„Ist da jemand?“

Ist da jemand?, fragt Maximilian Friedrich. Foto: Melanie Schmidt

Fotos erwünscht: Mit einer besonderen Foto-Aktion und einer Puzzlepredigt wird die Kirchengemeinde Meckenheim ihren zentralen Video-Ostergottesdienst feiern. Das Motto „Ist da jemand?“ ist der Titel eines Liedes von Adel Tawil. In diesem Stück geht es um Lebenssituationen, in denen man viele Fragen an das Leben stellt, Zweifel hat und es scheinbar mehr Probleme als Lösungen gibt. Es scheint, als wäre die Welt aus den Fugen geraten. Gerade dann stellt sich die Frage: Ist da jemand? So wie alle Lebensbereiche gerade anders als gewohnt sind, so wird auch für meisten Menschen das Osterfest in diesem Jahr anders laufen als sonst. Doch die Meckenheimer möchten trotzdem mit allen Interessierten Gottesdienst feiern und zwar online. Für die Puzzlepredigt sorgen alle vier Meckenheimer Pfarrer*innen: Ingeborg Dahl, Franziska Hageloch, Cordula Siebert und Mathias Mölleken aus allen drei Kirchenzentren der Gemeinde.

Videosequenzen im Gottesdienst

Ein zentrales Thema des Ostersonntag-Gottesdienstes wird die Frage sein: Ist da jemand? Und dazu brauchen die Verantwortlichen Hilfe: „Wer ist dieser jemand gerade für Sie? Ist da jemand, der Ihnen dabei hilft Ihren Alltag zu meistern? Jemand, der Ihnen Halt und Zuversicht gibt? Jemand, der mit Ihnen Zeit verbringt und nicht geht, wenn es schwierig wird?“ Geplant ist, Videosequenzen mit Fotos im Gottesdienst einzublenden. Daher sind alle Gemeindemitglieder aber auch andere Interessierte gebeten, Fotos zu schicken. Persönliche Schnappschüsse mit gemalten Schildern, auf denen steht, wer dieser Jemand gerade ist. Es ist also Kreativität gefragt.

Das daraus gebaute Video wird innerhalb des Video-Filmgottesdienstes, am Sonntag, 12. April 2020, ab 10 Uhr, auf der Webseite und dem YouTube-Kanal der Gemeinde zu sehen sein. Wer persönlich nicht zu sehen sein möchte, kann alternativ auch andere Fotos zu diesem Thema schicken, zum Beispiel wie hier. Die Fotos sammelt Kirchenmusiker Maximilian Friedrich unter der Emailadresse maximilian.friedrich@ekir.de. Einsendeschluss ist Mittwoch, 8. April 2020.

Hier der Youtube-Beitrag:

EB/gar

Den Glauben stärker nach außen tragen

Jugenddiakon Daniel Schöneweiß. Foto: privat

An seiner Arbeit ändert sich nicht viel, aber sie erhält ein neues Fundament. Daniel Schöneweiß wird am Sonntag, 9. Februar, zum Diakon eingesegnet. „So trage ich mit dem Titel Jugenddiakon doch meine innere Motivation und auch meinen Glauben stärker nach außen“, sagt der Gemeindepädagoge der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg.

Dort ist er seit sechs Jahren für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zuständig. Die Erfahrungen in diesen Jahren haben den Wunsch in ihm wachsen lassen, einen deutlicher kirchlichen Beruf auszuüben. Nach dem Studium der Sozialpädagogik und dem theologischen Abschluss in Gemeindepädagogik hatte Schöneweiß (32) die doppelte Qualifikation, um als kirchlich anerkannter Gemeindepädagoge oder Diakon zu arbeiten. Beide Berufe benötigen eine sozial-erzieherische oder sozial-pflegerische und eine theologische Qualifikation. Vor sechs Jahren stand für mich fest, dass ich als Gemeindepädagoge arbeiten will. Nun freut er sich, seinen Dienst unter der neuen Bezeichnung Jugenddiakon fortzuführen.

Bereits nach seiner Konfi-Zeit hat es den gebürtigen Saarbrücker direkt in die ehrenamtliche Arbeit verschlagen. In der Kinder- und Jugendarbeit, später aber auch Im Jugendausschuss, Kreissynode und Landessynode habe er viele Erfahrungen gesammelt und sei immer wieder mit netten Menschen zusammengekommen. All das hat ihn bestärkt, auch beruflich in den kirchlichen Dienst zu gehen. Als er erfuhr, dass es neben dem klassischen Pfarramt auch einen theologisch-pädagogischen Berufsweg gibt, nämlich Gemeindepädagogik, war für ihn klar, diesen Weg gehen zu wollen.

Superintendent Mathias Mölleken wird Daniel Schöneweiß am Sonntag, 9. Februar 2020, einsegnen. Der Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der Pauluskirche Bad Godesberg, In der Maar 7.

Wenn der Wohnraum fehlt

Wohnraum fehlt im westlichen Rhein-Sieg-Kreis: Petra Heising präsentierte Zahlen und Tendenzen.

Mangel an Wohnraum ist ein Thema, das viele beschäftigt. Das bestätigte sich auf der diesjährigen Diakonischen Konferenz, die unter der Überschrift „Suchst du noch oder wohnst du schon?“ Lösungen des Wohnraumproblems diskutiert hat. 120 Gäste aus Politik, Verwaltung und aus dem Umfeld von Kirche fanden sich in der Rheinbacher Gnadenkirche ein. Die Hausherrin, Pfarrerin Gudrun Schlösser, zeigte sich begeistert von der Resonanz und verdeutlichte schon zu Beginn, dass Wohnraummangel nicht nur die Menschen am Rande der Gesellschaft betrifft. Der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz, der übrigens in siebzehn Jahren noch keine Diakonische Konferenz ausgelassen hat, begrüßte die Teilnehmenden ebenfalls und stellte klar, dass über den Bedarf an mehr günstigem Wohnraum Einigkeit herrsche, aber die Verfahren vielfach zu lange dauerten.

Petra Heising von der empirica AG präsentierte in ihrem Eingangsvortrag die Entwicklung der Wohnraumsituation im westlichen Rhein-Sieg-Kreis in den vergangenen Jahren und zeichnete Perspektiven für die Zukunft auf. Quelle für ihre Aussagen ist die Regionale Wohnraumbedarfsanalyse für den Rhein-Sieg-Kreis, die empirica ausgeführt hat. Der Vortrag bildete eine gute Grundlage für die anschließenden Diskussionen, die in drei Arbeitsgruppen geführt wurden. Erstmals waren diese nach den drei Kommunen Rheinbach, Meckenheim und Swisttal unterteilt. Die Bürgermeister aus Rheinbach, Stefan Raetz, aus Meckenheim, Bert Spilles sowie die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner stellten sich den Fragen der Teilnehmenden und diskutierten aktiv mit. Insgesamt fanden so drei rege Diskussionsrunden statt, mit im Detail unterschiedlichen Fazits: In der Swisttaler Runde kam der Wunsch auf, die Diskussion auch im Nachgang der Diakonischen Konferenz fortzusetzen. Die Meckenheimer Runde erfuhr von vielen laufenden Projekten und suchte nach Anreizen, Menschen zu bewegen, eine große Wohnung für eine kleinere aufzugeben, um Wohnraumbedarfe an die Realität anzupassen. In der AG Rheinbach wurde sehr politisch diskutiert und wurden viele Lösungsansätze angesprochen wie etwa eine Wohnraumverdichtung.

