Pfarrerin Sabine Hekmat sagt Adieu

Wechselt nach vielen Jahren in der Krankenhausseelsorge in eine Gemeinde: Pfarrerin Sabine Hekmat. Foto: privat

Pfarrerin Sabine Hekmat (63) verlässt den Kirchenkreis und wird am 3. Dezember nach 14 Jahren als Krankenhaus-Seelsorgerin am Marien-Hospital Euskirchen entpflichtet. Die guten Erfahrungen in der Seelsorge nimmt sie mit und freut sich auf eine neue Aufgabe als Gemeindepfarrerin. Ab Januar 2026 übernimmt sie eine Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Härtsfeld-Süd (Dekanat Heidenheim/Brenz) in der Evangelische […]

Pfarrerin Sabine Hekmat (63) verlässt den Kirchenkreis und wird am 3. Dezember nach 14 Jahren als Krankenhaus-Seelsorgerin am Marien-Hospital Euskirchen entpflichtet. Die guten Erfahrungen in der Seelsorge nimmt sie mit und freut sich auf eine neue Aufgabe als Gemeindepfarrerin. Ab Januar 2026 übernimmt sie eine Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Härtsfeld-Süd (Dekanat Heidenheim/Brenz) in der Evangelische Landeskirche Württemberg. Sie bleibt Pfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland und wird für ihre neue Aufgabe freigestellt. 

Großes Netzwerk

Die Kontakte und Nähe zu Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen mache die Krankenhausseelsorge besonders, sagt Sabine Hekmat. Wenn Menschen sich durch ihre Krankheit geschwächt und überfordert fühlen, könne die Krankenhausseelsorge durch Besuche und Gespräche eine verlässliche Ansprechpartnerin sein. „Der Bedarf an Hilfe ging auch manchmal über meine Möglichkeiten hinaus“, bekennt die Pfarrerin. Im Laufe der Jahre sei jedoch ein Netzwerk mit der katholischen Krankenhausseelsorge, den Kirchengemeinden, der Diakonie, Caritas, den Selbsthilfegruppen und den kommunalen Einrichtungen entstanden. „Gemeinsam konnte viel Gutes auf den Weg gebracht werden.“ Die Seelsorge ist offen für alle Menschen unabhängig von deren Glauben. Dafür stehen die Seelsorgerinnen und Seelsorger mit ihrer Kompetenz bereit. 

Wenn Sabine Hekmat zurückblickt, fühlt sie sich in erster Linie mit vielen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus verbunden, die ihr Innerstes mit ihr geteilt haben. „Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde. Nicht immer, aber häufig ist der Glaube eine innere Quelle der Hoffnung.“ Auch viele Angehörige haben das Angebot der Seelsorge in Anspruch genommen, wenn sie sich erschöpft fühlten. Die Mitarbeitenden sind ebenfalls ein wichtiger Teil der Seelsorgearbeit. 

„Genial, wie so ein großes Krankenhaus funktioniert“

Sabine Hekmat fühlte sich verbunden mit der großen „Familie“ (über 1000) der Marien-Hospital-Stiftung. Manchmal war es das Gespräch mit den Pflegeteams im Stationszimmer oder gute Lösungen auf dem kurzen Dienstweg mit den Ärztinnen und Ärzten. Beim Verteilen des Oster- oder Weihnachtsgrußes besuchte sie die Funktionsbereiche (Küche, Wäscherei, Technik, Einkauf, Verwaltung und IT). „Noch immer finde ich es genial, wie so ein großes Krankenhaus mit seiner Logistik funktioniert.“ Während der Flutkatastrophe oder Corona habe sich gezeigt, wie gut es ist, wenn Essen, saubere Wäsche, warmes Wasser und Strom trotz Ausnahmezustand zur Verfügung stehen. Gerade die Begleitung der Betroffenen der Flut mit all ihren persönlichen Verlusten und die Zeit der Corona-Pandemie mit Abstandsregeln und Isolation seien die größten Herausforderungen gewesen.  

Ihre Arbeit als Pfarrerin sei sehr vielfältig gewesen und bot die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen. Zum Beispiel konnte sie sich im Bereich der Medizinethik durch ein Studium fortbilden. Das Thema Prävention gegen sexualisierte Gewalt war ihr ein Anliegen, um es in meine Seelsorgearbeit einfließen zu lassen. Als dritten Punkt war ihr die Unterstützung des Krankenhauses Ndolage in Tansania als Zeichen für eine gerechtere Welt wichtig. „In der Kirchengemeinde Euskirchen unterstützen wir den „Poor-Patient-Fund“, um bedürftigen Müttern einen Kaiserschnitt und Kleinkindern eine Behandlung und Medikamente zu bezahlen.“

Die Anbindung zum Kirchenkreis war ihr wichtig, zum Beispiel im Pfarrkonvent, als beratendes Mitglied im Presbyterium Euskirchen, in der Kreissynode und im Konvent der Krankenhausseelsorge. Weitere Dienstaufträge als Vertretung hatte sie in der Evangelischen Studierenden Gemeinde Bonn (Wintersemester 2022/2023), in der Krankenhauseelsorge in der LVR-Klinik Bonn (01.03.2023-30.11.2025) und am Universitätsklinikum Bonn (01.03.-31.07.2025). 

Der Gottesdienst zur Entpflichtung von Pfarrerin Sabine Hekmat durch Superintendentin Claudia Müller-Bück beginnt am Mittwoch, 3. Dezember 2025, um 14 Uhr in der Kapelle des Marien-Hospitals Euskirchen, Gottfried-Disse-Straße 40. Im Anschluss gibt es einen Empfang.