Weichen für die Zukunft

So sieht Synode digital aus: Einige der Teilnehmenden der ersten digitalen Synode 2020. Foto: Uta Garbisch

Wie wird die Kirche in Zukunft aussehen? Das Selbstverständnis von Kirche, die Struktur des Superintendentenamts und neue Kooperationen zwischen Kirchengemeinden sind die drei Hauptthemen der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. Die Versammlung findet am Samstag, 12. Juni, als reine Video-Konferenz statt.

Am Vormittag geht es um das Impulspapier „Lobbyistin der GOTT-Offenheit“. Es plädiert dafür, dass sich die Evangelische Kirche im Rheinland vom Selbstverständnis als Volkskirche verabschiedet und neu definiert. Das Papier schlägt vor, das „Minderheitskirche-Werden“ als theologische Aufgabe anzunehmen und die Suche nach leitenden Bildern, Begriffen und Metaphern zu beginnen. Hintergrund ist die in der Freiburger Studie 2019 prognostizierte Halbierung der Zahl der Kirchenmitglieder in den nächsten 40 Jahren. Schulreferentin Beate Sträter wird in das Thema einführen. Die Theologin und promovierte Sozialwissenschaftlerin aus Bonn hat als Mitglied im Ständigen Theologischen Ausschuss der Landeskirche das Impulspapier mitentwickelt. Nach ihrem Referat diskutieren die Synodalen in Gruppen weiter.

Weiter nebenamtlich, aber mit 100 Prozent: Das schlägt die im letzten Jahr eingerichtete Arbeitsgruppe mit Blick auf die Struktur im Amt des Superintendenten / der Superintendentin der Synode zur Beschlussfassung vor. In diesem Fall würde die Pfarrstelle zur Entlastung auf 100 Prozent erhöht. Aktuell arbeitet Superintendent Mathias Mölleken auf der Grundlage eines Modells, wonach Dreiviertel der Arbeitszeit für die Leitung des Kirchenkreises, ein Viertel für Aufgaben in der Heimatgemeinde – in Möllekens Fall Meckenheim – verwendet werden. Unabhängig vom Umfang gilt dies als Nebenamt. Die Erhöhung würde ab 2023 greifen. Mölleken selbst geht 2022 in Ruhestand.

Über die begonnenen Regionalgespräche zum Pfarrstellenrahmenplan wird den Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden berichtet. Dieser von der Landeskirche vorgegebene Plan bedeutet, dass es bis 2030 anstelle der heutigen 21,5 Gemeindepfarrstellen nur noch 14,17 geben soll, dazu 8,6 Pfarrstellen in Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen. Durch mehr Kooperation und Zusammenarbeit in den drei Regionen des Kirchenkreises sollen attraktive Pfarrstellen und Personalmix erhalten sowie innovative Konzepte entwickelt werden. Das hatte die Synode schon im letzten Jahr verabredet.

Die virtuelle Synode findet am Samstag, 12. Juni 2021, von 9 bis etwa 14.30 Uhr statt.

Wer als Gast an der Video-Konferenz teilnehmen möchte, wendet sich unter superintendentur@ekbgv.de an die Verwaltung des Kirchenkreises, um Informationen zum Anmeldemodus zu erhalten. Allerdings ist die Zahl der Gäste aufgrund technischer Vorgaben begrenzt.

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 08. Juni 2021