Superintendent Mathias Mölleken sortierte in seinem Schlusswort zunächst auch Maria und Josefs Herbergssuche in das Thema ein, um dann abschließend allen für ihr Kommen zu danken. Das gemeinsame Fischessen zum Ausklang bot dann noch Gelegenheit, die Gespräche zu vertiefen.

Text und Foto: Diakonisches Werk Bonn und Region

Bedürftige Kinder und Familien im Fokus

Von jeder Karte ein Euro: Blick ins Publikum der Reformationsgala. Foto: Michael Bork - foto-eu.de

Evangelische Kirchenkreise spenden 4.200 Euro gegen Kinderarmut

Wer am 31. Oktober den 500. Geburtstag der Reformation im Bonner Telekom Dome mitgefeiert hat, leistete so einen Beitrag gegen Kinderarmut. Mit einem Euro von jeder der 4.200 verkauften Eintrittskarten unterstützen die Veranstalter, die Evangelischen Kirchenkreise Bad Godesberg-Voreifel und Bonn, zwei besondere Projekte: den Familienfonds Robin Good in Bonn und den Kleiderladen Kunterbunt in Euskirchen. Sie setzen sich für bedürftige Kinder und ihre Familien ein. Für diese Arbeit erhielten sie nun jeweils 2.100 Euro, die aus dem Erlös der Galakarten „Luther – teuflisch gut“ stammen.

„Wer Grund zur Freude hat, insbesondere auch seinen Glauben zu feiern, der kann und will nicht bei sich stehen bleiben“, erklärt Superintendent Mathias Mölleken von Veranstalterseite. Den beiden Kirchenkreisen sei es wichtig gewesen, die reformatorische Geburtstagsfeier mit einem Zeichen der Solidarität und Hilfe zu verknüpfen. „Christlicher Glaube hat immer auch eine diakonische Verantwortung und macht Hilfe konkret.“ Die beiden regionalen Projekte gegen (Kinder-)Armut wirkten mit ihren Angeboten ganz unmittelbar. „Sie erinnern uns, dass wir gemeinsam in einer Welt leben, wo uns das Schicksal des anderen nicht egal ist.“

Infos zu den beiden Projekten:

ROBIN GOOD – gemeinsam für Kinder in Bonn Familienfonds von Diakonie und Caritas

Ranzen für den Schulstart: Jedes Jahr unterstützt Robin Good bedürftige Familien, wenn ihr Kind in die Schule kommt. Foto: Robin Good.

Wer kennt sie nicht, die Legende von Robin Hood, der sich mit aller Kraft für eine gerechtere und bessere Welt einsetzte? Er war für die Menschen da, die am Rand der Gesellschaft standen und kaum das Nötigste besaßen. Genau dieses Ziel verfolgt Robin Good, der Familienfonds von Diakonie und Caritas Bonn. Seit zehn Jahren stehen hier bedürftige Kinder und Familien im Fokus. Familien, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, eine neue Schultasche und Schulmaterial zu kaufen, die Stromnachzahlung zu begleichen oder gemeinsam in die Ferien zu fahren. Diese Familien unterstützt der Familienfonds Robin Good mithilfe von Spendeneinnahmen schnell und unbürokratisch. Nähere Informationen finden Sie unter www.robin-good.de.

Kleiderladen Kunterbunt der Diakonie Euskirchen

Wenn der Kleiderladen öffnet, dann wissen die Mitarbeiterinnen nicht, was sie erwartet. Manchmal kommen Mütter mit kleinen Kindern, dann wieder ältere Menschen, die nur eine kleine Rente erhalten und manchmal Menschen, die Spaß an Second Hand Kleidung haben. Neben gebrauchter und teils neuer Kleidung für Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden sich auch Accessoires, oder kleinere Haushaltsgeräte. Der Kleiderladen ist für viele Menschen ein wichtiger Anlaufpunkt für Gespräche und Kontakte. Durch den Verkauf gespendeter Waren können immer wieder Familien unterstützt werden, denen nur wenig zum Leben bleibt oder die sich in einer akuten Notlage befinden. Hier gelingt es, den diakonischen Gedanken direkt umzusetzen. Öffnungszeiten und Kontaktdaten unter www.diakonie-eu.de.

Verleihung des Marie-Kahle-Preises

Am Samstag, 17. Februar 2018 wird der Marie-Kahle-Preis für ehrenamtliches Engagement in der evangelischen oder ökumenischen Flüchtlingshilfe von den Kirchenkreisen Bonn und Bad Godesberg Voreifel verliehen. Beginn ist um 17.30 Uhr im Haus der Geschichte.

Die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe hat in den vergangenen zwei Jahren und auch davor Unglaubliches geleistet: Von der Erstversorgung mit Kleidung und Kontakten bis zur Integration in das Arbeitsleben waren die Ehrenamtlichen der Evangelischen Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel engagiert an der Seite der Geflüchteten. Um den vielen Ehrenamtlichen Anerkennung und Wertschätzung zu zeigen, wird am 17. Februar 2018 ​um 17.30 Uhr im Haus der Geschichte (Willy-Brandt-Allee 14, Bonn) erstmals der Marie-Kahle-Preis verliehen.

23 Projekte aus 14 Gemeinden haben sich in folgenden Kategorien beworben:

  • Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen auf Augenhöhe
  • Schnelle und effektive Hilfe
  • Religion als verbindendes Element untereinander

Die Jury besteht unter anderem aus Coletta Manemann, Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn, Sarah Laukamp von der Bundeszentrale für politische Bildung und Kaveh Javadi, einem selbst geflüchteten Aktiven aus der Flüchtlingshilfe. Bei der feierlichen Preisverleihung werden die Auszeichnungen im Haus der Geschichte vergeben. Für jede der drei Kategorien haben die beiden evangelischen Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel – an dem Abend repräsentiert durch die Superintendenten Eckart Wüster und Matthias Mölleken​ – 700 Euro Preisgeld ausgelobt.

Außerdem haben alle Akteure, die ihre Bewerbung eingereicht haben, Gelegenheit, ihr Projekt zu präsentieren.​Die Preiverleihung wird moderiert von Pfarrer Joachim Gerhardt, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises Bonn, und Andrea Hillebrand, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Diakonischen Werks Bonn und Region.

Anders aufstellen

Berichten und einordnen: Superintendent Mathias Mölleken informiert von der Landessynode. (Foto: Uta Garbisch)

Erster PresbyterInnenkonvent 2018: Präsesbericht, Sonntagsschutz, „Leichtes Gepäck“: Das waren nur einige Themen, über die die Landessynodalen den Konvent der Presbyterinnen und Presbyter informieren. Superintendent Mathias Mölleken, Pfarrer Siegfried Eckert und Irmela Richter waren dazu in die Meckenheimer Christuskirche gekommen. Gut 30 Vertreterinnen und Vertreter der 13 Kirchengemeinden waren am Montagabend der Einladung gefolgt.

