Sommertour vor Ort

Morgensegen für die Sommertour der Hoffnung: Präses Thorsten Latzel, Claudia Müller-Bück, Mathias Mölleken und Wolfgnag Thielmann. Foto: Tobias Goldkamp

Der Morgensegen in Swisttal war der Abschluss. Am Sonntag um 8 Uhr verabschiedete sich Präses Thorsten Latzel zusammen mit seinem Team vom Kirchenkreis. Claudia Müller-Bück, Pfarrerin dort und Skriba, und Superintendent Mathias Mölleken gaben dazu ihren Segen.

Einen ganzen Tag war der führende Theologe der Rheinischen Landeskirche am Samstag im Kirchenkreis unterwegs. Sommertour der Hoffnung heißt die mehrtägige Reise von Saarbrücken nach Wesel. Das besondere: Er fuhr mit dem E-Bike, hier von Wershoven in Rheinland-Pfalz über Euskirchen bis nach Swisttal. Stationen waren die SuppenKirche in Euskirchen und das Team Nachhaltigkeit in Swisttal-Heimerzheim. Menschen und ihre Kirchengemeinden kennenlernen und Ort der Hoffnung besuchen, so lautet das Ziel.

Am Abend erklärt Biggi Wanninger dem Präses das Prinzip Stunksitzung. Beide sprechen über den Unterschied von Hoffen und Wünschen und dass daraus Handeln folgen muss. Und ein bisschen Gänsehaut gibt es auch.

Wer noch einmal reinschauen möchte: Alle Begegnungen sind dokumentiert und zu finden unter https://praesesblog.ekir.de/sommertourderhoffnung

Präses Thorsten Latzel geht für die Hoffnung auf Sommertour

Präses Dr. Thorsten Latzel tritt vom 6. bis 13. Juli kräftig in die Pedale: Auf seiner Sommertour der Hoffnung radelt er von Saarbrücken bis Wesel - mehr als 600 Kilometer. Foto: ekir.de

Die Tour führt auch in die Voreifel, unter anderem nach Euskirchen und Swisttal: Mit dem E-Bike geht es von Saarbrücken nach Wesel durchs rheinische Kirchengebiet.

Hoffnung ist nicht nur ein Wort. Hoffnung – das sind Worte und Taten. Deshalb tritt Präses Dr. Thorsten Latzel vom 6. bis 13. Juli kräftig in die Pedale, radelt von Süd nach Nord, von Saarbrücken nach Wesel durch die Evangelische Kirche im Rheinland und sammelt dabei Hoffnungsgeschichten. Er besucht Gemeinden, trifft Menschen und lässt sich berichten: Was hat Sie bewegt in der Corona-Zeit? Was haben Sie sich vorgenommen für die Zeit danach? „Acht Tage, 40 Gemeinden, eine Botschaft: Wir brechen gemeinsam auf nach Corona“, bringt Präses Thorsten Latzel sein Vorhaben in einer Videobotschaft auf einen Satz.

„Ich möchte ein Zeichen setzen – dafür, dass wir uns nach der Pandemie ökologisch anders verhalten, das Auto öfter mal stehen lassen und das Rad nutzen“, sagt Präses Latzel. Und: Er verstehe seine Sommertour als ein Rad-Pilgern, „gemeinsam mit Menschen unterwegs zu sein und Gott zu begegnen, an besonderen geistlichen Orten, in den schönen Dorfkirchen der rheinischen Landeskirche“.

Die Route – in acht Etappen

Die #sommertourderhoffnung führt in acht Tagesetappen von der Saarbrücker Ludwigskirche über Idar-Oberstein, Bacharach, Koblenz, Wershofen, Swisttal, Solingen und Moers zum Weseler Willibrordi-Dom. Gesamtlänge: mehr als 600 Kilometer.

