Kann ich vergeben?

Aktuelle Ausgabe des PROtestant erschienen: Können Menschen vergeben? Wo sind die Grenzen? Wo sind die Chancen? Das fragt die aktuelle Ausgabe der Zeitung PROtestant im Blick auf Ostern nach zwei Jahren Pandemie und den Krieg in der Ukraine vor Augen.

Therapeuten, Pfarrerinnen und Pfarrer, Menschen mit bedrückenden Erfahrungen kommen zu Wort und zeigen: Vergebung lässt sich nicht erzwingen. Vergebung ist immer ein Geschenk. Sie kann dem, der vergibt, Freiheit und lebenswichtigen Abstand schenken, sie kann aber nie eingefordert werden. Und manchmal ist sie gar nicht möglich. Zum Beispiel nach sexuellem Missbrauch.

PROtestant zeigt auch: Vergebung ist nicht nur ein privates Thema. Die Gesellschaft, die politische Kultur braucht neue Räume für Vergebung. Denn keiner ist perfekt und viele Entscheidungen sind zunehmend komplexer. Voraussetzung sind aber „schonungslose Aufklärung und dass wir Tat und Täter klar benennen“, erklärt Superintendent Mathias Mölleken und warnt: „Es darf nicht um billige Vertröstung gehen.“ Wie vielschichtig das Thema ist, zeigt auch ein Besuch im Gefängnis und das Gespräch mit dem Pfarrer in der Rheinbacher JVA Hans-Christian Heine über ein Leben ohne die Aussicht auf Vergebung und Täter, die sich selbst auch als Opfer fühlen.

Bonner Astronautin Insa Thiele-Eich im Prominenten-Fragebogen: Meine Mission

Neben dem Schwerpunktthema gibt die angehende Astronautin, die Bonnerin Insa Thiele-Eich, im PROtestant-Fragebogen sehr persönlich Einblick in ihre Vorstellungen von Gott und der Welt und ihre „Weltraummission“ – und sie ist überzeigt, dass Jesus heute Klimaaktivist wäre. Auch sehr berührend erzählt PROtestant neun Monate nach der Hochwasserkatastrophe die Geschichte eines Helfers über Leben und Tod und wie sie bis heute nachwirkt.

Die Zeitung PROtestant erscheint drei Mal im Jahr mit einer Auflage von 6.300 Exemplaren und richtet sich an Multiplikatoren vor allem in Bonn und der Region. Sie kann kostenlos bezogen werden: Evangelischer Kirchenkreis Bonn, Adenauerallee 37, 53113 Bonn (Tel.: 0228 / 6880 300, presse@bonn-evangelisch.de). Herausgeber sind die Kirchenkreise An Sieg und Rhein, Bonn sowie Bad Godesberg-Voreifel.

Die Printausgabe erscheint in der Woche ab dem 4. April 2022.

PROtestant online zum Nachlesen hier: PRO_74_Layout_klein

und immer auf: www.protestant-bonn.de

Text: J. Gerhardt

Glanzlicht mit orthodoxem und JVA-Pfarrer

Foto (Ausschnitt): Kirchengemeinde

In einem neuen Glanzlicht-Gottesdienst am 12. März widmet sich die Johannes-Kirchengemeinde dem klassischen Passionsthema “Vergebung”. Aus aktuellem Anlass wird neben dem ursprünglich geplanten Gesprächspartner, dem Euskirchener Gefängnisseelsorger Knut Dahl-Ruddies, auch Eugen Theodor zu Gast sein. Der Pfarrer der Russisch-Orthodoxen Gemeinde aus Bad Godesberg will von seinen Eindrücken des Krieges in der Ukraine berichten.

Theodor hatte bereits kurz nach Kriegsbeginn eine Erklärung über die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bonn veröffentlicht, in der er sich dezidiert gegen den Krieg ausspricht und diesen als „Werk des Bösen“ bezeichnet. Die multinationale Gemeinde der russisch-orthodoxen Tradition verbindet in Bonn und Region orthodoxe Menschen ganz verschiedener Nationalitäten: Russen, Ukrainer, Belorussen, Moldawier, Kasachen, Kirgisen, Georgier und viele andere, auch Deutsche. Hier der Wortlaut.

Die musikalische Leitung hat Christiane Kreis. Die liturgische Rahmung übernimmt Pfarrer Tobias Mölleken mit einem Team

Der Abendgottesdienst beginnt am Samstag, 12. März 2022, um 18 Uhr, in der Bad Godesberger Immanuelkirche, Tulpenbaumweg 2.