Mit Musik und Segen ins Wochenende

Multiflötistin Cordelia Loosen-Sarr in Aktion. Foto: © Laurence Chataigne

Jeden Freitag im September um 18 Uhr „läutet“ die Pauluskirche in Friesdorf das Wochenende ein: mit viel Musik und einigen nachdenklichen Worten. In der zweiten Staffel der Reihe „Kultur.Abend.Segen“ möchte Pfarrer Jochen Flebbe in der Corona-Zeit, in der Veranstaltungen immer noch nur eingeschränkt stattfinden können und Künstler weiter ums Überleben kämpfen, Künstlern die Möglichkeit zum Auftritt und der Publikumsgemeinde eine Gelegenheit zu Genuss, Besinnung und Musikerleben geben.

Jazz, Klassik und Weltmusik laden zum Entspannen, Lauschen, Nachdenken und Mitschwingen ein. Kleine Texte der Godesberger Rezitatorin Anja Martin und der Abendsegen nehmen die Musik thematisch auf und wollen gedanken- und gefühlvoll ins Wochenende überleiten. Die Reihe startet am 4. September mit „Music for Life“. Die Wachtberger Multiflötistin Cordelia Loosen-Sarr wird begleitet von Urs Fuchs (Gitarre, Percussion, Vocals), der schon mit Deep Purple, Charlie Mariano oder Wolfgang Niedecken spielte. Beide bauen mit ihrer Musik Brücken zwischen Jazz, orientalischen, spanischen, afrikanischen Klängen und wollen über Grenzen hinweg ein Band zwischen Menschen knüpfen. Eine Woche später ist Leon Gurvitch mit seinem Solopiano unter dem Motto „I got Rhythm“ zu hören. Am 18. September singen und spielen in der Rubrik „Singer, Songwriter und Cello“ Anja Lerch und Anja Schröder in ihrer einmalig bezaubernden Kombination: „I am what I am“. Zum Schluss der Reihe wird’s dann klassisch mit der Sopranistin Karola Pavone, begleitet von Boris Radulovic am Klavier, und dem Liederabend: „Schöne Welt – wo bist Du?“

Immer freitags: Der Kultur.Abend.Segen in der Pauluskirche. Foto: Archiv

Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Unterstützung der Künstlerinnen Künstler wird gebeten. Wegen eines reduzierten Platzangebotes aufgrund der Coronabestimmungen wird um ein frühes Erscheinen gebeten, eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Informationen auch im Internet auf der Homepage der Kirchengemeine: www.thomas-kirchengemeinde.de.

Kultur.Abend.Segen SEPTEMBER in der Pauluskirche, In der Maar 7, 53175 Bonn, jeweils Freitag 18 Uhr:

04.09.: Cordelia Loosen-Sarr & Urs Fuchs: MUSIC FOR LIFE (Flöte, Gitarre, Percussion)

11.09.: Leon Gurvitch: I GOT RHYTHM (Solopiano)

18.09.: Anja Lerch & Anja Schröder: I AM WHAT I AM (Singer, Songwriter, Cello)

25.09.: Karola Pavone & Boris Radulovic: SCHÖNE WELT, WO BIST DU (Schubert, Wolf u.a.)

EB

Kultur und Segen

Grenzen-los am Piano: Markus Schinkel. Foto: Büttner

Mit der neuen Reihe „Kultur.Abend.Segen“ erprobt die Thomas-Kirchengemeinde im Bezirk Pauluskirche eine neue Mischung aus Kultur und Kirche. Jeden Freitag im Juni gibt es um 18 Uhr zum Ausklang der Woche einen Abendsegen, bei dem die Musik regionaler Künstler*innen im Mittelpunkt steht. Jazz, Klassik und Weltmusik laden zum Entspannen, Lauschen, Nachdenken und Mitschwingen ein. Kleine Texte und der Abendsegen nehmen die Musik thematisch auf und wollen gedanken- und gefühlvoll ins Wochenende überleiten.

Den Aufschlag macht am 5. Juni 2020 Markus Schinkel (Piano) unter dem Motto: Grenzen-los. Am 12. Juni präsentieren Marie Seidler (Mezzosopran) und Toni Geiger (Klavier) unter dem Titel „Urlicht“ Lieder von Gustav Mahler, Franz Schubert, Johannes Brahms und anderen. Am 19. Juni nehmen in der Rubrik Weltmusik Albrecht Maurer (Fidel) und Kerstin de Witt (Flöte) die Besucher mit auf einen Flug ins maurische Spanien: Fly to Alhambra. Die Reihe beschließt André Krengel (Gitarre) unter der Überschrift „Unter den Worten“. Pfarrer Dr. Jochen Flebbe ist für Texte und Segen verantwortlich.

