Tendenz hauptamtlich

Superintendent und Moderator: Mathias Mölleken sitzt konzentriert am Rechner. Foto: Uta Garbisch

Es ist kein Beschluss, aber eine wichtige Momentaufnahme: Bei der Synodalversammlung im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel tendierten 65 Prozent der Befragten für die künftige Hauptamtlichkeit im Superintendentenamt. Und selbst, wenn es nebenamtlich weiter gehen sollte, dann in Vollzeit. Haupt- oder nebenamtlich, mit 75 oder 100 Prozent als Superintendent bzw. Superintendentin den Kirchenkreis leiten, das war das […]

Es ist kein Beschluss, aber eine wichtige Momentaufnahme: Bei der Synodalversammlung im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel tendierten 65 Prozent der Befragten für die künftige Hauptamtlichkeit im Superintendentenamt. Und selbst, wenn es nebenamtlich weiter gehen sollte, dann in Vollzeit. Haupt- oder nebenamtlich, mit 75 oder 100 Prozent als Superintendent bzw. Superintendentin den Kirchenkreis leiten, das war das zentrale Thema der heutigen Versammlung. Sie fand erstmals in Form einer Video-Konferenz statt.

Mit dabei: Anne Rempel und Holger Ziesmer aus der Superintendentur. Foto: Uta Garbisch

Es war eine lebhafte Debatte, wie die Leitungsaufgabe am besten zu erfüllen ist und welche Leitung sich die Gemeinden wünschen. Da geht es um die zunehmende Verdichtung von Aufgaben, um die Frage, wie kirchliche Veränderungsprozesse am besten begleitet werden können und die Sorge, ob es künftig noch genügend Pfarrerinnen und Pfarrer zur Entlastung gibt, die den Dienst in der Gemeinde des Superintendenten übernehmen. Aktuell arbeitet Superintendent Mathias Mölleken auf der Grundlage eines Modells, wonach Dreiviertel der Arbeitszeit für die Leitung des Kirchenkreises, ein Viertel für Aufgaben in der Heimatgemeinde – in Möllekens Fall Meckenheim – verwendet werden. Trotz dieser Gewichtung der Dienstpflichten gilt dies als Nebenamt. Ein Hauptamt würde bundesweit ausgeschrieben und als volle Pfarrstelle 25 Prozent teurer. Es wäre an keine der 13 Kirchengemeinden mehr direkt angebunden.

Strukturen zukunftssicher machen

Ist selbst für das Hauptamt, auch wenn es ihn nicht mehr betrifft: Mathias Mölleken. Foto: Uta Garbisch

Eine endgültige Endscheidung soll die Frühjahrssynode im kommenden Jahr treffen. Bis dahin verabredeten die Synodalen aus Bad Godesberg, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Kreis Euskirchen einen Fahrplan. Der Nominierungsausschuss wird eine Aufgabenbeschreibung für alle drei theologischen Mitglieder des Kreissynodalvorstandes vorbereiten, also für Superintendent und dessen Stellvertreter, Synodalassessor und Skriba. Außerdem sortiert er Vorüberlegungen und Argumente für die endgültige Entscheidung. „Es geht darum, Strukturen zu klären und zukunftssicher zu machen“, betonte Superintendent Mölleken, der persönlich für eine hauptamtliche Struktur ist und den Synodalen für die intensive Diskussion dankte. Er selbst stellt sich im November diesen Jahres erneut als nebenamtlicher Superintendent zur Wahl. Da er 2022 in den Ruhestand geht, wäre im Fall seiner Wiederwahl ausreichend Zeit, die Hauptamtlichkeit vorzubereiten.

Gottesdienstjahr mit neuen Formaten, aber verschoben

Das Gottesdienstjahr wird kommen: Claudia Müller-Bück informiert. Foto: Uta Garbisch

Die übrigen Punkte der Tagesordnung waren von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Das für dieses Jahr geplante Gottesdienstjahr wird auf unbestimmte Zeit verschoben: „Bis wir wieder Gottesdienste feiern können wie vor Corona“, hofft Skriba Claudia Müller-Bück. Die Swisttaler Pfarrerin hat die Federführung in diesem Projekt, das auf gegenseitige Besuche, Kennenlernen und Vernetzung in den Gemeinden setzt. Gleichzeitig soll die große Bandbreite von neuen Formaten wie Video- und Online-Gottesdienste oder Andachen für Zuhause dann auch Teil des Angebots sein.

Hybrid-Synode im November

Die nächste Synode am 6. und 7. November wird voraussichtlich als „Hybrid-Synode“ stattfinden: Nach einer Videokonferenz am Freitagabend folgt am Samstag für die Wahlen ein kurzer Präsenzteil in einer ausreichend großen Räumlichkeit. Neben dem Superintendenten sind dann auch Skriba, zwei Synodalälteste und deren Stellvertretung zu wählen.

Gewählt

Neben der heutigen Synodalversammlung ersetzten Briefwahlen die ursprünglich für Juni vorgesehene Kreissynode. Daher hatten die Delegierten vorher per Brief gewählt: Die Wachtbergerin Melina Wolf und der Euskirchener JVA-Pfarrer Knut Dahl-Ruddies sind die beiden neuen Abgeordneten zur Landessynode. Wolf wurde als nicht-theologische Delegierte gewählt, Dahl-Ruddies als theologischer Abgesandter. Sie vertreten den Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel neben Superintendent Mathias Mölleken als Landessynodale auf der jährlichen Tagung im Januar. Außerdem bestimmten die Abgeordneten Frank Bartholomeyczik (Meckenheim) erneut zum zweiten nicht-theologischen Abgeordneten.

Pfarrer Gregor Weichsel aus Euskirchen wird Delegierter für den Evangelischen Fachverband Kindertagesstätten in Rheinland, Westfalen und Lippe. Elke Cäsar aus Wachtberg vertritt den Kirchenkreis im Rechnungsprüfungsvorstand der Prüfungsstelle Köln Bonn-Hessen für die Amtszeit 2020-2024. Zudem wurden alle von den Kirchengemeinden vorgeschlagenen Mitglieder in die zu besetzenden Ausschüsse, Synodalbeauftragungen, den Arbeitskreis Mission und Ökumene sowie das Kuratorium des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene berufen.