Stationen in drei Bundesländern

Auf einen Morgensegen – mal in der Kirche, mal in der Kita, mal im Kloster – folgen jeden Tag Projektbesuche und Zwischenstopps. Einige Beispiele:

In einem sogenannten Erprobungsraum vernetzt die Initiative Lorenz*SPACE in Schafbrücke, einem Stadtteil Saarbrückens, seit vergangenem Jahr eine virtuelle Gemeinde.

Auf ganz besondere Helfer vertraut Pfarrerin Wiltrud Bauer: Sie setzt Lamas und Alpakas bei ihrer Arbeit in der Kirchengemeinde Landsweiler-Schiffweiler im Saarland ein. Das mache den Kopf frei und tue der Seele gut, ist ihre Erfahrung.

Das Projekt „Kulturelle Vielfalt (Diversity) und kultursensible Frühpädagogik“ des Kindergartenreferats im Kirchenkreis Obere Nahe wurde im vergangenen Jahr mit dem Integrationspreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

In der Euskirchener SuppenKirche ist man davon überzeugt: Alle gehören an einen Tisch! Die dortige Kirchengemeinde lädt Menschen ein, denen es aus unterschiedlichen Gründen nicht gut geht, die Hilfe und Gemeinschaft suchen. Als das pandemiebedingt nicht mehr möglich war, wurde der Teller Wärme kurzerhand „to go“ gereicht.

„Da sein – Nah sein“ ist Programm bei der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Mettmann, einem Beispiel für funktionierende Ehrenamtsarbeit in der Seelsorge.

Der Evangelische Friedhof Köln-Mülheim ist ein ausgewiesener Ort der Hoffnung. Was das bedeutet, erfährt Präses Dr. Thorsten Latzel vor Ort.

Das Café Welt der Kirchengemeinde Leverkusen-Mitte bietet Geflüchteten Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache, bei Behördengängen, Arztbesuchen und bei der Wohnungssuche an. So kann Integration besser gelingen.

Prominente Gäste beim Hoffnungstalk

Den Tour-Tag beschließt jeweils ein einstündiger Talk mit einem prominenten Gast, den Präses Latzel nach seiner persönlichen Hoffnungsgeschichte fragt. Zugesagt haben die Deutsche Edelsteinkönigin Bettina Reiter, Klima-Aktivistin Leonie Jöster von der Fridays-for-Future-Bewegung, Schauspielerin und Präsidentin der Kölner Stunksitzung Biggi Wanninger, die Dominikanerin Schwester Ursula Hertewich, Förster und Bestseller-Autor Peter Wohlleben, Welpentrainer André Vogt und YouTuber Joshua Nawruzy.

Digital dabei: In den sozialen Medien und im Blog

Zu erleben und zu verfolgen ist die #sommertourderhoffnung auf Facebook, Instagram und im Blog. Jede Etappe beginnt mit einem Morgensegen, der live auf YouTube übertragen wird. Unterwegs wird an verschiedenen Stationen die Livekamera eingeschaltet, und am Abend ist die Talkrunde live auf YouTube zu sehen. Alle Videos sowie die Social-Media-Kanäle sind auch über das Blog aufrufbar. „Seien Sie dabei. Radeln Sie digital mit“, lädt Präses Thorsten Latzel in seiner Videobotschaft ein. „Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Fragen, Ihre Segenswünsche schicken.“

Die Sommertour ein Stück mitradeln

Medienvertreterinnen und -vertreter, die eine Etappe mitradeln oder eine Veranstaltung der Sommertour der Hoffnung besuchen möchten, melden sich mit einer Mail an: pressestelle@ekir.de.

Zur Person: Präses Dr. Thorsten Latzel

Thorsten Latzel (50) ist seit 20. März Präses. Seit 2013 war er Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt. Im EKD-Kirchenamt war er für Studien- und Planungsfragen und das Projektbüro Reformprozess zuständig (2005 bis 2012). Zuvor arbeitete Latzel als Pfarrer in Erlensee-Langendiebach. Aufgewachsen in Bad Laasphe, studierte er Theologie in Marburg und Heidelberg. Im Blog glauben-denken.de veröffentlicht er wöchentlich theologische Impulse. Dr. Latzel ist verheiratet und hat drei Kinder.

