Reformation feiern
Foto (Ausschnitt): epd-video.de
Die evangelischen Kirchengemeinden laden am Dienstag, 31. Oktober 2023, zu Reformationsgottesdiensten ein. Sie erinnern damit an den Beginn der Reformation vor mehr als 500 Jahren.
Und sie erinnern an einen „Schatz“, sagt Superintendentin Claudia Müller-Bück. Martin Luther schrieb nämlich: „Der wahre Schatz der Kirche ist das heilige Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes.“ An diesen Schatz, an Gnade und Herrlichkeit Gottes, erinnern Protestant:innen am Reformationsfest. Im Angesicht von Gewalt, Not und Leiden in dieser Welt falle es vielen Menschen schwer, Worte zu finden, die dem Schrecken etwas entgegenzusetzen haben. Müller-Bück: „Mich tragen und bewegen die Worte Jesu in den Seligpreisungen, sie werden in den Reformationsgottesdiensten als Evangelium gelesen.“
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Matthäus 5, 3-10
Zentraler Gottesdienst in Bad Godesberg
Die Bad Godesberger Gemeinden laden zum gemeinsamen Reformationsgottesdienst in der festlichen Atmosphäre der Erlöserkirche ein. Dieser Gottesdienst wird vom Team der Erlöser-Kirchengemeinde gestaltet.
Die Kantorei der Erlöserkirche wird die eindrucksvolle Kantate „Preise, Jerusalem den Herrn“ von Gottfried August Homilius aufführen. Zusätzlich zur Kantate erklingt die Motette „Deo dicamus gratias“. Die Solisten an diesem Abend sind Andrea Graff und Nikolaus Borchert. Sie musizieren zusammen mit der Kantorei und dem Orchester der Erlöserkirche. Die musikalische Leitung hat Christian Frommelt. Pfarrer Daniel Post predigt.
Beginn ist um 19 Uhr in der Erlöserkirche, Rüngsdorfer Straße 43. Anschließend gibt es einen Empfang im Gemeindezentrum.
Gottesdienste im Kreis Euskirchen
In Flamersheim beginnt der Reformationsgottesdienst mit Prädikant Marcel Ogrysek um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche, Euskirchen-Flamersheim, Pützgasse 7. Um 18.30 Uhr lädt die Martin-Luther-Kirche Weilerswist, Martin-Luther-Straße 27-29, zu einer Feier des Reformationsfestes ein. Darin wird auch Presbyterin Andrea Hewig als Lektorin eingeführt. Die Christus-Kirchengemeinde Zülpich feiert um 19 Uhr einen Gottesdienst zum Reformationstag in der Christuskirche, Frankengraben 43. In der Kirchengemeinde Euskirchen fängt der Gottesdienst zum Reformationstag mit Pfarrerin Judith Weichsel um 19.30 Uhr an. In der Kölner Straße 41 findet im Anschluss zudem ein Kölsch-Imbiss statt.
Gottesdienste im Rhein-Sieg-Kreis
Die Kirchengemeinde Meckenheim feiert mit festlicher Orgelmusik aus mehreren Jahrhunderten ihren Reformationsgottesdienst um 19 Uhr in der Friedenskirche, Kurt-Schumacher-Str. 22. Superintendentin Claudia Müller-Bück wird in diesem Gottesdienst Pfarrer Stefan Bergner begrüßen. Pfarrerin Ingeborg Dahl predigt. Der Gottesdienst in Swisttal beginnt ebenfalls um 19 Uhr in der Versöhnungskirche in Buschhoven, Vogtstraße 2 und wird von Pfarrer i.R. Gerd Veit gehalten. In der Kirchengemeinde Rheinbach findet der Reformationsgottesdienst um 19 Uhr mit Pfarrerin Gudrun Schlösser in Merzbach statt. In Wachtberg feiern Pfarrerin Kathrin Müller und Pfarrer Günter Schmitz-Valadier einen Gottesdienst zum Reformationsfest um 19 Uhr in der Gnadenkirche Wachtberg-Pech, Am Langenacker 12.
Stichwort Reformation
Am Reformationstag, alljährlich am 31. Oktober, erinnern die Protestanten weltweit an den Beginn der Reformation durch Martin Luther im Jahr 1517. Ausgangspunkt der Reformation weltweit sind die berühmten „95 Thesen“, mit denen der damalige Augustinermönch Martin Luther seinen theologischen und seelsorgerlichen Protest gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche äußerte. Durch den Verkauf der so genannten Ablassbriefe wollte diese damals vor allem Geld für den Bau des Petersdoms in Rom einnehmen.
Ob Luther seine Thesen tatsächlich an das Portal der Wittenberger Schlosskirche schlug, ist historisch nicht gesichert. Nageleinschläge im Tor zeugen aber bis heute von dem legendären Ereignis. Ein weiteres Anliegen Luthers war die Rückbesinnung auf das unverfälschte Wort der Bibel. Dafür übersetzte der Reformator die Heilige Schrift erstmals vollständig in die deutsche Sprache.
Was es mit diesem Tag auf sich hat, zeigt „epd erklärt: Was ist der Reformationstag?“ in einem kurzen Video: