Reformationstag 2020

Macht auch vor dem Reformator nicht halt: die Alltagsmaske. Foto: KG Euskirchen Ausschnitt

Ein „Video Spezial“ in Euskirchen, „Luther flashs“ als Kulturabend in Bad Godesberg und viele Gottesdienste: Die evangelischen Kirchengemeinden laden am Samstag, 31. Oktober 2020, zu Reformationsgottesdiensten ein. Einige feiern das Fest auch am nächsten Tag, Sonntag, 1. November. Sie erinnern damit an den Beginn der Reformation vor 503 Jahren.

Kirche verändert sich ständig

Superintendent Mathias Mölleken, der auch Pfarrer in Meckenheim ist, sagt zum diesjährigen Reformationstag: „Corona – und alle Welt ist betroffen. Tiefe einschneidende Veränderungen im persönlichen, wie im gesellschaftlichen und beruflichen Leben bestimmen den Alltag. Zwischen großer Sorge und berechtigter (Existenz-) Angst und der Zuversicht, ‚durchzukommen‘ bewegen sich viele Gedanken der Menschen, mit denen ich spreche.

So ist auch unser Glaube und kirchliches Leben herausgefordert. Selten hat sich die Notwendigkeit, sich ganz schnell ein- und umzustellen, sich dabei zu verändern und zu entwickeln erwiesen. Digitale Formate der Verkündigung, neue Formen der Begegnung, Besuche am Gartenzaun und per Telefon, praktische Hilfen, Kulturangebote „to go“ und vieles mehr sind entstanden und geben einen sehr lebendigen Beleg für die reformatorische Grunderkenntnis: „ecclesia semper reformanda“. Die Kirche ist in Bewegung und verändert sich ständig – eben auch notwendigerweise, um den Menschen mit der Botschaft von Gottes Liebe nah zu bleiben.“

Gottesdienste und ein Kulturabend in Bad Godesberg

In diesem Jahr findet in Bad Godesberg coronabedingt kein gemeinsamer Reformationsgottesdienst aller Gemeinden statt. Jede Gemeinde feiert ihn für sich. Die Erlöser-Kirchengemeinde trifft sich um 18 Uhr in der Erlöserkirche, Rüngsdorfer Straße43. Im Anschluss lädt die Gemeinde zu einem kleinen Empfang ein, der sich auf die Kirche und das neue Gemeindezentrum verteilt. Ebenfalls um 18 Uhr lädt die Heiland-Kirchengemeinde in die Heilandkirche, Domhofstraße 43-49, ein. Der Reformations-Gottesdienst der Johannes-Kirchengemeinde beginnt um 18 Uhr in der Immanuelkirche, Tulpenbaumweg 2-4. Die Thomas-Kirchengemeinde lädt um 18 Uhr in die Christuskirche, Wurzerstraße 31, ein.

 

Einen Kultur- und Gesprächsabend zur Reformation heute gibt es ab 20 Uhr in der Pauluskirche Bad Godesberg, In der Maar 7. Zum Reformationsjahr 2017 war LUTHER FLASHS ein unkonventioneller Beitrag: Aus fotografischer Perspektive unserer Alltagswahrnehmungen wurden mit theologisch-heuristischem Eros Fragen nach der Präsenz, Wirkung, Prägekraft der Reformation in unserer postmodernen Gesellschaft gestellt. Am diesjährigen Reformationstag ein UPDATE: Sind diese Fragen nach wie vor aktuell? Oder müssen wir sie im Lichte gegenwärtiger Szenarien womöglich neu stellen? Dazu gibt es Gedanken von Professorin Dr. Cornelia Richter, Universität Bonn, ein Publikumsgespräch, ausgewählte Bilder und viel Jazz-Musik. -> Das Programm

Warum evangelisch? Antworten liefert ein Video mit Mitmachaktion

Das Rezept zum Mitmachen, auch vegetarisch. Foto: Kirchengemeinde Euskirchen

Zu einem „Video Spezial zum Reformationstag“ lädt die Kirchengemeinde Euskirchen ein. Ab 19 Uhr erzählen sechs engagierte Menschen aus der Gemeinde, warum sie aus Überzeugung evangelisch sind und gerne in der Kirchengemeinde aktiv mitwirken. Eine weitere Person äußert sich aus katholischer Perspektive. Jedem Statement wird ein Zitat Martin Luthers oder aus der Bibel vorangestellt. Dabei verkörpert Peter Schwuchow den Reformator. Musik unter der Leitung von Kantorin Friederike Heiwolt sowie eine gedankliche Zusammenfassung von Pfarrer Frank Thönes umrahmen das Video Spezial. Eine originelle Mitmachaktion ersetzt den traditionellen Kölsch-Imbiss: Küster Michael Bork wird „live“ ein leckeres Mettbrötchen zubereiten, wer will, kann zuhause mitmachen. Im Anschluss besteht via Zoom die Möglichkeit, mit anderen in kleinen Gruppen zu klönen: www.ev-kirche-euskirchen.de

Gottesdienste am 31. Oktober in der Voreifel

In Flamersheim beginnt der Reformationsgottesdienst um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche, Euskirchen-Flamersheim, Pützgasse 7. Ebenfalls um 18 Uhr lädt die Martin-Luther-Kirche Weilerswist, Martin-Luther-Straße 27-29, zum Predigtgottesdienst ein. Die Christus-Kirchengemeinde Zülpich feiert um 19 Uhr in der Christuskirche, Frankengraben 43. Die Kirchengemeinde Meckenheim feiert ihren Reformationsgottesdienst um 19 Uhr in der Friedenskirche, Markeeweg. Der Gottesdienst in Swisttal beginnt ebenfalls um 19 Uhr in der Versöhnungskirche in Buschhoven, Vogtstraße.

Reformationsgottesdienste am Sonntag, 1. November

Um 10 Uhr gibt es in der Maria-Magdalena-Kirche in Swisttal-Heimerzheim, Sebastianusweg 5-7, einen weiteren Gottesdienst zum Reformationsfest. Ebenfalls um 10 Uhr feiert die Kirchengemeinde Rheinbach in der Gnadenkirche, Ramershovener Straße. In Wachtberg finden am zwei Gottesdienste zum Reformationsfest statt: um 9.30 Uhr im Gemeindehaus Niederbachem, Bondorfer Straße 18, und um 11 Uhr in der Gnadenkirche Wachtberg-Pech, Am Langenacker 12. Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Münstereifel feiert den Reformations-Gottesdienst um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche, Langenhecke 33.

Stichwort Reformation

Am Reformationstag, alljährlich am 31. Oktober, erinnern die Protestanten weltweit an den Beginn der Reformation durch Martin Luther im Jahr 1517. Ausgangspunkt der Reformation weltweit sind die berühmten „95 Thesen“, mit denen der damalige Augustinermönch Martin Luther seinen theologischen und seelsorgerlichen Protest gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche äußerte. Durch den Verkauf der so genannten Ablassbriefe wollte diese damals vor allem Geld für den Bau des Petersdoms in Rom einnehmen.

Ob Luther seine Thesen tatsächlich an das Portal der Wittenberger Schlosskirche schlug, ist historisch nicht gesichert. Nageleinschläge im Tor zeugen aber bis heute von dem legendären Ereignis. Ein weiteres Anliegen Luthers war die Rückbesinnung auf das unverfälschte Wort der Bibel. Dafür übersetzte der Reformator die Heilige Schrift erstmals vollständig in die deutsche Sprache.

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 28. Oktober 2020