„Krankheit macht arm, Armut macht krank“
14. Diakonische Konferenz berührte die Teilnehmenden und suchte nach Lösungen gegen die Armutsfalle Krankheit
Traditionell haben das Diakonische Werk Bonn und Region sowie die Evangelischen Kirchengemeinden Rheinbach, Swisttal und Meckenheim zum sozialpolitischen Aschermittwoch eingeladen. Das Thema der Diakonischen Konferenz in diesem Jahr lautete: „Besser nicht krank werden. Die Auswirkungen der 3-Klassen-Medizin.“
Unter dem Titel: „Krankheit macht arm, Armut macht krank“ referierte der Mediziner Professor Gerhard Trabert über die Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit – und umgekehrt. Vielen Teilnehmenden des 70 Personen starken Plenums war zwar die Botschaft bekannt, dennoch machte sich Betroffenheit dabei breit, die Fakten komprimiert und überzeugend von dem engagierten Referenten zu hören. Die Ursache an der Misere sieht Trabert an verschiedenen Stellen. Aus seiner Sicht ist nicht eine Partei oder eine Regierung für die Versäumnisse verantwortlich, sondern sind es die gesellschaftlichen Strukturen, die es zu ändern gilt, um der wachsenden Entsolidarisierung der Menschen etwas entgegenzusetzen. „Zunächst muss jeder bei sich selbst anfangen: Gibt es einen Nachbarn der Probleme hat? Gibt es Vorurteile, die ich abbauen muss?“, fragt der Mediziner Trabert.
In Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen näherten sich die Teilnehmenden dem Thema aus praktischen Perspektiven. So wurde über Hilfen für Kinder diskutiert, die Situation von Schwangeren, die keine Unterstützung bekommen und über die Herausforderungen der Sozialberatung angesichts der Armut und vielen behördlichen Hindernissen.
Ein positives Signal des Abends war die parteiübergreifende Einigkeit in der Sache. Die von Trabert beschriebenen Zustände sind nicht haltbar, waren sich die Teilnehmenden einig, und es hilft nichts über die Schuld von Armut zu debattieren. Denn, das wurde auch deutlich: Armut kann jeden treffen. Wichtig ist der Umgang mit den Menschen, die davon betroffen sind. Treffend führte Trabert den Begriff der „Gleichwürdigkeit“ ein. Immerhin ist in Deutschland per Gesetz die Würde des Menschen unantastbar und sollten wir also allen die gleiche Würde zugestehen.
24.02.2015
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