OrgelCamp

Orgelmusik fasziniert. Noch begeisternder ist es, selbst die Orgel zu spielen. Um dieses Erlebnis jungen Menschen zu ermöglichen, wird erneut das „OrgelCamp“ angeboten, ein Training für den Nachwuchs.

Insbesondere Jugendliche aus der Region Rhein-Sieg lädt die Troisdorfer Kirchenmusikdirektorin Brigitte Rauscher ganz herzlich dazu ein, an dem außergewöhnlichen viertägigen Event teilzunehmen. Es findet zu Beginn der nordrhein-westfälischen Sommerferien statt: vom 29. Juni bis 2. Juli. Das OrgelCamp richtet sich an Jugendliche zwischen zwölf und zwanzig Jahren. Bewerbungsschluss ist am 30. April.

15 Plätze wird es bei dem OrgelCamp geben, einer Kooperation des Rhein-Sieg-Kreises und der Thomas-Morus-Akademie, gefördert vom Landschaftsverband Rheinland, dem Erzbistum Köln und der Evangelischen Kirche im Rheinland. Und das erwartet die Teilnehmenden: erster Orgelunterricht, Informationen über das Instrument, ein exklusiver Besuch der Orgel im Kölner Dom mit dem Domorganisten und ein kleines Abschlusskonzert. Der Kostenanteil beträgt 100 Euro. Untergebracht werden die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen im Katholisch-Sozialen Institut in Siegburg. Zu den Mitwirkenden gehört Kirchenmusikdirektorin Rauscher selbst, neben weiteren auch die junge westfälische Diplom-Musiklehrerin Johanna Wimmer.

Informationen und Link zum Bewerbungsformular: orgelkultur-rhein-sieg.de/orgelcamp

Text und Foto: ekasur.de

 

Kalle und die schöne Orgelmusik

Lange hatte sich die Evangelische Kirchengemeinde Rheinbach auf den Kinderchortag Ende März vorbereitet. Dann kam Corona – und Kantorin Mascha Korn ließ sich etwas anderes einfallen, um trotzdem eine Aufführung möglich zu machen.

Es hätte so schön werden können. Für Ende März hatte die Evangelische Kirchengemeinde Rheinbach im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis alle Kinderchöre im Kirchenkreis zu ihrem Kinderchortag eingeladen. Zum Abschluss war ein großes Konzert geplant. Doch eine Woche vor dem Termin machte die Coronakrise den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Die Enttäuschung war groß, vor allem bei den Kindern. „Ich habe gedacht: Jetzt brauchen wir irgendetwas anderes“, sagt Mascha Korn, Kantorin der Gemeinde.

In den Osterferien hatte sie die zündende Idee. Eine Geschichte sollte es werden, unterbrochen von Orgelmusik und mit dem Ziel, möglichst viele der 42 Kinder aus den beiden Chorgruppen im Grundschulalter über das Vorlesen und/oder das Malen von Bildern zu beteiligen. Korns Tochter Johanna (12) schaffte es noch in den Ferien, die Hörspielgeschichte zu schreiben. „Ich hatte nur vorgegeben, dass es um Tiere und um Musik gehen soll“, erzählt ihre Mutter.

Chorkinder übernahmen das Vorlesen und die Bebilderung

In der ersten Zoom-Chorprobe nach den Ferien holte die Kirchenmusikerin auch das Einverständnis ihrer jungen Sängerinnen und Sänger ein. Die Idee traf auf große Zustimmung: Fast alle Kinder hatten Lust mitzumachen. Während sie sich ans Üben für das Lesen und an die Illustration der Handlung setzten, nahm Mascha Korn die passende Orgelmusik auf – mal Werke von Haydn, Bach und Telemann, mal Orgelbearbeitungen von Kinderliedern oder auch eigene Stücke.

