Mehr Mut zum Ausprobieren

Sprach über Mixed ecology: David Bongartz. Foto: Uta Garbisch

Kirche und Christsein ganz neu denken. Zum Beispiel als Mischwald. Weil der widerstandsfähiger ist. Das taten gut 60 Menschen bei der Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises am letzten Samstag in Flamersheim. „Wir haben festgestellt, dass wir uns verändern müssten. Und das geht nur zusammen“, erläuterte Superintendentin Claudia Müller-Bück. Sie hatte David Bongartz eingeladen. Der Superintendent des Kirchenkreises […]

Kirche und Christsein ganz neu denken. Zum Beispiel als Mischwald. Weil der widerstandsfähiger ist. Das taten gut 60 Menschen bei der Zukunftswerkstatt des Kirchenkreises am letzten Samstag in Flamersheim. „Wir haben festgestellt, dass wir uns verändern müssten. Und das geht nur zusammen“, erläuterte Superintendentin Claudia Müller-Bück. Sie hatte David Bongartz eingeladen. Der Superintendent des Kirchenkreises Dinslaken ist Fachmann für „Mixed Ecology“. So nennt sich die Idee, eine vielfältige Gemeindelandschaft zu entwickeln, quasi den Mischwald. 

Am Beispiel Dinslaken zeigte Bongartz, dass einzelne Kirchengemeinden schon jetzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte haben. „Aber dem Anspruch, für alles Volk da zu sein, werden wir nicht mehr gerecht.“ Es gebe Anspruchsgruppen, die „wir mit unserer gemeindlichen Vielfalt nicht mehr erreichen“. Was hilft? Interprofessionelle Teams, Pfarrstellen auf Kirchenkreisebene und Kasualagenturen, so Bongartz. Er ermunterte die Zukunftswerkstatt dazu, „aufzuholen“. Es brauche einen Grundkonsens, gemeinsam in einer Region unterwegs zu sein und Mut zum ausprobieren.

Austausch in Kleingruppen: Foto: Uta Garbisch

Das unterstrich auch Cornelia vom Stein, die die Werkstatt moderierte: „Es hilft nur experimentieren und auswerten.“ Vom Stein ließ die Teilnehmer:innen in unterschiedlichen Zusammensetzungen an Tischen miteinander sprechen: Was sind die Chancen und Bedingungen regionaler Zusammenarbeit? Welche Schwerpunkte und Projekte passen in welche Region? Wo entstehen Synergien? Dabei ging es ihn drei Runden auch um Befürchtungen, Chancen und Visionen. Schließlich widmete sich die Zukunftswerkstatt ersten konkreten Ideen. Kleingruppen sprachen etwa über zukünftige Thinktanks, regionale Öffentlichkeitsarbeit oder die Zukunft der Jugendbildungsstätte als Jugendkirche „Herzbach“. 

Ein kreativer Tag, der mit Improvisationstheater und Zustimmungs-Bingo aus den Runden auch für Spaß sorgte. Organisationsberaterin vom Stein wird alle Ergebnisse dokumentieren. Dann wird der Kreissynodalvorstand (KSV) weitere Schritte initiieren.

Hintergrund aller Überlegungen ist der Vorschlag des KSV, dass die aktuell 13 Gemeinden in den drei Regionen des Kirchenkreises fusionieren. Das Ziel wäre jeweils eine Kirchengemeinde in Bad Godesberg, im Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Euskirchen. 

Improvisiertes Rollenspiel. Foto: Uta Garbisch
Meine Vision von Kirche – spielerisch dargestellt. Austausch in Kleingruppen: Foto: Uta Garbisch