Offene Ohren bei der „Alltags“-Seelsorge
Mit dem Herzen ist sie schon seit zwei Jahren angekommen. Jetzt wurde Kathrin Müller auch „offiziell“ als gewählte Pfarrerin der Kirchengemeinde Wachtberg eingeführt.
Die fast zwei Jahre Probedienst sind für die 34-jährige Theologin wie im Fluge vergangen. „Ich fühle mich hier so wohl und heimisch – da fällt der Gedanke an ‚Einführung‘ schon etwas schwer“, so Müller. Mit dem Umzug ins Pfarrhaus, der Einschulung von Sohn Simon in der Pecher Grundschule gegenüber und der Einführung werde das Angekommensein nun auch nach außen hin sichtbar.
Im Pfarrhaus in Pech sei sie jetzt so richtig „vor Ort“ und „im Ort“. Das zeige sich schon in den wenigen Wochen dort ganz deutlich. „Und ich bin gerne so Pfarrerin: Beim Einkaufen, vor der Schule, auf der Straße treffe ich die Menschen und komme mit Ihnen ins Gespräch.“ Gerade diese Alltagsseelsorge sei es, die ihren Beruf so spannend und schön macht. Auch wenn es den gerade sechsjährigen Sohn manchmal ärgert, wenn seine Mutter beim Einkaufen dauernd stehenbleibt, um mit jemandem zu reden. „Aber meist kennt und versteht er es.“
In der kommenden Zeit möchte Pfarrerin Müller „da sein, ansprechbar sein, das Pfarrhaus wieder mit Leben füllen“. Sie will die Menschen besuchen und begleiten – von der Taufe bis zum Tod. Konkret wollen sie und ein gesamtgemeindliches Team die Konfirmandenarbeit weiterentwickeln. Denn auch wenn sie nun im Pecher Pfarrhaus lebe, sei sie doch Pfarrerin der ganzen Kirchengemeinde. Daher werde zum Beispiel der nächste Mirjamgottesdienst am 28. September in einem Gottesdienst für alle Gemeindemitglieder gefeiert. Offen ist Müller, deren Stelle 75 Prozent Dienstumfang hat, natürlich auch für Anregungen aus der Gemeinde. Da möchte sie hinhören und schauen, was sie machen kann. „Und da sind wir wieder beim Thema: Ins Gespräch kommen und die Ohren aufhalten, was die Menschen brauchen und wollen.“
Kathrin Müller ist ein Kind des Ruhrgebiets, geboren und aufgewachsen in Essen. Im Alter von 15 Jahren wechselte sie von der katholischen zur evangelischen Konfession, blieb aber in beiden Kirchengemeinden aktiv. In Wachtberg hat sie bereits ihren Probedienst absolviert. Das Theologie-Studium absolvierte sie in Bochum und Bonn. Kathrin Müller ist verheiratet und hat einen sechsjährigen Sohn. Wegen der Elternzeit-Unterbrechung währte ihr Vikariat insgesamt fünf Jahre.
Der Gottesdienst, in dem Kathrin Müller feierlich eingeführt wird, beginnt am Sonntag, 31. August, um 15 Uhr in der Gnadenkirche Wachtberg-Pech, Am Langenacker.
Uta Garbisch / 27.08.2014
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