„Wir suchen Freunde“

Die Delegation der Rheinischen Kirche in Südafrika vor einem Jahr mit Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses. Von links: Juliane Wächter, Ausschussvorsitzende, Pfarrerin Marina Brilmayer (Koblenz), Begleiterin der Delegation, Präses Ashley Fransman, Pfarrer Tommy Solomons, Brenda Sass, Pastor Wolfgang Thielmann, Theologiestudentin Terri-Lynn Smith, Pfarrer Joseph van Houten, Presbyterin Birgit Thielmann. Foto: Heiland-Kirchengemeinde

Kapstadt ist das Ziel einer sechsköpfigen Delegation der Heiland-Kirchengemeinde. Sie besucht Ende Februar unter Leitung von Juliane Wächter für eine Woche die Rheinische Kirche in Südafrika. Ziel ist es, die Möglichkeiten für eine Partnerschaft zu sondieren. Interessierte können die Reise in Echtzeit auf der Facebook-Seite der Heilandkirche verfolgen.
Schon dreimal waren seit September 2018 Besucher aus dieser südafrikanischen Kirche in Mehlem zu Gast. Was erwarten sie von dieser Partnerschaft? Pastor Joseph van Houten aus der von Farbigen bewohnten Vorstadt Mitchells Plain im Südwesten von Kapstadt brachte es auf einen einfachen Satz: „Wir suchen Freunde.“

Historische Wurzeln

Die Rhenish Church in South Africa (RCSA), wie sie auf englisch heißt, hat zehn Gemeinden in Kapstadt und eine in Clanwilliam im nordwestlichen Umland. Mit zweieinhalbtausend Mitgliedern ist sie etwa so groß wie die Heiland-Kirchengemeinde. Ihre Gemeinden sind aus der Arbeit der früheren Rheinischen Mission hervorgegangen. In den Nachkriegsjahren gerieten sie in Vergessenheit. Seit Kurzem entwickelte sich wieder neuer Kontakt ins Rheinland. Die Kirche entwickelt Konzepte, wie sie für ihren Ort wichtig ist und Angebote macht, um Menschen mit der christlichen Botschaft zu erreichen. Das Leben in Kapstadt strengt an, vor allem, wenn man farbig und schwarz ist.

Fehlender Strom – ein großes Problem

Eins der größten Probleme liegt derzeit darin, dass oft der Strom ausfällt. Das Stromnetz ist marode. Wenn Strom fehlt, funktioniert nichts: Man kann nichts kochen, die Sachen im Kühlschrank verderben. Kein Handwerker kann eine Wasserleitung reparieren. Die Ärzte in den Krankenhäusern müssen ihre Operationen unterbrechen, bis die Motoren angesprungen sind, die Notstrom erzeugen. Verbrecher plündern Geschäfte, aber die Alarmanlage bleibt stumm, die Telefonleitungen sind tot. Man kann keine Polizei rufen. Die Arbeitslosigkeit in Südafrika liegt unter den Menschen, die keine weiße Hautfarbe haben, bei 50 Prozent. Am Strom hängen auch Arbeitsplätze – und das Engagement der Kirche.

Pastoren arbeiten ehrenamtlich

Die Leiterin des hiesigen Partnerschaftsausschusses, Juliane Wächter, hat schon zweimal Frauenkonferenzen der afrikanischen Kirche besucht. Durch weitere Besuche in beide Richtungen haben die Godesberger Verantwortlichen schon ein bisschen erfahren, wie ihre südafrikanischen Mitchristen dort ihren Glauben leben und wie sie für ihre Umgebung da sein wollen. In den Kollekten des vergangenen Septembers haben sie dafür gesammelt, dass die Kirche dort diakonische Arbeit für alte Menschen anbieten kann. Fast alle Pastoren arbeiten ehrenamtlich, denn die Gemeinden können sie nicht bezahlen.

Die Abgesandten der Heiland-Kirchengemeinde werden mit den Gemeinden in Südafrika Gottesdienst feiern und hören und sehen, wie sie anderen helfen, über die Runden zu kommen, auch mit Rat und Unterstützung, wenn zum Beispiel Frauen Handarbeiten und Esswaren herstellen und verkaufen wollen, um Arbeit zu haben und das Familieneinkommen aufzubessern.

Wie es weiter geht

Pfingsten wollen die Rheinländer und die Südafrikaner gemeinsam Gottesdienst feiern, in Mehlem und in Kapstadt. „Wer mit seinen Kindern oder Enkeln per Skype spricht, weiß, wie das funktioniert. Vielleicht hören wir die Gemeinde singen, vielleicht kommt die Predigt aus Kapstadt, und wir alle können ein bisschen Anteil nehmen an den Fragen und den Freuden einer Gemeinde dort“, erläutert Wolfgang Thielmann für die Mehlemer.

