis nach Swisttal. Stationen waren die SuppenKirche in Euskirchen und das Team Nachhaltigkeit in Swisttal-Heimerzheim. Menschen und ihre Kirchengemeinden kennenlernen und Ort der Hoffnung besuchen, so lautet das Ziel.

Am Abend erklärt Biggi Wanninger dem Präses das Prinzip Stunksitzung. Beide sprechen über den Unterschied von Hoffen und Wünschen und dass daraus Handeln folgen muss. Und ein bisschen Gänsehaut gibt es auch.

Wer noch einmal reinschauen möchte: Alle Begegnungen sind dokumentiert und zu finden unter https://praesesblog.ekir.de/sommertourderhoffnung

Viele Impulse und eine Vertagung

Kirche als Teamplayerin, Lobbyistin und Agentin: Beate Sträter stellt das Impulspapier vor. Foto: Uta Garbisch

Eine interne Debatte über Professionalisierung, Qualität und parochiale Strukturen zu initiieren, so beschrieb Beate Sträter das Ziel des Impulspapiers „Lobbyistin der GOTT-Offenheit“ auf der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. Es plädiert dafür, dass sich die Evangelische Kirche im Rheinland vom Selbstverständnis als Volkskirche verabschiedet und ein neues Leitbild entwickelt. „Und es geht darum, das zu fördern, was zum Samenkorn einer anderen Kirche werden könnte“, so Sträter, die das Papier als Mitglied im Ständigen Theologischen Ausschuss der Landeskirche mitentwickelt hat.

Zentrale Begriffe sind dabei auch eine Kirche als „Teamplayerin“ und „Agentin des Wandels“. Im Mittelpunkt stehen dabei öffentliches Reden und Handeln, das in zwei Kapiteln beschrieben wird. Religionsunterricht und religiöse Schulfeiern, Telefon- und Notfallseelsorge oder diakonisches Handeln sind Beispiele dafür. Kasualien von der Taufe bis zur Trauerfeier sind wichtige Kontaktflächen zwischen binnenkirchlichem und öffentlichem Raum.

Mittlerweile ein gewohntes Bild: Synoden als Videokonferenz. Foto: Uta Garbisch

Nach dem Impulsreferat der Bonner Schulreferentin, Theologin und promovierten Sozialwissenschaftlerin tauschten sich die 70 stimmberechtigten Synodalen und ihre Gäste in zehn Arbeitsgruppen weiter aus. Von allem der Begriff „Minderheitskirche“ wurde kritisiert. Andere lobten, dass das Papier eine notwendige Diskussion anstoße und begrüßten die Haltung, sich als Teil der Gesellschaft einzubringen. „Hingehen und zum Nächsten werden“ oder „Kirche als Seelsorgebewegung stärken“ formulierten Teilnehmende ihre Vision von Kirche, für die sie sich engagieren möchten.

Entschieden wird im Herbst

Die Entscheidung, ob der Superintendent / die Superintendentin ihr Amt in Zukunft mit 75 oder 100 Prozent ausüben, wurde auf den Herbst vertagt. Ursprünglich hatten die im letzten Jahr eingerichtete Arbeitsgruppe und auch der Kreissynodalvorstand mit Blick auf den Umfang 100 Prozent im Nebenamt als Beschluss vorgelegt. Ihre Hauptargumente waren die Struktur des Kirchenkreises und die Flexibilität dieser Lösung. Diese könne auch wieder zurückgefahren werden, weil keine neue kreiskirchliche Pfarrstelle errichtet wird. Daran entzündete sich eine intensive Diskussion über Haupt- und Nebenamt, die höheren Kosten und weitere Details.

