Hohe Nachfragen, komplexere Krisen: Psychosoziale Versorgung gerät zunehmend unter Druck
Foto: Jennifer Trierscheidt
Die Evangelische Beratungsstelle Bonn hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Darin macht die Einrichtung auf die zunehmende Belastung psychosozialer Hilfesysteme aufmerksam. Die Nachfrage übersteigt seit Jahren die vorhandenen Kapazitäten. Gleichzeitig nehmen die Komplexität und Schwere der Themen zu, mit denen sich Menschen an die Beratungsstelle wenden.
Die Einrichtung begleitet Jugendliche, Familien, Paare und Einzelpersonen in unterschiedlichsten Lebenskrisen. Das Spektrum reicht von Erziehungsberatung und Trennung über Einsamkeit und suizidalen Krisen bis zur Trauerbegleitung.

„Die Beratungsstelle fängt vieles auf, was im regulären Versorgungssystem rund um mentale Gesundheit oft keinen Platz findet“, sagt Leiterin Christiane Wellnitz. „Mit Rückmeldungen wie „Ich habe hier eine Stütze gefunden.“, spiegeln uns die Menschen, wie wichtig das Angebot für sie ist.“
Im Zuge personeller Veränderungen und der Neuaufstellung des Teams musste die Beratungsstelle 2025 erstmals Anmeldungen begrenzen und Teile ihres Präventionsangebots einschränken.
Der Bericht thematisiert zudem die zunehmende Einsamkeit junger Menschen, den Welttag der Suizidprävention sowie Projekte und Kooperationen der Beratungsstelle.
Der vollständige Jahresbericht ist online abrufbar unter: Ev.Beratungsstelle_Bonn_Jahresbericht_2025.pdf
Text und Fotos: Jennifer Trierscheidt