Pogrom-Gedenken

"Stolpersteine" erinnern in vielen Straßen an ehemalige jüdische Nachbarn, wie hier in der Bonner Südstadt. Die Evangelische Kirche möchte diese Erinnerung wach halten. (Foto: J.Gerhardt)

1938: Am helllichten Tag werden im November fünf Synagogen in Bonn, Bad Godesberg, Beuel, Mehlem und Poppelsdorf in Brand gesteckt, Geschäfte und Wohnungen zerstört. Daran erinnert das ökumenische Pogromgedenken in Bad Godesberg am Sonntag, 9. November 2025. Treffpunkt ist um 17 Uhr in der Oststraße vor der ehemaligen Synagoge in der Bad Godesberger Innenstadt. Für […]

1938: Am helllichten Tag werden im November fünf Synagogen in Bonn, Bad Godesberg, Beuel, Mehlem und Poppelsdorf in Brand gesteckt, Geschäfte und Wohnungen zerstört.

Daran erinnert das ökumenische Pogromgedenken in Bad Godesberg am Sonntag, 9. November 2025. Treffpunkt ist um 17 Uhr in der Oststraße vor der ehemaligen Synagoge in der Bad Godesberger Innenstadt. Für die Liturgie sorgen die Pfarrer Tobias Mölleken, Oliver Ploch und Gianluca Carlin. Die musikalische Leitung übernimmt wie schon in den letzten Jahren Norbert Butor mit seinem Bläser-Ensemble. Kommen Sie gerne vorbei, um innezuhalten und für Frieden und Gerechtigkeit zu beten.

Spuren jüdischen Lebens in Bonn-Mehlem

Im Gedenken an die Zerstörung der Synagogen in Deutschland während der NS-Pogromnacht findet ein geführter Besuch des Jüdischen Friedhofs in Bonn-Mehlem statt. Seine Stifter stammten aus dem Drachenfelser Ländchen (heute Gemeinde Wachtberg). Der im 19. Jahrhundert angelegte Friedhof spiegelt das Leben der jüdischen Gemeinde in Mehlem wider. Während des Rundgangs erläutert Dozentin Dr. Barbara Hausmanns die Geschichte des Ortes, zeichnet Lebenswege jüdischer Bürgerinnen und Bürger nach und erinnert an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors sowie die Zerstörung der Mehlemer Synagoge. 
Der Friedhof liegt zwischen der Oberau- und der Rodderbergstraße und ist über den Levyweg erreichbar. Dort beginnt der Rundgang am Sonntag, 9. November 2025, um 14 Uhr. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Um 15.30 Uhr schließt sich eine ökumenische Andacht vor der Gedenktafel Meckenheimer Straße (an der französischen Schule) an. Sie wird von Pfarrer Daniel Post von der Heiland-Kirchengemeinde und der katholischen Kirche in Bad Godesberg ökumenisch gehalten.

Gedenken in Zülpich

Unter der Überschrift „Erinnerung – Mahnung – Verpflichtung“ trägt die Evangelische Jugend Zülpich trägt auch in diesem Jahr dafür Sorge, dass Ereignisse wie die Reichspogromnacht sich nicht wiederholen dürfen. Sie gedenken an den ersten öffentlichen Gewaltausbruch der Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht im November 1938, damit diese unmenschlichen Geschehenisse nicht in Vergessenheit geraten und im Bewusstsein eines jeden Einzelnen bleiben. Die schrecklichen Ereignisse, die auch vor den Zülpicher jüdischen Mitbürgern keinen Halt machten, mahnen heute zu mehr Zusammenhalt und Zivilcourage. „Die Jugendlichen der Kirchengemeinde wollen mit dazu beitragen, dass mehr Menschlichkeit, mehr Gerechtigkeit und mehr Frieden in unsere Welt gelangt, wir fangen hier bei uns vor Ort an“, betont Jugendreferent Patrick Kisselmann.

Das Gedenken mit Texten und Gebeten, unterstützt von Gitarrenmusik findet an der Stelle der ehemaligen Synagoge Normannengasse in Zülpich, gegenüber der Martinskirche statt. Beginn ist am Sonntag, 9. November 2025, um 19 Uhr.

EB/gar