Stichwort „Leichtes Gepäck“. Ermöglichen statt einschränken sei das Motiv dieser Arbeitsgruppe. „Sich auf das Nötige zu beschränken, macht sicherlich Sinn“, erläuterte Mathias Mölleken. Als Beispiel nannte er den erleichterten Verbleib in einer Kirchengemeinde nach einem Umzug. Dafür reicht eine schriftliche Mitteilung des Gemeindemitglieds an das bisherige Presbyterium. So werden Superintendenturen entlastet, haben aber auch weniger Überblick, merkte Mölleken an.

Pfarrer Siegfried Eckert ging auf den rheinischen Sparprozess ein. Er kritisierte, man könne nicht erst sparen und „dann erst überlegen, wo wir Schwerpunkte setzen“. Er erinnerte an die Reduzierung in der Arbeitsstelle Gottesdienst. Nun aber sei das Thema Gottesdienst ein wichtiges Thema im Präsesbericht – „eine Art Regierungserklärung“ – gewesen. Das neue „Erprobungsgesetz“ habe jemand in seinem Ausschuss als eine Art Notstandgesetz bezeichnet, so Eckert. Hauptkritikpunkt: Die Kirchenleitung und nicht die Landessynode entscheidet über sinnvolle Ausnahmen vom kirchlichen Recht. Dahinter steckt: Veränderung und Vereinfachung kirchlicher Arbeit sollen künftig leichter erprobt werden können. Ein entsprechendes Gesetz ermöglicht zeitlich und örtlich begrenzte Ausnahmen von kirchlichem Recht, wenn sie der Erprobung dienen.

Sorgen bereiten Superintendent Mölleken neue Überlegungen zum übersynodalen Finanzausgleich. Bislang stehen mindestens 95 Prozent des durchschnittlichen Kirchensteuer-Pro-Kopf-Aufkommens für jeden Kirchenkreis unabhängig von der eigenen Finanzkraft zur Verfügung. Die landeskirchliche Arbeitsgruppe Kirchensteuerverteilsystem hat nun ein Modell für den ein Übergang auf einen vollständigen Finanzausgleich auf 100%-Pro-Kopf-Verteilung vorgelegt. Gebende Kirchenkreise wie Bad Godesberg-Voreifel müssten dies über mehrere Jahre schrittweise im Haushalt umsetzen. Nach einem Konsultationsprozess fällt eine Entscheidung über die Umstellung bereits auf der nächsten Landessynode.

Mölleken schätzt, dass im Ergebnis die Einnahmen kirchenkreisweit um etwa eine Million Euro sinken dürften. Hier gehe es um Gerechtigkeit und Solidarität gegenüber „armen“ Kirchenkreisen. Trotzdem dürfte deren Bedarf so nicht vollständig gedeckt werden können. Zudem seien die betroffenen abgebenden Kirchenkreise oft ganz andere Personalverpflichtungen eingegangen. „Wir sind gezwungen, uns anders aufzustellen“, so Mölleken. Er kündigte an, die Auswirkungen für die Kirchengemeinden auszurechnen. Jede Gemeinde, aber auch der Kirchenkreis müsse sich fragen, „Was wollen wir und was nicht mehr?“ Damit beschäftigt sich demnächst auch die kreiskirchliche Arbeitsgruppe Aufgabenkritik.

Das Wichtigste im Überblick: synode.info

Landessynode 2018: Abgeordneten-Sicht

Die Vertreter aus Bad Godesberg und der Voreifel: Mathias Mölleken (rechts) mit Siegfried Eckert, Frank Bartholomeyczik, Norman Rentrop, Irmela Richter und Wolfgang Osterhage (v.l.n.r.). Foto: Uta Garbisch

Die Landessynode bestimmt den Kurs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Fünf Vertreterinnen und Vertreter sind aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel dabei.

Der Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel ist in Bad Neuenahr vertreten durch Superintendent Mathias Mölleken (Kirchengemeinde Meckenheim), Pfarrer Siegfried Eckert (Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg), Irmela Richter (Kirchengemeinde Rheinbach), Frank Bartholomeyczik (Kirchengemeinde Meckenheim) sowie den berufenen Synodalen Norman Rentrop (Bad Godesberg) bzw. seine Vertreterin Dr. Ebba Hagenberg-Miliu (Bad Godesberg). Dr. Wolfgang Osterhage aus Wachtberg ist gewählter Stellvertreter des 2. nebenamtlichen Mitglieds der Kirchenleitung.

Lesen Sie hier ihre persönlichen Eindrücke und Einschätzungen (wird fortlaufend ergänzt).

Superintendent Mathias Mölleken (Meckenheim):

Die Jahreslosung 2018 führte inhaltlich durch die Tage der Synode.  „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenb. 21,6) Diese Verheißung Gottes ist zugleich Auftrag für Kirche und Verkündigung. Der Zugang zu dieser Quelle des Lebens ist umsonst und fordert uns als christliche Kirche zu glaubwürdigem Handeln heraus.

So war die diesjährige Synode stärker als in den Vorjahren von theologischen Themen und dem Austausch im Plenum bestimmt. Beeindruckt hat mich die intensive Diskussion um den christlich-muslimischen Dialog. Sehr engagiert, offen und unter respektvoller Wahrnehmung von kontroversen Argumenten fand die Synode zu einer überzeugenden theologischen Positionsbestimmung, die zur Fortsetzung dieser Dialogarbeit ermutigt. Mich reizt vor allem das weitere Nachdenken über das Bekenntnis zu „einem“ Gott, der sich in den monotheistischen Religionen jeweils unterschiedlich offenbart.

Im Plenum: Mathias Mölleken und Frank Bartholomeyczik. Foto: Uta Garbisch

Aus Anlass des Endes des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren formulierte die Landessynode das „Leitbild als Kirche des gerechten Friedens“ – im Ringen um gewaltfreie Konfliktlösungen, weil sich diese „als roter Faden durch die Bibel ziehen und biblisch geboten sind“. Dieses Friedenswort versteht sich als Diskussionsimpuls – auch für unsere Gemeinden.

Ebenso bezog die Landessynode Stellung zum Sonntagsschutz, sie nahm den achten Bericht der Flüchtlingssituation an den EU-Außengrenzen zur Kenntnis sowie den vierten Jugendbericht. Der Landessynode 2019 wird eine Jugendsynode unmittelbar vorausgehen, die darüber nachdenkt, wie Kirche zukunftsfähig zu gestalten ist. Sehr engagiert wurde uns noch einmal die Verantwortung als Kirche nicht zuletzt für die 650.000 getauften Kinder und Jugendliche vor Augen geführt.

Ein Konsultationsprozess soll Bedingungen und Möglichkeiten eines veränderten Kirchensteuer-Verteilschlüssels klären. Da noch kein Beschluss gefasst wurde, verlief die Diskussion noch verhalten, lässt aber erkennen, dass ein neuer Verteilmodus z.B. in gebenden Kirchenkreisen wie auch unserem, erhebliche Veränderungen (geringere Zuteilungen) erwarten lässt. Hier wird noch heftig zu diskutieren sein!

