Lieber sicher und solidarisch

Die Tanne war schon ausgesucht: Mit Wehmut hat die Kirchengemeinde Euskirchen ihre großen Open Air - Gottesdienste abgesagt. Foto: Michael Bork

Immer wieder anders. Das ist in diesen Tagen und Wochen auch bei Kirche so. Jetzt haben die Presbyterien entschieden, wie sie ab sofort mit den Gottesdiensten vor allem an Weihnachten umgehen. Das Ergebnis: Ganz überwiegend werden die Präsenzgottesdienste drinnen wie draußen bis zum 10. Januar ausgesetzt. Stattdessen setzen die Protestanten auf Online-, Video- und andere bewährte Angebote. Also heißt es trotz allem: Frohe Weihnachten!

Achten Sie am besten aktuell auf die Informationen Ihrer Kirche und Gemeinde vor Ort, da weitere Veränderungen nicht ausgeschlossen sind.

Analyse und Mut gefragt

Superintendent Mathias Mölleken hatte sich am Mittwoch an die Gemeinden gewandt. Mit Blick auf die hohen Inzidenzzahlen in Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen betont er:
„Auch wenn die Kirchenordnung die Versammlung der Gemeinde zum Gottesdienst vorsieht, gebietet die Vernunft die genaue Analyse der Situation vor Ort und auch gegebenenfalls den Mut, an diesen hohen Feiertagen zum Schutz von Menschenleben auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Auch ich möchte Sie dazu ermutigen, alternative Formen der Weihnachtsgottesdienste zu feiern, wenn Sie der Überzeugung sind, dass die Lage vor Ort keine Präsenzgottesdienste zulässt.“ Die Erfahrungen der letzten Monate habe gezeigt, dass auch Gottesdienste im Internet, Podcasts, Küchentisch-Andachten oder alternative Zusammenkünfte der Gemeinde, etwa in Form einer Videozusammenkunft, insbesondere in dieser Situation sehr wertgeschätzt werden.

Sicherheit und Solidarität gehen vor

Vor diesem Hintergrund haben die Presbyterien beraten und entschieden. Sicherheit und Solidarität sind dabei entscheidende Kriterien. Folgende Kirchengemeinden verzichten bis mindestens 10. Januar 2021 auf Präsenzgottesdienste in ihren Kirchen: Erlöser-, Heiland-, Johannes- und Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg, Euskirchen, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal, Wachtberg, Weilerswist und Zülpich.

Die  Kirchengemeinde Weilerswist hat ihren Heiligabendgottesdienst draußen auf der Pfarrwiese abgesagt, feiert an den Weihnachtstagen aber mehrere Gottesdienste. Flamersheim und Bad Münstereifel halten an ihren Angeboten fest. Wo Gottesdienste gefeiert werden, ist in jedem Fall eine Anmeldung erforderlich.

Das bedeutet für die Gottesdienste in den einzelnen Gemeinden (wird fortlaufend ergänzt):

Bad Godesberg und Wachtberg

Alle evangelischen Kirchengemeinden in Bad Godesberg und Wachtberg sagen ab sofort ihre Gottesdienste ab. Dies gilt für Feiern in den Kirchen, also Präsenz-Gottesdienste ebenso wie für Open Air-Gottesdienste. Sie verlegen ihre Verkündigung bis mindestens 10. Januar auf andere Formate wie Video-Gottesdienste, Anleitungen für Andachten zu Hause und ähnliches. Nähere Informationen dazu finden sich jetzt oder in den nächsten Tagen auf den Homepages der Kirchengemeinden.

„Es ist ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen noch grundsätzlicher zu verzichten und Gefährdungen in weitgehenstem Maße zu vermeiden. Darin erkennt die Kirche, wie es in einer Verlautbarung der westfälischen Kirche heißt, ‚den Auftrag der Liebe Gottes zu den Menschen zu entsprechen'“, erklärt Pfarrer Daniel Post, Vorsitzender des Evangelischen Godesberger Konvents.

www.erloeser-kirchengemeinde.de

heilandkirche.de

www.johannes-kirchengemeinde.de

www.thomas-kirchengemeinde.de

www.wachtberg-evangelisch.de

Evangelische Kirchengemeinde Meckenheim
meckenheim-evangelisch.de

Die Kirchengemeinde wird ab sofort auf alle Präsenzgottesdienste Kirchen verzichten. Ab dem 4. Advent bis zum 10. Januar werden alle Gottesdienste live im Internet übertragen, ohne Besucher*innen. Auch die geplanten Open Air-Gottesdienste an Heiligabend fallen aus.

