„Tun, was unsere Aufgabe ist“

Superintendent Mathias Mölleken. Foto: Meike Böschemeyer

Superintendent Mathias Mölleken zur Corona-Lage:

Alles ist anders. Mehr noch: Es ist wirklich ernst – so legt auch die Bundeskanzlerin unserer Gesellschaft dringend nahe: Nehmen wir es ernst!

Niemand kann mehr die Augen vor der Corona-Pandemie verschließen. Auch für uns als Kirche, die von Gemeinschaft lebt, ist das eine besondere Herausforderung. Denn gerade jetzt gilt es, weiter für die Menschen da zu sein.

Unsere Gottesdienste und Veranstaltungen sind bis auf weiteres abgesagt. Das ist bitter, aber absolut notwendig. Denn wir alle sind gefragt, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Hier sind wir alle gefordert, unser soziales Leben drastisch einzuschränken.

Dennoch: Wir sind und bleiben Gemeinde. In anderen Formen und Möglichkeiten werden wir trotz aller Restriktionen das tun, was unsere Aufgabe ist: Wir tragen die gute Botschaft in die Welt, dass Gott, der Vater Jesu Christi, uns Menschen liebt und alle Tage bei uns ist.

Kirche und Diakonie bleiben erreichbar. Die Telefonnummern der Pfarrerinnen und Pfarrer in den Kirchengemeinden in Bad Godesberg und der Voreifel sind auf den Webseiten der Gemeinden zu finden. Kontaktierbar sind sie auch per Mail. Das gilt auch für die Diakonischen Werke: Beratungseinrichtungen bleiben für die Menschen erreichbar. Allerdings wird überall dort, wo es möglich ist, auf den persönlichen Kontakt verzichtet. Beraten wird per E-Mail, Skype oder Telefon.

Gleichzeitig suchen wir neue Möglichkeiten, um Kontakt, Hilfe und Solidarität zu leben. Gemeinden organisieren ehrenamtliche Einkaufs- und Bringdienste, um die Versorgung von Menschen zu unterstützen, die ihre Wohnung nicht verlassen sollten.

Erste Video-Übertragungen von lokalen Gottesdiensten oder Andachten auf Gemeinde-Websites und in sozialen Netzwerken gab es bereits. Diese Angebote werden ausgebaut.

Ich bin sicher: Viele kreative Ideen und Initiativen werden in den nächsten Wochen entstehen.

Denken wir besonders auch an die vielen Frauen und Männer, die jetzt dazu beitragen, dass in unserem Land nicht alles zusammenbricht: Verkäufer*innen im Supermarkt, Ärzt*innen in Praxen und Krankenhäusern, das Pflegepersonal und die Polizei.

Auch wenn wir uns im Moment nicht treffen können, so werden wir uns aber auch nicht einigeln, sondern jede andere Form der Kommunikation nutzen.

Mich leitet dabei das biblische Wort aus 2. Timotheus 1,7: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Lassen wir uns ermutigen und leben mit Hoffnung und Phantasie, dass unser Glaube nicht Lippenbekenntnis ist, sondern uns auch in dieser herausfordernden Zeit trägt – so dass Solidarität lebendig und handfest ist.

Beten wir – nicht nur bei und für uns im Rheinland, in Deutschland. Für alle Menschen in Europa und auf der Welt – denn in einer globalisierten Welt macht das Virus vor keiner Grenze halt. Daher sollte unsere Solidarität auch keine Grenzen kennen.

Danke für alle Ideen, für jedes besonnene Nachdenken und Ringen um Menschen nahe zu bleiben.

Gott behüte uns und schenke uns allen die nötige Kraft.

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 20. März 2020