Viele Spenden von überall

Unter angespültem Kies fast begraben: eine Rose in Euskirchen. Für Pfarrer Gregor Weichsel (Foto) auch Sinnbild für Hoffnung.

Sofort-Hilfe Unwetterkatastrophe im Kirchenkreis zieht erste Bilanz: Mal sind es Gefangene der JVA Rheinbach, eine evangelische Grundschule in Magdeburg, dann wieder die Elternschaft des Amos-Comenius-Gymnasiums in Bad Godesberg: Alle sind sie dem Spendenaufruf des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel für besonders von der Unwetterkatastrophe Betroffene gefolgt. Am 16. Juli hatten Superintendent Mathias Mölleken und sein Stellvertreter Norbert Waschk zu Spenden aufgerufen. Ihr Tenor: „Die Not ist riesig“.

Auch der Kirchenkreis selbst stattete den Soforthilfe-Fonds mit 30.000 Euro aus eigenen Mitteln aus. Kurz darauf fuhr Mölleken, der auch Meckenheimer Pfarrer ist, persönlich in die betroffenen Kirchengemeinden. Im Gepäck hatte er einen Umschlag mit 16.000 Euro Bargeld, damit die Pfarrerinnen und Pfarrer in Orten wie Swisttal, Rheinbach oder Meckenheim den Betroffenen schnell und unbürokratisch mit Geld helfen konnten. Wo Banken noch funktionierten, wurde überweisen.

„Viel Kraft“ und „Wir beten für Euch“

Nach aktuellem Stand sind zusätzliche 70.000 Euro Spenden zusammengekommen. Einige der Spenderinnen und Spender vermerkten im Verwendungszweck noch gute Wünsche: „Viel Kraft“ oder „Wir beten für Euch“ steht dort. Auch wenn die meisten Spenden aus der Region kommen, gespendet wurde bundesweit – von Hamburg bis Bayern. Die Zahlstelle der Justizvollzugsanstalt Rheinbach tätigte Überweisungen für etliche ihrer Insassen. Darunter sind viele, die selbst über Erfahrungen mit Flucht, Migration oder Obdachlosigkeit verfügen, so JVA-Pfarrer Hans-Christian Heine. Schulen haben in ihren Abschlussgottesdiensten gesammelt. Oder der hiesige evangelische Posaunenchor. Selbst in Tansania, der North-Western Diocese der ELCT, Bukoba, und dem Krankenhaus Ndolage wurde die Kollekte umgewidmet. Groß ist die Unterstützung aus Potsdam. Der Evangelische Kirchenkreis überwies allein 10.000 Euro. Die dortige Superintendentin Angelika Zädow, selbst viele Jahre Pfarrerin in Meckenheim, hatte überdies zu weiteren Spenden aufgerufen.

„Aber egal, ob ein kleiner oder großer Betrag, jede Hilfe ist willkommen. Wir sind sehr dankbar dafür“, unterstreicht Superintendent Mathias Mölleken. Diese Hilfsbereitschaft sei ebenso wie die tatkräftige Unterstützung der vielen Helferinnen und Helfer vor Ort ein Zeichen großartiger Solidarität und praktischer Nächstenliebe. „Diese Unterstützung lässt mich hoffen, dass wir als Gesellschaft auch andere Probleme wie die Klimakrise bewältigen können – wenn wir nur wollen.“

Besondere Härtefälle werden weiterhin unterstützt. Dafür stehen auch die Diakonie und die Kirchengemeinden bereit. Das noch übrige Geld aus dem Hilfsfonds Unwetterkatastrophe soll in ein Gesamtkonzept einfließen. Wo Versicherungen und staatliche Hilfen nicht greifen, will der Kirchenkreis einspringen, auch in Zusammenarbeit mit der Diakonie. Dabei gehe es schließlich auch um eine gerechte Verteilung, so Mölleken. Er ist gewiss: „Unterstützung wird in den betroffenen Gemeinden noch auf Jahre notwendig sein.“

Das Spendenkonto des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel lautet:
IBAN DE61 3705 0198 0020 0391 29, Sparkasse KölnBonn
Stichwort: Sofort-Hilfe Unwetterkatastrophe

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 02. September 2021