„Schule machen – Lehren und Lernen menschenfreundlich“

Prof. Tanja Gojny (rechts), Martin Kupsch mit den Schulreferent:innen Beate Sträter und Hiltrud Stärk-Lemaire. Foto: Uta Garbisch

„Und dann sollen wir auch noch die Schule weiterentwickeln“: Die Überschrift des Impulses von Dr. Martin Kupsch löste bei den Teilnehmenden des diesjährigen Tags des Religionsunterrichts in Bonn ein hörbares Schmunzeln aus. Der leitende Regierungsschuldirektor von der Bezirksregierung Köln gab Einblicke in die Qualitätsanalyse an Schulen „im Kontext herausfordernder Bedingungen“. Kupsch warb dafür, „das ein […]

„Und dann sollen wir auch noch die Schule weiterentwickeln“: Die Überschrift des Impulses von Dr. Martin Kupsch löste bei den Teilnehmenden des diesjährigen Tags des Religionsunterrichts in Bonn ein hörbares Schmunzeln aus. Der leitende Regierungsschuldirektor von der Bezirksregierung Köln gab Einblicke in die Qualitätsanalyse an Schulen „im Kontext herausfordernder Bedingungen“. Kupsch warb dafür, „das ein oder andere anders zu machen – nicht mehr“. Wohlwissend, dass sich „Schule“ seit acht Jahren „im Krisenmodus“ befindet.

Gute Schule machen

Referent Martin Kupsch. Foto: Uta Garbisch

Dabei wollten die Lehrkräfte eine „gute“ Schule, die sich an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientiert. Die oft geschätzte, hohe kommunikative Dichte koste auch viel Zeit, so Kupsch. Schul- und Unterrichtsentwicklung sei daher nicht nur „nice to have“. Sie biete eine Perspektive zum Umgang mit Herausforderungen und ziele nicht auf den „Mehr“, sondern auf „Anders“. Sie wolle das weiterentwickeln, was helfe und funktioniere. So gelänge es „gute Schule zu machen“ und menschliches Lehren und Lernen zu verwirklichen. Konkret riet Klupsch den Lehrkräften im Fach Religion, Verbündete im Kollegium zu suchen, fächerverbindende Kooperationsstrukturen aufzubauen und außerschulische Lernorte nicht nur punktuell, sondern sequentiell zu nutzen.

Zwischenräume suchen und finden

Professorin Tanja Gojny. Foto: Uta Garbisch

Zwischenräume waren das Oberthema des zweiten Impulses von Prof. Dr. Tanja Gojny, Religionspädagogin von der Universität Wuppertal. Ihr Input hieß „Und zwischendrin Religion. Religionsunterricht und religiöses Schulleben als Reibungsfläche und Ressource“. Bildung sei ein Zwischenraum, wo Kulturen sich begegnen. Schulen seien kulturelle wie religiöse Zwischenräume. Deshalb gelte es, einen pluralitätsfähigen Religionsunterricht zu entwickeln. Konkret gelte es, zu prüfen, wo die Schülerinnen und Schüler das Fach Religion als Reibungsfläche oder Ressource wahrnehmen. Welche Lieder wünschen sie sich? Welche Feierformen überhaupt? Ziel sei dabei ihnen deutlich zu machen, „hier ist ein Zwischenraum für mich und auch für andere“. Es gelte, die religiösen Bedürfnisse zu diskutieren und Spannungen zu benennen. Vielleicht sei dann ein Schulgottesdienst oder eine multireligiöse Feier nicht das richtige in jeder Situation. Aber es gebe eine Weihnachtszeit, „auch für die, die damit nichts anfangen können“.

Viele Praxisideen

In drei Workshops vertieften die Lehrerinnen und Lehrer das Thema. Da ging es um Praxisideen zur „Entlastung durch Teilen von Verantwortung“ oder den „Frei Day“, wo Kinder lernen, die Welt zu verändern. Ein Lernformat für alle Schulformen, in dem das Leben die Fragen stellt. Schüler:innen sind selbst gewählten Zukunftsfragen auf der Spur. Sie entwickeln innovative und konkrete Lösungen. In der „WUNDERwerkstatt Schule“ konnten die Lehrkräfte erfahren, wie Schule zu einem Ort der Freude wird – für Schüler:innen und Lehrer:innen.

Der Tag des Religionsunterrichts findet alljährlich und nun schon zum 26. Mal am Buß- und Bettag unter der Regie der Schulreferentinnen Beate Sträter und Hiltrud Stärk-Lemaire zu einem Schwerpunktthema statt. Der ganztätige Termin mit vielen Angeboten der Mediothek ist Treffpunkt der evangelischen Religionslehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen in den Kirchenkreisen An Sieg und Rhein, Bad Godesberg-Voreifel und Bonn.

www.reli-bonn.de

Der Tag des RU im Bonner Haus der Kirche. Foto: Uta Garbisch
Stets auch dabei: Ute Schramm mit ihren Schätzen aus der Mediothek. Foto: Uta Garbisch