Eindrücke von der Landessynode 2022

Trafen sich "im Plenum" in der Friedenskirche: Die Landessynodalen Frank Bartholomeyczik, Knut Dahl-Ruddies, Mathias Mölleken und Melina Wolf (von links). Foto: Ingeborg Dahl

Die Landessynode bestimmt den Kurs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Vier Vertreterinnen und Vertreter sind aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel dabei: Frank Bartholomeyczik (Kirchengemeinde Meckenheim), Pfarrer Knut Dahl-Ruddies (JVA-Seelsorger in Euskirchen), Melina Wolf (Kirchengemeinde Wachtberg) und Superintendent Mathias Mölleken (Kirchengemeinde Meckenheim).

Hier ihre persönlichen Eindrücke:

Frank Bartholomeyczik:

Auch diesmal wieder nur eine digitale Synode, aber wenigstens haben wir Bad Godesberg-Voreifel-Synodale den Eröffnungsgottesdienst und die Plenarsitzungen zusammen in der Meckenheimer Christuskirche und Friedenskirche erlebt und mitverfolgt. So war doch wenigstens im kleinen Rahmen ein Austausch möglich. Viele Seelsorgebereiche wurden intensiv und gut mit digitaler Unterstützung präsentiert. Im Rahmen Klimaschutz wurde ein umfangreicher Beschluss – Finanzen und Engagement – zum Umbau aller Gebäude in der Rheinischen Landeskirche zur Treibhausgasneutralität bis 2035 getroffen. Auch politische Themen wie der Russland-Ukraine-Konflikt, Flüchtlingspolitik an den EU-Außengrenzen, Aufhebung des Patentschutzes beim Thema Impfgerechtigkeit sowie die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 und Menschenrechte wurden diskutiert.

Am meisten beeindruckt hat mich der umfassende Bericht des Präses und das emotionale, aber nüchtern vorgetragene Schlusswort des dienstältesten Superintendenten. Aber auch die Diskussion um das Positionspapier E.K.I.R. 2030. Nicht alle können sich in unserem presbyterial-synodalen Prozess damit anfreunden, dass Leitung auch Leitung bedeutet.

Knut Dahl-Ruddies:

Nach der 74. nun auch die 75. Landessynode in einem ZOOM-Raum. Für den Präses „der aus der Kachel kam“ -so die Selbstbezeichnung von Thorsten Latzel- eine große Enttäuschung. Langsam könne man seine „echte“ Existenz anzweifeln, weil er im vergangenen Jahr meist nur digital vermittelt in Erscheinung trat. Gleichwohl nutze er das Format optimal. Einen Präsesbericht im TED-Talk-Format gab es bisher noch nicht. Da wird auch die Presse gestaunt haben: Kirchliches Handeln bedarf eines Perspektivwechsels. Nicht unsere Strukturen sind maßgeblich, sondern mit welchem Blick die Menschen, mit denen wir in Kontakt sind, auf die Kirche schauen. Dazu bedarf es eines umfassenden Kulturwandels. Zum „leichten Gepäck“, mit dem wir unterwegs sind, gehört notwendig die Einführung einer fehlerfreundlichen Ermöglichungskultur. Einige Fehler der Vergangenheit sollten sich aber nicht wiederholen: Schon in den 1990er Jahren wollte man den kirchlichen Stromverbrauch um 50 Prozent reduzieren. Das ist nicht gelungen. Nun heißt das ehrgeizige Ziel: Treibhausgas-Neutralität bis zum Jahr 2035.

Melina Wolf:

Nach der komplett digitalen Synode im letzten Jahr, hatte ich mir für 2022 etwas mehr Normalität im Ablauf erhofft. Obwohl die Synode erneut online stattfinden musste, war sie ganz anders als letztes Jahr. Nicht nur, dass es die erste Synode des neuen Präses Dr. Thorsten Latzel war – wir im Kirchenkreis haben diese Landessynode auch anders erlebt. Während im letzten Jahr jeder für sich an seinem Platz, vor seinem Bildschirm teilnehmen musste, konnten wir uns dieses Jahr in Meckenheim treffen, um die Plenarsitzungen gemeinsam zu erleben. Dies machte einen spontanen Austausch zu den Themen möglich.