Bei der Arbeit: Superintendent Mathias Mölleken leitet die Synode. Foto: Uta Garbisch

Zwar lehnten die Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden das Hauptamt mit großer Mehrheit ab. Angesichts der vielen gestellten Fragen und durchaus kontrovers ausgetauschten Argumenten plädierte Superintendent Mathias Mölleken schließlich für die Vertagung. Das befürwortete die Synode mit großer Mehrheit. Aktuell arbeitet Mölleken, der 2022 in Ruhestand geht, auf der Grundlage eines Modells, wonach Dreiviertel der Arbeitszeit für die Leitung des Kirchenkreises, ein Viertel für Aufgaben in der Heimatgemeinde verwendet werden. Unabhängig vom Umfang gilt dies als Nebenamt.

 Zwischen Selbstständigkeit und Fusion

Über die begonnenen Regionalgespräche zum Pfarrstellenrahmenplan gab es Berichte aus den drei Räumen des Kirchenkreises. Das sogenannte „Mittelland“ mit Meckenheim, Rheinbach und Swisttal ist mit den direkten Nachbargemeinden Wachtberg und Weilerswist im Austausch. Die Swisttaler Pfarrerin und Skriba Claudia Müller-Bück berichtete von vier grundsätzlichen Optionen für diese Gemeinden: Selbstständig bleiben, Gemeindegrenzen verändern, kooperieren oder fusionieren. Die dortigen Presbyterien werden nun bis Oktober entscheiden, welche Variante für sie Priorität hat. Dann folgt ein weiteres Treffen. Für das „Oberland“ mit den hiesigen Kirchengemeinden im Kreis Euskirchen sind im Juni und September Treffen vorgesehen, wie der Zülpicher Pfarrer Ulrich Zumbusch darlegte. Im Godesberger Raum hat bereits im letzten Jahr ein erstes Gespräch stattgefunden, an dem Wachtberg ebenfalls beteiligt war. Da hier präsentische Treffen bevorzugt werden, ist der nächste Termin für Oktober geplant. Dann stellen sich die Kirchengemeinden mit Kurzprofilen vor und formulieren, wofür sie offen sind, so Pfarrer Klaus Merkes.

Foto für die Zeitung: Claudia Müller-Bück und Mathias Mölleken mit der Karte des Kirchenkreises. Foto: Uta Garbisch

Hintergrund der Gespräche ist der von der Landeskirche vorgegebene Plan, bis 2030 anstelle der heutigen 21,5 Gemeindepfarrstellen nur noch 14,17 vorzusehen, dazu 8,6 Pfarrstellen in Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Durch mehr Kooperation und Zusammenarbeit in den drei Regionen des Kirchenkreises sollen attraktive Pfarrstellen und Personalmix erhalten sowie innovative Konzepte entwickelt werden. Das hatte die Synode schon im letzten Jahr verabredet.

Einstimmig wählte die Synode Rainer Steinbrecher zum Vorsitzenden des Fachausschusses für Kinder und Jugend und Katrin Bochannek zu seiner Stellvertreterin. Beide sind Jugendreferenten auf synodaler Ebene beziehungsweise in Bad Godesberg. Die virtuelle Synode fand am Samstag, 12. Juni 2021, statt. Grußworte sprachen Superintendent Dietmar Pistorius von Nachbar-Kirchenkreis Bonn und Landeskirchenrätin Iris Döring, die so auch von der Kirchenleitung grüßte.

Advents-Andacht im Livestream

In einer Advents-Andacht am 12. Dezember werden sieben Mitglieder im Vorstand des Kirchenkreises Bad Godesberg – Voreifel eingeführt beziehungsweise wiederverpflichtet: Pfarrer Mathias Mölleken wurde als Superintendent, Pfarrerin Claudia Müller-Bück als Skriba wiedergewählt. Gerlinde Habenicht, bislang stellvertretendes Mitglied, und Hendrik Reinfeld werden als Synodalälteste, Magdalena Winchenbach-Georgi, Karl-Heinz Carle und Dr. Manfred Brede als stellvertretende Synodalälteste eingeführt.