Was hat die Heiland-Kirchengemeinde, von dieser Partnerschaft?

Für Taufen in Kapstadt: Präses Ashley Fransman füllte eine Flasche mit Wasser aus dem Rhein ab. Foto: Wolfgang Thielmann

„Auch wir müssen uns fragen, wie wir Kirche für die Menschen in unserer Umgebung sind – und wie wir sie erreichen“, sagt Thielmann. „Vielleicht kommen wir im Austausch auf neue Ideen. Vielleicht aber tut es uns auch ganz einfach gut, Menschen kennen zu lernen, die in einer ganz anderen Situation als Kirche unterwegs sind, und Anteil aneinander zu nehmen.“ Deshalb wünscht er sich, dass diese Partnerschaft zur Sache der ganzen Gemeinde wird. Dass sich viele beteiligen, mit Interesse, mit Kontakten, vielleicht auch mit einem Besuch, wenn man in Südafrika Urlaub macht. Vielleicht wachse dann der Wunsch, etwas gemeinsam zu tun, Menschen dabei zu unterstützen, wie sie ihren Glauben bezeugen und anderen beim Leben helfen.

Vor einem Jahr, als die Delegation wieder nach Südafrika aufbrach, bat der Präses der Kirche, Ashley Fransman, um einen Stopp am Rhein. Dort stieg er aus und füllte eine zweieinhalb-Liter-Colaflasche mit Rheinwasser. In Kapstadt hat er seine Enkelin Zia damit getauft.

EB/gar

Vom Leben und Sterben

Wolfgang Thielmann im Gespräch mit Jürgen Domian bei der Buchvorstellung in der Kulturkirche Köln. Screenshot: EKiRInternet auf Youtube.

Soll ärztliche Hilfe bei der Selbsttötung erlaubt sein? Über diese Frage spricht der Journalist Wolfgang Thielmann am 16. Februar. Der Arbeitskreises Christen und Bioethik hat ihn zum Thema „Ich will meinen Tod selbst in die Hand nehmen. Aktive Sterbehilfe aus christlicher Sicht“ eingeladen.

Thielmann ist evangelischer Theologe, Buchautor, Autor der Wochenzeitung DIE ZEIT und lebt in Bonn. Er hat mit dem ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider und seiner Frau Anne Schneider ein Gespräch über Sterben und Sterbehilfe geführt und dieses Gespräch in einem Buch veröffentlicht: „Vom Leben und Sterben. Ein Ehepaar diskutiert über Sterbehilfe, Tod und Ewigkeit“ (Neukirchen 2019). Beide Eheleute sind gegensätzlicher Meinung. Thielmann berichtet über den Streit und die wachsende Bedeutung des Themas in unserer Gesellschaft. Anschließend ist Gelegenheit zur Diskussion.

Beginn ist am Montag, 17. Februar 2020, um 19.15 Uhr, in der Thomaskapelle Bad Godesberg, Kennedyallee 113. Der Eintritt ist frei.

Luthers Bibel

Warum eine 500 Jahre alte Übersetzung noch das Maß aller Dinge ist, klärt ein Themenabend in Wachtberg.

Die neue Lutherbibel 2017 ist ein Bestseller. Seit ihrer Vorstellung am 31. Oktober 2016 wurden mehr als 300.000 Exemplare verkauft. Wie kommt das? Was macht sie so besonders?
Wolfgang Thielmann, ZEIT-Autor und Theologe aus Godesberg, erklärt die neue Ausgabe und liest besonders schöne Texte vor.

Der Abend findet am Mittwoch, 22. Februar 2017, im Evangelischen Gemeindehaus Wachtberg-Niederbachem, Bondorfer Straße 18, statt. Beginn ist 19.30 Uhr.

Spirituelles Zuhause

Wolfgang Thielmann wird am 19. Februar mit Pastoralem Dienst beauftragt

Als junger Theologe ist er durch ein Praktikum beruflich in den Journalismus „abgebogen“. Jetzt wird ZEIT-Autor Wolfgang Thielmann mit dem pastoralen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland beauftragt.