Ein neues Erprobungsgesetz soll Ideen zur Veränderung und Vereinfachung kirchlicher Arbeit zeitlich befristet ermöglichen, dieses entspricht auch dem Projekt „Leichtes Gepäck“ im Sinne der Vereinfachung von Prozessen und Vorschriften und einer durchlässigen Kommunikation aller kirchlicher Ebenen. Es ist zu hoffen, dass unkompliziertere Verfahrensweisen Einzug in kirchliches Recht finden, um zu ermöglichen und nicht zu verhindern, wie es in einer der Leitlinien zum Leichten Gepäck heißt.

Insgesamt war die Synode arbeitsintensiv und von einem guten Geist des Miteinanders geprägt, was auch viele Gespräche und Begegnungen am Rande immer wieder zeigten. Wir sind als Kirche miteinander unterwegs und vertrauen darauf, dass wir aus der Quelle lebendigen Wassers schöpfen – umsonst!

Frank Bartholomeyczik (Meckenheim):

Es war meine zweite Teilnahme an der Landessynode und diesmal fehlte mir ein Spannungsbogen. Eine lebhafte Diskussion gab es erst am letzten Tag zum Thema „für die Begegnung mit Muslimen. Theologische Positionsbestimmung“. Vorab wurde hinter den Kulissen und in den Ausschüssen intensiv über die Beschlussvorlage gerungen. Aber am letzten Tag war auch ein wenig die Luft raus und der Pressetermin dominierte den Ablauf des Tages. Diese Diskussion hätte schon früher geführt werden sollen.

Bemerkenswert auch eine gemeinsame Andacht von Pfarrer Andrew Schäfer und einem Imam aus Bonn. Aber deutlich wurde da auch der Gegensatz der Religionen im Auftreten und den Inhalten.

Auch diesmal hatte ich den Eindruck, dass administrative und eher redaktionelle Änderungen an Verordnungen und Gesetzen die Tagesordnung bestimmten.

Ob sich aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppe „leichtes Gepäck“ und dem Erprobungsgesetz wirklich Erleichterungen im Verwaltungshandeln ergeben, wird sich erst zeigen. Da jedenfalls wird es auf der Ebene Kirchenkreis gegebenenfalls mehr Arbeit und Entscheidungen geben.

Dr. Ebba Hagenberg-Miliu (Bad Godesberg):

Was meine persönlichen Höhepunkte bei der diesjährigen Landessynode waren? Dass wir so wichtige Papiere wie das „Friedenswort 2018. Auf dem Weg zum gerechten Frieden“, die „Theologische Positionsbestimmung zur Begegnung mit Muslimen“ und die Forderungen in Flüchtlingsfragen erarbeitet, durchaus kontrovers durchdiskutiert und schließlich demokratisch verabschiedet haben.

Ebba Hagenberg-Miliu und Irmela Richter. Foto: Uta Garbisch

Von den Folgen wird jeder profitieren können. Beispiel Fachkräftemangel: Die Evangelische Kirche im Rheinland öffnet sich für muslimische Mitarbeiter in Kindertagesstätten oder Altenheimen. Beispiel Sozialer Frieden: Sie forciert den Dialog mit Muslimen. Beispiel Bildung: Islamischer Religionsunterricht wird als ordentliches Lehrfach gesehen. Beispiel christliches Handeln: Eine Obergrenze für Flüchtlinge wird abgelehnt. Es muss ein Einwanderungsgesetz her. Und, das war besonders stark umstritten, der Dialog mit Muslimen soll nicht auf eine Konversion zielen. Ich persönlich bin stolz darauf, dass meine Landeskirche das offen formuliert.

Erfreulich für mich ist auch das deutliche Signal der Synode gegen die aktuellen Pläne der Landesregierung, mehr verkaufsoffene Sonntage in NRW einzurichten.

Hoffnung setze ich auf den Wechsel in der Leitung der Abteilung „Bildung und Erziehung“. Düsseldorfs Superintendentin Henrike Tetz, die dort schon so unerschrocken gegen Fremdenfeindlichkeit eingetreten ist, möge frischen Wind in dieses auch für die Zukunft der Kirche so wichtige Amt bringen. Ein Beispiel: Unsere evangelischen Schulen brauchen nach den enttäuschenden Spardiskussionen der letzten Jahre endlich mehr Rückhalt und Sicherheit für ihre Arbeit. Ich wünsche „der Neuen“ viel Kraft und Stehvermögen.

Irmela Richter (Rheinbach):

Das erste Mal auf der Landessynode – meine Eindrücke in Schlaglichtern: Nach einem bewegenden Gottesdienst zum Auftakt ging es in die Plenar- und Ausschuss-Sitzungen, die täglich von 9 bis mindestens 22 Uhr vorgesehen waren. Trotz lebhafter Diskussionen und vieler Wortmeldungen von mehr als 200 Synodalen gelang es, die Zeitpläne pünktlich einzuhalten. Die Essenspausen nutzten die meisten, um schnellen Schrittes an der Ahr entlang zum Essen und hinterher zurück zum Tagungshotel zu gehen. So wurden die Lungen mit Frischluft gefüllt, denn in der immer dicker werdenden Luft fiel die Konzentration zunehmend schwer.

Es ergaben sich überraschende Begegnungen, neue Kontakte und interessante Begegnungen am Rande, nicht nur aber auch mit den ökumenischen Gästen aus Frankreich, Tansania und Indonesien.

Wir hörten beeindruckende Andachten zu Tagesbeginn. Nachdrücklich in Erinnerung bleibt mir die interreligiöse Andacht am letzten Tag, gemeinsam gehalten von Andrew Schäfer, Landespfarrer für Weltanschauungsfragen, und Kaan Orhon von der Beratungsstelle HAYAT.

Inhaltlich ging es um drei große Themen: eine Positionsbestimmung für den weiteren Dialog mit Musliminnen und Muslimen. Um zwei Fragen wurde besonders gerungen: Wie machen wir deutlich, dass es in beiden Religionen um den Glauben an den EINEN Gott aus unterschiedlichen Positionen heraus geht und beschreiben zugleich unseren Glauben eindeutig? Und ist es notwendig zu erwähnen, dass eine Konversion als Folge des Dialoges geschehen kann, aber nicht das Ziel des Dialoges ist?

100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde ein Friedenswort auf den Weg gebracht, das als Impuls zur Eröffnung eines friedenspolitischen Diskurses gedacht ist und nicht als Schlusspunkt einer Debatte verstanden werden will.

Einige innerkirchliche Gesetze und Regelungen wurden überarbeitet, so wird es in Zukunft möglich sein, in evangelischen Einrichtungen wie Kindergärten oder Altenheimen Mitarbeitende zu beschäftigen, die keiner christlichen Kirche angehören. Desweiteren ging es um die Vereinfachung und Erleichterung von Verfahrensregelungen.

