Mit Zipfelmütze und Regenschirm fürs Lesen werben

„Wie kann sich die Büchereiarbeit bei einem Gemeindefest präsentieren?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt der jährlichen Regionaltagung der evangelischen öffentlichen Büchereien in den Kirchenkreisen Bad Godesberg-Voreifel und Bonn.

Rund 20 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen aus zwölf Büchereien waren ins Gemeindezentrum Pauluskirche der Thomas-Kirchengemeinde gekommen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und sich auszutauschen.

Die Frage nach möglichen Aktionen wurde schnell konkret. Denn die Kirchenkreise in der Bonner Region laden unter dem Motto „Auf geht´s“ zur Einstimmung auf den Evangelischen Kirchentag in Köln am Himmelfahrtstag, 17. Mai, zu einem großen Fest mit Gottesdienst in die Bonner Rheinaue ein. Eine gute Gelegenheit für die Büchereien, ihre Arbeit auf dem Markt der Möglichkeiten vorzustellen.

 

In zwei Arbeitsgruppen machten sich die Bücherei-Fachfrauen an die Arbeit. Entstanden sind zwei konkrete Projektideen für den Himmelfahrtstag. In einem Zelt soll eine professionelle Märchenerzählerin rheinische Märchen für Kinder und Erwachsene erzählen. Motto: „Es war einmal …“. Im Zentrum der zweiten Idee steht der „arme Poet“ mit Bademantel, Zipfelmütze und Regenschirm. Mit einem dicken Buch, gebettet auf einer Liege soll er für das Lesen werben. Dazu wollen die Bücherei-Mitarbeiterinnen ihre Bücher aber auch neue Medien wie CDs, DVDs und CDROMs exemplarisch vorstellen. Mit Blick auf den Himmelfahrtstag erörterten die Teilnehmerinnen ganz praktische Fragen nach den entstehenden Kosten und wer sich konkret beteiligen kann. „Gehen wir in der Rheinaue nicht unter?“, kam eine kritische Rückfrage. Für Corinna Schulze-Quabis vom Team der Paulus-Bücherei ist der Tag jedoch eine gute Gelegenheit zur Präsentation: „Wir können dort kraftvoll als Bücherei auftreten.“ Helga Schwarze von der landeskirchlichen Bücherei-Fachstelle machte den Frauen Mut: „Märchen üben von jeher einen hohen Reiz aus.“ Für die Synodalbeauftragte für Büchereiarbeit Sigrid Deichmann war klar: „Das sollten wir wagen.“

In seinem Grußwort bezeichnete Superintendent Dr. Eberhard Kenntner die Büchereien als „Vorzeigeobjekten für die Zukunft einer sparenden Kirche“. Ihre Existenz sei seit langem nur durch engagierte ehrenamtliche Arbeit gewährleistet. Büchereien sind unter diesem Aspekt also „Zukunfts-Vorzeige-Projekte“. Ihr Auftrag – neben Unterhaltung – das Gewissen zu schärfen für das gelingende Miteinanderleben der Menschen, für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sei niemals erledigt ist, „solange es Menschen gibt“.

 

 
 

 

Uta Garbisch /

 

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Geschrieben von Pressereferat BGV am 15. Februar 2007