Die Veranstalterin möchte mit der Reihe zeigen, welche spirituelle Kraft in der Musik liegen kann. Zugleich soll mit dem Projekt Künstler*innen, die in der Corona-Zeit wenig Gelegenheit haben, sich und ihre Musik zu zeigen, eine Gelegenheit gegeben werden, Menschen in ihre Welt des Klangs mitzunehmen und zu begeistern. Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Unterstützung der Kultur wird gebeten. Wie alle gottesdienstlichen Veranstaltungen, wird auch der Kultur.Abend.Segen auch im Internet auf der Homepage der Gemeinde (www.thomas-kirchengemeinde.de) zu sehen sein.

Kultur.Abend.Segen in der Pauluskirche, In der Maar 7, 53175 Bonn, jeweils Freitag 18 Uhr:

5. Juni: Marcus Schinkel GRENZEN-LOS, Solopiano

12. Juni: Marie Seidler,  Toni Geiger: URLICHT, Schubert, Brahms, Mahler: Lieder

19. Juni: Albrecht Maurer, Kerstin de Witt: FLY TO ALHAMBRA, Fidel und Flöte

26. Juni: André Krengel, UNTER DEN WORTEN, Sologitarre

EB/gar

Traurig und schön zugleich

Hygiene wird groß geschrieben wie hier in der Martin-Luther-Kirche in Weilerswist. Foto: Erwin Brüggemann

„Endlich sehen wir uns wieder“ – das war gewiss für viele Besucherinnen und Besucher der ersten Gottesdienste vor Ort der bestimmende Eindruck. Am vergangenen Sonntag, 10. Mai, hatten einige Kirchen in Bad Godesberg und der Voreifel ihre Pforten wieder für die sogenannten Präsenzgottesdienste geöffnet. Vier Pfarrer*innen dort schildern ihre Eindrücke so:

Ein gewisses Gefühl von Gemeinschaft – Kirchengemeinde Weilerswist

„Mein Eindruck war, dass sich die Gottesdienstbesucher, die da waren, sehr gefreut haben, wieder in der Kirche feiern zu können und einander wieder zu sehen. Das Singen mit Maske durch einige Mitglieder des Kirchenchores ging erstaunlich gut. Da unsere Kirche nicht so groß ist, gab es trotz Abstandsregeln dennoch ein gewisses Gefühl von Gemeinschaft.

Mundschutz und Abstand sind Gebote im Gottesdienst. Foto: Erwin Brüggemann

Wir hatten ja zwei Kurzgottesdienste angeboten, einen um 10.00 Uhr zur gewohnten Gottesdienstzeit und einen um 10.45 Uhr. Zum ersten Gottesdienst waren einschließlich Pfarrerin, Küster und Kirchenmusiker 22 Gemeindemitglieder da, das bewegt sich im unteren Bereich unserer sonstigen Gottesdienstbesucherzahlen. Von einigen älteren Gemeindegliedern war mir bekannt, dass sie vorläufig keine Präsenzgottesdienste besuchen wollen, wozu ich sie auch ermutigt habe, wenn sie Bedenken haben. Zum zweiten angebotenen Kurzgottesdienst kam nur ein Gemeindemitglied, das gleichzeitig Presbyteriumsmitglied ist. Da die Person sagte, dass wir für Sie nun keinen eigenen Gottesdienst feiern müssten, fiel dieser zweite Termin aus.

Wir wollen jetzt im Mai noch weiter beobachten, ob sich diese erste Erfahrung verstetigt, dass wir bei Einhaltung der Abstandsregeln in unserer Kirche gut mit einem Gottesdienst zur gewohnten Gottesdienstzeit auskommen. Sollte dies der Fall sein, werden wir ab Juni wieder nur einen Gottesdienst anbieten, der aber kürzer als gewohnt bleiben soll.“
Pfarrerin Renate Kalteis

Zaghafter Besuch ohne Geisteratmosphäre – Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg, Pauluskirche

„In der Pauluskirche es war noch ein zaghafter Besuch mit etwa 15 Personen, wir haben gleichzeitig den Gottesdienst auch weiter online gestellt. Alle waren sehr froh, wieder live in ihrer Kirche sein zu können. Es war viel leichter, mit echter Gemeinde, statt nur online zu feiern – Predigt und Liturgie sind eben doch echtes Kontakt- und Kommunikationsgeschehen von Angesicht zu Angesicht.