Als Buchautor, Pressesprecher und freier Journalist hat sich Thielmann einen Namen gemacht. Der Bonner gilt als hervorragender Kenner des deutschen Protestantismus. 2016 erhielt seine Reportage über die letzten Lebensmonate seiner Mutter den Richard-von-Weizsäcker-Journalistenpreis. Seit 1999 arbeitete Thiemann bei der 2010 eingestellten katholischen Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ und bis 2016 für die ZEIT-Sonderseiten „Christ und Welt“. Von 1992 bis 1999 war er Sprecher des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Gerne erinnert er sich an die großen Tagungen des Ökumenischen Rates der Kirchen, über die er als junger Journalist berichtete. „Da habe ich eine unglaubliche Vielfalt kennen gelernt, wie Menschen ihren Glauben an Gott praktizieren und wie sie ihr Ergehen und ihre Gesellschaft gestalten oder aushalten. Das hat mich geprägt.“ Aber auch Evangelische Kirchentage und EKD-Synoden weckten wie die katholische Kirche sein journalistisches Interesse. Unter dem Titel „So geht evangelisch“ erschien 2015 seine Biografie des EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

Die evangelische Kirche bezeichnet Thielmann als sein spirituelles Zuhause. Menschen das Evangelium, die gute Nachricht von Gott, auszulegen, sieht er als einen Teil seiner Berufung. 2015 ist er in die Rheinische Landeskirche eingetreten. Zuvor gehörte er dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. an. Als deren ordinierter Pastor hielt er Gottesdienste, Beerdigungen sowie Trauungen und war als Urlauberpastor auf Langeoog und in Andalusien im Einsatz. Diese Ordination wird anerkannt, auf die rheinischen Bekenntnisse wird Thielmann nachverpflichtet. Pfarrerfortbildung in Bayern, Jurymitglied beim Predigtpreis und Mitarbeit im Beirat zum rheinischen Reformationsjubiläum sind oder waren weitere, teilweise ehrenamtliche Tätigkeitsfelder.

Wolfgang Thielmann ist 62 Jahre alt, verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Mit Gesang in der Gemeinde, Arbeit und Erholung im Garten, Radtouren und Fahrten mit seiner Ente vergnügt er sich in der Freizeit.

Der Gottesdienst zur Beauftragung von Wolfgang Thielmann zum pastoralen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland wird am Sonntag, 19. Februar 2017, mit Superintendent Mathias Mölleken gefeiert. Beginn ist um 10 Uhr im Gemeindehaus der Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg, Domhofstraße 43.

„Gottes Wort muss mit Händen zu greifen sein“

Die neue Lutherbibel stellt am 28. Oktober Wolfgang Thielmann im Gespräch mit Ebba Hagenberg-Miliu vor. Ab Freitag kommt die neu standardisierte Lutherbibel druckfrisch in die Buchhandlungen: pünktlich noch kurz vor dem Reformationsjahr 2017, wissenschaftlich auf dem neusten Stand und an vielen Stellen zurück in den für die Älteren noch vertrauten Luther`schen Wortlaut überführt.

Warum orientiert sich dieses komplett revidierte Alte und Neue Testament also wieder mehr an der Sprache des großen Reformators? Weil sie prägnant, klingend, ja poetisch war? Welche Rolle spielte Sprachschöpfer Luther für die Entwicklung von Sprache, Kultur und Glauben?

Fragen wie diese stellt die zweite Luther-Veranstaltung der Parkbuchhandlung Bad Godesberg unter dem Motto „Gottes Wort muss mit Händen zu greifen sein“ am Freitag, 28. Oktober, 19.30 Uhr. Im Gespräch ist wieder Wolfgang Thielmann (stellvertretender Leiter „Christ und Welt“ in der ZEIT) mit seiner Journalistenkollegin Ebba Hagenberg-Miliu (General-Anzeiger Bonn, epd).

Beginn ist am Freitag, 28.Oktober 2016, um 19.30 Uhr, in der Parkbuchhandlung Bad Godesberg, Koblenzer Straße 57, Eintritt 12 Euro, Reservierung in der Buchhandlung oder unter (0228) 35 21 91.

EB

Foto: EKiR/Deutsche Bibelgesellschaft

„Wer war Martin Luther …

Martin Luther

Martin Luther

und wenn ja, wie viele? Was man über den Reformator wissen und lesen sollte“ ist Thema am 20. Mai.

Der ZEIT-Journalist, Theologe und Autor Wolfgang Thielmann stellt im Gespräch mit der Autorin und Journalistin Ebba Hagenberg-Miliu diesen berühmten Theologen vor, den wir alle kennen, der uns aber auch fremd ist. Die Lutherstädte, alle Bundesländer und auch die Bonner laufen sich bereits warm und bereiten sich auf das 500. Reformationsjubiläum vor. Ebba Hagenberg-Miliu und Wolfgang Thielmann geben jetzt schon einen kleinen Vorgeschmack auf das Jubiläumsjahr.

Beginn ist am Freitag, 20. Mai 2016, um 19.30 Uhr in der Parkbuchhandlung Bonn – Bad Godesberg, Koblenzer Straße 57. Karten kosten 12 Euro, Reservierung unter (02 28) 35 21 91 oder in der Buchhandlung.

EB