In Himmelsenergie investiert

Engagiert für Solarenergie: Annette Unkelbach mit Reinhard Loch (von li.) und Manuel Esser auf dem Dach der Pauluskirche. Solarexperte Alexander Krieg sowie Stefan Haupt und Marius Rüddel von den Stadtwerken sorgen für die Technik. Foto: Uta Garbisch

„Wir können mehr, also machen wir mehr“, erklärt Annette Unkelbach das Großprojekt „Himmelsenergie“. Gemeint ist eine Solar-Anlage, die gerade auf dem Dach der Pauluskirche in Bonn-Friesdorf entsteht. 160 Solarmodule auf 400 Quadratmetern Dachfläche werden dann jährlich etwa 57.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Das entspricht dem Stromverbrauch von 40 Ein-Personen-Haushalten. Ein Teil davon deckt den Eigenbedarf des Gemeindezentrums, der größere Teil wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. So spart die Thomas-Kirchengemeinde Strom und rund 23 Tonnen klimaschädliches CO2. Die Kosten betragen 72.000 Euro, die sich in 16 bis 20 Jahren amortisieren dürften. Ein echtes Vorzeigeprojekt also. Das bestätigt auch der landeskirchliche Klimaschutzmanager Waldemar Schutzki. Er kennt in der ganzen rheinischen Landeskirche kein größeres Photovoltaik-Projekt.

Wer, wenn nicht wir?

160 dieser Module kommen auf das Dach. Foto: Uta Garbisch

Für Umweltbeauftragte Annette Unkelbach ist die Himmelsenergie ein echtes Herzensanliegen. Zusammen mit Manuel Esser, Reinhard Loch, Susanne Walter und Stephan Ebeling hat sie den Bau vorangetrieben. Vor gut zwei Jahren haben sie mit 20 anderen Leuten „Paulus For Future“ (PFF) gegründet, quasi ein protestantischer Ableger der globalen Klimaschutzbewegung „Fridays For Future“. „Es kann so nicht weitergehen. Unsere Generation hat es verbockt“, sagt die 57-Jährige mit Blick auf die Klimakrise. „Ich muss in dieser Welt noch sehr lange leben“, begründet Manuel Esser (27) sein Engagement. So haben sich beide auch als Presbyteriumsmitglieder für die Nachhaltigkeitsziele eingesetzt. „Wer soll es denn tun, wenn nicht wir als Kirche“, betont Unkelbach. „Das eine echte Investition in die Zukunft und ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung.“

Perfekt geneigt und ausgerichtet, hier entsteht die Anlage. Foto: Uta Garbisch

Die Gemeindeleitung hat im letzten August den Kauf der 60 kWp-Anlage beschlossen. Eine halb so große Anlage hätte sich zwar wirtschaftlich eher gerechnet, aber die Gemeinde wollte mehr. Ihre Thomas-Stiftung sorgt für die Anschubfinanzierung, viele private Spenden und die Förderung durch die Stadt Bonn tragen ebenfalls zum Gelingen bei. Die Stadtwerke Bonn fungieren als Generalunternehmer und gewähren Rabatt. Im Mai soll die Anlage ans Netz gehen.

Schon seit Anfang 2021 hatte die Kirchengemeinde Solar-Erfahrung gemacht. Mit einer 600 Watt-Steckeranlage hat sie genug „Himmelsenergie“ gesammelt, um damit die drei Kühlschränke des Gemeindezentrums zu betreiben. Ein Repair-Café, Blühbeete und eine Pflanzentauschbörse gehören ebenso zum Angebot. Die Ideen gehen Annette Unkelbach und dem PFF-Team nicht aus. Da noch einige Dachflächen „frei“ sind, sollen sie begrünt werden.

Info-Veranstaltung am 17. Mai

Für das Photovoltaik-Vorzeigeprojekt sind Spenden der Gemeindemitglieder fest eingeplant. Ein Spendenbarometer im Kirchenvorraum zeigt symbolisch die 160 Module. Etliche sind schon vergeben, etwa 33.000 Euro kamen so zusammen. Spender:innen können ab 50 Euro für ein Achtel eines Moduls einsteigen.

Es sind noch Plätze frei: Annette Unkelbach vor dem Spendenbarometer. Foto: Uta Garbisch

Wer mehr über Solarenergie und ihre Einsatzmöglichkeiten wissen will, ist zu einem Infotermin eingeladen. Annette Unkelbach und Reinhard Loch informieren Interessierte über ihre Erfahrungen, Kosten, Möglichkeiten und Hindernisse auf dem Weg dorthin. Beginn ist am Dienstag, 17. Mai 2022, um 19 Uhr im Café Selig, In der Maar 7.

Spendenkonto:
Evangelische Thomas-Kirchengemeinde Godesberg
IBAN DE85 3705 0198 0020 0010 61
Betreff „Himmelsenergie“

Mehr über das Projekt auf der Webseite der Gemeinde