„Lebendig und kräftig und schärfer“

Indisches Currygericht? Ungarisches Gulasch? Nichts von alledem. Ein Zitat aus dem Hebräerbrief. „Lebendig und kräftig und schärfer“ lautet die Losung für den 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 6. bis 10. Juni 2007 in Köln.

Und so lautet das Zitat vollständig. „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ Für den Kirchentag bleiben die drei Adjektive. Wer sie auf dem Plakat lese, beziehe sie vielleicht zunächst auf den Kirchentag. „Das ist gut so, denn das wollen wir“, sagte Kirchentagspräsident Dr. Reinhard Höppner bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Losung. Der Kirchentag solle lebendig und kräftig werden, und „schärfer in der Wahrnehmung der Probleme unserer Zeit“.

Erlaubt sei auch, die drei Adjektive auf die Kirche zu beziehen. Schließlich wolle die Kirchentagsbewegung dazu beitragen, dass die Kirche lebendig und kräftig und schärfer ist. Höppner: „Tot und fade und stumpf mögen manche Zeitgenossen die Kirche empfinden. Der Kirchentag tritt den Gegenbeweis an.“ Schließlich sei die Losung auch eine Aufforderung, „protestantisches Profil“ zu zeigen, „auch im stark katholisch geprägten Köln“.

Das Wort im Mittelpunkt

In der Medienstadt Köln stelle der Kirchentag 2007 „das Wort in den Mittelpunkt“, erklärte Höppner weiter. Außerdem erläuterte er, dass mit der Losung auch die drei Themenbereiche für den nächsten Kirchentag feststehen. Sie lauten Mensch, Gemeinschaft und Welt. Damit kämen die existenziellen Probleme des Menschen und des Glaubens zur Sprache, zweitens Fragen des Zusammenlebens in der Gesellschaft und schließlich die Probleme der Welt.

Köln werde stärker als bisher ein Kirchentag über die Grenzen hinaus werden, schon bereits in der Vorbereitung. Insbesondere die rheinischen Partnerkirchen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich sollten stärker beteiligt werden. Als einer, der „hinter der Mauer aufgewachsen ist“, sei ihm auch besonders daran gelegen, die östlichen Nachbarn zu beteiligen, so Höppner.

 

Der Kirchentag werde europäischer, sagte auch Nikolaus Schneider, der Präses der gastgebenden Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Das lebendige Gotteswort lasse sich nicht hinter zeitlose dogmatische Formulierungen einmauern, erklärte er weiter. „Das kraftvolle Gotteswort lässt sich nicht tot-plappern und nicht totschweigen. Das scharfe Gotteswort sorgt für Trennschärfe und Profil, es unterscheidet und scheidet schärfer als gewaltförmige Machtentfaltung.“

Auf Nachfragen betonte Schneider, der Kirchentag solle so viel Ökumene enthalten wie möglich. Joachim Kardinal Meisner habe seine Bereitschaft erklärt, dabei zu sein. In der Frage eines ökumenischen Gottesdienstes mit dem Kardinal im Kölner Dom sei man im Gespräch und „auf gutem Weg“, erklärte Kirchentagspräsident Höppner.

100.000 Teilnehmende erwartet

„Lebendig und kräftig und schärfer“ – diese Kirchentagslosung hat am Wochenende das Präsidium des Kirchentags ausgewählt. Zu dem Treffen werden mehr als 100.000 Menschen erwartet. Das Budget beträgt rund 13 Millionen Euro. Den größten Teil davon – 3,3 Millionen Euro – steuert die EKiR bei. Weitere 3,1 Millionen gibt das Land Nordrhein-Westfalen dazu.

Auch beim Kölner Kirchentag werde wieder eine Ökobilanz erstellt. Und „Verkehr“ werde dies Mal das Schwerpunktthema beim Umweltschutz. Im März solle die über die Nachfolgeregelung Generalsekretariat entschieden werden, teilte Kirchentagspräsident Höppner außerdem mit.

Zu guter Letzt: Mädchen und Jungen in der Kölner Region werden während des Kirchentags schulfrei haben, wobei ja der Fronleichnamstag ohnehin unterrichtsfrei ist.

 

 
O-Ton: Präses Nikolaus Schneider über die Kirchentagslosung aus rheinischer Sicht
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Statement von Präses Nikolaus Schneider auf der Pressekonferenz
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Geschrieben von Pressereferat BGV am 15. Februar 2006