Pfarrer Siegfried Eckert (Bad Godesberg):

Alle Jahre wieder tagt die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland am Anfang eines neuen Jahres in Bad Neuenahr. Medial war das Hauptthema die theologische Positionierung der EKiR zum Dialog mit dem Islam. Als Knackpunkte erwiesen sich zwei Fragestellungen. 1. Wie können beide Religionen von dem „einen Gott“ sprechen, ohne zu behaupten, alles wäre eins? 2. Wie kann ein christlich-muslimischer Dialog ohne Konversionsabsichten geführt und unser Missionsauftrag gelebt werden? Die Synode hat leidenschaftlich diskutiert und einen weisen Beschluss gefasst, der im Internet (www.ekir.de) abrufbar ist.

Norman Rentrop und Siegfried Eckert. Foto: Uta Garbisch

Hinter den Kulissen tobte ein  „Verteilungskampf“, weil uns ein neues Kirchensteuerverteilsystem bevorsteht. Dieses wird allen Godesberger Gemeinden deutliche Einbußen bescheren! Der Luther-Effekt des Reformationsjahres schien auf der Synode schnell verpufft. Präses Manfred Rekowski nannte die Aktivitäten der EKiR in  2017 ein „durchaus beeindruckendes Gesamtkunstwerk“. Doch schon im Januar 2018 betrieben wir Tagesgeschäft. Unter der Überschrift „Leichtes Gepäck“ wurden die vielleicht reformatorischsten Beschlüsse gefasst. Verwaltungsvorgänge sollen vereinfacht und mehr Spielräume für flexible Lösungen geschaffen werden. Ein Schlussstrich wurde gezogen unter die hinter uns liegenden Sparprozesse auf landeskirchlicher Ebene. Ihr Einsparungsziel von 20 Millionen Euro (= 35 Prozent des landeskirchlichen Haushalts) wurde nach schmerzhaftem Ringen im Konsens erreicht.

Zudem haben wir nach 100 Jahren Kriegsende ein Friedenswort 2018 verabschiedet. Dieses verfolgt den Weg zu einem „gerechten Frieden“ und will alle Ebenen der Kirche daran beteiligen. All unser Tagen stand im Plenum unter der großflächig plakatieren Jahreslosung. Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“(Offenb 21,6) Das Wort für Gnade heißt im Lateinischen gratia. Trotz allem, auch nach dieser Synode gilt: Gottes Liebe ist gratis. Gott sei Dank!

Alle Infos und Themen der Landessynode 2018: www.ekir.de

Tragfähige Strukturen in der Flüchtlingsarbeit schaffen

Auftakt mit Gottesdienst: Kreissynode im Historischen Gemeindesaal (Foto: Uta Garbisch)

Weiter sehr aktuelles, wichtiges Anliegen ist den Protestanten die Unterstützung der Flüchtlingshilfe. Einstimmig beschloss die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, die hauptamtliche Flüchtlingsarbeit in den kommenden beiden Jahren erneut mit jeweils bis zu 50.000 Euro zu fördern. Dies geschieht bereits seit 2016. Es gehe darum, „tragfähige Strukturen zu schaffen“, so Skriba und Pfarrerin Claudia Müller-Bück. Über ihre ganz konkreten Erfahrungen und Herausforderungen berichteten Jessica Hübner-Fekiri und Anne Mäsgen. Sie sind als Koordinatorinnen der Flüchtlingsarbeit in Bad Godesberg beziehungsweise Meckenheim, Rheinbach und Swisttal tätig. Träger sind die Evangelische Flüchtlingshilfe Bad Godesberg und das Diakonische Werk Bonn und Region. Auch in der Region Euskirchen sorgt eine Fachkraft für Vernetzungsarbeit.

Engagieren sich für Flüchtlinge: Claudia Müller-Bück, Jessica Hübner-Fekiri, Anne Mäsgen und Matthias Mölleken (v-l-n.r.) (Foto: Uta Garbisch)

Allein in Bad Godesberg engagieren sich an acht Standorten regelmäßig 200 Menschen für Geflüchtete. Weitere 100 tun dies ab und an. Sie helfen beim Spracherwerb und den Hausaufgaben, dolmetschen oder begleiten zu Ärzten. Standen zunächst Erstbetreuung und -versorgung im Vordergrund ehrenamtlicher Hilfe, so hat sich dieses Engagement „weiterentwickelt zu interkultureller und Integrationsarbeit“, schilderte Hübner-Fekiri. Die erste Begeisterungswelle sei naturgemäß abgeflacht, ergänzte Mäsgen. Nun gehe es um Neukonsolidierung. „Wir wollen Ehrenamtliche so unterstützen, dass sie ihre Arbeit weiter machen können.“ Die Kreissynode pocht in diesem Kontext mehrheitlich auf die Anerkennung der Menschenrechte für Flüchtlinge und spricht sich für humane Korridore und Familiennachzug aus. Obergrenzen für Geflüchtete und einer Abwehr durch Zäune erteilte sie eine Absage. Mit Blick auf das politische Klima im Land appellierte Superintendent Mathias Mölleken: „Als Christen dürfen wir nicht nachlassen, uns in die gesellschaftliche Debatte um Werte und um das Menschenbild einzumischen.“

Werbung für Kirche insgesamt

Zog Bilanz des zurückliegenden Jahres: Superintendent Mathias Mölleken (Foto: Uta Garbisch)

In seinem jährlichen Bericht zog Superintendent Mathias Mölleken eine Bilanz des 500. Reformationsjubiläums. Die Reformationsgala „Luther – teuflisch gut“, vom Kirchenkreis federführend organisiert, war restlos ausverkauft. Bundesweit sahen im Fernsehen etwa 320.000 Zuschauer zu. Mölleken bezeichnete die Gala als „großartiges Erlebnis“ und „gute Werbung für Kirche insgesamt“. Sein Dank ging an alle, die ehren- und hauptamtlich mitgewirkt haben. Daneben hob er das Theaterstück „Festival der Reformatorinnen“, die große, gemeindeübergreifende Teilnahme am Konfi-Kamp in Wittenberg und die zahllosen Einzelveranstaltungen in den Kirchengemeinden hervor. „Es ist beeindruckend wie viel Reichtum, Kreativität und Qualität als Potential in unseren Gemeinden wirkt und im Rahmen der gesamten Reformationsdekade abgerufen werden konnte.“

Gewählt, gedankt, begrüßt

Wichtige Wahlen für den Vorstand des Kirchenkreises standen am Nachmittag auf der Tagesordnung. Auf die beiden vakanten Posten als stellvertretende Synodalälteste wählten die  Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden Gerlinde Habenicht (Wachtberg) und Jens Schulz (Euskirchen).

Neu in den Kreissynodalvorstand gewählt: Gerlinde Habenicht und Jens Schulz (Foto: Uta Garbisch)

Nachwahlen gab es in den Arbeitskreis Mission und Ökumene. Als Mitglied gehören nun Pfarrerin Judith Weichsel (Bad Münstereifel) und Friedrich Manske (Meckenheim) als stellvertretendes Mitglied dem Gremium an. Neu im Nominierungsausschuss ist Natanja Alberts (Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg). Sigrun Liebe (Euskirchen) wird stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Frauenfragen. Im Kuratorium des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene wird Edna Li (Bad Godesberg) neues stellvertretendes Mitglied.

