Mascha Korn erhielt Auszeichnung
Freuen sich vor dem Bildnis Neanders über die Auszeichnung und 500 Euro für neue Noten: Mascha Korn (Mitte), Janine Winkler (links, für die Kirchengemeinde) und Jugendchormitglied Mila Streuff. Foto: privat
Die Evangelische Kirche im Rheinland hat erstmals die Joachim-Neander-Medaille für herausragende kirchenmusikalische Aktivitäten im rheinischen Kirchengebiet verliehen. Kantorin Mascha Korn aus Rheinbach wurde ausgezeichnet. In der Feierstunde im Düsseldorfer Landeskirchenamt am Freitag vor dem Sonntag Kantate wurden insgesamt 17 Projekte ausgezeichnet, diesmal aus dem Bereich der musikalischen Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen.
„Krach bei Bach“ im Sommer 2023 war das letzte große Projekt, in diesem Herbst folgt der erste Teil des „Elias“ von Mendelssohn im Stadttheater Rheinbach. Dann stehen immer Dutzende Sängerinnen und Sänger aller Generationen auf der Bühne. Die Frau, die das alles organisiert und leitet, ist Mascha Korn, Kirchenmusikerin in Rheinbach. Seit 2001 arbeitet sie dort und wurde nun mit der „Joachim-Neander-Medaille“ ausgezeichnet.
Kreiskantor Julian Hollung hat Mascha Korn vorgeschlagen. Er lobt die „nahtlose und durchlässige Chorarbeit vom Kindergartenalter bis zum jungen Erwachsenenalter“. Und darüber hinaus. Denn zum Beispiel das Bach- Musical war ein gemeinsames, generationsübergreifendes Projekt mit Chormäusen, Kinderchören, Jugendchor Young Voices, Kirchenchor, Kantorei für ältere Stimmen und Posaunenchor. Alle zwei Jahre stemmt Korn so etwas: „Mir ist es wichtig, dass die einzelnen Gruppen sowohl die Möglichkeit haben, alleine in Gottesdiensten und Konzerten zu singen und zu spielen, aber eben auch gemeinsam mit den anderen Chören.“ Über die Kinder- und Jugendchorarbeit gewinnt sie nicht nur „nachwachsende“ Sänger:innen, sondern findet immer wieder auch Eltern von Chorkindern, die in den Kirchenchor einsteigen. Meist über die großen gemeinsamen Projekte.

Mascha Korn leitet zwei Kinderchorgruppen im Grundschulalter, den Jugendchor Young Voices (zehn bis ca. 20 Jahre), den Kirchenchor und die Kantorei für ältere Stimmen. Sie spielt Orgel im Gottesdienst, ist Kinderchordelegierte des Kirchenkreises und behält planerisch den Überblick über die Kirchenmusik ihrer Gemeinde.
Insgesamt musizieren dort gut 70 Kinder und Jugendliche und gut 150 Erwachsene, also zusammen über 200 Menschen im Alter von drei bis 94 Jahren in neun Chören beziehungsweise Musikgruppen. „Mitzuerleben, wie die Sänger:innen in der Probe als Gruppe zusammenwachsen und wir zusammen Musik machen können und uns darüber den Gottesdienst- und Konzertbesuchern mitteilen können und sie an unserem Erleben teilhaben zu lassen, bedeutet mir sehr viel.“ Mascha Korn freut sich über die Anerkennung und Wertschätzung, die sie durch die Verleihung der Joachim-Neander-Medaille erfährt. „Und besonders freue ich mich darüber, weiter mit so vielen Menschen unterschiedlichen Alters musizieren zu dürfen.“
Musikalische Vielfalt
„Uns geht es um die Wertschätzung der kirchenmusikalischen Vielfalt in der rheinischen Kirche“, sagt Landeskirchenmusikdirektor und Initiator Ulrich Cyganek über die Motivation für die Auszeichnung. „Künftig wollen wir jeweils zum Sonntag Kantate Aktivitäten ehren, die sich durch Kontinuität und Nachhaltigkeit vom kirchenmusikalischen Normalbetrieb abheben.“ Dabei wird jedes Mal ein anderer Schwerpunkt gesetzt.
Die Auswahl erfolgt über eine Abfrage bei den Kreiskantoraten der 37 rheinischen Kirchenkreise. Neben der Medaille und einer Urkunde erhalten die Projekte aus der Kollekte am Sonntag Kantate auch einen einmaligen finanziellen Beitrag zur Unterstützung der kirchenmusikalischen Arbeit vor Ort. „Wir versprechen uns von der Verleihung der Medaille nicht zuletzt einen Motivationsschub für andere Gemeinden, den ausgezeichneten Beispielen zu folgen“, sagt Cyganek.
Stichwort: Joachim Neander
Joachim Neander (1650–1680) aus Bremen gilt als einer der bedeutendsten reformierten Kirchenlieddichter Deutschlands. 1674 wurde er zum Schulrektor der reformierten Gemeinde in Düsseldorf ernannt. Neanders bekanntestes Kirchenlied ist das 1679 entstandene „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“.
Nach Neander ist auch das Neandertal benannt. Entsprechend findet sich sein Name in dem des Neandertalers wieder, weil dieser nach seinem Fundort im Neandertal bei Mettmann benannt wurde.
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