Es war aber weniger Geisteratmosphäre, als wir und die BesucherInnen es erwartet hatten. Der Gesang von Nicola Oberlinger mit Angelika Buch hat sehr zur guten Atmosphäre beigetragen.“
Pfarrer Jochen Flebbe

Traurig und schön zugleich – Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg, Christuskirche

„Am 10. Mai feierten wir nach zwei Monaten den ersten Gottesdienst in der Christuskirche. Die Menschen sind aufgerufen, weiter die Online-Gottesdienste zu schauen. Aber zehn Leute sind gekommen. Wir kennen uns alle. Alle sitzen weit auseinander und haben Schutzmasken an. Ich bin den Tränen nahe, weil es so trostlos aussieht und andererseits so schön ist, wieder mit echten Menschen zu feiern. Wir dürfen noch nicht einmal singen. Aber die engelsgleiche Stimme unserer Kantorin Barbara Dünne tröstet mich.

Hoffentlich trauen sich in den kommenden Wochen wieder mehr Menschen zum Gottesdienst. Wir haben gut vorgesorgt, dass sich niemand ansteckt. Das Leben muss doch irgendwie weiter gehen, denke ich.“
Pfarrer Oliver Ploch

Gesang vermisst, kein Platzproblem – Kirchengemeinde Bad Münstereifel

„Die Kirche war besucht wie an einem etwas ‚mauen Sonntag‘, das heißt, es waren zirka 45 Personen da. Die ganz alten Stammgäste fehlten, wahrscheinlich aus Angst. Bei allem Verständnis für unsere Sicherheit, erschreckt mich immer wieder, dass Menschen aus Angst nicht mehr zum Gottesdienst kommen. Irgendwie ist das verkehrt, sagt mir mein Herz.

Großes Verständnis für Sicherheit: Pfarrer Frank Raschke trägt eine Mund-Nasen-Maske. Foto: Kirchengemeinde

Wir haben in unserer Kirche zwar nicht 45 Einzelplätze, aber es waren Familien und Ehepaare gekommen, so dass wir mit dem Platz gut hinkamen. Wir haben jeden Besuchenden mit Listeneintrag erfasst. Wir haben sogar einen Nachkaffee gehabt. Alles hygienisch und die Menschen standen nachher beim schönen Wetter draußen auf der Wiese mit Kaffee mit großem Abstand.

Der Gottesdienst selbst: Er war kürzer als sonst, denn es fehlte einfach der Gesang, auch der der Liturgie. Die ganze Zeit einen Mundschutz zu tragen, ist für viele Menschen atmungstechnisch sehr unangenehm. Alle haben sich trotzdem positiv geäußert, nach dem Motto: Endlich sehen wir uns wieder. Ich habe aber auch eine Beschwerde per Mail bekommen, welche die Maskenpflicht und das Singverbot kritisiert. An diesen beiden Punkten – Maskenpflicht die ganze Zeit über und kein Gesang – muss auf Dauer gearbeitet werden. Ob man zum Beispiel Plexiglaswände aufstellt für Singende? Alle waren sich jedenfalls einig, dass ein Gottesdienst auf dem Bildschirm den echten Gottesdienst nicht ersetzen kann.“
Pfarrer Frank Raschke

Pfarrer Jochen Flebbe wird ordiniert

Die Sprache, Worte und Texte der Bibel, vor allem des Neuen Testaments, sind sein Ding. Das merkt man sofort, wenn Jochen Flebbe darüber spricht. Jetzt wird der promovierte Theologe von Superintendent Mathias Mölleken ordiniert. Die Ordination ist die kirchliche Beauftragung zum öffentlichen Dienst an Wort und Sakrament und zur damit verbundenen Seelsorge. Sie erfolgt in der Regel im Anschluss an die Zweite Theologische Prüfung.

Seit 1. Mai arbeitet Jochen Flebbe mit 50 Prozent Dienstumfang als Pfarrer im Probedienst in der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg, mit je weiteren 25 Prozent in der Johannes-Kirchengemeinde und als Privatdozent an der Uni Bonn.

Bisher war Flebbe als Privatdozent an der Uni Bonn und als Vertretungsprofessor an der Uni Hamburg tätig. Dort hat er vor allem das Neue Testament erforscht und Theologiestudierende ausgebildet. „Dabei ist mir immer deutlicher geworden, dass diese fast zweitausend Jahre alten Texte weder verstaubt noch altmodisch sind“, erklärt Flebbe. „Vielmehr sind sie oft brandaktuell, verblüffend menschlich, tröstlich oder unbequem herausfordernd.“ Die biblischen Texte böten manchmal eine klarere und tiefere Analyse der Gegenwart als sie in den aktuellen Kommentaren zum Zeitgeschehen zu finden seien. Ob Trost, Ermutigung oder Stachel im Fleisch, stets drängten diese Worte zu einem Aufbruch, auch zu Neuem. Weil viele Bibeltexte nebenbei voll von Poesie und sprachlichem Glanz sind, plant Flebbe ganz besondere Formate. Die biblischen Schriften sollen durch Musik und Literatur zu Gehör und in Bildern, Tanz und Theater zur Anschauung gebracht werden. Ziel sei, Positionen des Glaubens zu benennen und gesellschaftlich Haltung zu zeigen.