Alle waren auf der Kreissynode am 7. November als Mitglieder des Kreissynodalvorstandes (wieder)gewählt worden. Gleichzeitig werden die bisherigen Synodalältesten Juliane Kalinna und Dr. Klaus Graf sowie Stellvertreterin Ortrun Althof entpflichtet.

Livestream aus Meckenheim

Der Gottesdienst zur Einführung und Wiederverpflichtung beginnt am Samstag, 12. Dezember 2020, um 17 Uhr, in der Friedenskirche Meckenheim. Weil daran nur wenige teilnehmen können, wird die Andacht live gestreamt unter https://youtu.be/ve1iURsV510.

Der Kreissynodalvorstand (KSV) ist außerhalb der Synodentagungen das wichtigste Entscheidungsgremium im Kirchenkreis. Die Amtszeit der Mitglieder beträgt acht Jahre, alle vier Jahre wählt die Kreissynode die Hälfte der Mitglieder neu. Der KSV hat die Aufsichtsfunktion gegenüber den Gemeinden und tagt monatlich. Die Leitung hat der Superintendent. Ihm zur Seite stehen Assessor und Skriba (Protokoll). Ferner gehören dem Gremium vier Synodalälteste an, Frauen und Männer aus den Presbyterien des Kirchenkreises. Sie haben jeweils eine:n gewählte:n Stellvertreter:in.

Superintendent und Skriba wiedergewählt

Kurz nach der Wiederwahl: Mathias Mölleken und Claudia Müller-Bück freuen sich, auf das, was kommt. Foto: Uta Garbisch

Mit großer Mehrheit hat die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel Mathias Mölleken als Superintendent und Claudia Müller-Bück als Skriba bestätigt. Die Tagung fand an diesem Wochenende erstmals als reine Video-Konferenz statt. Mölleken ist damit „nebenamtlicher Superintendent im Übergang“, wie er selbst sagte. Denn er geht im Herbst 2022 in Ruhestand. Die Entscheidung, ob das Amt anschließend im Haupt- oder Nebenamt ausgeübt werden soll, wollen die Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden im kommenden Jahr tref

Will und wird weitermachen: Claudia Müller-Bück stellt sich der Synode vor. Foto: Uta Garbisch

fen. Bis dahin will der Meckenheimer Pfarrer Struktur- und Konsolidierungsprozesse weiter vorantreiben und zu Kooperationen der Gemeinden ermutigen. Claudia Müller-Bück, die als Skriba zweite Stellvertreterin des Superintendenten bleibt, sieht das ähnlich: „Ich fürchte mich nicht vor Veränderungen, denn sie bringen auch große Chancen mit sich.“

Digitale Kirche anschieben, den Blick über den Tellerrand weiten

In seinem jährlichen Bericht würdigte Superintendent Mathias Mölleken den phantasievollen Umgang der Kirchengemeinden mit den Folgen der Corona-Pandemie. Neben der analogen Praxis habe die digitale Kirche einen enormen Schub erhalten und sei „wichtiges Element für jedes kirchliche Zukunftsmodell“. Seelsorge und andere kirchliche Dienste seien nachgefragt und weiterhin notwendig. Finanziell habe die Pandemie allerdings zu einem signifikanten Rückgang der Kirchensteuereinnahmen geführt. Aktuelle Schätzungen erwarten für Bad Godesberg und die Voreifel nach Abzug aller Umlagen ein Minus von etwa 8,5 Prozent. Die für 2020 geplanten Einnahmen der Jugendbildungsstätte Merzbach haben sich zudem um 48 Prozent (rund 138.000 Euro) verringert. Konsolidierungsmaßnahmen seien daher auf Kirchenkreis- wie Gemeindeebene „dringend erforderlich“. Mölleken appellier