Herzlich dankte Superintendent Mölleken Friederike Heiwolt. Als Kreiskantorin hatte sie sich nicht zuletzt für die Reformationsgala stark engagiert und das Zusammenspiel der Chöre und Posaunen geprobt und organisiert. Sie steht für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung. Für besondere musikalische Projekte, sei es im Oberland oder im Bereich der Landeskirche, will sie sich jedoch weiter engagieren. Wie die Stelle ab 2019 neu besetzt wird, wird noch beraten. Mit Applaus begrüßen die Synodalen Hiltrud Stärk-Lemaire. Sie ist seit Monatsbeginn neue Schulreferentin im Team um Beate Sträter und stellte sich und ihre Schwerpunkte vor.

Haushalt 2018 und Aufgabenkritik

Das Kirchenparlament verabschiedete den Haushalt für das Jahr 2018 mit einem Gesamtvolumen von rund 3,14 Millionen Euro. Unter den insgesamt sieben Handlungsfeldern bilden Erziehung und Bildung mit 799.000 Euro den größten Posten. 787.000 Euro fließen in diakonische und soziale Arbeit, 451.000 Euro in Gemeindearbeit und Seelsorge. Vorgesehen ist eine Entnahme von rund 51.000 Euro aus Rücklagen. Vor diesem Hintergrund beschloss die Synode, eine Arbeitsgruppe zur Aufgabenkritik einzurichten. Sie wird die inhaltlichen und finanziellen Perspektiven aller Arbeitsfelder prüfen. Dies gilt sowohl für den Bereich des Kirchenkreises, wie auch für die Einrichtungen, welche die drei Bonner Kirchenkreise gemeinsam tragen.

Dank und Blumen für Reformationsgala-Aktive (Foto: Michael Bork)

Die Synode traf sich zur diesjährigen Herbsttagung im Historischen Gemeindesaal der Evangelischen Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg. Zum Auftakt feierten die Abgeordneten einen Gottesdienst unter der Regie von Norbert Waschk und Beatrice Fermor. Grüße von der Rheinischen Landeskirche überbrachte  Kirchenrechtsdirektorin Iris Döring,  vom Nachbarkirchenkreis Bonn dessen Superintendent Eckart Wüster.

„Luther war ein Düsseldorfer“

Reformationstag 2017: Der Comedian Hagen Range verlieh auf der Reformationsgala Luther seine Stimme. Foto: Meike Böschemeyer

Es war das deutschlandweit größte Fest zum Schluss des Reformationsjubiläums: Die Gala im Bonner Telekom Dome mit vielen prominenten Gästen wie Fernsehmoderator Ralph Caspers, Bundesligatrainer Heiko Herrlich und Komiker Willibert Pauels, die alle eins bezeugen konnten – dass Luther noch heute inspiriert.

Reformationsgala im Telekom Dome

Es wird still, als die deutsch-iranische Altistin Schirin Partowi ihre Stimme erhebt. Sie singt ganz allein. Das Bonner Beethoven-Orchester hinter ihr schweigt, die Band auf der Balustrade, der Chor der 500 Stimmen aus den Bonner Kirchen in den ansteigenden Sitzreihen, und die fünftausend Besucherinnen und Besucher im „Telekom Dome“ der Bundesstadt, wo sonst die „Telekom Baskets“ ihre Heimspiele bestreiten, schweigen auch.

Weiße Strahlen von den beweglichen Bühnenscheinwerfern streichen bedächtig über die Decke mit den mächtigen Lüftungsrohren. Der Kamerakran des Westdeutschen Rundfunks beschreibt langsam einen Kreis über den Köpfen der Menschen. Die Reformationsgala geht zu Ende, das deutschlandweit größte Fest zum Schluss des 500. Jubiläumsjahres der Reformation.

Altistin Schirin Partowi

Schirin Partowi intoniert ein Lied Martin Luthers: Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unseren Zeiten. Das Lied entstand 1529 in der Angst um heraufziehende Kriege um den Glauben. Heute verbindet es Konfessionen, denn es steht im Evangelischen Gesangbuch wie auch im katholischen „Gotteslob“.

Nach der Altistin setzt das Beethoven-Orchester der Stadt ein. Aus einem Stakkato formt sich die Melodie des Reformationsliedes „Ein feste Burg ist unser Gott“. Aber dann geht die Melodie über in die Europahymne aus der Feder des wohl berühmtesten Bonners, Ludwig van Beethoven: „Freude, schöner Götterfunken“, ein Bekenntnis zur Einheit über alle Grenzen hinweg: Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt. Die Botschaft aus Bonn lautet: Wo die Reformation Gläubige trennte, soll ihr Jubiläum Menschen zusammenbringen. Und sie ermutigen, gemeinsam für Freiheit aufzustehen.

Ralph Caspers und Heiko Herrlich im Gespräch mit Eckart von Hirschhausen

Luther inspiriert, das konnten alle Gäste bezeugen, ob Fernsehmoderator Ralph Caspers, Fußballtrainer Heiko Herrlich oder die Anwältin Seyran Ateş, die seit elf Jahren mit Personenschutz unterwegs ist, weil sie Morddrohungen erhält, und im Lutherjahr in Berlin eine Reform-Moschee eröffnet hat, in der Männer und Frauen gemeinsam beten.

„Was ich heute erlebe, macht mir Mut“, sagt sie. „Die Gewalt, die uns begegnet, soll uns nicht ängstigen.“ Oder die Poetry-Slammerin Sandra Da Vina aus dem nahen Meckenheim. Es begeistert sie, dass Luther mächtige Wörter wie Feuereifer und Herzenslust erfand. Er hat zum Beispiel Lügen mit Schneebällen verglichen. Das hat sie bewegt: „Lasst uns dafür sorgen, dass Lügen nicht zu Lawinen werden.“

Drei Stunden vorher hat ein Lutherzitat die Gala eröffnet: „Wir sind immer auf dem Wege und müssen verlassen, was wir kennen und haben, und suchen, was wir noch nicht kennen und haben.“ Der Comedian Hagen Range leiht Luther seine Stimme.