Die Kinder schickten ihre Textpassagen per Sprachnachricht an die Kantorin. Wo Gruppengeräusche gefragt waren, musste die nächste Chorprobe vor den Bildschirmen herhalten. Das Zusammenfügen der Sprach- und Musikaufnahmen mit den gemalten Bildern zu einem fast 30-minütigen Video war für die 45-jährige Chorleiterin Neuland: „Ein Video hatte ich bis dahin noch nie gemacht.“

„Aufregung im Wald“ über Kalles Verschwinden

Seit dem 16. Mai ist das gelungene Ergebnis auf der gemeindeeigenen Internetseite zu sehen. Das Hörspiel „Aufregung im Wald“ erzählt von den beiden Freunden Max, dem Eichhörnchen, und Rosina, dem Rehkitz, die wie fast alle anderen Tiere des Waldes auch die Waldschule besuchen. Dort vermissen sie eines Tages das Kaninchen Kalle, das spurlos verschwunden ist. Der Verdacht fällt auf die Wölfe. Aber für Kalles zwischenzeitliches Verschwinden gibt es am Ende zum Glück eine viel freundlichere Erklärung – und die hat wiederum mit schöner Orgelmusik und einem Kinderchor zu tun.

Den Link zum Hörspiel hatte Mascha Korn den Kindern zuvor in der Zoom-Chorprobe mitgeteilt, verbunden mit der Aufforderung, für die Eltern eine Einladung zu schreiben. So konnte es am Wochenende zumindest eine familieninterne Aufführung geben – vor dem Computerbildschirm. Inzwischen wurde das Projekt auch über Rundmails, den Gemeindebrief und einen Bericht in der Lokalzeitung bekannt. „Es gab ganz viele Reaktionen“, freut sich die Initiatorin. Mehr als 500 Besuche auf der Seite und zahlreiche begeisterte Kommentare sind der Lohn für die kreative Arbeit.

Sicherheitskonzept für Chorproben eingereicht

Trotzdem sehnt die Kantorin schon den Moment herbei, wenn sie ihren Sängerinnen und Sängern endlich wieder persönlich gegenüberstehen kann. Gerade erst hat sie ein Sicherheitskonzept für Proben mit Kleingruppen im Garten eingereicht. „Zumindest die Kinder und Jugendlichen würde ich vor den Sommerferien gerne noch einmal sehen.“

Gerade jetzt: Offene Kirchen

Innehalten, eine Kerze anzünden, beten – geöffnete Kirchen bieten in vielen Kirchengemeinden dazu Gelegenheit. Gerade wer vielleicht Bedanken hat, einen öffentlichen Gottesdienst zu besuchen, kann hier die Kirche aufsuchen. Neben stillen Augenblicken gibt es bisweilen auch Orgelmusik, Psalm-Lesung oder Abendsegen. Offen sind aktuell dafür Kirchen in Bad Godesberg, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal. Abstands- und Hygieneregeln gelten natürlich auch hier.

Erlöser-Kirchengemeinde
Der Raum der Kirchen ist ein besonderer. Er lädt ein zur Versammlung, aber natürlich auch zum Innehalten, zum Nachdenken und zum stillen Gebet. Einige werden auch noch Bedenken haben, ab Mitte Mai wieder Gottesdienste zu besuchen und manchen ist es vielleicht doch lieber, bei einem Spaziergang die Möglichkeit zu haben, in aller Ruhe in der Kirche Platz zu nehmen, zu beten oder eine Kerze anzuzünden.
Erlöserkirche, Rüngsdorfer Straße 43, Freitags und samstags jeweils von 16 bis 18 Uhr

