Searching The Silence

Tanz, Musik, Fotos, Texte und Schauspiel: Am 30. Oktober zeigt der renommierte Regisseur Brian Michaels in der Heilandkirche ein ganz besonderes Theaterprojekt. Darin erinnern vier polnische Künsterler*innen an die Judenverfolgung der 30er und 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Searching the Silence – A Jewish-Polish Road Movie Performance – erforscht den beispiellosen Verlust einer bedeutenden Kultur im polnischen Kontext. Für tausend Jahre verstanden osteuropäische Juden Polen als ihre Heimat – das Land zu dem sie gehörten. Michaels hat selbst polnische Wurzeln. Seine Performance sucht zu ergründen, was geschieht, wenn dort durch Verfolgung und Vernichtung quasi ein halbes Dorf verschwindet. Was passiert, wenn diese Welt plötzlich und gewaltsam verschwindet? Wie lebt die andere Hälfte weiter? Was bleibt? Wie überlebt das Erbe?

Brian Michaels, 1948 in London geboren, ist britischer Theater- und Opernregisseur. Heute lebt er in Bonn-Mehlem. Seine eigenständige Theaterlaufbahn begann er 1978 mit der Gründung des „Teatro Siciliano“, des ersten Immigranten-Theaters und Vorläufers des Gallus-Theaters in Frankfurt am Main. Seine Arbeit mit dem hier von ihm gegründeten Ensemble „I MACAP“ orientierte sich an der Tradition der Commedia dell’arte und erlangte internationale Anerkennung. 1984 wurde er eingeladen, mit Jugendlichen seine eigene Version von Homers Odyssee am Staatstheater Stuttgart zu inszenieren. Der Erfolg dieser Produktion war Auftakt für eine ganze Reihe von Operninszenierungen. Als Theaterregisseur inszenierte Brian Michaels unter anderem in Essen, Basel, München, Hamburg, Wuppertal, Düsseldorf, Tel Aviv, Ramallah, Timișoara (Rumänien), New York und Los Angeles.

Im Anschluss an die Performance haben die Besucher*innen Gelegenheit, mit Brain Michaels zu diskutieren. Die Aufführung beginnt am Mittwoch, 30. Oktober 2019, um 19.30 Uhr, in der Heilandkirche Bad Godesberg, Domhofstraße 49. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird am Ausgang gebeten.

EB/gar

 

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 22. Oktober 2019