Jubiläumsjahr hat Gemeinsamkeiten der Kirchen sichtbar gemacht

 

Präses Manfred Rekowski interviewt von Sabine Scholt

Das greift der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, später auf: „Mir macht Hoffnung, wenn Menschen sich aufeinander zu bewegen.“ Auch er freut sich darüber, dass das Jubiläumsjahr der Reformation viele Gemeinsamkeiten zwischen den Kirchen sichtbar gemacht hat. Auch deshalb, weil sich die evangelische Kirche kritisch mit Luther auseinandergesetzt hat: mit seiner Feindschaft gegen Juden zum Beispiel und mit seinem Aufruf, Aufstände der Bauern in Blut zu ertränken. Durch das Jubiläumjahr, so hat er erfahren, „bekamen Menschen Anstöße zum Glauben.“

Das kann auch der – katholische – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bestätigen, der heute schon auf der dritten Reformationsfeier zu Gast ist: „Die christliche Botschaft ist das beste, was man dieser Welt anbieten kann“, sagt er. „Und wir Kirchen haben so viele Gemeinsamkeiten, da sollten wir uns nicht streiten.“

Anselm Grün, Autor vieler Bücher über das Glück, hat Luther im Jubiläumsjahr als Mystiker kennen gelernt. Und zieht daraus ebenfalls den Schluss: „Wir gehören zusammen und befruchten einander“. Die Dogmatik, die oft herhalten muss, um die Trennung zwischen Katholiken und Protestanten zu begründen, meint er, „ist eigentlich vor allem der Versuch, das Geheimnis des Glaubens wach zu halten.“

Komiker Willibert Pauels

Auch Bonns katholischer Oberbürgermeister Ashok Sridharan outet sich als Fan der Ökumene. Der ebenfalls katholische Diakon und Komiker Willibert Pauels sowieso. Er hat auch eine Erklärung dafür, dass Luther die Kölner als Esel beschimpfte: „Jetzt wissen wir: Luther war ein Düsseldorfer!“

Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor und Dirigent des Bonner Beethoven-Orchesters, steigt vom Pult und lässt sich von Eckart von Hirschhausen und der WDR-Journalistin Sabine Scholt interviewen. Luther, sagt er, „hat mit seiner Musik die Kluft zwischen Fühlen und Denken zusammengebracht. Ohne ihn hätten wir nicht die Musikbewegung, die wir heute haben. Auch Katholiken machen heute viel Musik.“

Der Deutsche Musikrat hat Zahlen veröffentlicht, die für sich sprechen: Mehr als die Hälfte der 1,4 Millionen Chorsängerinnen und -sänger sind in Kirchenchören aktiv. Das wäre nicht denkbar ohne Luther, der bis heute zu den kreativsten Kirchenlieddichtern gehört. Er hat auf Gassenhauer seiner Zeit geistliche Texte geschrieben.

Luther setzt die Menschen immer noch in Bewegung

 

Der Chor der 500 Stimmen

In zwei fast ganztägigen Proben hatte Kreiskantorin Friederike Heiwolt den Chor der 500 auf das Zusammenspiel mit Orchester und Band vorbereitet. Kaftan hatte zum Schluss das Zusammenwirken mit den Musikerinnnen und Musikern geprobt.

Nach seinem Interview intoniert die aus Barbados stammende Sängerin Judy Bailey ihren Hit „Rise Like a Champion“ und reißt die Leute mit, im Parkett, wo sonst die Champions um den Sieg kämpfen, und bis hoch in die zehn Sitzreihen zwischen den steilen Treppen mit Leuchtstreifen im Telekom-Magenta.

Luther trennt die Menschen nicht mehr, aber immer noch setzt er sie in Bewegung. 700 Mitwirkende haben die Gala gemeinsam zustande gebracht, sagt Organisator Pfarrer Siegfried Eckert, 600 davon sind Ehrenamtler. „Das hier ist ein Graswurzelfest, ein Stück des Evangelischseins, für das ich mich engagiere.“ Als Verantwortlicher für Kirchentagsveranstaltungen kennt sich Eckert mit großen Formaten aus. Vier Jahre hat er in die Vorbereitung gesteckt. Die Landeskirche ließ sich gewinnen, die Kirchengemeinden auch. „Aber da war Überzeugungsarbeit zu leisten“, sagt Superintendent Mathias Mölleken.

Zum Schluss schwenken alle Knicklichter

Jakob Siegburg ist gern gekommen. Vor zwei Wochen hat er seinen Bundesfreiwilligendienst bei der Johanniter-Unfallhilfe begonnen. Jetzt steht er oben an der Eingangstreppe, bereit zum Einsatz, und verteilt gleichzeitig Knicklichter zum Schwenken am Schluss.

Und auch Annemarie Gerster, die tatsächlich anders heißt. Sie will nicht, dass ihr Name veröffentlicht wird, denn sie meint, dass andere mehr für das Fest getan haben als sie. Sie gehört zum ehrenamtlichen Team der Bonner Bahnhofsmission. Heute hat sie Rollstuhlfahrer begrüßt, die durch den VIP-Eingang in die Halle kamen, und sie zum Aufzug abwärts ins Parkett und zu ihren Plätzen begleitet.

Von der Reformationsgala gibt es verschiedene Fotokollektionen zum Download in unserem Medienpool (Links weiter unten). Bitte bei Verwendung immer folgenden Bildnachweis benutzen: ekir.de/Meike Böschemeyer

Mehr zum #Reformationstag

 

500. Reformationstag: ein Fotoalbum 

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NRW-Festgottesdienst, Soest

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Gottesdienste & andere Feiern am 500. Reformationstag im Rheinland

Personen der Reformation im Rheinland – ein interaktiver Beitrag

500 Jahre Reformation im XXL-Format – eine Zeitungsbeilage

Unübersehbar ist die ökumenische Entschlossenheit, Glauben gemeinsam zu leben. Präsesblogpost

Voll & vital: Storify über die Feiern des #Reformationstag

Du bist #Reformationstag! In Sozialen Netzwerken selbst erzählen, was diesen Tag ausmacht

Social-Media-Wall zum 500. #Reformationstag: walls.io/reformationstag

Sendungen in Radio und Fernsehen

Gottesdienste am Reformationstag

Website zum 500. Reformationsjubiläum: 2017.ekir.de

 

ekir.de / Wolfgang Thielmann, Fotos: Meike Böschemeyer / 31.10.2017

 

Einstimmung auf die Gala

Volle Kraft zum Kreide-Sprayen: die Superintendenten Eckart Wüster (rechts) und Mathias Mölleken (links) sowie Pfarrer Siegfried Eckert, Gerlinde Habenicht und Friederike Heiwolt (v.l.) in Aktion (Foto: Matthias Kehrein)

500 Jahre Reformation. Am Abend des 31. Oktober  steigt in Bonn eine der bundesweit größten Veranstaltungen für die es nur noch wenige hundert Karten gibt. Die heiße Phase der Einstimmung hat jetzt mit einer einzigartigen „Stencil-Aktion“ begonnen.

Die Superintendenten Mathias Mölleken (Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel) und Eckart Wüster (Bonn) sprühten das Lutherzitat „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ sowie das Motto der Gala „Luther – teuflisch gut.“ auf das Pflaster unserer Stadt. Die Sprühschablonen sind künstlerische Unikate, die Luthers Tintenfleck abbilden, und eigens für diesen Anlass hergestellt worden. Die „Stencil-Aktion“ soll in den nächsten Wochen in der Region an vielen Stellen zwischen Bonn, Meckenheim und Euskirchen wiederholt werden.