Evangelische Kirchengemeinde Rheinbach
www.ev-kircherheinbach.de

Auch in Rheinbach finden vorerst keine Präsenzgottesdienste mehr statt. Das Presybterium: „Gerne hätten wir mit Ihnen Gottesdienste in der Gnadenkirche oder draußen gefeiert, halten aber angesichts der gegenwärtigen Lage unsere gestern getroffene Entscheidung für verantwortungsvoller.“

Evangelische Kirchengemeinde Swisttal
ev-kirche-swisttal.de

Bis zum 10. Januar werden keine Gottesdienste in Präsenz gefeiert werden. Die Versöhnungskirche und die Maria-Magdalena-Kirche sind tagsüber für persönliche Einkehr und Gebet Einzelner geöffnet.  Zu Weihnachten und zu Silvester sind Streaminggottesdienste aus der Maria-Magdalena-Kirche geplant, die über die Homepage abrufbar sind. Hier gibt es  auch weitere Andachten in Schriftform, sowie Hinweise auf Fernsehgottesdienste und Angebote für Kinder.

In den Tagen zwischen dem vierten Advent und Heiligabend wird an alle Haushalte der Kirchengemeinde ein Weihnachtsgruß mit Anregungen für eine Feier zu Hause verteilt.

„Weihnachten 2020 wird ohne Gottesdienste mit Gemeinde und lautem Gesang von „O du fröhliche …“ in unseren Kirchen völlig anders werden, als wir es gewohnt sind. Auch auf Besuche und gemeinsames Feiern müssen wir größtenteils verzichten. Wir tun das, um andere und uns selbst zu schützen“, erläurtet Pfarrerin Claudia Müller-Bück.

Evangelische Kirchengemeinde Euskirchen
ev-kirche-euskirchen.de

Für die Zeit des „harten Lockdowns“ verzichtet die Kirchengemeinde auf Gottesdienste: „Die sich weiter zuspitzende Lage hat uns veranlasst, nun alle Gottesdienste für die Zeit des harten Lockdowns abzusagen und so auf Nummer sicher zu gehen. Damit stellen wir uns auch an die Seite der Gastronomen, Kulturschaffenden, Einzelhändler und vieler anderer, die vergleichbare Hygienekonzepte haben. Wir verzichten auf unser Privileg.“ begründet Pfarrer Weichsel die Entscheidung des Presbyteriums.

Stattdessen: Zwei Gottesdienste sind am Heiligen Abend als Streaming-Angebot über die Homepage zu sehen und können zu Hause mitgefeiert werden: Ab 16.30 Uhr eine Familien-Christvesper für Groß und Klein und ab 18.15 Uhr die Christmette mit dem Vokal-Ensemble TON-ART. Außerdem erscheint ein Heft mit einer Hausandacht, das zum Beispiel in der Adventskerze vor der Kirche abgeholt, auf der Homepage heruntergeladen oder auf Wunsch zugeschickt werden kann. Am 1. und 2. Weihnachtstag wird ein Gottesdienst live aus der Kirche übertragen ohne dort anwesende Gemeinde. In den vergangenen Wochen nutzten rund 70 Haushalte bereits dieses Angebot aufgrund der stark reduzierten Plätze in der Kirche. Aktuelle Informationen erscheinen auf der Homepage.

Evangelische Kirchengemeinde Flamersheim
www.kirchengemeinde-flamersheim.de

Präsenz-Gottesdienste werden an Heiligabend und Weihnachten angeboten. Die Gottesdienste sind höchstens 30 Minuten lang.  Außerdem gibt es einen Online-Gottesdienst.