Klimaschutz heißt für Christ:innen Schöpfung bewahren. Foto: Uta Garbisch

In der diesjährigen Landessynode war das Schwerpunktthema die Seelsorge. Hier wurden uns Synodalen viele verschiedene Bereiche der Seelsorge in der Ev. Kirche im Rheinland gezeigt und vorgestellt. Darüber hinaus haben mich besonders die Themen globaler Kilmaschutz und der Diversitäts-Atlas 2022 interessiert.

Insgesamt fand ich den Austausch anregend und habe mich gefreut, wieder mit den Synodalen des Kirchenkreises zusammenkommen zu können. Vielleicht können wir auf eine physische Landessynode 2023 hoffen.

Landessynode 2021: Noch ein Eindruck

Anstrengend, aber auch sehr lehrreich: Melina Wolf berichtet von ihrer ersten Landessynode als Synodale.

Die Landessynode bestimmt den Kurs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Melina Wolf, Presbyterin aus Wachtberg gehört zu den vier Vertreterinnen und Vertretern aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel. Sie berichtet:

Eigentlich habe ich mir meine erste Landessynode als Synodale etwas anders vorgestellt. Alle Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland treffen sich in Bad Neuenahr und haben dort eine beratungsreiche Woche. Aber wie so vieles in den letzten Monaten, kam alles anders.

Die Vorstellung, eine Synode komplett online zu erleben, war für mich noch etwas fremd. Die persönlichen Gespräche und Absprachen in den Pausen haben mir schon gefehlt. Dennoch hat technisch alles sehr gut geklappt. Wir konnten uns sogar in jeder Pause in 15-Minuten-Gesprächen mit zufällig zusammengewürfelten Synodalen bekannt machen und diskutieren. Abends haben wir uns vom Kirchenkreis oft in einem Zoommeeting getroffen, um auf den Tag zurück zu blicken und zu beraten, was in den Ausschüssen passiert ist. Ich hatte Angst, mich etwas verloren zu fühlen, da ich nicht so viele Synodale kannte, aber ich habe etwas ganz anderes erlebt. Alle waren sehr aufgeschlossen und auch froh, so viele neue Gesichter in der Synode zu sehen. 


Für mich war die Landessynode zwar anstrengend, aber auch sehr lehrreich. Doch hoffe ich darauf, dass im nächsten Jahr etwas Normalität in die Synode zurückkehren kann.

Die Eindrücke der übrigen Landessynodalen gibt es hier.

Landessynode 2021: Eindrücke

Auf dem Bildschirm vereint: Die Landessynodalen Melina Wolf, Mathias Mölleken, Frank Bartholomeyczik und Knut Dahl-Ruddies.

Die Landessynode bestimmt den Kurs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Vier Vertreterinnen und Vertreter sind aus dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel dabei.

Der Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel ist vertreten durch Superintendent Mathias Mölleken (Kirchengemeinde Meckenheim), Frank Bartholomeyczik (Kirchengemeinde Meckenheim), Pfarrer Knut Dahl-Ruddies (JVA-Seelsorger in Euskirchen) und Melina Wolf (Kirchengemeinde Wachtberg). Hier ihre persönlichen Eindrücke:

Superintendent Mathias Mölleken (Kirchengemeinde Meckenheim):

Wie soll das wohl klappen? Eine ausschließlich als Videokonferenz durchgeführte Landessynode? Es war ganz anders und irgendwie auch nicht. Technisch hat alles hervorragend geklappt. Knapp 200 Personen erlebten eine – sicher anspruchsvolle und anstrengende – Synodenwoche, deren Höhepunkt die Wahl des neuen Präses unserer Landeskirche, Dr. Thorsten Latzel, war. Wir dürfen gespannt sein, in welcher Weise und mit welchen Impulsen der in Reformprozessen geübte Theologe aus Frankfurt den zukünftigen Weg der Rheinischen Kirche versieht.

Die Zeichen stehen auf Veränderung und notwendigem Wandel, was die Einschätzung zur finanziellen Situation der Evangelischen Kirche im Rheinland betrifft, wie aber auch die gesamte Haltung und Ausrichtung, zu der wir in den nächsten Jahren finden müssen. Inhaltlich bestätigt das ein vorgelegtes Impulspapier zur Zukunft der Kirche (Lobbyistin der GOTT-Offenheit. Zum öffentlichen Auftrag und Auftreten einer Minderheitskirche).