Vorfreude auf ein großartiges Fest: Protestanten aus den Kirchenkreisen Bonn und Bad Godesberg-Voreifel werben für die Reformations-Gala am 31. Oktober im Teleom Dome (Foto: Matthias Kehrein)

Eckart von Hirschhausen und Sabine Scholt moderieren – WDR überträgt

Beim Auftakt Mitte September vor der Bonner Kreuzkirche am Kaiserplatz waren auch mit dabei Pfarrer Siegfried Eckert, Gerline Habenicht vom zentralen Vorbereitungskreis der großen Reformations-Gala, die Kreiskantorin aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg.Voreifel Friederike Heiwolt und weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter vom Vorbereitungsteam der Gala aus den 25 Kirchengemeinden in Bonn und Region. Sie gaben am Rande der Aktion Auskunft, was sie zu „500 Jahre Reformation“ besonders beseelt sowie weitere aktuelle Hintergründe zu der Großveranstaltung: Die Reformations-Gala am Abend des Reformationstags 2017 im Telekom Dome wird vom WDR-Fernsehen übertragen. Dabei sind unter anderem Präses Manfred Rekowski, Pater Anselm Grün, Ministerpräsident Armin Laschet und viele Prominente und Aktiven aus Kultur und Gesellschaft, dazu 500 Chorsängerinnen und -sänger, Posaunen und das Beethoven Orchester Bonn, alles moderiert von Reformationsbotschafter Eckart von Hirschhausen und Sabine Scholt.

Im Telekom Dome werden insgesamt 5.000 Menschen erwartet. Noch etwa 500 Karten sind über Bonn-Ticket oder bei vielen Kirchengemeinden in Bonn, Bad-Godesberg und der Voreifel erhältlich. Die Reformations-Gala ist eine gemeinsame Veranstaltung der Kirchenkreise Bad Godesberg-Voreifel und Bonn mit Unterstützung unter anderem der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Joachim Gerhardt / 21.09.2017

Kooperation als Schlüssel

Hatte die Lutherbibel im Gepäck: Mathias Mölleken übergab jeder Teilnehmerin ein Exemplar. Foto: privat

Für die evangelischen Büchereien des Kirchenkreises Bad Godesberg – Voreifel ist eine gute Kooperation mit den Grundschulen und Kindergärten heute ein Schlüssel zum Erfolg. „Wo die Kooperation gut funktioniert, wie zum Beispiel in Friesdorf zwischen der Bücherei der Pauluskirche und der Bodelschwingh- Schule gibt es stabile Nutzerzahlen“, erklärte Birgit Drosten-Vater. Die Synodalbeauftragte für die Büchereien des Kirchenkreises hatte zusammen mit Helga Schwarze von der Landeskirchlichen Büchereifachstelle zur jährlichen Regionaltagung eingeladen.

Die Vertreterinnen und Vertreter des Kirchenkreises mit zehn Gemeinde- und zwei Krankenhaus- Büchereien hatten sich Mitte März in der Bad Godesberger Pauluskirche zu ihrer jährlichen Fortbildung getroffen. In diesem Jahr diskutierten die Teilnehmenden über neue und bewährte Formen, wie Erwachsene, Kinder und Jugendliche auf pfiffige Weise interessiert werden können: Zum Beispiel über den Bookslam, bei dem sich durch Jugendliche organisierte Büchervorstellungen einen Wettbewerb liefern. Denn das diesjährige Motto der Regionaltagung lautete: „Auf ins Leseabenteuer – Arbeit mit Literatur in der Kirche“.

Helga Schwarze (Mitte) zusammen mit Mathias Mölleken und Gastgeber Pfarrer Siegfried Eckert (links). Foto: privat

Begonnen hatte die Tagung mit einer kurzen Andacht in der Pauluskirche. Eröffnet wurde sie schließlich von Superintendent Matthias Mölleken. Er überreichte die anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums neu revidierte Lutherbibel allen teilnehmenden Büchereivertreterinnen.

Das Büchereiwesen des Kirchenkreises wird von knapp 150 Ehrenamtlichen getragen, jährlich suchen rund 53.000 alte wie junge Menschen die Büchereien auf, um Lesestoff, CDs oder DVDs auszuleihen.

Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist weit gespannt: Sie reicht von der „Bücherkutsche“ im Drachenfelser Ländchen über Vorlesestunden in Kindergärten, Sommerleseclubs und Leseangebote für die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen, Literaturkreise , Buchvorstellungen, Medienboxen und Literaturcafés für Flüchtlinge, Literaturgottesdienste bis hin zum Erwerb eines Lese- Führerscheins.

EB/gar

Büchereien im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel

Spirituelles Zuhause

Wolfgang Thielmann wird am 19. Februar mit Pastoralem Dienst beauftragt

Als junger Theologe ist er durch ein Praktikum beruflich in den Journalismus „abgebogen“. Jetzt wird ZEIT-Autor Wolfgang Thielmann mit dem pastoralen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland beauftragt.

Als Buchautor, Pressesprecher und freier Journalist hat sich Thielmann einen Namen gemacht. Der Bonner gilt als hervorragender Kenner des deutschen Protestantismus. 2016 erhielt seine Reportage über die letzten Lebensmonate seiner Mutter den Richard-von-Weizsäcker-Journalistenpreis. Seit 1999 arbeitete Thiemann bei der 2010 eingestellten katholischen Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ und bis 2016 für die ZEIT-Sonderseiten „Christ und Welt“. Von 1992 bis 1999 war er Sprecher des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Gerne erinnert er sich an die großen Tagungen des Ökumenischen Rates der Kirchen, über die er als junger Journalist berichtete. „Da habe ich eine unglaubliche Vielfalt kennen gelernt, wie Menschen ihren Glauben an Gott praktizieren und wie sie ihr Ergehen und ihre Gesellschaft gestalten oder aushalten. Das hat mich geprägt.“ Aber auch Evangelische Kirchentage und EKD-Synoden weckten wie die katholische Kirche sein journalistisches Interesse. Unter dem Titel „So geht evangelisch“ erschien 2015 seine Biografie des EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Die evangelische Kirche bezeichnet Thielmann als sein spirituelles Zuhause. Menschen das Evangelium, die gute Nachricht von Gott, auszulegen, sieht er als einen Teil seiner Berufung. 2015 ist er in die Rheinische Landeskirche eingetreten. Zuvor gehörte er dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. an. Als deren ordinierter Pastor hielt er Gottesdienste, Beerdigungen sowie Trauungen und war als Urlauberpastor auf Langeoog und in Andalusien im Einsatz. Diese Ordination wird anerkannt, auf die rheinischen Bekenntnisse wird Thielmann nachverpflichtet. Pfarrerfortbildung in Bayern, Jurymitglied beim Predigtpreis und Mitarbeit im Beirat zum rheinischen Reformationsjubiläum sind oder waren weitere, teilweise ehrenamtliche Tätigkeitsfelder.

Wolfgang Thielmann ist 62 Jahre alt, verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Mit Gesang in der Gemeinde, Arbeit und Erholung im Garten, Radtouren und Fahrten mit seiner Ente vergnügt er sich in der Freizeit.

Der Gottesdienst zur Beauftragung von Wolfgang Thielmann zum pastoralen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland wird am Sonntag, 19. Februar 2017, mit Superintendent Mathias Mölleken gefeiert. Beginn ist um 10 Uhr im Gemeindehaus der Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg, Domhofstraße 43.