Thomas-Kirchengemeinde
Die Pauluskirche in Friesdorf öffnet ihre Türen nun auch außerhalb des Gottesdienstes für Gebet und Stille. Kantorin Angelika Buch, Pfarrer Siegfried Eckert und Pfarrer Dr. Jochen Flebbe sind abwechselnd vor Ort. Ihnen ist es wichtig, dass die Pauluskirche in dieser Zeit der Krise einen Ort bietet, in dem man einmal außerhalb der eigenen vier Wände zur Ruhe kommen kann – vollkommene oder mit Musik untermalte Stille genießen, der Orgel lauschen oder auch Sorgen und Ängste, aber auch Freude und Dank im stillen Gebet vor Gott äußern kann. Auch ein kleiner Abendsegen kann am Ende der Öffnungszeit stehen. Die Öffnung soll vorerst bis Pfingsten erfolgen.
Pauluskirche, In der Maar 7: Dienstag bis Donnerstag, 17 bis 19 Uhr
Christuskirche, Wurzerstraße 31: Dienstag bis Freitag, 10 bis 15 Uhr

Kirchengemeinde Meckenheim
Alle drei Kirchen sind für ein stilles Gebet und Kerzenentzünden geöffnet. Wer kommt, kann außerdem Orgelmusik, Psalm-Lesungen und einen liturgischen Abendsegen hören und erleben. Um zu vermeiden, dass sich viele Besucher gleichzeitig im Kirchraum aufhalten, gibt es dafür keine festen Uhrzeiten.
Christuskirche, Dechant-Kreiten-Straße,  sonntags 9.30 bis 13 Uhr und mittwochs 16 bis 18.30 Uhr
Arche, Akazienstraße 3, sonntags 10 bis 17 Uhr,
Friedenskirche, Kurt-Schumacher-Straße, montags bis freitags 10 bis 17 Uhr

Kirchengemeinde Rheinbach
Nach dem Glockengeläut um 18 Uhr gibt es einen kurzen liturgischen Impuls von einem unserer Prediger mit einer Einladung zum stillen Gebet. Maximal 21 Personen, sich in eine Liste eintragen müssen, finden in der Kirche Platz.
Gnadenkirche, Ramershovener Straße, montags, mittwochs und samstags von 18 bis 19 Uhr

Kirchengemeinde Swisttal
Maria-Magdalena-Kirche, Sebastianusweg, Swisttal-Heimerzheim, Sonntags bis donnerstags, 9 bis 17 Uhr

Orgel trifft Weltall

Astronaut Gerhard Thiele am 15. April im Gespräch mit Jürgen Wiebicke: Im Februar 2000 war Thiele an Bord des Raumschiffs Endeavour, als es zu einem 11-tägigen Aufenthalt ins All startete. Er ist damit einer der wenigen Menschen, die die Erde aus dem Weltall erleben durften. Das Mitglied der Thomas-Kirchengemeinde ist mittlerweile vielgefragter Redner auf internationalen Veranstaltungen.

An diesem Abend erzählt Thiele von seinem einzigartigen Beruf, mit dem er sich seinen Kindheitstraum erfüllt hat. Sein Gesprächspartner ist WDR-Moderator Jürgen Wiebicke, bekannt vom Tagesgespräch und dem Philosophischen Radio.

Außerdem dabei ist Tochter Dr. Insa Thiele-Eich. Sie wurde im vergangenen Jahr Siegerin des Ausscheidungsverfahrens „Die Astronautin“, um möglicherweise als erste deutsche Frau ins All zu fliegen. Teilnehmende haben Gelegenheit, Gerhard Thiele Fragen zu seinem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit zu stellen.

Für passende Klänge an der Ott-Orgel sorgt Prof. Dr. Wolfgang Bretschneider. Im Anschluss findet ein geselliges Beisammensein im Gemeindesaal mit Wein und Fingerfood statt.

Der Benefiz-Abend für eine neue Orgel beginnt am Sonntag, 15. April 2018, um 18 Uhr, in der Christuskirche Bad Godesberg, Wurzerstraße 31. Der Eintritt ist frei, die Gemeinde bittet aber um großzügige Spenden für die neue Orgel der Kirche. Der gesamte Erlös kommt auf Wunsch von Gerhard Thiele diesem Projekt zugute.

EB/gar