Partizipation, Beteiligung ist nicht nur im Blick auf junge Menschen ein richtiger und notwendiger Anspruch, sondern auch als Mitgehen und Nachvollziehen von Veränderungen, die sich auf das gesamte kirchliche Leben auswirken. Hier ist zu erwähnen, dass ein neuer Artikel 1a in die Kirchenordnung eingefügt wurde, der die Grundsätze der presbyterial-synodalen Ordnung unserer Kirche festhält. Ein essentielles Prinzip, nach dem die Kirchengemeinden ihre Angelegenheiten so weit wie möglich selbstständig entscheiden, bevor sich übergeordnete Stellen damit befassen.

Wiederholt wurden die eindeutigen Positionen unserer Landeskirche zum Flüchtlingsschutz an den EU-Außengrenzen sowie die Forderung nach Aufnahme von Geflüchteten eindringlich bestätigt.

Ein Thema am Rande war das weitere Ergehen der evangelischen Büchereien und die erneute Forderung nach einem tragfähigen Konzept für die Koordination und Begleitung von Ehrenamtlichen in den Büchereien ab 2023. Per Initiativantrag ist es immerhin gelungen, das Thema über den Ständigen Ausschuss für Bildung und Erziehung nun auch an die Kirchenleitung zur intensiven Bearbeitung zu bringen. Nach wie vor sind die Mitarbeitenden in den Büchereien sehr besorgt, ob das bisher vorgesehene Sparkonzept noch eine ausreichende fachliche Begleitung und Kooperation ermöglicht. Einen entsprechenden Antrag für eine verantwortliche Regelung hatte u.a. auch unsere Kreissynode gestellt.

Wenn auch der organisatorische und technische Ablauf der Landessynode gut funktioniert hat, so hoffen alle Delegierten, sich bei einer kommenden Synode wieder live und direkt begegnen und beraten zu können. Denn nicht nur für die Wahlen, sondern auch für die Entscheidungen bei Gesetzesveränderungen und thematischen Einschätzungen fehlte die persönliche Begegnung und das Zusammensein als Synode.

Als Godesberger und Voreifler haben wir uns per kleiner Zoomtreffen abends, per Chat oder telefonisch ausgetauscht und uns über die Diskussionen in den Ausschüssen informiert.

Zum Schluss die positive Feststellung, dass wir uns als Kirche und in unseren Gemeinden bei allen Aufgaben und Herausforderungen, bei allen Unterschieden doch als Gemeinschaft erlebt und wahrgenommen haben, die unter dem Wort Gottes steht und sich dem Evangelium Christi unterstellt. Der noch amtierende Präses Rekowski formulierte in seinem letzten Bericht: „Selbst sinkende Mitgliederzahlen ändern nichts an dem Auftrag der Kirche, die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen und sie zum Glauben einzuladen“.

Ja – warum: weil Gott uns in seinen Händen hält und trägt!

Frank Bartholomeyczik (Kirchengemeinde Meckenheim):

Erstmalig fand diese Landessynode als fünftägige Zoomkonferenz statt. Obwohl technisch anspruchsvoll, klappte das richtig gut, braucht aber eine entsprechende persönliche technische Ausstattung. Aber mir fehlte doch sehr die „Synodenatmosphäre“; nämlich für eine gewisse Zeit aus dem Alltag in die Synodengemeinschaft einzutauchen und sich intensiv über die Sitzungen im Konferenzsaal hinaus auszutauschen.

Trotz des digitalen Formats kam es insbesondere in den Ausschüssen zu teilweise doch sehr lebhaften Diskussionen. Schwerpunkt der Synode waren Wahlen in der Nachfolge des Präses, Mitgliedern der Kirchenleitung, Ausschüsse usw. Da zeichnet sich ein Generationswechsel ab. Auch deuteten sich große Herausforderungen für die weitere Zukunft der Landeskirche ab. Stichworte sind da unter anderem Mitgliederentwicklung, Kirchensteuereinnahmen, Stellenwert in der Gesellschaft.

