Menschen mit Bindung gesucht
Abwechslungsreich, erstrebenswert und fesselnd: Das sind drei von vielen Adjektiven, mit denen Martin Dotzauer die Attraktivität des Presbyteramtes beschreibt. Der Organisationsberater war im Presbyterkonvent zu Gast.
Das Thema: Kandidatinnen und Kandidaten für das wichtige Amt zu gewinnen. Alle vier Jahre wird gewählt. Im Frühjahr 2016 ist es wieder so weit.
Im Vorfeld gilt es, in den Kirchengemeinden Menschen für das ehrenamtliche Presbyteramt zu gewinnen. Dabei ist eine defensive Haltung nicht gefragt. Vielmehr sollten die schon jetzt Aktiven „nach außen strahlen“, so Dotzauer. „So dass auch für andere eine gewisse Sehnsucht entstehe mitzumachen.“ Der Fachmann von der landeskirchlichen Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung betont: „Presbyterinnen und Presbyter leisten eine bedeutende Arbeit.“ Diese Haltung gelte es zu transportieren. Gleichzeitig sollten sich die Verantwortlichen bei der Suche über mögliche Motive der Ehrenamtlichen im Klaren sein. Dazu gehöre die Freude, anderen zu helfen, der Wunsch, eigene Erfahrungen aus anderen Zusammenhängen in die Gemeindeleitung einzubringen oder auch neue Erfahrungen und Herausforderungen zu suchen. Der Suchradar sollte dabei weit über den Kreis derjenigen hinausgehen, die man aus dem Gottesdienst kennt. „Es gibt viele Menschen, die auch noch auf andere Weise eine Bindung an unsere Kirche haben“, so Dotzauer.
„Wir brauchen sympathische, werbende und offene Leute“, fasste Superintendent Eberhard Kenntner das „Stellenprofil „zusammen. In Arbeitsgruppen sammelten die Vertreter der 13 Kirchengemeinden beim Treffen in der Immanuelkirche Bad Godesberg eigene Ideen für ihre Kandidatensuche.
Bei den letzten Presbyteriumswahlen 2012 ist diese sehr gut gelungen. In 11 von 13 Kirchengemeinden, hatten die Gemeindemitglieder eine „richtige“ Wahl. Es gab mehr Kandidatinnen und Kandidaten als zu besetzende Plätze in den Gemeindeleitungen. Damit lag der Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel landeskirchenweit an der Spitze der Kirchengemeinden mit Wahl. „Die Arbeit im Vorfeld hat sich gelohnt“, kommentierte Kenntner damals. „Schließlich sind die Wahlen Kennzeichen unseres Kirche-Seins.“
Text und Foto: Uta Garbisch / 02.10.2014
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