Cornelia Breuer-Iff/ekir.de

SUPPENKIRCHE TO GO

Essen "to go": Die SuppenKirche bietet eine Mahlzeit zum Mitnehmen an. Foto: Uta Garbisch

Die SuppenKirche in Euskirchen öffnet am Donnerstag, 19. März: Die Essensausgabe erfolgt von 12 bis 13 Uhr.  Die Rahmenbedingungen ändern sich – vorerst.

Die gute Nachricht ist, dass die SuppenKirche vorerst geöffnet bleibt. Die Variante lautet „TO GO“. Aufgrund der allgemeinen Gefährdungslage durch Corona wird es „nur“ eine Essensausgabe geben. Ein längerer Aufenthalt, wie sonst üblich und gerne genutzt, ist zurzeit leider nicht möglich.

Konkret heißt das: Alle Besucherinnen und Besucher der SuppenKirche bekommen ihr Essen ausgehändigt und nehmen es mit. Das Mittagessen kann dann daheim gegessen werden.

Das Team bittet alle Gäste, die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen: Abstand halten beim Anstehen vor der Essensausgabe, husten und niesen am besten in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, Hände regelmäßig und gründlich waschen, Hände vom Gesicht fernhalten.

Die aufgeführten Maßnahmen gelten vorbehaltlich sich ändernder Bedingungen und Regelungen.

Das Team im Gemeindezentrum Euskirchen, Kölner Straße 41, freut sich auf ihre Gäste.

EB

Ein Erfolgsrezept

Gab es auch beim Start vor fünf Jahren: Weiße Bohnensuppe. Foto: Uta Garbisch

Fünf Jahre Suppenkirche in Euskirchen: Das sind mehr als 20.300 Mahlzeiten und 45 Ehrenamtliche in fünf Teams. „Eine stolze Zahl“, freut sich Diakon Jens Schramm. Wie damals vor fünf Jahren gibt es zum Geburtstag weiße Bohnensuppe. „Wir wussten ja nicht, wie viele Leute kommen. Fünf oder Fünfhundert?“, erinnert sich Pfarrer Gregor Weichsel. Da war Suppe am praktischsten.

Ob Feiertag oder Ferien, die SuppenKirche öffnet seit Januar 2015 immer donnerstags. Dann kommen 60 bis 100 Menschen in das Euskirchener Gemeindezentrum, um eine warme Mahlzeit zu essen. Viele regelmäßig, andere sporadisch. Rund 300 Personen nutzen das Angebot immer wieder. Weil sie bedürftig sind oder einsam.

Andere schätzen den Kontakt, wie der „Stammtisch“ in der Mitte mit Besucherinnen der ersten Stunde. So entstehen Netzwerke und Gemeinschaft. „Ich nutze das Angebot auch ab und zu und habe hier viele kennen gelernt“, berichtet Geburtstagsgratulant Johannes Winckler, erster Beigeordneter der Stadt Euskirchen.

Ein Seelsorger wie Pfarrer Weichsel steht für Gespräche bereit, Diakon Jens Schramm und Koordinatorin Iris Hoffmann ebenfalls. So kann manches Problem schnell gelöst werden. Heute berichtet jemand, dass sein Ausweis gestohlen wurde. Weichsel erklärt die Schritte, wie der Mann einen neuen bekommt.

Die SuppenKirche wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Die fünf Teams mit jeweils acht Frauen und Männern sorgen ehrenamtlich für gedeckte Tische, Kochen und den Abwasch. Jens Schramm: „Die Ehrenamtlichen sind der Schatz, der das alles trägt.“

Öffnungszeiten SuppenKirche, Kölner Straße 41: jeden Donnerstag von 11.00 bis 13.30 Uhr, Essenausgabe ab 12 Uhr.