Knut Dahl-Ruddies (JVA-Seelsorger in Euskirchen):

„Wer morgens schwimmt, geht abends nicht baden“ -soll Präses Manfred Rekowski während der vergangenen Landessynoden in Bad Neuenahr immer gesagt haben. Daraus wurde diesmal nichts. Wer angesichts der rein digitalen Synode 2021 auf manche Tagungsannehmlichkeit verzichten musste, wurde durch enorm schnelle Wahlabläufe entschädigt. Ein deutlicher Vorteil, standen doch diesmal viele Personalentscheidungen an. Diese Art zu wählen machte offenbar so viel Freude, dass zur nächsten Presbyteriumswahl 2024 im gesamten Rheinland digitale Stimmabgabe möglich sein soll. Aber warten wir ab, ob der digitale Schub bis dahin anhält. Auch wenn in der Kirchenleitung ein Generationswechsel stattgefunden hat, die synodalen Strukturen sind noch lange nicht auf Effizienz im Entscheidungshandeln getrimmt. Eine Kirche für morgen muss sich darüber klar werden, dass die Spielräume zur Gestaltung enger werden. Was gestern noch vorauseilend war, kann heute schon geboten sein.

Weitere Beschlüsse, Themen und Einschätzungen gibt es zum Download unter synode.info.

Superintendent und Skriba wiedergewählt

Kurz nach der Wiederwahl: Mathias Mölleken und Claudia Müller-Bück freuen sich, auf das, was kommt. Foto: Uta Garbisch

Mit großer Mehrheit hat die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel Mathias Mölleken als Superintendent und Claudia Müller-Bück als Skriba bestätigt. Die Tagung fand an diesem Wochenende erstmals als reine Video-Konferenz statt. Mölleken ist damit „nebenamtlicher Superintendent im Übergang“, wie er selbst sagte. Denn er geht im Herbst 2022 in Ruhestand. Die Entscheidung, ob das Amt anschließend im Haupt- oder Nebenamt ausgeübt werden soll, wollen die Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden im kommenden Jahr tref

Will und wird weitermachen: Claudia Müller-Bück stellt sich der Synode vor. Foto: Uta Garbisch

fen. Bis dahin will der Meckenheimer Pfarrer Struktur- und Konsolidierungsprozesse weiter vorantreiben und zu Kooperationen der Gemeinden ermutigen. Claudia Müller-Bück, die als Skriba zweite Stellvertreterin des Superintendenten bleibt, sieht das ähnlich: „Ich fürchte mich nicht vor Veränderungen, denn sie bringen auch große Chancen mit sich.“

Digitale Kirche anschieben, den Blick über den Tellerrand weiten

In seinem jährlichen Bericht würdigte Superintendent Mathias Mölleken den phantasievollen Umgang der Kirchengemeinden mit den Folgen der Corona-Pandemie. Neben der analogen Praxis habe die digitale Kirche einen enormen Schub erhalten und sei „wichtiges Element für jedes kirchliche Zukunftsmodell“. Seelsorge und andere kirchliche Dienste seien nachgefragt und weiterhin notwendig. Finanziell habe die Pandemie allerdings zu einem signifikanten Rückgang der Kirchensteuereinnahmen geführt. Aktuelle Schätzungen erwarten für Bad Godesberg und die Voreifel nach Abzug aller Umlagen ein Minus von etwa 8,5 Prozent. Die für 2020 geplanten Einnahmen der Jugendbildungsstätte Merzbach haben sich zudem um 48 Prozent (rund 138.000 Euro) verringert. Konsolidierungsmaßnahmen seien daher auf Kirchenkreis- wie Gemeindeebene „dringend erforderlich“. Mölleken appellier

Wird weiter gestalten: Superintendent Mathias Mölleken bei seinem Bericht. Foto: Uta Garbisch

te außerdem an die Gemeinden, den Blick über den Tellerrand nicht zu verlieren. Als gutes Beispiel nannte er die Heiland-Kirchengemeinde, die seit kurzem eine Partnerschaft mit der Rheinischen Kirche in Südafrika pflegt: „Partnerschaftliche Beziehungen veranschaulichen christlichen Glauben, veranlassen zu globalem Denken und führen zu lokalem Handeln.“

