Landessynode: Eindrücke
Das Team von der Synode: Manuel Esser mit Lisa Marie Appel (nebenamtliches Kirchenleitungsmitglied) sowie Knut Dahl-Ruddies, Prof. Dr. Lorenz Narku Laing (ebenfalls nebenamtliches Kirchenleitungsmitglied), Irmela Richter und Claudia Müller-Bück. Foto: privat
Hier in Bonn tagte die Landessynode, das oberste Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Evangelische Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel ist mit vier Mitgliedern vertreten.
Pfarrer Knut Dahl-Ruddies (JVA-Seelsorger in Euskirchen), Manuel Esser (Bad Godesberg), Irmela Richter (Kirchengemeinde Rheinbach) und Superintendentin Claudia Müller-Bück.
Hier ihre persönlichen Eindrücke:
Knut Dahl-Ruddies:
Viel Wasser ist während der Landessynode den Rhein hinabgeflossen. Leider konnte man das als Synodaler nicht sehen, obwohl der Fluss nur einen Steinwurf entfernt vom Tagungshotel entfernt ist.
Ein kurzer Spaziergang mit einem kurzen Blick, mehr ließ die Tages- und Tagungsordnung nicht zu.
Manchmal kommen Zweifel auf, ob diese Zeitstruktur für kreatives Denken förderlich ist. Denn das ist mehr als nötig, wird doch immer klarer und vor allem dringlicher, unsere Strukturen umzubauen und zukunftsfähig zu machen. Dabei ist immer noch vernehmbar, dass es sich um eine Synode der zwei Geschwindigkeiten handelt: Den einen geht alles zu schnell, die anderen sehen zu viel kostbare Zeit schwinden. Dennoch war spürbar: Der Druck wächst und die nächste Synode in elf Monaten wird sehr konkrete und einschneidende Maßnahmen hervorbringen. Dafür wurden die entscheidenden Weichen gestellt.
Irmela Richter:
Bereits vor Corona war ich Mitglied der Landessynode, damals noch in Bad Neuenahr. Nach vier Jahren Pause hat sich vieles verändert: In Bad Neuenahr waren wir in verschiedenen Hotels untergebracht und mussten von A nach B laufen. Dieses Jahr fand alles im Maritim Hotel Bonn statt. Große Papierberge sind passé, die Dokumente stehen digital zur Verfügung. Gewählt wird online. Präsidium und Plenum sind deutlich jünger und diverser. Ein Awareness-Team kümmert sich, um schnell auf Verletzungen durch Wort oder Handlung zu reagieren. Eine wichtige, hilfreiche Unterstützung!
Mir bleibt die Andacht von sechs SchülerInnen des Amos-Comenius-Gymnasiums ebenso in Erinnerung wie der Vortrag des Migrationsforschers Prof. Dr. Paul Mecheril, Bielefeld: „Wie wir über Rassismus sprechen können“. Eine These habe ich mitgenommen: „Rassismus wird in Deutschland de-thematisiert. Darum gedeiht Rassismus im Verborgenen und wird immer größer.“
Die Synode beschäftigte sich an verschiedenen Stellen mit Zukunftsfragen. Einige möchten sich schnell auf den Weg machen und die Ziele unterwegs entdecken. Andere möchten zuerst Ziele bestimmen und sich erst dann auf den Weg machen. Hier zeigen sich unterschiedliche Denkweisen, die sicher noch zu vielen Diskussionen und schmerzhaften Beschlüsse führen werden. Für mich steht fest: Wir müssen uns bewegen, auch in unseren Gemeinden und Kirchenkreisen. Wir dürfen nicht zu lange damit warten!