Wird weiter gestalten: Superintendent Mathias Mölleken bei seinem Bericht. Foto: Uta Garbisch

te außerdem an die Gemeinden, den Blick über den Tellerrand nicht zu verlieren. Als gutes Beispiel nannte er die Heiland-Kirchengemeinde, die seit kurzem eine Partnerschaft mit der Rheinischen Kirche in Südafrika pflegt: „Partnerschaftliche Beziehungen veranschaulichen christlichen Glauben, veranlassen zu globalem Denken und führen zu lokalem Handeln.“

Weniger Pfarrstellen erfordern Gestaltungsprozess und innovative Konzepte

Die Pfarrstellenzahl wird sich bis 2030 im gesamten Kirchenkreis mit seinen 13 Kirchengemeinden deutlich verändern. In der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland wird es voraussichtlich statt bisher 1.700 Pfarrerinnen und Pfarrern nur noch 1.000 geben. Dies hatte die Landessynode beschlossen. Die Gründe: Diese Zahl ist finanzierbar und gewährleistet einen Personalmix. Zudem fehlen Absolventen. Für den Kirchenkreis bedeutet dies, dass es anstelle der heutigen 21,5 Gemeindepfarrstellen nur noch 14,17 geben soll, dazu 8,6 Pfarrstellen in Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Dieser Rahmenplan löste bei etlichen Synodalen Nachfragen und Bedenken aus. Viele appellierten aber auch an die eigenen Reihen, die nächsten Jahre für die Gestaltung dieses Prozesses zu nutzen.

So sieht Synode digital aus: Einige der Teilnehmenden. Foto: Uta Garbisch

Superintendent Mathias Mölleken: „Es geht jetzt darum, die gestalterische Chance, die uns in diesem Zeitkorridor von zehn Jahren verbleibt, zu erkennen und in unseren Entscheidungen gezielt zu nutzen.“ Vor diesem Hintergrund wird auf Antrag der Kirchengemeinde Euskirchen der Beratungsprozess „Kirche in unserer Region 2030“ initiiert. Ziel ist unter anderem, kirchenkreisweit attraktive Pfarrstellen und einen Personalmix zu erhalten sowie in den Regionen innovative Konzepte zu entwickeln, erläuterte der dortige Pfarrer Gregor Weichsel.

Gewählt und berufen

Turnusgemäß waren insgesamt vier Positionen im Kreissynodalvorstand (KSV), dem Leitungsgremium des Kirchenkreises, für acht Jahre neu zu besetzen. Zu Synodalältesten wählte die Synode Gerlinde Habenicht aus Wachtberg und Hendrik Reinfeld aus Zülpich. Deren Stellvertreter werden Magdalena Winchenbach-Georgi aus Bad Godesberg und Karl-Heinz Carle aus Rheinbach. Außerdem rückt

Gewählt: Karl-Heinz Carle, Mathias Mölleken, Manfred Brede, Hendrik Reinfeld, Claudia Müller-Bück, Gerlinde Habenicht und Magdalena Winchenbach-Georgi. Foto: Uta Garbisch

Dr. Manfred Brede (Bad Godesberg) als dritter Stellvertreter für vier Jahre nach. Der KSV besteht aus insgesamt sieben Personen und entscheidet zwischen den Tagungen der Kreissynode über die Belange des Kirchenkreises. Neben Superintendent und Skriba sind dies der stellvertretende Superintendent (Assessor) und vier Frauen und Männer aus den Kirchengemeinden.

In die Leitung verschiedener Fachausschüsse berief die Synode Vorsitzende und deren Stellvertretung: Den Finanzausschuss leitet weiterhin Frank Bartholomeyczik (Meckenheim), sein Stellvertreter ist Alexander Beaumont (Bad Godesberg). Vorsitzende des Fachausschusses für Frauenfragen bleibt Magdalena Winchenbach-Georgi (Bad Godesberg), Stellvertreterin ist Heike Suhr (Meckenheim). Den Arbeitskreis Mission und Ökumene leitet Edna Li (Bad Godesberg), ihre Stellvertreter sind Dr. Manfred Wadehn (Bad Godesberg) und Pfarrerin Judith Weichsel (Bad Münstereifel). Vorsitzender des Nominierungsausschusses ist wie bisher Pfarrer Günter Schmitz-Valadier (Wachtberg), sein Stellvertreter Pfarrer Frank G. Raschke (Bad Münstereifel). Friederike Heiwolt (Euskirchen) und ihr Stellvertreter Christian Frommelt (Bad Godesberg) leiten den Ausschuss für Kirchenmusik.