Weniger Pfarrstellen erfordern Gestaltungsprozess und innovative Konzepte

Die Pfarrstellenzahl wird sich bis 2030 im gesamten Kirchenkreis mit seinen 13 Kirchengemeinden deutlich verändern. In der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland wird es voraussichtlich statt bisher 1.700 Pfarrerinnen und Pfarrern nur noch 1.000 geben. Dies hatte die Landessynode beschlossen. Die Gründe: Diese Zahl ist finanzierbar und gewährleistet einen Personalmix. Zudem fehlen Absolventen. Für den Kirchenkreis bedeutet dies, dass es anstelle der heutigen 21,5 Gemeindepfarrstellen nur noch 14,17 geben soll, dazu 8,6 Pfarrstellen in Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Dieser Rahmenplan löste bei etlichen Synodalen Nachfragen und Bedenken aus. Viele appellierten aber auch an die eigenen Reihen, die nächsten Jahre für die Gestaltung dieses Prozesses zu nutzen.

So sieht Synode digital aus: Einige der Teilnehmenden. Foto: Uta Garbisch

Superintendent Mathias Mölleken: „Es geht jetzt darum, die gestalterische Chance, die uns in diesem Zeitkorridor von zehn Jahren verbleibt, zu erkennen und in unseren Entscheidungen gezielt zu nutzen.“ Vor diesem Hintergrund wird auf Antrag der Kirchengemeinde Euskirchen der Beratungsprozess „Kirche in unserer Region 2030“ initiiert. Ziel ist unter anderem, kirchenkreisweit attraktive Pfarrstellen und einen Personalmix zu erhalten sowie in den Regionen innovative Konzepte zu entwickeln, erläuterte der dortige Pfarrer Gregor Weichsel.

Gewählt und berufen

Turnusgemäß waren insgesamt vier Positionen im Kreissynodalvorstand (KSV), dem Leitungsgremium des Kirchenkreises, für acht Jahre neu zu besetzen. Zu Synodalältesten wählte die Synode Gerlinde Habenicht aus Wachtberg und Hendrik Reinfeld aus Zülpich. Deren Stellvertreter werden Magdalena Winchenbach-Georgi aus Bad Godesberg und Karl-Heinz Carle aus Rheinbach. Außerdem rückt

Gewählt: Karl-Heinz Carle, Mathias Mölleken, Manfred Brede, Hendrik Reinfeld, Claudia Müller-Bück, Gerlinde Habenicht und Magdalena Winchenbach-Georgi. Foto: Uta Garbisch

Dr. Manfred Brede (Bad Godesberg) als dritter Stellvertreter für vier Jahre nach. Der KSV besteht aus insgesamt sieben Personen und entscheidet zwischen den Tagungen der Kreissynode über die Belange des Kirchenkreises. Neben Superintendent und Skriba sind dies der stellvertretende Superintendent (Assessor) und vier Frauen und Männer aus den Kirchengemeinden.

In die Leitung verschiedener Fachausschüsse berief die Synode Vorsitzende und deren Stellvertretung: Den Finanzausschuss leitet weiterhin Frank Bartholomeyczik (Meckenheim), sein Stellvertreter ist Alexander Beaumont (Bad Godesberg). Vorsitzende des Fachausschusses für Frauenfragen bleibt Magdalena Winchenbach-Georgi (Bad Godesberg), Stellvertreterin ist Heike Suhr (Meckenheim). Den Arbeitskreis Mission und Ökumene leitet Edna Li (Bad Godesberg), ihre Stellvertreter sind Dr. Manfred Wadehn (Bad Godesberg) und Pfarrerin Judith Weichsel (Bad Münstereifel). Vorsitzender des Nominierungsausschusses ist wie bisher Pfarrer Günter Schmitz-Valadier (Wachtberg), sein Stellvertreter Pfarrer Frank G. Raschke (Bad Münstereifel). Friederike Heiwolt (Euskirchen) und ihr Stellvertreter Christian Frommelt (Bad Godesberg) leiten den Ausschuss für Kirchenmusik.