Nach dem zweijährigen Probedienst, der verschiedene Ausbildungsmodule enthält, kann er sich auf eine Pfarrstelle in der Evangelischen Kirche im Rheinland bewerben. Dr. Jochen Flebbe (50) hat in Bochum, Göttingen und Bonn Evangelische Theologie und Germanistik studiert und war Vikar in Nienburg/Weser sowie Loccum. Er ist verheiratet, das Paar hat zwei Töchter. Zu seinen Hobbies zählen Oper, Theater, Literatur, Musik, der VfL Bochum sowie Volleyball in der Bonner Betriebssportgemeinschaft ‚Pastor Brandt‘. Diese ist nach dem früheren Superintendenten Theo Brandt benannt.

Der Ordinationsgottesdienst von Pfarrer Jochen Flebbe durch Superintendent Mathias Mölleken findet am Sonntag, 15. Juli 2018, statt. Beginn ist um 14 Uhr in der Pauluskirche in Bonn-Friesdorf, In der Maar 7. Im Anschluss findet ein Empfang statt.

gar

Neuer Pfarrer Jochen Flebbe

Die Sprache, Worte und Texte der Bibel, vor allem des Neuen Testaments, sind sein Ding. Das merkt man sofort, wenn Jochen Flebbe darüber spricht. Jetzt wird der promovierte Theologe als Pfarrer im Probedienst eingeführt. Seit 1. Mai arbeitet er mit 50 Prozent Dienstumfang in der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg, mit weiteren 25 Prozent in der Johannes-Kirchengemeinde.

Bisher war Flebbe als Privatdozent an der Uni Bonn und als Vertretungsprofessor an der Uni Hamburg tätig. Dort hat er vor allem das Neue Testament erforscht und Theologiestudierende ausgebildet. „Dabei ist mir immer deutlicher geworden, dass diese fast zweitausend Jahre alten Texte weder verstaubt noch altmodisch sind“, erklärt Flebbe. „Vielmehr sind sie oft brandaktuell, verblüffend menschlich, tröstlich oder unbequem herausfordernd.“ Die biblischen Texte böten manchmal eine klarere und tiefere Analyse der Gegenwart als sie in den aktuellen Kommentaren zum Zeitgeschehen zu finden seien. Ob Trost, Ermutigung oder Stachel im Fleisch, stets drängten diese Worte zu einem Aufbruch, auch zu Neuem. Weil viele Bibeltexte nebenbei voll von Poesie und sprachlichem Glanz sind, plant Flebbe ganz besondere Formate. Die biblischen Schriften sollen durch Musik und Literatur zu Gehör und in Bildern, Tanz und Theater zur Anschauung gebracht werden. Ziel sei, Positionen des Glaubens zu benennen und gesellschaftlich Haltung zu zeigen.

„Für mich ist das alles auch wie das Pflügen eines neuen Feldes“, beschreibt Flebbe zum Blick auf den Bibelvers Jeremia 4,3 sein Programm. Mit einer Viertel Stelle bleibt er weiterhin als Privatdozent an der Uni Bonn tätig.Nach dem zweijährigen Probedienst, der verschiedene Ausbildungsmodule enthält, kann er sich auf eine Pfarrstelle in der Evangelischen Kirche im Rheinland bewerben. Dr. Jochen Flebbe (49) hat in Bochum, Göttingen und Bonn Evangelische Theologie und Germanistik studiert und war Vikar in Nienburg/Weser sowie Loccum. Er ist verheiratet, das Paar hat zwei Töchter. Zu seinen Hobbies zählen Oper, Theater, Literatur, Musik, der VfL Bochum sowie Volleyball in der Bonner Betriebssportgemeinschaft ‚Pastor Brandt‘. Diese ist nach dem früheren Superintendenten Theo Brandt benannt.

Der Gottesdienst mit der Vorstellung von Pfarrer Jochen Flebbe durch Pfarrer Siegfried Eckert findet an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 10. Mai 2018, statt. Beginn ist um 11 Uhr im Kirchhof der Pauluskirche in Bonn-Friesdorf, In der Maar 7.