So geht es 2026 weiter

Edna Li (2.v.l.) und Pfarrer Gregor Weichsel (Mitte) zwischen den südafrikanischen Partnerschaftsverantwortlichen.
Foto: privat

Die Partnerschaft des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel mit der Rheinischen Kirche in Südafrika steht vor den nächsten Schritten. Vom 3. bis 8. Februar besuchen Synodalassessor Gregor Weichsel (Euskirchen) und Prädikantin Edna Li (Bonn) die Partnerkirche in Kapstadt und Umgebung und sind in mehreren Gemeinden zu Gast. Zuvor nehmen sie ab dem 23. Januar an einer Fortbildung […]

Die Partnerschaft des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel mit der Rheinischen Kirche in Südafrika steht vor den nächsten Schritten. Vom 3. bis 8. Februar besuchen Synodalassessor Gregor Weichsel (Euskirchen) und Prädikantin Edna Li (Bonn) die Partnerkirche in Kapstadt und Umgebung und sind in mehreren Gemeinden zu Gast. Zuvor nehmen sie ab dem 23. Januar an einer Fortbildung in Kapstadt teil, die ebenfalls von der Partnerkirche mitgestaltet wird. Die Teilnehmenden dort beschäftigen sich mit Postkolonialismus und der Rolle der Kirchen bei der Überwindung der Apartheid, die die Menschen in Rassen aufteilte, voneinander trennte und vielen ihre Rechte nahm. Die Fortbildung wird veranstaltet vom Gemeinsamen Pastoralkolleg der Landeskirchen in Rheinland, Westfalen und Lippe sowie der Reformierten Kirche zusammen mit der Vereinten Evangelischen Mission.

Pfarrer Albi Roebke (2.von links) mit Absolventen des Trauma-Seminars in Kapstadt. Foto: privat

Auch ein im vergangenen Jahr begonnenes Projekt mit Notfallseelsorger Pfarrer Albi Roebke geht in eine neue Runde. Im vergangenen Jahr ist Roebke zweimal in die Partnerkirche gereist. Zusammen mit den Dozentinnen Eva Freda und Lisa Lebek hat er Workshops zur Erkennung und Begleitung von Traumata veranstaltet und dabei Schulen, Gemeinden und kommunale Einrichtungen besucht. Die Partnerkirche hatte darum gebeten, weil die südafrikanische Gesellschaft zunehmend von Kriminalität geprägt ist. Auch viele Angehörige der älteren Generation haben persönlich Gewalt erlitten und konnten sich aufgrund der Apartheid nicht dagegen wehren. Am Ende des zweiten Workshops konnten die Ausbilder Zertifikate ausstellen.

Weitere Fortbildungen sowie Austauschrunden und der Aufbau der praktischen Arbeit werden für dieses Jahr mithilfe von Online-Treffen vorbereitet. Dabei sollen beide Seiten voneinander lernen. „In Europa wird traumatischer Stress individuell und psychologisch gesehen“, sagt Roebke. „Die südafrikanische Perspektive bereichert unsere Sicht. Sie hat Wirkungen bis in die Ausbildung: Wie kann ich ein Trauma theologisch einordnen? Wo finde ich auch spirituelle Hilfe und Anregung?“
Zugleich hat die in Südafrika für das Programm zuständige Pfarrerin Jeconiah Plaatjes Kontakt zur Polizei aufgenommen. „Dort bin ich auf großes Interesse an unserer Arbeit gestoßen“, berichtete sie. Nun will sie erreichen, dass auch dort wie in Deutschland ehrenamtliche Notfallseelsorger die Einsatzkräfte begleiten und die Nachsorge aufnehmen. „Unser Auftrag geht ja weiter, wenn die Polizei abzieht“, ergänzt Albi Roebke.

Die Rheinische Kirche in Südafrika ist aus der Arbeit der Rheinischen Mission hervorgegangen. Die Partnerschaft entwickelte sich seit 2018 mit Unterstützung der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), der Nachfolgeorganisation der Rheinischen Mission. Im November 2023 stieg der Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel in das Projekt ein. Im Oktober 2024 wurde auf einer internationalen Versöhnungskonferenz in Kapstadt eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Die VEM war durch Generalsekretär Pfarrer Andar Parlindungan vertreten, die Evangelische Kirche im Rheinland durch die Ökumenedezernentin Oberkirchenrätin Wibke Janssen. Auf der Konferenz wurden auch eine Reihe Folgeprojekte vereinbart.

Die Partnerschaft wird auf Augenhöhe organisiert. Unter anderem bestreiten beide Partner die Finanzierung gemeinsam. Die praktische Gestaltung liegt in den Händen einer sechsköpfigen gemeinsamen Steuerungsgruppe. Den Kirchenkreis vertreten dort Juliane Wächter (Bonn, Vorsitzende); Synodalassessor Pfarrer Gregor Weichsel (Euskirchen) und Pastor Wolfgang Thielmann (Bonn). Die südafrikanischen Mitglieder sind: Vizepräses Pfarrer Daniel Sass, Ingenieur Jamaalodien Collins und Direktorin Petronella Solomons (alle Kapstadt).

Wolfgang Thielmann