Evangelische Kirchengemeinde Bad Münstereifel
www.badmuenstereifel.ekir.de

Der angekündigte Familiengottesdienst am 24. Dezember um 15 Uhr im Gemeindegarten in Arloff findet nicht statt. Stattdessen gibt es einen Videogottesdienst auf dem Youtubekanal.

Evangelische Kirchengemeinde Weilerswist
www.mlkw.de

Nun sind auch in Weilerswist alle Präsenz-Gottesdienst bis zum 10. Januar abgesagt (Stand Montag). Die Kirchengemeinde wird einen Videogottesdienst für den Heiligen Abend auf ihrer Homepage einstellen. Familien mit Kindern empfiehlt sie die Angebote im Fernsehen.

Evangelische Christus-Kirchengemeinde Zülpich
www.ev-christuskirche-zuelpich.de

Ab sofort bis einschließlich 10. Januar werden keine Präsenzgottesdienste gefeiert. Diese werden durch Livestream oder vorherige Aufzeichnungen ersetzt. „Wir hoffen, durch diesen Verzicht die allgemeinen Bemühungen zu unterstützen und so ein Zeichen der Solidarität zu setzen“, so Pfarrer Ulrich Zumbusch.

„Bzgl. der Abfrage möchte ich mitteilen …“

Es gibt Lebensbereiche, die geordnet laufen müssen. Und es gibt technische Entwicklungen, für die die Menschen je zur gegebenen Zeit ordentliche Lösungen schaffen müssen. Also schreibt der Mensch einen Brief, genauer: der Mensch im Amt. Und dann kommt’s: Wer fragt, bekommt auch Antwort. Geordnet.

Beim Ecclesia Versicherungsdienst GmbH sind zuletzt öfter Anfragen zum Versicherungsschutz bei der Nutzung von Drohnen gelandet. Um einen Sammelvertrag zu organisieren, hat das Landeskirchenamt – fürsorglich und ordentlich – alle Kirchengemeinden angeschrieben und um Rückmeldung gebeten. Gefragt wurde, wer wie viele Multi- oder Quadrocopter im Einsatz hat und ob diese das Gewicht von 5 Kilo nicht übersteigen – denn daran hängt die Prämienfreiheit. Diese Abfrage zu den kleinen unbemannten Flugzeugen ist aktuell: Die Rückmeldefrist lautet 14. September.

Solange braucht der Gemeindepfarrer in Zülpich nicht. Ulrich Zumbusch mailt prompt und beginnt mit ordentlicher Bezugnahme: „bzgl. der landeskirchlichen Abfrage hinsichtlich des Besitzes von Drohnen möchte ich mitteilen, dass unsere Kirchengemeinde ca. 13.241 Drohnen besitzt“.

Allerdings, teilt der Pfarrer mit, werde sich die Zahl zum Winter hin deutlich reduzieren. Und weiter informiert er, wie gewünscht detailliert: „Es handelt sich um sog. Duokopter mit zwei Flügeln. Das Gewicht der einzelnen Drohne übersteigt nicht 5 kg, sondern liegt bei ca. 2 g, so dass keine separate Luftfahrt-Haftpflicht-Versicherung in Frage kommt.“

Selektive Wahrnehmung

Die Vertragskonditionen im Blick, schreibt er weiter: „Beitragsmindernd könnte sich bei der Versicherung auswirken, dass unsere Drohnen aufgrund ihres geringen Gewichts beim Absturz relativ wenig Schaden anrichten. Ich bitte dahingehend mit der Versicherung günstige Bedingungen zu verhandeln.“

Datenschutzrechtlich – greift er einen bis dato völlig übersehenen Aspekt auf – „entstehen m. E. keine Probleme, da die Drohnen beim Überfliegen fremder Grundstücke die Umgebung nur sehr selektiv wahrnehmen“. Laut Information von Pfarrer Ulrich Zumbusch leben die Zülpicher Drohnen verteilt auf sechs Bienenvölker.

ekir.de / neu, je, Foto Martin Magunia / 10.08.2018