Abgeordnete zur Landessynode

Bereits im Vorfeld haben die Synodalen per Briefwahl die Wachtberger Presbyterin Melina Wolf und Pfarrer Knut Dahl-Ruddies (Gefängnisseelsorge Euskirchen) zu neuen Abgeordneten der Landessynode gewählt. Frank Bartholomeyczik aus Meckenheim wurde wiedergewählt. Ihre Stellvertretung übernehmen Pfarrer Norbert Waschk (Bad Godesberg), Christiane Mathy (Meckenheim), Irmela Richter (Rheinbach) und Jens Schulz (Euskirchen).

Die virtuelle Synode fand am Freitagabend, 6. November 2020, und am Samstagvormittag, 7. November 2020, statt. Grußworte sprachen Landeskirchenrätin Iris Döring, die so auch von der Kirchenleitung grüßte und Superintendent Dietmar Pistorius von Nachbar-Kirchenkreis Bonn.

Gewählt

Junge Stimme: Melina Wolf aus Wachtberg. Foto: privat

Melina Wolf und Pfarrer Knut Dahl-Ruddies heißen die beiden neuen Abgeordneten zur Landessynode. Wolf wurde als nicht-theologische Delegierte gewählt, Dahl-Ruddies als theologischer Abgesandter. Sie vertreten den Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel neben Superintendent Mathias Mölleken als Landessynodale auf der jährlichen Tagung im Januar. Außerdem bestimmten die Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden Frank Bartholomeyczik (Meckenheim) erneut zum zweiten nicht-theologischen Abgeordneten.

Stimme für die Jugend

Melina Wolf, 1996 geboren, ist Presbyterin in Wachtberg und arbeitet als Kauffrau für Büromanagement. Sie zählt seit 2014 zur Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland. 2017 nahm sie bereits als Gast der Jungen Delegation an der Landessynode teil. „Somit konnte ich schon ein paar Erfahrungen im Aufbau und Ablauf der EKiR sammeln“, so Wolf. „Ich möchte einen noch tieferen Einblick in die Strukturen der Evangelischen Kirche bekommen.“ Jetzt freut sie sich, eine Stimme von der Jugend für die Jugend sein zu dürfen.

Veränderungen moderieren

Knut Dahl-Ruddies (Foto: privat)

Knut Dahl-Ruddies, Jahrgang 1967, ist Gefängnisseelsorger in der JVA Euskirchen. Er kennt den Kirchenkreis aus verschiedenen Perspektiven: Vikariat in Godesberg, Gemeindepfarrer in Euskirchen und später Meckenheim. 2015 wechselte er in die JVA. Er hat den Kirchenkreis wiederholt in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, ebenso die Landeskirche bei ihrer Digitalstrategie. Der Theologe spricht regelmäßig Andachten im Radio und ist ausgebildeter „Change Agent“. Dabei gilt es, Veränderungsprozesse gut zu moderieren. Dahl-Ruddies hofft, dass die dort erlernten Methoden, auch im innerkirchlichen Bereich zum Einsatz kommen: „Angesichts manch synodaler Hilflosigkeit wäre es zu hoffen“.

Schwerpunkt Finanzen

Wiedergewählt: Frank Bartholomeyczik. Foto: privat

Frank Bartholomeyczik, Jahrgang 1955, ist pensionierter Marineoffizier, Finanzfachmann und bereits seit vier Jahren Landessynodaler. In der Kirchengemeinde Meckenheim amtierte er 16 Jahre als Presbyter, seit sechs Jahren gehört er dem Kreissynodalvorstand an. Er will seine zweite Amtszeit nutzen, um sich insbesondere im Finanzausschuss einzubringen und von den vorangegangenen Beratungsprozessen zu profitieren: „Im Finanzbereich der Landeskirche gibt es für die Gemeinden noch reichlich herauszuarbeiten.“

Alle drei wurden per Briefwahl gewählt. Diese Briefwahlen und eine Synodalversammlung am kommenden Samstag ersetzen die ursprünglich für Ende Juni geplante Kreissynode. Das hat der Kreissynodalvorstand aus Fürsorgegründen in Pandemiezeiten entschieden. Konkret gilt der 4. August 2020 mit dem Beginn der Stimmabgabe per Brief als Tagungszeitpunkt der Synode.