Abgeordnete zur Landessynode

Bereits im Vorfeld haben die Synodalen per Briefwahl die Wachtberger Presbyterin Melina Wolf und Pfarrer Knut Dahl-Ruddies (Gefängnisseelsorge Euskirchen) zu neuen Abgeordneten der Landessynode gewählt. Frank Bartholomeyczik aus Meckenheim wurde wiedergewählt. Ihre Stellvertretung übernehmen Pfarrer Norbert Waschk (Bad Godesberg), Christiane Mathy (Meckenheim), Irmela Richter (Rheinbach) und Jens Schulz (Euskirchen).

Die virtuelle Synode fand am Freitagabend, 6. November 2020, und am Samstagvormittag, 7. November 2020, statt. Grußworte sprachen Landeskirchenrätin Iris Döring, die so auch von der Kirchenleitung grüßte und Superintendent Dietmar Pistorius von Nachbar-Kirchenkreis Bonn.

Superintendent und Skriba stellen sich zur Wiederwahl

Herbstsynode tagt am Freitag und Samstag erstmals digital: Wahlen und der Jahresbericht von Superintendent Mathias Mölleken sind die Hauptthemen der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. Die Versammlung findet am Freitagabend, 6. November, und Samstagvormittag,7. November, als reine Video-Konferenz statt.

Turnusgemäß sind vier Positionen im Kreissynodalvorstand (KSV), dem Leitungsgremium des Kirchenkreises, zu besetzen. Der Meckenheimer Pfarrer Mathias Mölleken stellt sich als Superintendent zur Wiederwahl. Er leitet den Kirchenkreis seit 2015. Zur Wiederwahl vorgeschlagen ist auch Skriba Claudia Müller-Bück. Die Swisttaler Pfarrerin hat das Amt ebenfalls seit 2015 inne.

Auf die Position der Ersten Synodalältesten bewerben sich Gerlinde Habenicht aus Wachtberg und Magdalena Winchenbach-Georgi aus Bad Godesberg. Drei Kandidaten gibt es für das Amt des Zweiten Synodalältesten: Dr. Manfred Brede (Bad Godesberg), Karl-Heinz Carle (Rheinbach) und Hendrik Reinfeld (Zülpich). Alle Wahlen finden am Samstag in digitaler Form statt.

Die Synode beginnt am Freitagabend mit dem jährlichen Bericht des Superintendenten. Danach folgt eine Aussprache. Weitere Themen sind Pfarrstellenplanung, Finanzsituation und Berufungen von Ausschuss-Vorsitzenden. Der KSV besteht aus insgesamt sieben Personen und entscheidet zwischen den Tagungen der Kreissynode über die Belange des Kirchenkreises. Neben Superintendent und Skriba sind dies der stellvertretende Superintendent (Assessor) und vier Frauen und Männer aus den Kirchengemeinden. Ihre Amtszeit beträgt acht Jahre, alle vier Jahre wird die Hälfte der Mitglieder neu gewählt.

Die virtuelle Synode findet am Freitag, 6. November 2020, von 19 bis 22 Uhr, und am Samstag, 7. November 2020, von 9.45 bis 12 Uhr statt.

Wer als Gast an der Video-Konferenz teilnehmen möchte, wendet sich unter superintendentur.badgodesberg-voreifel@ekir.de an die Verwaltung des Kirchenkreises. Allerdings ist die Zahl der Gäste aufgrund technischer Vorgaben begrenzt.